Do Not Feed the Monkeys (PC) im Test – Wenn das Stalken anderer Leute für dein Überleben sorgt

Dank Facebook, Instagram und Co. fällt es uns leicht, unsere Freunde, Bekannten oder Arbeitskollegen etwas genauer und auf eine andere Art und Weise kennenzulernen. Doch was wäre, wenn dies dein Beruf wäre? Stell dir vor, du müsstest dir unbekannte Menschen beobachten und alles über sie herausfinden, was du finden kannst. Klingt komisch? Das PC Spiel Do Not Feed the Monkeys spielt genau mit dieser Idee – und das ist faszinierend. Warum ich ziemlich fasziniert vom Spiel war und mit den unterschiedlichen Schicksalen spielte, verrate ich euch in meinem Test zu Do Not Feed the Monkeys.

Ich weiß alles über euch!

Im Spiel Do Not Feed the Monkeys gehöre ich einer geheimen Organisation an, deren Aufgabe es ist, mehr über die Primaten zu lernen, die in den vorgesehenen Käfigen leben. Klingt auf den ersten Blick einfach, was soll schließlich in einem Zoo schon groß passieren? Bis sich herausstellt, dass es gar keine wirklichen Affen sind, die ich beobachte, sondern ganz normale virtuelle Menschen. Menschen, die ihrem ganz normalen Leben nachgehen. Menschen, die vielleicht das eine oder andere Geheimnis hüten. Menschen, die eben einfach Menschen sind.

Meine Aufgabe besteht darin, zu jedem Käfig – also die Kameraübertragungen, auf die ich den ganzen Tag starre – Informationen zusammeln. Bei einigen ist es leicht, da schon der Raum selbst viele Informationen bereithält, bei anderen muss ich warten, bis etwas passiert. Jedes gelbe Wort, das ich irgendwo finde, hilft mir, mehr über den Primaten im Käfig zu lernen. Das ist wichtig. Denn jede Information kann für mich einen fetten Gehaltsscheck bedeuten, mit dem ich dann wiederum meine Miete bezahlen kann, bzw. mir Nahrung kaufe. Es ist meine Entscheidung, die über mein Leben oder meinen Tod oder das Leben der Primaten bestimmt. Ich habe in diesem Fall die Macht, jedoch muss ich klug überlegen, denn ich weiß nie, was passiert, wenn ich Informationen weitergebe. Bringe ich die Primaten dabei in Gefahr oder kann ich Ihnen gar helfen?

Und über allem steht der Nervenkitzel: Dank der deutschen Vergangenheit im ostdeutschen Bereich, gehört es sich nicht, Leute zu beobachten und schon gar nicht, Informationen über sie zu sammeln und mit anderen zu teilen. Es ist etwas Verbotenes, was ich tue. Etwas Verbotenes, das ich nur in einem Videospiel tue, wie sehr kann das da schon meine Moral trüben?

Ich beobachte und lerne und ich entscheide

Die Aufgabe in Do Not Feed the Monkeys ist eigentlich relativ simpel: Im Grunde beobachtet ihr nur die Primaten, die auf euren Bildschirmen ein Privatleben führen und sammelt dabei so viele Informationen wie ihr nur könnt. Praktischerweise sind wichtige Dinge entweder mit Gelb umrandet oder generell Gelb unterlegt. Das ist sehr cool und  hilft euch sehr dabei, wichtige Informationen direkt zur Hand zu haben. Wenn ihr dann noch mehr Wissen haben und Gelerntes miteinander verknüpfen wollt, hilft euch der spielinterne Browser weiter, denn auf diese Weise könnt ihr nach Begriffen oder Namen suchen. Hin und wieder kommt es vor, dass euer Überorganisationsprimate euch eine Email schreibt und euch bittet, bestimmte Informationen mit ihm zu teilen, gegen Geld natürlich.

Doch, was ihr tut, entscheidet ihr. Ihr könnt euch auf das Geld verlassen und die Informationen teilen, bei vielen Käfigen habt ihr jedoch selbst die Wahl was ihr tut. Beispielsweise bei dem Mann im Fahrstuhl. Ihr könnt ihn sterben lassen. Ihr könnt auch seine Frau anrufen und ihn retten lassen. Eure Entscheidung.

Apropos Entscheidung: Ihr müsst nicht nur über das Schicksal eurer Primaten nachdenken, sondern auch über euer eigenes. Alle drei Tage möchte schließlich die Miete bezahlt werden. Und so ein bisschen Nahrung wäre auch nicht schlecht, damit ihr irgendwie nicht vom Fleisch fallt. Deswegen ist es so wichtig, dass ihr euch einen simplen Zeitplan anschafft, sodass ihr eure Primaten beobachten, selbst schlafen und hin und wieder auch arbeiten gehen könnt. Denn euch bringt die beste Beobachtungsaufgabe nichts, wenn ihr nicht wenigstens ein bisschen Geld auf der hohen Kante habt.

Überlegt also weise, was ihr wirklich mit eurem Geld macht. Ach, und noch ein Tipp meinerseits: Wenn Nahrung im Angebot ist, schlagt zu so viel ihr euch leisten könnt! Aber vergesst bloß nicht, die Tür zu öffnen, denn die erstatten nichts, wenn ihr nicht da seid. Da habt ihr schlicht und ergreifend Pech gehabt.

Die Faszination der Beobachtung

Ich persönlich, und das gebe ich jetzt ganz offen zu, mag Spiele, in denen ich andere überwachen kann und in denen ich ein gewisses Maß an Kontrolle habe. Ähnlich also zum echten Leben. Und genau deswegen fasziniert mich Do Not Feed the Monkeys auch so sehr, denn es ist kein simples: Du musst jetzt irgendwie das und das tun. Nein. Ich habe eine reine Entscheidungsfreiheit und wenn ich eben den ganzen Tag überhaupt keine Primaten beobachte, sondern nur Geld sammle, um mir neue Fernseher zu kaufen, dann ist das eben so. Das gefällt mir. Und schlichtweg die Tatsache, dass ich im Grunde den ganzen Tag Primaten beobachten darf, um mehr über sie herauszufinden. Das ist super und trifft genau meinen Humor.

Ich liebe es, herauszufinden, was das Geheimnis einen neuen Bildschirms ist und ob ich einen wirklichen Einfluss darauf habe oder ob es sich am Ende doch nur um einen der Bildschirme handelt, auf denen einfach nichts passiert. Untermalt wird meine ganze Sucht dann darin, dass ich irgendwie mein virtuelles Leben leben muss und irgendwie über die Runden kommen will. Das sind meine Ziele – trotz allem stehen die Primaten bei mir über allem, da muss dann eben manchmal auch der Schlaf drunter leiden. Und, sind wir einmal ganz ehrlich: Schlaf ist ja auch vollkommen überbewertet.

Doch, seid trotzdem vorsichtig, denn wenn ihr nicht auf euch achtet, weilt ihr vielleicht die längste Zeit unter den Lebenden.

Die Inszenierung – Besser kann ein Stalker-Game gar nicht sein

Was mir in Do Not Feed the Monkeys richtig gut gefällt, ist schlicht und ergreifend die Einfachheit. Es bedarf keiner großartigen 3D-Grafiken – die hätten wahrscheinlich den ganzen Flair des Spiels zunichtegemacht. Ich liebe den Stil des Spiels einfach und kann ihn gar nicht genau beschreiben, doch auf jeden Fall passt er zu 100 % zum Story und zur gesamten Art des Spiels und ich bin froh, dass sich die spanischen Entwickler diesen Stil ausgesucht haben. Er passt einfach hervorragend. Ich muss allerdings sagen, dass ich hin und wieder kleinere Fehler in der Grafik hatte und beispielsweise einmal die Telefonanzeige nicht verschwunden ist, jedoch ist das nicht weiter dramatisch, sonst hat sich Do Not Feed the Monkeys ziemlich fehlerfrei bei mir gezeigt – passend für Monkeys eben.

Doch nicht nur die grafische Darstellung von Do Not Feed the Monkeys hat mich begeistert, auch der seichte Soundtrack, der im Hintergrund plätschert und einem wirklich das Gefühl gibt, dass man sich in einem viel bewohnten Haus mit vielen Menschen aufhält. Auf diese Weise ist der Klang im Hintergrund bedrückend, aber auch lebendig und irgendwie auch mitreißend, aber dennoch weiß man, dass man etwas Verbotenes tut. Eine ähnliche Stimmung löste damals Papers, Please aus.

Fazit: Wenn ich groß bin, werde ich Stalker!

Do Not Feed the Monkeys ist ein interessantes Spiel, das einen den Hauch des Verbotenen testen lässt, aber einen gleichzeitig auch dazu zwingt, an sein eigenes Überleben zu denken. Eure Aufgabe besteht darin, den ganzen Tag nichts Anderes zu tun, als andere Leute per Kamera zu beobachten, alle nötigen Informationen über sie zu sammeln und ihre Leben vielleicht maßgeblich zu beeinflussen. Klingt leicht? Das denkst du auch nur am Anfang, wenn du nur vier Bildschirme hast. Do Not Feed the Monkeys ist ein knallhartes Zeitmanagementspiel, das dich für jeden Fehler auf charmante und süchtigmachende Art und Weise bestraft – und das du dann doch jedes Mal wieder von vorne anfängst, wenn du gescheitert bist, weil du wissen willst, welche Primaten du jetzt beobachten, was du Verbotenes erfahren kann. Ich kann und werde euch Do Not Feed the Monkeys sehr ans Herz legen, denn es ist eines der besten Spiele, die 2018 auf den Markt gekommen sind und es ist jede Minute wert.

 

Pro Contra
+ Die Frucht des Verbotenen wartet auf dich – Leichtere Grafikfehler, jedoch nicht wirklich schlimm
+ Treffender Soundtrack – Übersicht kann im späteren Spielverlauf verloren gehen
+ Schöner und passender Grafikstil – Überleben ist ein nerviges Übel
+ Jeder Durchgang wird zufällig erstellt
+ Zeitmanagement ist ein perfektes Stichwort

Technik: 89
Grafik: 87
Sound: 90
Umfang: 92
Gameplay: 86

Spielspaß: 92

  • Story: Ihr beobachtet viele verschiedene Primaten auf verbotene Weise bei ihren täglichen Leben und stellt Nachforschungen über sie an.
  • Frustfaktor: Der ist tatsächlich durch das lästige Überleben gegeben, denn hin und wieder muss man essen, schlafen und irgendwie Geld auftreiben.
  • Wiederspielwert: Hoch! Jeder Spieldurchlauf gibt euch andere Bildschirme zu Beginn, sodass jeder Start doch immer wieder ein anderer ist.
  • Design/Stil: Ein simpler und schöner Zeichenstil, der 100 % zum Spiel passt.
  • Musik: Verhält sich eher im Hintergrund und ist auch eher als Soundtrack, denn als wirkliche Musik zu hören. Sehr gut und passend.

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