Drake Hollow (Xbox One) im Test – Ich liebe meine Dragoras

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Seit der Ankündigung von Drake Hollow und auch der Beta, die im Juni stattfand, konnte ich es kaum erwarten, das Spiel in meinen Händen zu halten. Heute nun darf ich endlich mit euch auch über Drake Hollow ganz offiziell sprechen und freue mich, wenn auch ihr den kleinen Dragoras helfen könnt. In meiner Review zum Spiel verrate ich euch, warum ihr unbedingt auch einen Blick ins Spiel werfen solltet. Gleichzeitig ist dies auch eine Premiere, denn bisher habe ich noch kein Spiel auf der Xbox One für euch getestet.

Willkommen im Hollow

Ich hatte bereits im Juni in die Beta Phase zu Drake Hollow geschnuppert und war damals bereits fasziniert, doch nun habe ich tatsächlich auch eine Story zum Spiel erhalten: Meine Heldin, die ich mir im Vorfeld selbst erstellt habe, schreibt mit ihrer Partnerin, die sich trennen möchte. Sie will sich auch mal mit anderen Menschen treffen und nicht nur mit mir. Okay, der perfekte Einstieg also, meine Heldin in eine fremde Welt zu entführen. Wenige Minuten später sammelt mich eine weise Krähe ein, die mir erklärt, dass ich im Hollow bin und ich die dort lebenden Dragoras animieren soll, mir zu helfen. Eine Hand wäscht die andere, sozusagen.

Untermalt wird die Story übrigens durch verschiedene Hinweise, die ich in der Welt finde und die mir mehr verraten. Es geht um Hexerei und Ketzerei, um Tote und um Heilung. Es lohnt sich definitiv, diese ganzen kleinen Snippets zu suchen.

Die Welt in Drake Hollow ist dabei in zufällig generierte und zusammen gewürfelte Inseln unterteilt, beginnend mit dem ersten Kapitel im Frühling. Wobei jedoch fast alle Inseln unbewohnt sind und man nur auf bösartige Kreaturen stößt, die einen vernichten wollen – unter anderem deswegen, weil man nicht in diese Welt gehört. Aber anstatt mir zu helfen, wollen sie mich töten. Barbarisch! Doch was mir unheimlich gut gefällt, ist der Aspekt, dass jede Insel ihre ganz eigene Geschichte erzählt, auch wenn es dort keinen Storyhinweis gibt. Ob das ein altes Fabrikgelände ist oder gar ein verbarrikadiertes Grundstück: In allem steckt so viel Leben und Historie drin, dass das Erkunden sehr viel Spaß macht.

Das Ziel ist es übrigens, wieder zurück in die normale Welt zu kehren, doch hier warten viele, viele, viele Inseln darauf, erkundet zu werden und viele Dragoras wollen gefunden und gerettet werden.

Ich beschütze euch!

In Drake Hollow dreht sich für mich natürlich nicht nur alles darum, die Welt wieder zu verlassen, sondern in erster Linie auch darum, dass es meinen Dragoras gut geht und sie genügend Nahrung und Wasser haben und ihnen nicht langweilig ist. Das ist manchmal ein ganz schönes Spagat im Zeitmanagement, denn so ganz stressfrei geht es natürlich nicht einher: Regelmäßig wird mein Lager überfallen, sodass ich es verteidigen muss. Für richtig lange Erkundungstouren bleibt da nicht immer viel Zeit.

Damit ich mir nicht unbedingt permanent Sorgen machen muss, kann ich entsprechend vorsorgen: Je weiter ich im Spiel komme, desto mehr wächst mein Lager und desto bessere Vorräte kann ich bauen, sodass ich nicht nur Beeren sammeln muss, sondern tatsächlich auch Hummer meinen Dragoras vorsetzen kann. Um jedoch mein Lager ausbauen zu können, brauche ich Ressourcen, die ich mitunter nicht auf meiner Anfangsinsel finde und deswegen doch wieder herumreisen muss. Ein Teufelskreis.

Doch dafür ist es das allemal wert: Wenn ich mein Dorf weiter entwickle, kann ich auch dafür sorgen, dass sich meine kleinen süßen Dragoras selbst versorgen, sodass ich mich weiter aufs Erkunden konzentrieren kann. Nebenbei sammle ich zum Kristalle ein, um die Dragoras wachsen zu lassen und somit ihre und meine Werte zu steigern. Win Win auf bedien Seiten.

Manchmal kann es trotzdem zu einem ziemlich Spagat kommen. Gerade am Anfang, wenn man noch nicht genügend Ressourcen übrig hat – oder wie ich nicht so wirklich weiß, wo man anfangen soll – denn dann kann es schon mal passieren, dass die kleinen Dragoras entweder in Winterschlaf verfallen oder gar sterben, und dann habe ich auch nichts gekonnt.

Nur noch diese eine Insel da, wirklich!

Drake Hollow besteht aus Inseln, die ich erkunden kann. Glücklicherweise ist es nicht wie in A Flame in the Flood vom selben Entwickler, bei dem ich mir immer wieder gewünscht hätte, dass es einfacher ist und mehr auf mich eingegangen wird (Ja, in besagtem Spiel bin ich viel zu oft gestorben). Die Inseln hier sind an sich nie unfair oder überfordernd und es gibt auch kein Perma-Death. Wenn ich sterbe, kann ich im Camp wiederbelebt werden oder ich laufe zu meiner Leiche und belebe mich selbst wieder.

Und genau deswegen motiviert mich Drake Hollow immer wieder aufs Neue, die einzelnen Inseln mit ihren Herausforderungen und Hintergründen zu entdecken. Ich bin mir immer noch nicht sicher, was mir verschiedene Dinge sagen wollen, so zum Beispiel der Turm aus Einkaufswagen, den ich immer mal wieder auf den Inseln finde. Wie schon erwähnt, erzählt jede Insel eine eigene Geschichte und ich liebe es, mir darüber Gedanken zu machen, was die Menschen vorher dort gemacht haben. Wie sie lebten. Wer sie waren. Viele Informationen finde ich zwar nicht darüber, aber ich bin ja kreativ und kann Eins und Eins zusammenzählen.

Doch nicht nur das: Jede Insel hat auch jede Menge verschiedene Ressourcen, die ich finden will, um mein Dorf weiter auszubauen. Und da die Inseln nie riesig sind, geht es relativ schnell, sie vollständig zu erkunden. Immer wieder ertappe ich mich dabei, dass ich Spielstunden damit verbringe, nur diese Inseln zu erkunden und mich selbst immer wieder mit den Worten “Ach komm, nur noch diese eine dort” zu motivieren. Ja, und dann ist es diese Insel dort, der Überfall hier, da hinten waren doch noch Rohstoffe und – zack! – sind einige Spielstunden rum, ohne dass ich wirklich gemerkt habe, wie die Zeit vergeht. Eine hervorragende Leistung!

Leider ist nicht alles ganz so hervorragend. Nicht immer reagiert die Steuerung auf meine Eingaben, aber das ist nur selten, meistens klappt alles. Schwieriger ist es, da die richtigen Dragoras auszuwählen und manchmal sind auch die Wegpunkte ein bisschen bockig. Häufig clippen sich die kleinen Wesen durch die Gegenstände, aber das ist meistens zu verschmerzen. Hin und wieder bricht auch die Framerate zusammen (auf der normalen Xbox One getestet), was aber fast immer dann der Fall ist, wenn viele Gegner auf einem Haufen sind und ich eine Waffe mit Effekten nutze. Alles durchaus verschmerzbare Dinge, die mich beim Spielen nicht gestört haben, mir aber durchaus aufgefallen sind.

Fazit: Es war die beste Entscheidung, Schluss zu machen

Danke, mir unbekannte Partnerin, dass du dich mit anderen Leuten treffen wolltest, denn so erlebte ich das größte Abenteuer meines Lebens: In Hollow ist es ein bisschen düster und tödlich, aber auch liebevoll und romantisch und die niedlichen Dragoras leisten mir ordentliche Gesellschaft. Klar, will ich theoretisch wieder nach Hause zurück, aber erstmal kann ich mich in Drake Hollow verlieren und jede einzelne Insel erkunden, um ein kleines Dorf für meine Dragoras aufzubauen.

Drake Hollow war mein erstes Spiel, das ich auf der Xbox One gespielt habe, und dank ihm wird es auch nicht das letzte gewesen sein. Ich habe mich stundenlang im Spiel verloren, immer nur noch für den Besuch auf der nächsten Insel, immer nur noch für den nächsten Überfall. The Molasses Flood hat mit Drake Hollow ein fantastisches Spiel mit Suchtpotential geschaffen und ein Genre wiedererweckt, das ich schon fast verloren glaubte. Für mich ist Drake Hollow definitiv eines der besten Spiele, die 2020 auf der Xbox One erhältlich sein werden.

ProContra
+ Kein Perma-Death– Hin und wieder Clippingfehler
+ Wunderschöne Spielwelt– Leichtes Einbrechen der Framerate
+ Wiederbelebung eines alten Genre– Spagat im Zeitmanagement
+ Interessantes Setting
+ Suchtpotential!
+ Viel zum Erkunden

Technik: 86
Grafik: 89
Sound: 90
Umfang: 93
Gameplay: 84
KI: 76

Spielspaß: 96

  • Story: Ihr landet im Hollow, nachdem euer Leben den Bach runtergeht, und erlebt das größte, spannendste und coolste Abenteuer eures Lebens.
  • Frustfaktor: Da kein Perma-Death nicht vorhanden.
  • Nachhaltigkeitswert: Definitiv! Und hoffentlich bleibt es auch bei vielen im Gedächtnis.
  • Design/Stil: Zauberhafter Stil mit niedlichen Wesen.
  • Musik und Sound: Wunderschön und passend.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Drake Hollow ist Teil des Game Passes, würde jedoch auch mit bis zu 40 € vom Umfang her passen.

Offenlegung & Unterstützung

Wir haben Drake Hollow direkt vom Publisher erhalten. Dir gefallt unsere Arbeit? Dann würden wir uns freuen, wenn du uns bei Steady unterstützt. Das geht bereits mit 1€ monatlich.

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Beatrice Vogt
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Pweet Stefan

Wow sehr schöner und ausführlicher Testbericht. Sehr gute Arbeit!