Free Guy – zwischen Videospiel und echter Welt

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Ich hab vor einer ganzen Weile mal einen Trailer zum Film Free Guy gesehen – und war schnell darin, den Film so als typischen Blockbuster abzustempeln. Doch Dank Disney Plus haben wir uns den Film nun einmal angesehen – und wurden auf vielen Ebenen überrascht. Warum im Blockbuster doch mehr steckt, darüber möchte ich hier ein paar Worte schreiben.

Free Guy spielt klug mit seinen zentralen Motiven. Die ersten Minuten werden zwar etwas davon bestimmt, dass sie verdächtig an The LEGO Movie erinnern, doch vielleicht sind sie auch dadurch so interessant. Lebt Guy einfach nur in einem öden, aber glücklichen Alltag, ein Leben in unserer Welt oder eben doch in einem Videospiel? Am Anfang könnte es beides sein.

Versatzstücke aus anderen Filmen erkennt man in Free Guy dauerhaft wieder, doch das ist in dem Fall auch gar nicht schlecht, immerhin setzt sich der Film eben auch mit der Kultur, ihrem Einfluss auf die echte Welt und ihrer Entwicklung auseinander. Free City heißt das Videospiel, das die Welt in Atem hält, bestimmt durch eine KI, die sich selbständig macht.

Ich finde es erfrischend, dass das Thema echte künstliche Intelligenz in Free Guy positiv behandelt wird – und zu einem guten Teil auch das Potential aufzeigt, welches hier noch irgendwo verborgen liegt. Die Zukunft. Ich finde es auch gut, wie die Videospielebranche betrachtet wird, auch wenn sicherlich noch mehr drin gewesen wäre, denken wir da an Crunch und schlechte Löhne. Ein bisschen zu glücklich wirkten sie dann doch alle irgendwie.

Natürlich ist Free Guy irgendwo Actionblockbuster mit seichter Liebesgeschichte, doch der Film macht seine Sache gut: Die knapp zwei Stunden vergehen wie im Flug, Abwechslung wird wie in einem guten Open World Spiel geboten und nicht einmal die Bosse fallen zu lang oder zu nervig aus.

Die schauspielerischen Leistungen ebenso wie die deutsche Synchronisierung fand ich durchweg sehr gelungen – Ryan Reynolds in Verbindung mit Dennis Schmidt-Foß ist eine absolut sichere Kombination, während mir Marius Clarén als Stimme von Antwan auch mal ein besonderes Lächeln auf die Lippen gezaubert hat.

Lobenswert: In der echten Welt hat Free Guy auf unnötige Gewalt verzichtet, das Thema Waffengewalt aber dennoch ernsthaft an der passenden Stelle thematisiert. Im Videospielekontext wirkten die ansonsten fulminanten Actionszenen sehr, sehr passend. Star Wars Anspielungen am Ende rundeten das Gesamtpaket an bekannten Szenen sehr gekonnt ab – ein Glück für den Film, das er vor der Fertigstellung noch zu Disney gehörte.

Mir hat Free Guy extrem gut gefallen – tatsächlich einer der besten Blockbuster, die ich seit einer ganzen Weile gesehen habe. Ich freue mich auch darüber, dass es einen Nachfolger geben wird. Mal sehen, wann dazu die Details kommen.

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Manuel Eichhorn
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