LEGO Star Wars Castaways (Apple) im Test – Steine und Sterne sammeln

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Ich habe seit ein paar Monaten Apple Arcade abonniert und spiele die Titel im Dienst immer wieder gern auf meinem Apple TV. Die Neuankündigung LEGO Star Wars Castaways hat mich neugierig gemacht und es war nun das erste Spiel auf Apple Arcade, welches ich direkt zum Launch ausprobiert habe. Ob es den Erwartungen und der Ankündigung gerecht wird, verrät unser Test.

So ein richtig fremder Planet?!

Ich wusste gar nicht so richtig, was ich mir unter LEGO Star Wars Castaways vorstellen sollte. Die Ankündigung zum Spiel klang recht umfassend und beeindruckend, blieb aber durchaus etwas vage, so ähnlich ist es auch mit der Beschreibung des Spieles im App Store. Ich meine, so ein ganz fremder Planet zum Erkunden und sich gemeinsam mit anderen austoben?! Klingt zu schön, um wahr zu sein, oder?

Ich hatte zumindest etwas zum Aufbauen erwartet und dieser Erwartung wird LEGO Star Wars Castaways nicht gerecht. Dass man auf einem fremden Planeten strandet, ist richtig, und der Planet an sich verströmt eher so richtiges Urlaubsfeeling. Dass der Planet nun aber voller Abenteuer steckt und man dort sein komplett eigenes Schicksal schreiben kann? Eher weniger.

Die Spielbeschreibung, die beim Start von LEGO Star Wars Castaways angezeigt wird, trifft es ganz gut: Kämpfe, erlebe Abenteuer, verdiene damit Steine und kauf dir damit neue Bauteile für deine Figur. Davon gibt es unzählige, aber es kann eine ganze Weile dauern, bis du sie dir leisten kannst.

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Fortschritt nach Art eines Mobilegames

Du wirst nämlich beim Fortschritt künstlich ausgebremst und verdienst nicht einfach nativ Erfahrungspunkte oder neue Level, sondern bist an Missionen gebunden, die dir LEGO Star Wars Castaways anbietet. Und diese gibt es natürlich nur alle paar Stunden neu, ganz so, wie man das von einem „Handyspiel“ kennt. Und eine Währung wäre natürlich auch zu einfach, deswegen gibt es zwei, die es gar nicht unbedingt bräuchte.

Von der Struktur her ist LEGO Star Wars Castaways eben ein echtes Mobilegame ohne Werbung und in-App-Käufe, wobei ich hier nach der Ankündigung irgendwie doch etwas mehr erwartet hatte. Denn obwohl die gebotenen Inhalte durchaus gut und auch spannend sind, schleicht sich schnell ein: Im Grunde macht man immer wieder dasselbe.

Die Abenteuer auf dem Planeten in LEGO Star Wars Castaways bestehen nämlich aus Holosimulationen: Die einen bestreitet man direkt mit der gebauten Spielfigur, allein oder in der Gruppe, die anderen in einem der Star Wars Raumschiffe, die dritte Version dagegen sind PvP Arenen. Voraussetzung, um an diesen teilzunehmen: 15 Sterne bzw. Zahnräder, die aber eben abhängig von den „Missionen“ sind, die du schon erledigt hast.

Die Inhalte sind an sich schon ziemlich cool und das Zusammenspiel mit anderen Spieler:innen, wenn man welche findet, macht Spaß, aber auf Dauer besteht LEGO Star Wars Castaways daraus, dass man eben immer dasselbe macht und andere Aufträge über die gleichen Umgebungen geworfen werden. Manch eine Storyquest heißt dann auch nur „erledige drei Holosimulationen“. Sehr kreativ.

MMO in klein

Eigentlich gibt es da in LEGO Star Wars Castaways auch Klassen, doch die sind natürlich nicht von Anfang an alle verfügbar. Den „Machtanwender“ schaltet man relativ schnell frei, doch für die Unterstützungs- und Agenten-Klassen muss man schon deutlich mehr Zeit in LEGO Star Wars Castaways verbracht haben. Das bedeutet, dass ich bisher niemanden gesehen habe, der diese Klassen spielt – und na ja, alle Durchgänge haben auch ohne gut funktioniert.

Im Endeffekt sind die Klassen hier also eine Frage persönlicher Präferenz und man ist am Ende nicht wirklich auf einen Unterstützer im Team angewiesen. Würde auch gar nicht unbedingt gehen, da man über die öffentliche Suche meist nur 1-2 Mitspieler:innen bekommt. Davon abgesehen wird man öfter mit Spieleinladungen bombardiert, weil man alle, die online sind, zu einer Gruppe einladen kann.

Bei der Ankündigung schrieb ich noch, dass Gameloft mit LEGO Star Wars Castaways ein MMO auf Apple Arcade bringen möchte – was mehr oder weniger auch stimmt, doch der Fokus liegt hier ganz klar auf dem lockeren Zusammenspiel. Außerhalb der Holosimulationen erfreut man sich vielleicht an den Tänzen oder sonstigen Emoticons der anderen, aber eigentlich machen da auch alle ihr eigenes Ding. Zwischendurch schaltet man auf dem Planeten immer wieder neue Dinge frei, das Herzstück bleiben aber die Holosimulationen, die sich recht schnell wiederholen.

Im Endeffekt entwickelt sich LEGO Star Wars Castaways nach einigen Tagen zu einem Spiel, in das man bei Gelegenheit gern wieder reinschaut – und sich an der guten Optik, dem gelungenen Soundtrack und den gut schaffbaren Quests und spaßigen Durchgängen für zwischendurch erfreut. Die Geschichte, die dabei erzählt wird, ist auch ganz humorvoll (auch mit dem typischen LEGO Humor), aber nicht wirklich die eigene.

Fazit: LEGO Star Wars für zwischendurch

Mir war klar, dass die Ankündigung von LEGO Star Wars Castaways etwas spektakulärer klang, als das Spiel am Ende sein würde. Aber einen fremden Planeten mit anderen zu erkunden, Abenteuer zu erleben und die eigene Geschichte zu schreiben, ist eben dehnbar. Das ist auch gar nicht schlecht, denn LEGO Star Wars Castaways ist ein nettes und spielerisch wie technisch sympathisch gemachtes Abenteuer für zwischendurch und konnte für die ersten Stunden durchaus eine hohe Motivation bei mir entfachen. Doch recht schnell entwickelt sich dann ein typisches Mobilegames-Muster: Einloggen, die Missionen abgrasen, schnellen Fortschritt nehmen, fertig. Mission doof? Ach, entweder tauschen oder morgen wieder. Hier schaut man bei Gelegenheit gern wieder rein und passt auch seine eigene Minifigur weiter an – doch schreibt man hier seine eigene Geschichte und deckt Neues in fremden Galaxien auf? Nein, das ganz sicher nicht.

ProContra
+ Optisch sehr gelungen– Holosimulationen wiederholen sich schnell
+ Toller Soundtrack– Echter Langzeitmotivation geht die Puste aus
+ Anfangs sehr motivierend– Interaktionsmöglichkeiten insgesamt begrenzt
+ Gelungenes Zusammenspiel
Zu sehen ist ein Score von 73 von 100 Punkten.

Technik: 77
Grafik: 83
Sound: 94
Umfang: 75
Gameplay: 70
KI: 65

Spielspaß: 68

  • Story: LEGO Star Wars Castaways erzählt nette kleine und humorvolle Geschichten.
  • Frustfaktor: Nicht vorhanden.
  • Design/Stil: Gelungen, stilistisch sicher und passend zum Star Wars Universum.
  • Musik und Sound: Passt hervorragend.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: LEGO Star Wars Castaways ist im Apple Arcade Abo für 4,99€ im Monat enthalten.
  • Langzeitmotivation: Am Anfang für einige Stunden höchst motivierend, dauerhaft eher geeignet für: Ich schaue nochmal fix rein und spiele eine Runde zwischendurch. Was natürlich auch nicht schlecht ist.

Offenlegung

Wir haben LEGO Star Wars Castaways im Rahmen von Apple Arcade heruntergeladen. Diese Review kommt ohne Screenshots, da wir keine eigenen erstellen konnten.

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Manuel Eichhorn
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