Luna: The Shadow Dust (Steam) im Test – Von Licht und Schatten

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Immer da, wo Licht ist, da ist auch Schatten. Doch was passiert in einer Welt, in der es kein erkennbares Licht gibt, sondern alles auf magische Weise der Dunkelheit anheim gefallen zu sein scheint? Genau dies ist die Situation in Luna: The Shadow Dust. Ich habe mir für euch den Titel angesehen und verrate in dieser Review, warum sich ein Blick lohnt.

Der Junge, der vom Himmel fällt

Luna: The Shadow Dust beginnt damit, dass ein Junge vom Himmel fällt. Ich weiß nicht, wer diese Junge ist – und im Übrigen wird das auch nicht im Laufe des Spiels geklärt. Er hat für mich einfach keinen Namen. Doch dieser Junge ist am Ende der Schlüssel zu allem, denn mit ihm betrete ich einen Turm und finde mich plötzlich in einem Point & Click Rätsel wieder. Doch Luna: The Shadow Dust hat noch mehr parat und so puzzle ich mich nicht einfach nur durch diesen Turm, sondern treffe unterwegs ein felliges Mondwesen, das mich begleitet und das ich für viele der Rätsel brauche, um auf die Lösung zu kommen. Hierbei könnte ich mir auch gut eine Coop-Lösung vorstellen, wo einer den Jungen und der andere das Wesen spielt.

Doch bisher steuere ich in Luna beide Charaktere alleine. Neben den Rätseln wird die Geschichte des Ganzen erzählt – und aufgedeckt, warum der Junge eigentlich vom Himmel gefallen ist. So ganz unschuldig daran ist er nämlich nicht, doch ich will nicht zu viel verraten. Die Geschichte in Luna: The Shadow Dust wird übrigens ohne Stimme oder Erzähler erzählt, sondern einfach nur durch wunderschön animierte Cutscenes. Hier beherrscht jemand noch sein Handwerk! Schade ist nur, dass ich dadurch keinen Namen für den Jungen und auch nicht für das Wesen habe, diese bekomme ich nur von den Errungenschaften oder den Entwicklern, nicht aber durch das Spiel selbst.

Wer sich übrigens am Anfang denkt, dass es keine Story gibt: Doch, die gibt es. Sie kommt nur etwas später in Fahrt und reißt einen dann auf eine wahre Mondfahrt der Gefühle mit sich. Definitiv einen Blick wert, wenn nicht sogar zwei oder drei oder vier. Lasst euch nicht von den Rätseln entmutigen!

Luna: The Shadow Dust hat mich rund drei Sunden beschäftigt, weil ich bei einigen Rätseln nicht weiterkam. Menschen, die in diesem Genre zu Hause sind, werden wahrscheinlich schneller durch sein, und dafür finde ich die 20 € im Preis doch ein bisschen hoch angesetzt, zumal die Geschichte erst später Fahrt aufnimmt und sich da erst wirklich erzählt. Davor die Räume haben keine wirkliche Story, man fragt sich zwar, was es zu bedeuten hat, bekommt aber keine Antwort – und im Nachhinein wirken einige der Räume auch unpassend und so, als wären gerade die erste Räume unabhängig vom Ende des Turmes gebaut wurden.

Das Ungleichgewicht der Rätsel

Luna: The Shadow Dust hat viele verschiedene Rätsel. Mal müsst ihr schnell sein, mal einfach nur knobeln und mal ständig zwischen den beiden Charakteren wechseln. Dabei folgt die Schwierigkeit der Rätsel jedoch keiner bestimmten Logik. Es steigt nicht stetig an und lässt einem am letzten Rätsel die Zähne ausbeißen, sondern es schwankt permanent. Manche Rätsel am Anfang sind so schwierig, dass ich Unterstützung brauchte, andere wiederum zum Ende hin sind so einfach, dass ich doch an mir selbst zweifelte. Leider ist das häufig bei Rätselspielen der Fall, weswegen das normalerweise kein Genre für mich ist.

Bei einigen Rätseln ist mir auch bis heute nicht klar, woher die Lösung eigentlich kommt, die der Typ im Walkthrough benutzt hat, denn das ergab sich mir einfach nicht. Entweder, ich bin zu doof dafür gewesen, oder das Spiel hat tatsächlich keine Lösung parat gehabt. Und wieder andere Rätsel im Vergleich waren so einfach, dass ich sie mit einem Blick erfassen konnte. Weswegen ich eher nicht an mir, sondern an Luna: The Shadow Dust zweifle. Dafür gibt es wiederum andere Rätsel, bei denen irgendwie die Lösung klar ersichtlich ist, aber es doch nicht so funktioniert wie ich es mir dachte. Zudem: Glaubt dem Spiel, wenn es euch einen Hinweis gibt. Beispielsweise gibt es ein Level, bei dem ihr kochen sollt. Über dem Kamin hängt dabei ein Zettel – Ja, dies ist genau die richtige Reihenfolge, obwohl mein Gamerhirn sagte, dass die bestimmt andersherum ist. Glaubt dem Spiel einfach.

Der Zeichner, der singt

Es gibt zwei Aspekte in Luna: The Shadow Dust, die ich ganz besonders hervorheben möchte. Zum einen ist das der Soundtrack, der wirklich toll ist und immer sehr gut zur gezeigten Szenerie passt. Während ich die Review schreibe, läuft der Soundtrack auch gerade über Deezer im Hintergrund und hilft mir dabei, mich daran zu erinnern. Zum anderen ist die Grafik. Luna: The Shadow Dust ist ein Meisterwerk der Animationstechnik. Es wurde auf drei Ebenen animiert, was man merkt, denn es ist nicht so platt wie in anderen Spielen, auf denen man einfach die Ebenen wechselt, sondern es wirkt sehr lebendig und greift hervorragend ineinander. Das ist wirklich toll. Dadurch schaffen die Entwickler eine besondere Lebendigkeit, denn obwohl im Turm niemand ist, fühlt es sich doch so an als würde gleich ein Bewohner um die Ecke kommen und fragen, was ich da eigentlich tue.

Das sind zwei wirklich sehr starke Aspekte, die aber mir nicht unbedingt helfen, den Spielspaß zu steigern, dafür sind die Rätsel nicht konsequent genug, leider. Und dennoch: Dieser Soundtrack und die Animationstechnik sind wirklich der Hammer! Jetzt ist es nur schade, dass es keinen epischen Erzähler gibt. Ich könnte mir hier gut eine ältere Erzählerstimme vorstellen, vielleicht sogar eine ältere Frau, die die Geschichte erzählt, wie alles begannt und endete. Das würde richtig gut passen. Nicht, dass sich die Geschichte nicht auch so erzählt. Nicht, dass ich keine Beziehung zu den Charakteren aufbauen würde. Aber manchmal kann ein Erzähler doch parallel wahre Wunder wirken, wenn er an den richtigen Stellen eingesetzt wird.

Fazit: Licht und Schatten brauchen einander

Luna: The Shadow Dust erzählt im Laufe der Zeit eine wunderbare Geschichte voller Herz, braucht jedoch leider einen Tacken zu lange, um wirklich Fahrt aufzunehmen und sich zu erklären. Ich habe mich zu lange im Dunkeln gefühlt, wodurch später die ersten Räume des Rätselturms fast schon belanglos wurden. Viel zu oft fragte ich mich, was das Ziel sei – bis ich in den Storypart des Spiels kam und dieser ist fesselnd, emotional und atemberaubend! Für mich könnte Luna: The Shadow Dust ein einmaliges Spiel sein, wenn es nicht die unausgeglichenen Rätsel hätte. Rätsel, die mal super einfach sind, sich aber später im Spiel befinden, und Rätsel, die sehr schwierig sind, die aber gleich am Anfang auf mich warten. Zudem gibt es einige Rätsel, wo die Lösung nicht ganz klar ist und ich mir die Zähne ausgebissen habe.

Dafür punktet Luna: The Shadow Dust mit einem zauberhaften und traumhaften Soundtrack, der wirklich hervorragend zu allen entsprechenden Situationen passt. Schade nur, dass sich der Titel ohne Erzähler erzählt und mir so ein paar Aspekte der Geschichte – zum Beispiel die Namen der beiden Protagonisten – gänzlich vorenthalten bleiben. Ebenso ist der Grafikstil nicht zu unterschätzen. Hier waren echte Handwerker am Werk, die diese magische Welt so lebendig gestaltet haben, als würde jede Sekunde jemand um die Ecke kommen. Der Animationsstil ist wunderschön und man merkt wirklich die Liebe zum Detail. Luna: The Shadow Dust ist ein nettes Spiel und vor allem für Rätselfans geeignet.

ProContra
+ Tolle Story– Namen der Charaktere im Spiel unbekannt
+ Phänomenaler Soundtrack– Rätsel nicht ausgeglichen
+ Schöne Zeichnungen, tolle Animationen– Lösungen für einige Rätsel nicht nachvollziehbar
+ Lebendige Welt– Story nimmt zu langsam Fahrt auf
+ Viele verschiedene Rätsel– Anfängliche Räume wirken wie aus anderem Konzept

Technik: 83
Grafik: 94
Sound: 86
Umfang: 81
Gameplay: 71

Spielspaß: 60

  • Story: Du spielst einen Jungen, der in eine magische Welt fällt und diese beleuchten soll – oder?
  • Frustfaktor: Bei einigen Rätseln sehr hoch, da unnachvollziehbar.
  • Nachhaltigkeitswert: Ich hoffe zwar, dass Luna noch ein bisschen in Erinnerung bleibt, hege jedoch meine Zweifel daran.
  • Design/Stil: Wunderbar animierter Grafikstil. Man merkt die Liebe zum Detail.
  • Musik und Sound: Traumhafter Soundtrack.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Luna: The Shadow Dust kostet bei Steam 19,99 €. Ja, es hat einige Rätsel, allerdings ist man auch relativ schnell durch, weswegen ich das ein bisschen sehr hoch angesetzt finde.

Offenlegung

Wir haben Luna: The Shadow Dust vom Publisher kostenlos erhalten.

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Beatrice Vogt
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