Pokemon Café Mix (Switch) im Test – Kaffee, Kuchen und ein bisschen Fluchen

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Kürzlich überraschte Nintendo mit dem spontanen Release von Pokemon Café Mix, das kostenfrei auf der Switch zur Verfügung steht. Da ich nicht anders kann und niedliche Spiele mag, habe ich mir den Titel einmal genauer angesehen und verrate euch in meiner Review zu Pokemon Café Mix, ob es nur ein Spiel für Kinder ist oder ob Erwachsene auch ihren Spaß damit haben werden.

Mein ganz eigenes Café?

Ich war hin und weg: Ich durfte mit Pokemon Café Mix mein ganz eigenes Pokemon Café auf der Switch eröffnen. Bereits zu Beginn schließt sich mir ein Evoli an, das für mich arbeiten möchte, die ersten Gäste trudeln ein, die ich verwöhnen kann. Ein tolles und einfaches Konzept, doch habe ich mir mehr Freiheiten gewünscht.

Pokemon Café Mix gaukelt mir vor, dass ich ein eigenes Café habe, doch habe ich wenig Einfluss darauf, wie es sich entwickelt. Alle paar Bestellungen kommt meine Assistentin, die ich ein wenig arg nervig finde, und erklärt mir, dass das Café so beliebt ist, und sie es jetzt ausbaut. Das bedeutet dann immer, dass ich irgendeine neue Herausforderung beim Zubereiten der Rezepte bekomme, ein neues Pokemon zu mir kommt oder ich generell ein neues Rezept bekomme. Das ist zwar schon cool, nimmt mir aber komplett die Entscheidungsfreiheit, sodass ich am Ende doch nur das Gefühl habe, dass es nicht mein Café ist, sondern dass ich nur Angestellte bin.

Klar, kann ich von einem kostenlosen Spiel keine ausgefuchste Café-Simulation erwarten, aber so ein ganz kleines bisschen mehr Entscheidungsfreiheit würde dem Ganzen schon gut tun. Nur so ein bisschen. Vielleicht, dass ich entscheide, wann wir was bauen oder irgendwas in der Art. Dass ich das Gefühl bekomme, dass es eben doch mein Café ist.

Ein Evoli-Milchkaffee? Kommt sofort!

Ziemlich cool ist jedoch die Zubereitung der einzelnen Gerichte. Ziemlich häufig gibt es in Pokemon Café Mix die Möglichkeit, dass man neue Rezepte freischaltet, schade ist nur, dass sich alle gleich spielen lassen. Im Grunde ist alles so ein bisschen wie Bejeweled, nur ein bisschen anders vom Konzept her. Um ein Gericht zubereiten zu können, müssen verschiedene Dinge erfüllt sein, so müssen es mal 5 Marshmallows sein, deren Gläser geöffnet werden, mal müssen 100.000 Punkte ersammelt werden, manchmal auch alles zusammen.

Ihr habt also zunächst die Ziele und seht dann jede Menge Pokemon Köpfe auf der Spielfläche. Um nun Punkte zu bekommen oder andere Herausforderungen zu lösen, ist es notwendig, dass ihr die Pokemon Köpfe mit dem Finger antippt und dann die anderen einsammelt, in dem ihr mit eurem Finger über den Bildschirm wischt. Je mehr Köpfe eines Pokemons ihr habt, desto mehr Punkte bekommt ihr dafür auch. Die ersten Level in Pokemon Café Mix sind so auch ziemlich einfach lösbar, doch einige treiben einen ganz schön in den Wahnsinn.

Zum Glück sind die Level so aufgebaut, dass man sich am Ende doch immer wieder selbst animiert und sein Glück erneut versucht, doch apropos Glück. Welche Köpfe und in welcher Häufigkeit ihr sie bekommt, ist vom Zufall abhängig. Ebenso ist es nicht immer einfach auch den Kopf zu erwischen, den man haben will. Ich habe häufiger das Problem, dass ich nicht den Kopf bekomme, den ich haben will, sondern dass dann doch ein Kopf daneben ausgewählt wird – dann ist mein geplanter Zug im Hintern. Das ist manchmal wirklich nervig, zudem die Level von der Schwierigkeit her ziemlich stark variieren.

Jede Aktion kostet euch ein dabei einen Rundenpunkt. Wie viele Runden ihr zur Verfügung habt, unterscheidet sich dabei je nach Level. Das kann manchmal ziemlich einfach wirken und manchmal dauert eine Runde ewig, bis man die richtigen Elemente hatte, um alles auch in der vorgegebenen Zeit zu schaffen. Ja, man kann durch ingame Käufe und gesammelte Eicheln auch Runden dazu kaufen (3 für 900 Eicheln), aber die hat man nicht immer so häufig rumliegen, sodass man fast schon gezwungen ist, Geld auszugeben – oder man lässt es einfach, so wie ich und probiert sein Glück immer und immer wieder. Spaß macht das schon, die Frage ist nur, wie lange noch.

Ein niedliches Café

Eins muss ich aber auf jeden Fall sagen: Auch wenn mich die eingeschränkte Freiheit nervt, mir der Zufallscharakter auf den Keks geht und ich bei manchen Leveln doch fast verzweifle, Pokemon Café Mix ist unheimlich niedlich gestaltet und jedes Pokemon hat seinen ganz eigenen Charme. Das ist wirklich gut umgesetzt. Und es macht auch Spaß zu beobachten, welches Pokemon als nächstes freischaltet. Das ist schon ziemlich gut und motiviert, trotz all der Strapazen weiterzuspielen.

Trotz allem kann es für mich nicht ganz beweisen, dass es gut ist. Sicherlich haben Kinder damit ihren Spaß, ich kann mir jedoch gut vorstellen, dass es Kinder eher zur Weißglut treiben kann, wenn mal was nicht gleich klappt – oder sie hängen sich dann umso mehr rein und versuchen es immer und immer wieder – vielleicht dann tatsächlich mit dem Einsatz von Echtgeld und dann ist man hier ganz schnell in einem Strudel. Eltern sollten sich das gut überlegen, ob sie ihr Kind das spielen lassen oder zumindest, dass sie während des Spielens anwesend sind und aufpassen, dass das Kind nichts kauft, was es nicht kaufen soll.

Fazit: Nice try, Nintendo

Pokemon Café Mix besticht auf der Nintendo Switch vor allem mit dem niedlichen Grafikstil, der jedes Pokemon in einem ganz neuen Look darstellt, allerdings besticht es auf Dauer nicht unbedingt. Zwar sind die Level alle recht kurz und mit der richtigen Portion Zufall auch gut zu meistern, doch ist die Schwierigkeit nicht immer ordnungsgemäß. Der Anfang ist gut und man kommt schnell weiter, doch schon bald kommen Aufgaben hinzu, die einen fast schon wahnsinnig machen, weil entweder nicht genügend Züge vorhanden sind oder die Aufgaben so komplex sind, dass es sehr, sehr viele Anläufe braucht.

Zusätzlich nervt mich, dass suggeriert wird, dass es sich um mein eigenes Café handelt, dabei habe ich keinen Einfluss auf die Entwicklung meines Cafés, sondern muss nur das machen, was meine Assistentin im Kopf hat. Das nimmt mir persönlich den Spielspaß. Mir macht zwar das Zubereiten der Gerichte viel Spaß, doch ist es manchmal nicht unbedingt einfach, die Level zu gewinnen, da Zufall eine große Rolle spielt. Ich kann mir vorstellen, dass Pokemon Café Mix ein gutes Spiel für etwa zehn Euro gewesen wäre, denn ohne den Einsatz von Echtgeld würde es vermutlich noch ein bisschen besser sein.

Pokemon Café Mix könnte ein wirklich schönes und dauerhaftes Spiel sein, das man zwischendurch einfach mal spielt, um den Kopf freizubekommen, doch leider folgt es dem Konzept von kostenlosen Spielen, sodass man ziemlich bald an seine Grenzen stößt. Es ist ein netter Versuch, das hübsch aussieht und irgendwie ein bisschen durch das Gameplay besticht. Da es kostenlos ist, kann ein Blick nicht schaden.

ProContra
+ Hübscher Grafikstil– Gevatter Zufall zu stark vertreten
+ Mein eigenes Pokemon Café!– Auf das ich leider kaum Einfluss habe
+ Viele Rezepte– Schwankende Schwierigkeit
+ Innovatives Gameplay, das per Touch gesteuert wird– Einsatz von Echtgeld fast unumgänglich (geht schon, dauert dann nur alles viel, viel, viel zu lange)
+ Passender Soundtrack– Touchsteuerung nicht immer von Vorteil

Technik: 77
Grafik: 87
Sound: 84
Umfang: 81
Gameplay: 56

Spielspaß: 62

  • Story: Pokemon Café Mix lässt dich dein eigenes Pokemon Café besitzen, in dem du verschiedene Pokemon bedienst.
  • Frustfaktor: Dank Zufallsprinzip und schwankender Schwierigkeitsstufe vorhanden.
  • Nachhaltigkeitswert: Pokemon Café Mix wird in wenigen Tagen/Wochen vermutlich niemanden mehr reizen.
  • Design/Stil: Niedlicher Pokemon Stil.
  • Musik und Sound: Passend und melodisch.
  • Akkuverbrauch: In knapp einer Spielstunde werden etwa 30 % Akku verbraucht.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Pokemon Café Mix ist kostenlos erhältlich, was zwar okay ist, ich hätte jedoch lieber fünf oder zehn Euro dafür bezahlt.

Offenlegung

Wir haben Pokemon Café Mix kostenlos auf der Nintendo Switch heruntergeladen.

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Beatrice Vogt
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