Assassin’s Creed Unity (Stadia) im Test – Paris lebt!

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Assassin’s Creed Unity erschien 2014, war damals eins der ersten Spiele, das wirklich für noch junge PS4 und Xbox One Generation entwickelt wurde – und löste etwas ähnliches aus wie Cyberpunk 2077, denn es kam relativ unfertig auf den Markt. Gut sechs Jahre später wurde das Spiel noch einmal für Stadia herausgebracht – während sich am grundsätzlichen Spiel nicht viel verändert hat, hat mich vor allem interessiert, wie es sich technisch schlägt. Mehr dazu verrät die Review.

Warum gab es davon nicht mehr?

Ich bin noch gar nicht vollständig in Assassin’s Creed Unity auf Stadia eingetaucht – weil mich hier vor allem der technische Aspekt interessiert, unser hauptsächlicher Test bereits von Bea 2014 mit der PS4 Version veröffentlicht wurde, und weil ich das Spiel seinerzeit auch sehr lang gespielt habe. Und weißt du was? Ich vermisse es.

Ich bin persönlich ein sehr großer Fan der “neuen” Richtung, die Ubisoft danach mit Assassin’s Creed eingeschlagen hat und Valhalla, der aktuellste Ableger, ist aktuell eins meiner Lieblingsspiele. Ich muss aber auch sagen: Die Richtung, die Ubisoft mit Unity eingeschlagen hätte, würde ich mindestens genauso sehr gerne sehen.

Um genau zu sein sind die RPG Aspekte eigentlich alle da, man verzichtet zwar auf Entscheidungen, was die Story betrifft, bietet nach der Ankunft in Paris mit Arno Dorian aber jede Menge Freiheiten, und bringt vor allem bereits auch eine ziemlich große Vielfalt bei der Ausrüstung mit. Vor allem aber ist Assassin’s Creed Unity erstaunlich anspruchsvoll, mit einigen tiefen Gameplayelementen – etwas, das man bisweilen vermisst.

In jeder Ecke von Paris gibt es etwas zu entdecken.

Zwischen Schleichen und Parkour

Parkour wurde in keinem nachfolgenden Assassin’s Creed Ableger noch einmal so umfangreich eingebaut wie in Unity – schade eigentlich, denn in erster Linie ist die Steuerung etwas anspruchsvoller und nicht alles funktioniert hier automatisch. Rennen und schleichen erfordert es, jeweils eine Taste gedrückt zu halten und fühlt sich dadurch viel immersiver an – und auch, ob man rauf oder runter klettern möchte, macht einen Unterschied – auch wenn die Steuerung gehörig schwammig ist und einem manchmal den Spaß vermiest und für Frust sorgt.

Selbiges gilt fürs Kampfsystem: Auch wenn man mit den gelungenen Kämpfen in Valhalla auch wieder den Anspruch gesteigert hat, verlangen einem die Kämpfe in Assassin’s Creed Unity dennoch noch mehr Aufmerksamkeit ab und auch Geschick. Auch hier hätte man zwar die Präzision und das gesamte Spielgefühl noch deutlich verbessern müssen, dennoch sind die Gefechte recht hitzig und anspruchsvoll – wenn auch eben teilweise frustrierend.

Doch insgesamt bietet Assassin’s Creed Unity einfach eine feine Mischung aus verschiedenen Spielelementen, die sich sehr gut durchdacht anfühlen – nur einfach technisch nicht feingeschliffen. Mit einigen Monaten Entwicklungszeit mehr hätte Assassin’s Creed Unity eine wahre Perle werden können. Da bin ich mir absolut sicher.

Paris: Die Stadt der Details

Was Assassin’s Creed Unity auch bietet: Eine herausragende Spielwelt. Mir gefällt Paris besser als die Welten, die Ubisoft danach geliefert hat – ja, auch besser als Englaland. Paris bietet überall Details, eine geniale Soundkulisse und einfach das Gefühl, sich in einer Metropole zu bewegen, die wirklich lebt. Sicher sind beim genauen Hinschauen alles nur oberflächliche Details und der Fleischer am Markt wird für immer das gleiche Stück Fleisch bearbeiten, aber sind wir mal ehrlich: Das hat sich bis heute nicht geändert und ich reite in Assassin’s Creed Valhalla immer wieder an der gleichen kotzenden Frau vorbei.

Um die wichtigste Frage des Testes der Stadia Version jetzt zu beantworten: Nein, am technischen Zustand von Assassin’s Creed Unity hat sich leider nichts geändert. Nicht viel zumindest. Das Spiel läuft ganz flüssig, aber die vielen grafischen Fehler, die mich schon auf der PS4 genervt haben, sind immer noch da: Vor allem die vielen aufploppenden Texturen, wenn man sich durch Menschenmassen bewegt und Kleidung und Haare, die dabei noch so richtig durch die Luft wehen – es tritt mal mehr und mal weniger krass auf, stört aber einfach richtig. Feinschliff hätte es gebraucht! Genauso noch vorhanden: Jede Menge schwebender Objekte und NPCs. Nicht mal daran hat sich etwas geändert.

Zwei Mal in meiner bisherigen Spielzeit ist Assassin’s Creed Unity auch abgestürzt (nicht wegen der Verbindung) und hat mir damit meine ersten Spielecrashes auf Stadia überhaupt beschert. Die schwammige und manchmal nervige Steuerung ist auch noch da – anders gesagt: Unity läuft jetzt auf Stadia, ist aber nicht optimiert oder so. Es wäre schön gewesen und tatsächlich wünsche ich mir ja so etwas wie eine Remastered Version vom Spiel, aber dieser Wunsch ist bislang unerfüllt geblieben. Das Einzige, was die Stadia Version angeht: Die Ladezeiten sind deutlich kürzer als damals auf der PS4.

Auch Arno steht nicht immer ganz stabil.

Fazit: Paris könnte noch mehr sein

Eine technisch deutlich überarbeitete und feingeschliffene Version von Assassin’s Creed Unity ist wirklich mein Wunsch – die Stadia Fassung ist das nicht geworden. Ich bin bis heute der Meinung, dass Unity viel mehr die Zukunft der Reihe hätte prägen sollen: Atmosphärisch und spielerisch gibt es hier nämlich einen tiefen Ableger der Reihe, der durchaus auch viele Freiheiten und RPG Elemente mitbringt. 2014 hat die Technik dem Titel manche Knochen gebrochen und hat sich auch mit der Stadia Fassung nicht viel geändert: Selbst die atmosphärisch herausragende Spielwelt, das sehr lebendige Paris, wird durch die vielen optischen Fehler teils zurückgehalten. Kürzere Ladezeiten sind aber der einzige nennenswerte technische Fortschritt der Stadia Umsetzung im Vergleich zur PS4 – und so viel Spaß ich mit Unity immer noch habe, und denke, dass das hier eine Perle der Reihe hätte sein können, so schade ist es, dass es damals unter offenbar riesigem Zeitdruck auf den Markt geworfen wurde.

ProContra
+ Sehr lebendige Kulisse– Unzählige optische Fehler
+ Viel zu tun– Steuerung mit vielen Macken
+ Tolle Soundkulisse– Spiel stürzt auch auf Stadia ab
+ Viele spielerische Freiheiten– Viele schwebende Objekte/NPCs
+ Parkour– Frustpotential sehr groß

Technik: 70

  • Grafik: 48
  • Sound: 88
  • Umfang: 90
  • Gameplay: 58
  • KI: 68

Spielspaß: 76

  • Story: Unity hat nicht nur eine interessante Story, sondern auch sehr faszinierende Charaktere.
  • Frustfaktor: Durch viele Fehler bei der Steuerung nach wie vor vorhanden.
  • Wiederspielwert: Es gibt in Paris viel zu tun – persönlich habe ich Unity mit vielen Unterbrechungen gespielt.
  • Design/Stil: Eigentlich sehr gelungen, realistisch und atmosphärisch super – aber durch viele technische Fehler geprägt.
  • Musik/Sound: Die Soundkulisse überzeugt.
  • Preis/Leistung: Assassin’s Creed Unity kostet auf Stadia nun 20€ – kann man machen!

Offenlegung & Unterstützung

Wir haben Assassin’s Creed Unity selbst gekauft.

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Manuel Eichhorn
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