Cloudpunk (PS5) im Test – Eine zweite Nacht in Nivalis

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Ich habe Nivalis schon einmal besucht – mit Cloudpunk auf der PS4. 2020 habe ich auch einen Test zur PS4 Version geschrieben, den ich mir eben nochmal zu Gemüte geführt habe – weil ich noch wusste, was ich an Cloudpunk schon damals stark fand, aber nochmal nachlesen musste, was mich störte. Ob die PS5 Version da verbessert, verrät die neue Review.

Nivalis – Zum Lieben, zum Fürchten

Die größte Stärke von Cloudpunk bleibt: Es ist Nivalis, die Stadt, in der alles geschieht. Eine Stadt, bei der man sich schon fragt, ob das die Zukunft der Menschheit ist. Könnte auf jeden Fall sehr gut sein. Diese Stadt reizt mich, irgendwie liebe ich sie, möchte tatsächlich mal einige Stunden dort verbringen, doch sie jagt mir auch Angst ein. Höllische Angst.

Alles in Nivalis ist von einer KI gesteuert, doch die scheint etwas verrückt zu spielen. Cloudpunk drückt die Gefahr super aus, von der im Spiel öfter die Rede ist: Es gibt unerklärliche Unfälle, Systeme stürzen ab, Häuser ein, da es Explosionen gibt. Was steckt dahinter? Eigentlich ist die Protagonistin Rania eine Lieferfahrerin für den illegalen Service Cloudpunk, doch sie wird schnell in verschiedene Ereignisse hineingezogen und lernt auch etwas über das Schicksal der Stadt.

Cloudpunk erzählt viele verschiedene Geschichten, auch optionale, die alle gut ins Setting passen. Das klingt wie alles wie die Menschheit, die sich noch paar Jahrzehnte entwickelt. Weiterentwickelt kann man dazu gar nicht sagen. Eine Menschheit, die Angst hat, von Androiden verdrängt zu werden, aber vielleicht selbst schon gar nicht mehr so richtig menschlich ist.

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Ein großer Schritt nach vorn

Eingebettet ist das alles in ein Gameplay, das auch in dieser PS5 Fassung nicht besonders aufregend ist: Einen guten der Teil der Spielzeit verbringt man im HOVA und fährt damit durch Nivalis, zum nächsten Ziel. Ähnlich viel Zeit verbringt man zu Fuß mit der Erkundung der Stadt, mit dem Einsammeln der zahlreichen Objekte, die überall verstreut liegen. Dazwischen wird viel geredet, teilweise bremst es dich aus, bisweilen nerven die langen Dialoge sogar. Aber sie erzählen eben gute Geschichten.

Doch die PS5 Version ist ein riesiger Fortschritt im Vergleich zur PS4 Fassung. Es ist nicht alles perfekt, aber die gröbsten technischen Schnitzer sind gelöst: Cloudpunk läuft flüssig, es gibt kein Tearing mehr, und es sieht dabei auch noch ziemlich gut aus. Auch die Probleme mit Quests, die sich nicht abschließen lassen, oder erneut auslösen, sind hier gelöst, super! Das einzige nervige technische Wehwehchen, das bleibt, ist die teils hakelige Steuerung beim Ansprechen und Interagieren: Solang ein Dialog läuft, kann man mit nichts anderem interagieren, das Spiel zeigt es aber fleißig an. Damit es dann geht, muss man nochmal ein paar Schritte vom Ziel weggehen und neu hin. Nervig.

Doch technischer und spielerischer Natur gibt es noch eine weitere Neuerung, die mich in Cloudpunk auf der PS5 begeistert: Die Cockpitansicht im HOVA. Ich habe Cloudpunk nun nur so gespielt: Sie lässt Ranias Perspektive viel besser nachvollziehen, macht das Erlebnis tatsächlich deutlich immersiver und Nivalis einfach noch ein Stück beeindruckender. Die Steuerung funktioniert super und als Parkhilfe wird im richtigen Moment eine Bodenkamera aktiviert. Super! Die Cockpitansicht gab es übrigens seit Ende 2020 auf dem PC, hat es aber nicht in die bisherigen Konsolenversionen geschafft. !B

Screenshot aus der Cockpitansicht. Unten rechts die Minimap, wir befinden uns derzeit im Stadtbezirk "Upper Midtown".
Die Cockpitansicht bereichert das Spielerlebnis ungemein.

Nivalis durchgespielt?!

Diesmal scheint es leider an den Trophäen etwas zu haken, die Trophäe für alle HOVA Upgrades habe ich nicht erhalten, ebenso diejenige für alle zeitkritischen Lieferungen, obwohl ich alle erledigt habe und auch alle HOVA Upgrades habe – das sagen auch Trophäenguides. Schade, weil die Platintrophäe zum Greifen nah für mich ist, da ich alles erledigt habe.

Das Einzige, was Nivalis fehlt: Es wäre schön, wenn man die beeindruckende Metropole nicht nur oberflächlich erleben könnte. Man kann Essen bei Restaurants kaufen und die Stimmung an den vielen Plätzen genießen. Doch mit den Zügen rumfahren zu können oder in einen der Clubs zu gehen, wäre wirklich schön gewesen. So ist man dann nach der gut bemessenen Spielzeit von gut 10 Stunden irgendwie auch fertig mit Cloudpunk, obwohl die Stadt noch mehr hergeben könnte. !B

Blick auf einige beleuchtete Hochhäuser in Nivalis.
In Nivalis regnet es immer.

Fazit: So hast du Nivalis noch nie erlebt

Das Spiel erhält einen Score in Höhe einer 88.

Die PS5-Version von Cloudpunk ist ein Upgrade, das sich lohnt: Die technischen Fehler der PS4 Version sind (fast) alle gelöst, es bleiben nur noch kleine Probleme mit der Steuerung. Nivalis ist und bleibt eine mächtige, furchteinflößende, aber auch faszinierende Metropole, die durch die Cockpitansicht im HOVA noch beeindruckender wird. Schade, dass die Trophäen von Cloudpunk nicht ganz richtig funktionieren und manches etwas oberflächlich bleibt, sodass man nicht nur Cloudpunk, sondern auch Nivalis wirklich durchspielen kann, obwohl diese Welt (noch!) mehr könnte. Doch nach dem erneuten Ausflug auf PS5 freue ich mich umso mehr auf das angekündigte Spiel Nivalis, welches mich erneut mit einem Job meiner Wahl dorthin zurückkehren lässt.

ProContra
+ Herausragende Atmosphäre– Trophäen teils verbuggt
+ Passende, teils furchteinflößende Geschichten– Steuerung nervt bei Interaktion während Dialogen
+ Cockpitansicht eine Bereicherung– Abseits der Story bleibt Nivalis etwas oberflächlich
+ Technisch gut auf PS5 umgesetzt

Offenlegung

Für den PS4 Test haben wir einen Reviewkey zu Cloudpunk erhalten und nun das kostenlose Upgrade auf die PS5 Version genutzt.

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Manuel Eichhorn
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