Effie (Steam) im Test – Wie man fiese Hexen in die Schranken weist

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Ich bin im letzten Jahr zu einem Genre zurückgekehrt, das ich heutzutage fast nicht mehr spiele, und fand mich in einem märchenhaften Land wieder: Effie steht nun auch auf Steam zur Verfügung und da dachte ich mir doch glatt, dass ich mir den Titel auch auf dem PC anschauen kann. Warum das Märchen nun noch einen Schritt weitergeht, verrate ich euch in meiner Review.

Willkommen im Märchen

Die Story von Effie fand ich schon im Juni 2019 faszinierend, denn ist perfekt an klassischen Märchen orientiert. In Effie spielt ihr Galand, einen sehr starken Mann, der von einer jungen Frau um Hilfe gebeten wird. Doch Galand hat da keine Lust drauf, er sagt, er kann nicht helfen. Was er nicht wusste: Die junge Frau ist in Wahrheit eine Hexe, die damit gar nicht zufrieden war, dass er ihr nicht helfen wollte. Sie verfluchte ihn und nahm ihm seine Jugend, sodass er nun ein alter Mann ist und alles Mögliche dafür tun würde, um wieder seine Jugend zurückzuerhalten.

Immer noch ziemlich gut finde ich den Anfang von Effie, denn der Name des Spiels kommt nicht von ungefähr. Galand erzählt zu Beginn des Spiels die Story einem kleinen Mädchen namens Effie. Das ist wunderbar, denn so ist es nicht nur ein Spiel, sondern fühlt sich tatsächlich wie eine erzählte Geschichte an: Der Erzähler erzählt die Geschichte auch die ganze Zeit nebenbei. Übrigens: Wenn ihr aus den Gebieten von Eblona, dem Land der Geschichte, heraussurft, mischt sich der Erzähler ein und sagt, dass dort die Geschichte Galands nicht stattgefunden hat. Ziemlich cool! Es fühlt sich ein bisschen an, als würde so die vierte Wand durchbrochen werden.

Auf dem PC konnte ich von den Details noch ein bisschen mehr sehen und habe mich glatt in die Metalleffekte verliebt, die hier noch ein bisschen deutlicher zum Vorschein kommen, aber alles dadurch lebendiger erscheinen lassen.

Nostalgie auch auf dem PC?

In Effie auf der PlayStation 4 habe ich unter anderem das doch träge wirkende Kampfsystem bemängelt, das auf dem PC jedoch gar nicht mehr so träge ist, sondern ein sehr angenehme Geschwindigkeit erreicht hat, sodass ich fast noch mehr Spaß hatte, mir die Weinlande anzusehen. Effie spielt übrigens in einem Land namens Oblena, in dem die Wiesen und Bäume rot sind und somit ein wunderbares Gefühl vermitteln. Es passt einfach.

Effie erledigt auch auf dem PC einen tollen Job und ist mir fast schon ein bisschen zu einfach. Kinder werden vermutlich ziemlich gut mit dem Schwierigkeitsgrad zurechtkommen, doch für mich als Veteranin, war es wirklich ein bisschen zu einfach. Besonders der Kampf im Kolosseum war keine wirkliche Herausforderung, was ich ein bisschen sehr schade finde. Der Aspekt der Herausforderung fehlt sowohl durch die einfachen Kämpfe als auch durch die leichten Rätsel sehr – was andererseits auch wieder gut ist, denn so muss ich nicht meinen Controller fluchend durch die Gegend werfen.

Tatsächlich hat mir Effie auf dem PC noch ein bisschen mehr Spaß als auf der PlayStation 4 gemacht, es fühlt sich irgendwie runder an. Allerdings leidet auch die PC Version an einigen kleineren Macken, so bricht vor allem auf Runestone – meinem mächtigen Schild, das ich auch als Surfbrett benutzen kann – verstärkt die Framerate ein, ebenso wie in Kämpfen gegen viele Gegner. Und, nein, ich habe dieses Mal nicht auf meinem Laptop gespielt, sondern auf Manuels PC. Ich wusste, dass selbst die Standard PS4 bereits ein bisschen in die Knie ging und wollte Effie somit das bestmögliche Umfeld bieten.

Effie ist jedoch auch auf dem PC ein zauberhaftes Märchen, das mich immer wieder schmunzeln lässt – der Erzähler ist wirklich der Hammer!

Da steckste plötzlich hüfthoch im Holz.

Und sonst so?

Nicht nur der Erzähler verleiht Effie seinen besonderen Charme, sondern auch der Stil. Ich liebe Eblona und seine roten Wiesen und Bäume. Die Welt zu entdecken, macht mir fast noch mehr Spaß, als die ollen Rätsel und Ziele der Story zu erleben. Schade nur, dass es so schnell vorbei ist. Dennoch vielen mir durch die PC Version und dadurch, dass ich mit Kopfhörern spielte, noch ein paar andere Dinge auf. So hat Effie nicht nur einen sensationellen Sprecher, sondern auch einen tollen Soundtrack, der wunderbar passt. Leider jedoch auch Soundeffekte, die fehlen: Ich habe aus Versehen eine Vase runtergeschmissen, die kein Geräusch machte, als sie unten aufschlug (kaputt ging sie auch nicht).

Zudem sah ich einige Grafikelemente, die vor sich hin zitterten, so zum Beispiel Galands Bart und sein Mantel. Das ist ein bisschen schade, stört allerdings nicht beim Spielen selbst. Dafür stolperte ich in Holzblanken, in denen ich hüfthoch versank. Das sollte vermutlich nicht passieren. Ich kam glücklicherweise problemlos wieder raus, fand es aber dennoch schade.

In Eblona kann man auch an einem Wettrennen teilnehmen, allerdings ließ sich diese Herausforderung für mich nicht starten. Ich bin mir sicher, dass sich die Entwickler das nochmal anschauen, denn die anderen Herausforderungen funktionierten hervorragend.

Fazit: Ein noch märchenhafteres Märchen

Ich mache es kurz: Effie ist ein zauberhaftes Märchen, das eine Hommage an alte 3D Platformer stellt und keineswegs enttäuscht. Es ist zwar keine wirkliche Herausforderung, doch durch die Story, die einem Märchen ähnelt, den hervorragenden Erzähler und den wundervollen Soundtrack habt ihr mit Effie ein fantastisches Abenteuer gefunden, das ihr so schnell nicht wieder vergessen werdet. Durch den schönen Grafikstil und die Detailverliebtheit der Entwickler vergisst man fast sowas wie Einbrüche der Framerate oder dass man immer mal wieder in Objekten bis zur Hüfte versinkt. Effie erzählt eine märchenhafte Geschichte in einem wundervollen Land, und wenn auch du den Mut verspürst, einer Hexe die Leviten zu lesen, solltest du unbedingt einen Blick riskieren. Du wirst Oblena so schnell nicht wieder vergessen. Versprochen.

Effie spielt sich auf dem PC deutlich angenehmer als auf der PlayStation 4, auch wenn es auch hier nicht 100 % rund läuft, dennoch hat es mir wesentlich mehr Spaß gemacht als auf der großen Konsole.

ProContra
+ Sensationeller Erzähler, toller Soundtrack– Starke Einbrüche der Framerate
+ Märchenhafte Story– Elemente nicht immer fest
+ Detailreiche Welt– Herausforderungen lassen sich nicht immer starten
+ Klasse Metalleffekte– Sehr leichte Rätsel und Kämpfe
+ Steuerung deutlich schneller als auf PS4
+ Sehr leichte Rätsel und Kämpfe

Technik: 81
Grafik: 84
Sound: 87
Umfang: 72
Gameplay: 81

Spielspaß: 89

  • Story: Galand wurde seiner Jugend beraubt, weil er nicht nett zu einer jungen Frau war. Nun will er wieder jung werden.
  • Frustfaktor: Alle Rätsel und Gegner in Effie sind relativ einfach zu besiegen, weswegen es hier keinen wirklichen Frustfaktor gibt.
  • Nachhaltigkeitswert: Ich habe Effie schon im letzten Jahr gespielt und immer mal wieder dran gedacht, allerdings denke ich, dass es nur in bestimmten Kreisen für Aufmerksamkeit sorgen wird.
  • Design/Stil: Wunderbarer Grafikstil, der alles magisch einhüllt.
  • Musik und Sound: Wunderbar passender Erzähler und toller Soundtrack.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Effie kommt mit einem sehr passenden Preis daher.

Offenlegung

Wir haben Effie kostenlos von Inverge Studios erhalten. Thanks, Bros.

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Beatrice Vogt
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