Forza Horizon 5 (Xbox) im Test – Alles Racing

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Playground Games haben sich zu einem Meister ihres Fachs entwickelt – und wollen das mit Forza Horizon 5 unter Beweis stellen. Der Schauplatz: Amerika, Mexiko. Mit dem ersten Forza Ableger, der von Anfang an für die Xbox Series Generation entwickelt werden konnte, schickt man sich auch dazu an, technisch neue Maßstäbe zu setzen. Ich habe das Spiel auch der Xbox Series S ausführlich gespielt und verrate dir im Test, wie es mich überzeugen konnte.

Eine Racingwelt im Fokus

Forza Horizon 5 fühlt sich ab der ersten Minute technisch und spielerisch vertraut an. Man merkt in aller Deutlichkeit, dass hier dieselbe technische und spielerische Basis zum Einsatz kommt wie bei den vergangenen Teilen. Anders wäre es aber natürlich auch gar nicht möglich gewesen, innerhalb von drei Jahren einen Nachfolger dieser Größenordnung zu liefern, wo ja auch Forza Horizon 4 noch lange versorgt wurde und letztes Jahr noch eine Series S und X Version spendiert bekam.

Allerdings: Warum auch etwas ändern, das so gut funktioniert? Playground Games hat sich bei Forza Horizon 5 ein weiteres Mal darauf konzentriert, zu verbessern und natürlich auch technisch für die Series Generation der Xbox Konsolen ein ansprechendes Spiel zu liefern. Was daraus erst mal sichtbar entstanden ist: Das größte Forza Horizon, das es jemals gab.

Großbritannien als Spielwelt in Forza Horizon 4 fand ich eigentlich für mich am faszinierendsten, doch ich kann nun trotzdem sagen, dass mir Mexiko in Forza Horizon 5 mit Abstand am besten gefällt – Playground Games hat hier die realistischste, vielfältigste und vor allem auch für Rennen beste Welt bisher geschaffen. Es gibt unglaublich viel in Mexiko zu entdecken, die Umgebungen, die Aussichten und auch einfach die Landschaften sind schlichtweg wunderschön und es hat mir in keinem Rennspiel der letzten Zeit so viel Spaß gemacht, auch mal einfach nur die Landschaft zu bestaunen, während ich durch die Gegend rase.

Was mir etwas fehlt: Leben in der Welt. Ich weiß, dass es schwierig ist ist, in einer Welt wie dieser Menschen außerhalb der Zuschauer:innen oder Tiere zu platzieren, wenn man Gewalt vermeiden möchte. Die Welt an sich mit ihrer dichten Vegetation wirkt auch lebendig, aber selbst in den Orten im Spiel gibt es kaum Leben, nicht mal entsprechend viel Verkehr. Hier hätte man noch eine Schippe drauf legen können. Vor allem über völlig leere Autobahnen bin ich das eine oder andere Mal gerast – schade irgendwie. !B

Der Screenshot zeigt die Abfahrt von einem Berg in Forza Horizon 5 bei hoher Geschwindigkeit.
Von Anfang an ist die Welt atemberaubend.

Vollgepackt mit Aktivität

Wo es Forza Horizon 5 ganz und gar nicht an Leben und Auswahl fehlt: An Events und Auszeichnungen, die man verdienen kann. Dass es in der Serie quasi für alles Belohnungen und Erfahrungspunkte gibt, wussten wir ja schon. Das ist auch dieses Mal nicht anders. Doch nun steht auch noch ein riesiges Arsenal an Auszeichnungen im Hintergrund, wo alles Mögliche belohnt wird. Vielleicht hat man es damit diesmal sogar etwas übertrieben – es sorgt aber eben dafür, dass fast nichts ungewertschätzt bleibt, was man so tut. Ich glaube, niemand setzt sich hin, um diese Listen in Forza Horizon 5 abzuarbeiten, aber es ist nett, immer wieder eine Aufmerksamkeit für seine Erfolge zu haben.

In ebenfalls großer Anzahl gibt es natürlich die Rennevents, die diesmal zwar von einzelnen Standorten des Horizon Festivals ausgehen, aber dennoch über die ganze Welt verstreut sind. Neben Straßenrennen bei Tag und Nacht, Querfeldein-Rennen, Dirt-Rennen gibt es auch noch die Storyevents und PR Stunts, sodass im Endeffekt wirklich alles vertreten ist, was irgendwie mit Racing zu tun hat. Was ich bei Forza Horizon 5 aber nach wie vor sehr gut finde: Man schafft es, alles in einem nachvollziehbaren Handlingsystem zu liefern. Man wird nicht plötzlich aus Straßenrennen herausgezogen und in Drift-Rennen geworfen, in denen sich alles ganz anders steuert. Hier gibt es ein nachvollziehbares System, bei dem die Unterschiede in den Fahrzeugen liegen.

Was auch wieder mit von der Partie ist: Schaurennen. Doch die holten mich diesmal noch weniger als zuvor. Hier setzt Forza Horizon 5 fast nur noch auf schlechte Skripts, sodass die Renne spektakulär wirken, sie es aber gar nicht sind. Mir ist schon klar, dass die Rennen aus dem Grund Schaurennen heißen, aber wenn der Zugführer, der unbedingt gewinnen will, kurz vorm Ziel abbremst, damit ich dann doch gewinne, ist das für mich einfach nur glaubwürdig. Ganz ehrlich: Auf die Schaurennen dürfte Forza Horizon bei der nächsten Ausgabe gern verzichten. !B

Eine von einem Spieler kreierte Aktivität, in der man mit einem Polizeiauto unterwegs ist.
Es gibt sehr abwechslungsreiche Inhalte – auch solche, die von Spieler:innen kreiert sind.

Battle Royale für alle

Tendenziell gern ausbauen darf man dafür die Onlinekomponenten von Forza Horizon 5, die sich zwar noch nicht nahtloser als im Vorgänger, aber immer noch ganz gut ins Spielerlebnis einfügen. Horizon Arcade und den Eliminator habe ich dabei dieses Mal als die spannendsten Modi empfunden – Arcade bringt diverse spaßige Aktivitäten in die Spielwelt und nutzt dafür teilweise auch die bestehenden Herausforderungen. Eliminator dagegen ist ein Battle Royale in Forza Manier. Die Spielelemente sind dabei aber eher überschaubar: Regelmäßig gibt es neue Autolieferungen in die Welt, um sich zu verbessern und am Ende gewinnt der, der das letzte spontan entstandene Kopf-an-Kopf Rennen gewinnt. Coole Sache, vielleicht folgt hier ja irgendwann noch ein Experten-Modus, der mehr Herausforderungen mit sich bringt.

Die anderen Horizon Open Modi fügen sich für mich nach wie vor nicht ganz so gut ins Gesamtspiel ein. Hier entstehen häufig Wartezeiten, allerdings hat man dem ewigen Gerempel diesmal endlich einen Riegel vorgeschoben, da man bei schnellen Kollisionen nun einfach Geister einsetzt. Insgesamt hatte ich damit aber dennoch in Forza Horizon 5 am wenigsten Spaß.

Ansonsten darf man natürlich weiterhin aus fast allem sein eigenes Event machen: Jedes Event kann mit einer eigenen Blaupause bearbeitet werden, was nett ist, aber gefühlt nur noch recht wenig genutzt wird. Aber die Funktion ist nun einmal da. Immerhin hat man dieses Mal auch echte von Spieler:innen kreierte Herausforderungskarten eingeführt, die man nach und nach in einem gesonderten Spielmodus abarbeiten kann. Das macht echt Spaß und ist eine weitere Auflockerung für das Forza Horizon 5 Erlebnis.

Im Endeffekt verfliegen in diesem Rennspiel die Stunden einfach gerade so, obwohl man nur die ganze Zeit mit dem Auto verschiedene Dinge erledigt – doch natürlich hast du dazu auch deinen riesigen Fuhrpark, der sich auch immer mehr erweitert und mit dem du dich super austoben kannst. !B

Springen durch Ziele in einer Arcadeveranstaltung.
Die Horizon Arcade Veranstaltungen sind sehr cool.

Technische Meisterklasse mit Drivatar-Ärgernissen

Was Playground Games klar geschafft hat: Den bisher technisch besten Titel zu liefern, den ich bisher auf meiner Xbox Series S spielen konnte. Auch auf der Series S sieht Forza Horizon 5 meistens atemberaubend aus – da gibt es einfach nichts zu rütteln. Stellenweise trübt leichtes Kantenflimmern etwas das Gesambild und mit der Darstellung von Gras in der Ferne gibt es einige Probleme. Bei sehr hohen Geschwindigkeiten gibt es ganz selten gar Pop-Ups ganzer Umgebungsteile oder Texturen in der Ferne – ich denke, hier können zukünftige Updates noch etwas Abhilfe schaffen.

Was mich besonders freut: Was technisch in den Vorgängern genervt hat, konnte nun endlich gelöst oder abgeschwächt werden. So gibt es immer noch recht häufige Ladepausen, diese fallen aber angenehm kurz aus. Zudem sind die Bildrateneinbrüche bei schneller freier Fahrt endlich Vergangenheit, vermutlich schlichtweg, weil die SSD die Daten deutlich schneller abrufen kann als die HDD in den älteren Konsolen.

Was allerdings mein größer Kritikpunkt an Forza Horizon 5 ist: Das Drivatar System wurde immer noch nicht überarbeitet und sorgt für unnötigen Frust. Die Drivatare sind einfach keine sichere Bank und sorgen für unnötig schwierige oder unnötig leichte Rennen. In einem Fall gewann ich das erste Rennen einer Meisterschaft mühelos, machte dann aber den Fehler, mein Auto zu tunen. Forza Horizon 5 lud daraufhin natürlich neue Drivatare, die mich einfach nur überholten und ließen mir keine Chance mehr.

Einige Rennen, die wirklich fordernd sind, kommen dadurch kaum zur Geltung, weil sie zunächst wie eins der frustrierenden Rennen wirken. Das ärgerlichste ist in den Rennen allgemein, dass dich manche Drivatare einfach bei höchster Geschwindigkeit im selben Auto mühelos überholen, dir die Übersicht aber am Ende erklärt, ihre Leistungszahl ist viel niedriger. Im nächsten Rennen ist dann wieder alles gut. Ich sage es hier nochmal und hoffe, dass Playground Games in Forza Horizon 6 endlich nachbessert: Die Drivatare bieten einfach kein faires System.

Ein ähnlicher kleiner Makel, der noch nicht gelöst ist: Vom erweiterten Schadensmodell sollte man die Finger lassen. In einigen Rennen gibt es dann nämlich Sprünge, die das Auto durch mechanische Schäden langsamer machen. Um diese Sprünge kommt man aber gar nicht herum, während einem die KI dann davonrast. Ärgerlich und irgendwie auch schon seit Forza Horizon 3 so.

Was für mich diesmal im Mittelfeld spielt: Der Soundtrack. Die Radiosender laufen bei mir diesmal unter passendem Hintergrundgedudel – nicht mehr und nicht weniger. In Erinnerung bleibt da eigentlich kaum etwas. Beim Zusammenstellen hat man wohl schlichtweg darauf geachtet, jeden Mainstream-Geschmack zu treffen. !B

Screenshot der Cockpit Ansicht bei nebligem Wetter.
Auch die Cockpitansicht überzeugt.

Fazit: Noch weiter davongefahren

Dass die Forza Horizon Reihe der Konkurrenz davongefahren ist, wissen wir bereits. Mit Forza Horizon 5 rundet Playground Games das Bild weiter ab. Man liefert auch auf der Xbox Series S einen technisch beeindruckenden, wenn auch nicht komplett makellosen Titel. Mit Mexiko hat man aber die mit Abstand beste offene Rennspielwelt geschaffen, die man bisher geliefert hat – sie ist nicht nur wunderschön, sondern ist wie gemacht für die vielfältigen Rennevents. Diese spielen sich wie aus einem Guss mit dem hervorragenden Handlingsystem. Das große Ärgernis von Forza Horizon 5 ist das Drivatar-System: Es sorgt für unnötig Frust, wo keiner sein müsste, da die Drivatare einfach keine sichere Bank sind. Mich haben ansonsten nur die mittlerweile sehr müden Schaurennen gestört, doch damit wird es sicher nicht jedem so gehen. Unterm Strich ist Forza Horizon 5 ein sehr gutes Rennspiel, in dem man sich erstaunlich lange verlieren kann.

ProContra
+ Wunderschöne, perfekt geeignete Spielwelt– Drivatar-System überhaupt nicht verlässlich
+ Viele Events– Zu krass gescriptete Schaurennen
+ Großer Fuhrpark– Ab und zu Probleme mit Pop-Ups in der Ferne
+ Herausragendes Handling-System– Leichtes Kantenflimmern auf Xbox Series S
+ Viel Abwechslung, sodass die Stunden gerade so vergehen– Spielwelt könnte noch lebendiger sein
+ Optisch insgesamt sehr beeindruckend
+ Arcade, Eliminator und Herausforderungen als gute Auflockerung
Das Wertungsbildchen zeigt eine 92.

Technik: 88
Grafik: 96
Sound: 83
Umfang: 100
Gameplay: 100
KI: 60

Spielspaß: 96

  • Story: Forza Horizon 5 erzählt die Geschichte für mich noch angenehmer als die Vorgänger. Diese Geschichte ist natürlich nicht bewegend, aber doch vielfältig und untermalt das Festival gut.
  • Frustfaktor: Stellenweise sehr groß. Das Drivatar-System ist einfach nicht verlässlich.
  • Wiederspielwert: Sehr groß – es gibt viel zu tun und für bestimmte Elemente kann man auch lange zurückkehren.
  • Design/Stil: Forza Horizon 5 setzt alle Elemente gekonnt in Szene.
  • Musik: Insgesamt eine gute Soundkulisse, die Musikuntermalung dürfte aber noch prägnanter sein.
  • Stabilität (online): Im Vergleich zu den Vorgängern sind hier deutliche Verbesserungen zu verzeichnen.

Offenlegung

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Manuel Eichhorn
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