Kingsway (Xbox Game Pass PC) im Test – Das Abenteuer im Computerdesign

Große Abenteuerspiele in 3D können ja doch viele Entwickler mittlerweile, doch etwas abseits der Hauptstraßen findet man immer wieder Abenteuerspiele, die sich an neuen Dingen versuchen. So zum Beispiel das Spiel Kingsway, das nun auch in der PC Version des XBox Game Passes vorhanden ist. Im Spiel selbst sieht alles ein wenig aus wie ein Computersystem mit Ordnern und alten Textnachrichten. Ich habe mir das Ganze einmal genauer angesehen und verrate euch im Test, was ich davon halte.

Es beginnt mit einem Ordner

Als ich Kingsway das erste Mal startete, konnte ich mir unter der Beschreibung des Spiels nicht wirklich was vorstellen – bis ich mich plötzlich einer recht alten PC Oberfläche gegenüber sah, die doch an Windows 95 oder gar ein bisschen an 3.11 erinnert. Ich klicke mich bei der Charaktererstellung durch und erstelle einen thomary als Kriger mit einer Frauenfrisur, weil er mich vorher geärgert hat. Dann geht es los: Per Emailprogramm flattert mir die erste Quest ins Haus und gleichzeitig auch meine Mission, denn ich soll zum König rüber ans andere Ende des Landes. Okay, wird ja nicht so schwierig sein. Ich wandere also von Wegpunkt zu Wegpunkt, kaufe in verschiedenen Städten ein und ordne meine Tasche, die wie eine Ordnerstruktur aufgebaut ist. Plötzlich öffnet sich ein Fenster. Ein Pfeil ist darauf zu sehen und ich habe nicht sonderlich viel Zeit, um dem Pfeil mit “Avoid” auszuweichen.

Nicht immer ist das Überleben sonderlich leicht, aber ausweichen kann ich meistens ganz gut. Gefährlicher werden dabei nur die Gegner, denn nicht immer kann ich mich heilen. Nicht immer habe ich genug Potions dabei. Nicht immer ist die Wahl meiner Klasse sonderlich gelungen. Beispielsweise ist der Anfang mit einem Zauberer wirklich schwierig, während ein Krieger zu Beginn mehr Vorteile hat. Immer, wenn ich ein Level erreicht habe, darf ich zudem Punkte verteilen, um mich weiter aufzupowern und mich für bestimmte Waffen oder Rüstungen vorzubereiten. Das ist ziemlich cool und auch ein bisschen klassisch.

Die Angst vor dem Ende

Kingsway ist nicht nur von der Ansicht her ein eher klassisches Spiel, sondern orientiert sich auch am entsprechenden Schwierigkeitsgrad. Während ich in anderen Abenteuerspielen prinzipiell zu viele Heiltränke dabei habe oder recht schnell overpowert bin, lehrt es mich, auf meine Ausrüstung zu achten und vielleicht doch noch einmal in einem Inn zu übernachten, bevor ich mich weiter auf die Reise mache. Es lehrt mich generell, auf mich aufzupassen und vielleicht doch nochmal meine Rüstung zu überprüfen. Viel zu häufig bin ich in Kingsway schon gestorben und musste wieder von vorne anfangen. Viel zu oft habe ich dadurch den Blue Screen des Todes gesehen, den man am Ende bekommt und der einen verrät, wie lange man durchgehalten hat und wie viele Gems man erhält. Hierfür kann man sich übrigens optische Verbesserungen kaufen wie zum Beispiel eine Knochenhand statt der normalen PC Maus. Das ist ziemlich cool, dennoch fühlt es sich in Kingsway wirklich nach Scheitern an, wenn man verliert.

Ich weiß nicht, wieso, aber vielleicht, weil es sich in Kingsway nach einem Ende anfühlt, wenn man verliert. Weil ich wieder von vorne anfangen muss. Weil ich dann wieder einen neuen Helden habe und vielleicht schon sehr weit war. Es fühlt sich fast unfair an, weswegen ich noch mehr auf alles achte, was mir zur Verfügung steht. Denn manchmal ist es doch schneller vorbei als ich wirklich gucken kann.

Schade ist jedoch, dass Kingsway ziemlich schnell repetitiv wird, vor allem, wenn an amm Ende noch alles ein bisschen ausprobiert und man somit immer wieder anfangen muss. Spannend ist jedoch, dass die Karte nicht festgesetzt ist, sonden zufällig generiert wird. Trotzdem fühlt es sich nach einer Zeit immer gleich an: Ich treffe immer wieder Banditen, immer wir einen alten Mann, immer wieder finde ich verlassen Häuser oder Dungeons. Hier hätte ich mir mehr Abwechslung gewünscht.

Die grafische Darstellung

Kingsway orientiert sich grafisch an der Zeit, aus der auch das Design des Spiels stammt: Die Monster, Städte und die Karte sind im Pixelstil gehalten, was wirklich gut zum Setting passt und auf diese Weise eine ganz interessante Atmosphäre schafft. Zudem ist mir schon aufgefallen, dass unterschiedliche Spieler ihren Desktop unterschiedlich anordnen. Der eine lässt die Emails immer offen, der andere alles zum Charakter. Ich selbst habe mir angewöhnt, auf der rechten Seite fast alles zu meinem Charakter zu haben, während ich links die Kämpfe und die Weltkarte habe. Das macht es für mich einfacher. Doch so kann jeder Spieler seinen eigenen Weg einschlagen und sich entscheiden, welche Fenster für ihn am wichtigsten sind. So passt der grafische Stil wirklich gut zur Thematik, die Kingsway anschneidet.

Auch auf der Seite des Sounds lässt sich Kingsway nicht lumpen, sodass es auch hier hervorragend passt. Selbstverständlich braucht man keinen 3D Sound zu erwarten, dafür gibt es jedoch wirklich Geräusche, die sowohl zum alten Design als auch zum Spiel an sich passen. Sehr schön und passend.

Fazit: Auch ihr solltet den alten PC nutzen, liebe Abenteurer

Kingsway ist ein ganz interessantes Abenteuerspiel, das eine spannende Richtung einschlägt und euch in längst vergessene PC Tage entführt – und das tut es ziemlich gut. Kingsway macht auf seine Weise jede Menge Spaß und bietet viel Motivation. Genauso sehr hege ich jedoch durch Kingsway auch die Angst vor dem Scheitern, denn jeder Tod führt zu einem endgültigen Tod. Es gibt kein Laden des Spielstands aus der letzten Stadt oder etwas in der Art. Man ist einfach fertig und muss von vorne anfangen. Dadurch wird das Spiel leider sehr gleichförmig, weil es sich sehr repetitiv anfühlt. Dennoch macht es mir recht viel Spaß und ich kann es euch sehr ans Herz legen. Der Titel steht momentan im Xbox Game Pass für den PC zur Verfügung oder kann für einen 10er bei Steam gekauft werden. Ein Spiel, das man mal gespielt haben sollte.

Pro Contra
+ Nostalgische grafische Darstellung – Sehr repetitiv
+ Verschiedene Charakterklassen – Hohe Angst vorm Scheitern
+ Passender Soundtrack – Permadeath
+ Innovatives Gamedesign

Technik: 75
Grafik: 84
Sound: 80
Umfang: 65
Gameplay: 73

Spielspaß: 85

  • Story: Ihr seid ein Abenteurer, der zum König muss und sich dabei durch das halbe Land kämpft. Alles andere passiert auf dem Weg.
  • Frustfaktor: Da man sehr auf sich achten muss, ist der doch mehr oder weniger hoch.
  • Wiederspielwert: Sehr hoch, auch wenn es doch schnell repetiv wird. Doch allein durch die unterschiedlichen Klassen geeignet.
  • Design/Stil: Erinnert generell sehr an die alten PC Tage zu Windows 95 oder gar noch Windows 3.11. Auch sonst bleibt man eher im Pixelbereich.
  • Musik: Passend und minimalistisch.

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