Mein Buchtipp der Woche: Rosie Loves Jack von Mel Darbon

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Einer meiner liebsten Orte auf der ganzen Welt ist der große Waterstones am Piccadilly Circus in einem der Herzen von London. Viele Etagen voller verschiedener Bücher mit ganz unterschiedlichen Geschichten, und eine davon erzählte mir, wie Rosie ihren Jack suchte und sie dabei auf viele Gefahren, aber auch einige gute Menschen traf.

In dieser Artikelreihe gibt es regelmäßig einen Tipp: Meist eine Leseempfehlung oder die Empfehlung eines Filmes oder einer Serie. Es kann aber auch mal etwas anderes sein. Hier geht’s zu allen Tipps der Woche.

Rosie Loves Jack von Mel Darbon sprach mich in erste Linie deswegen an, weil sich ein Mädchen auf die Suche nach ihrem Freund macht und dabei von einem kleinen britischen Ort bis nach Brighton an der Küste gelangen muss, um bei ihm zu sein. Was ich vor dem Kauf nicht so ganz realisierte, war dass Rosie das Down Syndrom hat und diese Reise für sie deswegen noch ein bisschen spannender ist als für andere.

Rosies Jack erlitt als Kind eine Kopfverletzung, weswegen er seine Aggressionen nicht immer im Griff hat. Eines Tages im Kunstkurs eskaliert er und wird nach Brighton eine Klinik gebracht, was Rosie schwer trifft. Sie glaubt sogar, dass er sie nicht mehr liebt, weil er weder anruft, noch Briefe schickt. Doch zum Glück findet sie Postkarten, die er doch geschickt hat, die sie jedoch nie erreicht haben. Also macht sie sich auf den Weg mit dem Weg zu von Henley-on-Thames über London bis hin nach Brighton und erlebt dabei sowohl viele aufregende, als auch gute, als auch unschöne Dinge.

Ich mag an Rosie Loves Jack sehr den inklusiven Ansatz. Der Roman ist aus Sicht von Rosie und somit in der Ich-Perspektive geschrieben, was es für mich zu Beginn ein wenig schwieriger machte, ganz zu folgen. Doch nach einigen Sätzen konnte ich dem Muster folgen und war froh, mich darauf eingelassen zu haben. Viele englischsprachige Jugendbücher stellen Protagonist:innen in den Vordergrund, die nicht alltäglich sind, aber auch eine Stimme brauchen, um gehört und gesehen zu werden. Rosie Loves Jack ist genauso ein Buch.

Dass sich Rosie allein auf den Weg gemacht hat, zeigt ihren starken Willen. Doch zum Glück ist sie nicht die ganze Reise über allein. Sie trifft auf ganz verschiedene Menschen, manche unterstützen sie einfach so, andere verlangen etwas von ihr und andere wollen sie gar nicht mehr gehen lassen. Es sind ganz unterschiedliche Dinge, die Rosie auf ihrer Reise erlebt und die mich jedes Mal haben mitfiebern lassen, ob sie es dieses Mal schafft. Manchmal spielt ihr sogar das Wetter einen bösen Streich und jedes Mal, wenn sie jemanden Neues trifft, habe ich die Hoffnung, dass dieser Jemand sie einfach direkt zu Jack bringt.

Doch es geht in Rosie Loves Jack nicht nur um die Reise, sondern noch um so viel mehr. Es geht auch darum, dass Jack die Wolken in Rosies Kopf verdrängt und sie zu Rosie macht. Und dass Rosie die Wut aus Jack nimmt und ihn ruhiger werden lässt. Beide haben so viel Liebe füreinander in sich. Eine Liebe, die ich durch die Worte fühlen konnte.

Rosie Loves Jack gibt es bisweilen nur auf Englisch*. Der Titel erschien bereits 2018. Ich hoffe, dass sich ein deutscher Verlag der Geschichte annimmt, denn sie verdient es, in weiteren Sprachen gelesen und gehört zu werden. Von mir gibt es auf jeden Fall eine klare Empfehlung, denn es ist eine Geschichte, die man erlebt haben muss.

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Beatrice Eichhorn
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