Mein Schreibtisch und ich – Eine Liebesgeschichte

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Für dich mag es vielleicht seltsam klingen, doch ich bin wahnsinnig froh, seit Jahren wieder einen vernünftigen Schreibtisch zu haben, auf dem es sich auch problemlos arbeiten lässt. Und weil man Dinge, die man gern hat, auch mal wertschätzen sollte, nehme ich mir nun die Zeit und klaue mir diesen Platz auf dem Palace, um von meinem neuen Schreibtisch zu schwärmen.

Die Anfänge

Es ist nicht so, als hätte ich keinen Schreibtisch gehabt, doch als Manu vor einigen Jahren bei mir einzog, wurde der Schreibtisch zu seinem, immerhin brachte er einen normalen Tower PC mit, der irgendwo Platz brauchte. Ich arbeitete seit dem auf dem Boden oder auf dem Bett – an Tischen sitzen konnte ich irgendwie nicht so richtig. Ich bin da viel lieber flexibel und suche mir einen Ort, an dem ich arbeiten kann, und will nicht unbedingt immer am selben Fleck sitzen.

Mitte März 2020 hieß es dann für mein Team und mich: Ab ins Homeoffice. Da Manu meinen Schreibtisch im Beschlag hatte und selbst teilweise im Homeoffice arbeiten konnte, blieb mir nur der Ort, der den einzigen anderen Tisch in unserem Office beinhaltet: Die Küche. Also haben wir spontan den guten Küchentisch von Möbel Boss namens Doris zu meinem neuen Arbeitsplatz umfunktioniert. Das kann man schon mal machen, aber nach fast anderthalb Jahren im Homeoffice hing mir die Küchenalternative zum Hals heraus. Und da wir sowieso renovieren wollten, schmissen wir eben einige Möbel raus und kauften neue – unter anderem einen Schreibtisch für mich.

Mein Kinderschreibtisch, na und?

Die Suche nach dem richtigen Schreibtisch für mich war gar nicht so leicht. Da wir bei IKEA online bestellten, klickte ich mich so durch die Schreibtische, doch die Dinger für Erwachsene waren so gar nicht meins. Und irgendwann landete ich bei den „Kinderschreibtischen“ und fand einen namens Pahl, der ist sogar höhenverstellbar, aber eher im Sinne, dass er mit dem Kind mitwächst. Für mich ist das dahingehend cool, denn so kann ich den Schreibtisch auch dann anpassen, wenn ich mal niedriger sitzen möchte.

Was ich persönlich aber am coolsten an meinem Schreibtisch finde, ist nicht nur der Umstand, dass der Tisch höhenverstellbar ist, sondern dass er an beiden Seiten seiner Beine Ablageflächen hat. Die sind speziell dazu gedacht, um Steckdosenleisten dort hineinzulegen. Also habe ich auf einer Seite meine megacoole Steckdosenleiste und auf der anderen Seite all die Dinge, die ich für die Arbeit brauche, inklusive meiner Achtsamkeitskarten.

IKEA gibt an, dass der Kinderschreibtisch nicht so belastbar ist wie ein normaler für Erwachsene, was wiederum bedeutet, dass nur maximal 50 Kilogramm Gewicht auf der Fläche tragbar sind. Ich bin mir nicht so ganz sicher, wie eure Technik so aussieht, aber meine beiden Bildschirme und die drei Laptops haben jetzt insgesamt nicht unbedingt ein Gewicht 50 kg, wenn überhaupt dann so um die 15, aber das wirklich nur mega maximal und mega geschätzt.

„Warte, warte, was für eine Prollin bist du denn mit drei Laptops?“ Es ist ja nicht so, dass ich aus Spaß so viele Geräte habe. Mit dem einen Laptop nutze ich die VPN meiner Arbeit, der andere ist, um direkt arbeiten zu können, und der dritte ist für mein Privatleben, also für den Palace beispielsweise. Mit dem dritten schreibe ich gerade auch diesen Text.

Also, so albern das vielleicht klingen mag, aber mein Kinderschreibtisch erfüllt allemal alle „technischen“ Voraussetzungen, die ich persönlich brauche.

Meine neue Liebe

Dass ich in nicht ganz konventionellen Sitzhaltungen arbeite, habe ich schon einmal beschrieben. Auch auf Arbeit selbst habe ich das angepasst, in dem ich einfach keinen normalen Bürodrehstuhl nutze, sondern einen bequemen quadratischen Hocker. Zuhause habe ich das nun ähnlich gemacht: Statt mir so einen albernen Stuhl zu kaufen, der mich in all meiner Bewegungsfreiheit einschränkt, habe ich spontan einen gelben Hocker namens Strandmon gekauft, dem ich übrigens nur die vier Beinchen anschrauben musste und dann war er aufgebaut. Und nun habe ich ganz viele Möglichkeiten, an denen ich arbeiten kann: An meinem neuen Schreibtisch, auf dem Bett, auf dem Boden, auf meinem Sessel im Wohnzimmer… Das konnte ich vorher auch, aber ein Küchentisch, bei dem ich manchmal Teller und Töpfe wegschieben musste, ist nun mal nicht dasselbe.

Ich arbeite soooo gerne an meinem neuen Schreibtisch, sodass ich sogar meistens einfach meinen Palace Laptop nehme und dort im Sitzen arbeiten. Im Sitzen! Das Schöne daran ist, dass ich meinen Tisch jeder Zeit verändern und umbauen kann, ich kann die Deko verändern, die Höhe der Arbeitsfläche, einfach alles, ohne dass jemand schimpft oder ich was umschmeiße, was ich später bereue.

Wenn ich an meinem Schreibtisch sitze, habe ich das Gefühl, in einem aufgeräumten Chaos zu arbeiten, was genau meinem Stil entspricht, denn der Tisch ist zwar für Manuels Verhältnisse „vollgemüllt“, doch für mich hat alles seinen richtigen Platz und ich fühle mich wohl. Ich hätte nie gedacht, dass ein simpler Schreibtisch, der so gut wie keine wirklichen Vorteile für andere Menschen mit sich bringt, mich einmal so glücklich machen könnte. Ich freue mich auf die Zeit nach dem Urlaub, wenn ich wieder voll durchstarten und mich in meinem aufgeräumten Chaos verlieren kann. !B

Es ist ein Schreibtisch mit zwei Monitoren zu sehen. Zwischen den Monitoren ist eine eingeschaltete Lampe. Davor stehen drei Laptops.

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Beatrice Eichhorn
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