Mutazione (PS4) im Test – Von Mutanten, Pflanzen und dem friedlichen Gesang

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Stell dir vor, du bekommst plötzlich einen Brief. Jemandem geht es gar nicht gut und er möchte dich sehen, bevor seine Tage zu Ende gehen… und plötzlich bist du mitten drin in einem Abenteuer über Musik, Blumen und einem großen Mysterium. Herzlich willkommen auf Mutazione. Ich habe mir die PS4 Version von Mutazione angesehen und verrate euch im Test, warum es tausendmal besser ist als jedes AAA Spiel.

Eine Insel voller Mutanten?

Mutazione schickt dich auf die gleichnamige Insel und lässt dich an einer spannenden Geschichte teilhaben, die voller Leben steckt. Du schlüpfst in die Haut von Kai, der Enkeltochter von Nonno, dem Dorfschamanen, der im Sterben liegt und dem du zur Hand gehen sollst, doch dahinter verbirgt sich viel mehr. Das machen schon die ersten paar Minuten im Spiel deutlich, als mich ein seltsames Vogelvieh auf dem Schiff, dass mich nach Mutazione bringen soll, besucht. Es scheint mich zu kennen, doch ich und auch Kai scheinen nicht zu wissen, wer es ist. Das ist zu Beginn noch nicht sonderlich schlimm.

Ich liebe die Stimmung in Mutazione, denn ich werde freundlich von allen Einwohnern der Insel aufgenommen. Es ist mir egal, dass sie nicht „normal“ aussehen, denn auf der Insel gibt es fast nur Mutanten. Zu Beginn fühle ich mich selbst wie eine Fremde: Ich bin neu auf einer Insel, auf der alle meine Mutter kennen und mich aufwuchsen sahen, doch ich kenne sie nicht und Kai scheint sie auch nicht so wirklich zu kennen, doch ich werde einfach akzeptiert. Ich bin relativ schnell ein fester Bestandteil der Gesellschaft und fühle mich irgendwann auch wirklich willkommen.

Die Kraft der Gefühle

Mutazione hat eine ganz besondere Magie: Ich fühle mich nach einigen Spielminuten wie ein Teil dieser Welt, obwohl ich sie nicht kenne. Ich lerne viel über die Bewohner, ich fühle mit ihnen, ich freunde mich mit ihnen an. Als mir Miu von ihrer Vergangenheit erzählt, bricht es mir fast das Herz. Das hat schon lange kein Spiel mehr geschafft, dass ich so etwas fühle. Dass ich weine für eine Figur, die nicht existiert. Die ich erst seit einigen Stündchen kenne. Doch das ist noch nicht alles. Nicht nur bauen Kai und ich Beziehungen zu den Bewohnern auf, sondern wir begleiten sie auch. Wir beobachten sie dabei, wie sie ihre Träume verwirklichen, wie sie streiten, wie sie lachen, wie sie ihr Leben besser machen wollen. Und am Ende helfen wir ihnen dabei.

Nonno, der Dorfschamane, verrät uns, wie er den Menschen geholfen hat: Er hat eine Zaubertrommel, mit der man Melodien trommeln kann, die Menschen und Pflanzen in eine andere Stimmung versetzen. Er zeigt uns, wie wir Gärten anlegen können, um den Menschen zu helfen. Und so sammle ich auf der ganzen Insel in Mutazione Samen und Sporen mit unterschiedlichen Eigenschaften, um Gärten für die Bewohner anzulegen und ihnen zu helfen und ihnen nahe zu sein. Ich liebe die Art des Spiels einfach. Ich habe keine Zeitdruck. Ich muss nicht kämpfen. Ich kann mir einfach Zeit lassen, die richtigen Pflanzen zu sammeln und eine Komposition im Garten zu schaffen, um die Bewohner von Mutazione zu unterstützen. Es ist ein richtiges Zen Spiel, bei dem man einfach auch mal die Seele baumeln lassen kann.

Ein Zen Spiel

Mutazione ist ein ruhiges Spiel, bei dem es auf Gefühle und Zuhören ankommt. Beides Dinge, für die wir normalerweise kaum noch Zeit haben, bzw. uns Zeit nehmen. Doch es ist wichtig, und genau das zeigt Mutazione. Zum ruhigen Stil passt auch der Grafikstil, der in ruhigeren Farben gehalten ist, hin und wieder unterbrochen durch buntes Licht vom Leuchtturm oder bunten Pilzen, doch er ist wunderschön und passt zum ganzen Spiel. Musikalisch wird Mutazione ebenfalls von sanften Klängen untermalt, die einfach zum Setting passen. Auch sonst passt es. Hin und wieder hakt die Übersetzung auf Deutsch ein wenig, jedoch ist das nicht weiter dramatisch. Lediglich mit der Steuerung komme ich nicht so richtig klar und wünsche mir, dass man vielleicht doch auf eine 3D Grafik umgestiegen wäre, doch vielleicht wäre dann auch die ganze Atmosphäre nicht mehr so griffig und passend gewesen.

Ich habe wirklich kaum etwas Großes am Spiel auszusetzen, der Stil ist super, die Story auch und die Gefühle der ganzen Welt passen einfach. Ein bisschen habe ich mir gewünscht, dass die Figuren eine Stimme haben, weil dann manche Szenen besser rübergekommen wären, aber das wäre für mich nur ein i-Tüpfelchen gewesen.

Fazit: Die Philosophie der Ruhe

Ich finde es bemerkenswert, was für Gefühle ich bei Mutazione selbst verspürt habe, so etwas hatte ich schon lange nicht mehr. Ich habe mich willkommen gefühlt, als wäre ich wirklich selbst ein Teil der Gemeinschaft. Das erste Mal habe ich Mutazione spät abends an der PlayStation 4 gespielt und ich war ein wenig enttäuscht – ich war müde und das Spiel war einfach so ruhig, dass ich fast weggenickt bin. Doch am nächsten Tag auf Arbeit wollte ich einfach nur wieder zurück in die ruhige Welt des Spiels, meine Seele baumeln lassen, die Insel erkunden, die Geschichte der Bewohner erfahren und einfach ich sein. Ich spreche eine ganz klare Empfehlung für Mutazione aus und kann es nur jedem ans Herz legen, der auch einfach auf der Suche nach ein bisschen Entspannung in unserem Alltag ist.

Technik: 88
Grafik: 89
Sound: 87
Umfang: 92
Gameplay: 85

Spielspaß: 95

  • Story: Eigentlich liegt dein Großvater im Sterben, doch es versteckt sich so viel mehr in allem auf der Insel, ob es die Gärten, die Bewohner oder die magische Trommel ist.
  • Frustfaktor: Nicht vorhanden.
  • Wiederspielwert: Sehr hoch, allein, um ein wenig abzuschalten und die Seele baumeln zu lassen. Ein bisschen Entspannung schadet nie.
  • Design/Stil: Die Farben sind ruhig gehalten und untermalen das Setting.
  • Musik und Sound: Hervorragend ruhig und passend zum ganzen Zen Stil des Spiels.

Vielen Dank an die Gute Fabrik für das Pressemuster zu Mutazione.

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Beatrice Eichhorn
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