Blades of Time (Nintendo Switch) im Test – Ruckeln durch die Zeit

Als mir letztens die Pressemitteilung zur Neuauflage von Blades of Time ins Postfach flatterte, war ich sofort von der Ankündigung begeistert. Man kann sagen, ich hatte das Spiel in der letzten Generation verpasst, aber schon immer wahnsinnige Lust, es nachzuholen. Dass die Neuauflage allerdings so kurzfristig und dann ausgerechnet exklusiv für die Nintendo Switch erscheinen sollte, bereitete mir etwas Bauchschmerzen. Ob das Ergebnis überzeugt, erfahrt ihr im Test.

Eine berechtigte Neuauflage

Hat Blades of Time eine Neuauflage verdient? Ja, durchaus! In der Rolle von Schatzjägerin Ayumi in einem Hack & Slash unterwegs – das ist nur inhaltlich ganz interessant, sondern auch spielerisch eine spannende Kombination. Blades of Time bietet schnelle und abwechslungsreiche Kämpfe, die dank mehrere verschiedener Fertigkeiten sowie der Zeitreisemöglichkeiten der Protagonistin viele verschiedene Kniffe aufweisen, und noch dazu eine schöne Welt, in der man – manchmal auch auf Umwegen oder hinter dem die Welt heimsuchenden “Chaos” versteckt, das man mit einer weiteren Fertigkeiten beseitigen kann – viele verschiedene Schätze und damit neue Ausrüstung finden kann.

Durch das Tempo und die Mischung der Spielelemente ist Blades of Time an keiner Stelle langweilig, und es hält auch nicht so schnell eine spielerische Gleichförmigkeit Einzug, was überlicherweise ja doch ein Problem von Hack & Slays ist. Hier fühlt man sich dagegen generell neu gefordert und auch überrascht, denn es warten immer einmal andere Herausforderungen und neue Gegnertypen werden regelmäßig eingeführt. Allenfalls der etwas schwankende Schwierigkeitsgrad fällt dadurch hin und wieder negativ auf.

Rein spielerisch merkt man Blades of Time sein Alter auch nicht an. Die Kämpfe und alles was dazu gehört steuern sich flink und problemfrei. Erzählerisch dagegen wird der Spielfluss immer wieder durch die zahlreichen Zwischensequenzen und Ayumis Einwürfe unterbrochen. Das ist nicht mehr wirklich zeitgemäß, dank der doch recht sympathischen Hauptfigur und der soliden deutschen Synchro aber verkraftbar.

Richtig gut gefallen haben mir die Welt, deren Abwechslung und Details. Mit Blades of Time keimt der Wunsch wieder in mir auf, dass ich lieber abwechslungsreiche Level als eine langweilige Open-World sehen möchte.

Die Spielwelt bietet hübsche Anblicke.

Technische Hürden

Ich möchte Blades of Time wirklich gern feiern, denn auch wenn die Rezeption des Titels beim Erscheinen 2012 eher durchwachsen war, finde ich den Titel sehr spielenswert und vor allem spaßig. Doch eins bereitet mit wirklich Bauchschmerzen: Die technische Seite.

Bei einem bereits über sieben Jahre alten Spiel erwarte ich eine Generation später – auch unter Berücksichtigung, dass die Switch technisch mit den Originalplattformen grob vergleichbar ist – dass eine Neuauflage rund daherkommt, vor allem, wenn sie exklusiv für ein bestimmtes System veröffentlicht wird. Leider ist das bei Blades of Time auf der Nintendo Switch nicht der Fall.

Während man sich optisch vor allem auf dem TV Bildschirm wirklich an die PS3 Ära erinnert fühlt und vor allem die grobe Auflösung auffällig ist, sind sowohl im Handheld als auch im Dockmodus die instabile Framerate von Anfang an auffällig. Diese kommt sowohl durch viele Effekte als auch offenbar durch Nachladen des Spieles zustande, denn manchmal ruckelt es da, wo es später nicht mehr ruckelt, wenn man einen Abschnitt noch einmal wiederholt.

Als wäre eine unsaubere Optimierung nicht schon genug, weist Blades of Time viele Ärgernisse auf, die sieben Jahre nach dem Launch einfach wirklich nicht mehr sein dürfen: Bugs aus der Originalversion sind einfach erneut vorhanden, so kann es passieren, dass das Spiel im Hauptmenü bei bestehendem Speicherstand “vergisst”, dass ihr schon mal einen hattet. Ergo: Fortschritt futsch. Ebenso kommt es immer wieder zu Abstürzen des Spieles – pro Spielstunde im Durchschnitt zwei Mal.

Davon abgesehen hat man sich nicht einmal grundsätzliche Mühe gegeben, das Tastenlayout anzupassen. Da die Bezeichnungen der Tasten auf der Xbox und der Switch ja passenderweise gleich sind, hat man einfach die Tasteneinblendungen der Xbox Fassung übernommen. Meistens sind sie inhaltlich trotzdem richtig, aber eben nicht immer. Konkretes Beispiel: Die Fertigkeit “Erdbeben” lässt sich nicht wie im Spiel beschrieben ausführen. Stattdessen muss man die Tasten B und dann Y+A gleichzeitig drücken. Frustrierend! Bei anderen Texten fällt immer wieder die lückenhafte deutsche Übersetzung auf.

Cooles Moves, die manchmal stocken.

Nette Dreingabe: Multiplayer

Blades of Time verfügt auch über einen Online-Mehrspielermodus, der sich als ganz spaßig erweist. Es werden zwar regelmäßig Fehlermeldungen angezeigt, eigentlich funktioniert aber alles. Im Mehrspielermodus tretet ihr immer gegen einen anderen Spieler an und müsst deren Basis in Form eines Lebensbaums zerstören bzw. eure eigenen verteidigen. Dazu bekommen beide Seiten Unterstützung von KI Gefährten. Macht Spaß für die eine oder andere Runde, auch wenn ich mir trotz Möglichkeiten zum Ausbau des Onlinecharakters (und man darf sogar verschiedene Figuren aus dem Spiel inklusive deren eigener Fertigkeiten spielen) nicht vorstellen kann, hier längere Zeit mit zu verbringen.

Tutorials erklären neue Fertigkeiten.

Fazit: Nicht so!

Blades of Time auf der Nintendo Switch ist eine schwierige Angelegenheit: Einerseits hat mir der Titel (noch) mehr Spaß gemacht als erwartet. Die Idee einer echten Neuauflage, in die auch Mühe geflossen ist, gefällt mir richtig gut. Bei der Switch Fassung ist diese Mühe nur nicht zu erkennen: Bugs aus dem Originalspiel wurden übernommen, technisch ist der Titel mit viel Ruckelei, Abstürzen und falschen Tastenlayouts fernab eines runden Auftritts. Spielerisch dagegen spielt man viele Stärken aus und Blades of Time spielt sich trotz aller Stärken flüssig. Die schöne Welt und das abwechslungsreiche Gameplay motivieren trotz allem zum Zurückkommen. Ich kann eben nur nicht sagen, dass es okay wäre, ein Spiel dieser technischen “Klasse” als überarbeitete Neuauflage zu verkaufen.

Technik: 69
Grafik: 44
Sound: 74
Umfang: 70
Gameplay: 80
KI: 75

Spielspaß: 62

  • Story: Wir sind mit Ayumi als Schatzjägerin unterwegs. Die Story strotzt sicherlich nicht vor Tiefe, das muss sie aber auch nicht. Interessante Element sind vorhanden.
  • Frustfaktor: Vorhanden, denn der Schwierigkeitsgrad ist etwas schwankend und manchmal machen einem auch technische Probleme einen Strich durch die Rechnung.
  • Wiederspielwert: Vorhanden, aber nach dem erstmaligem Durchspielen eher gering.
  • Design/Stil: Die Spielwelt überzeugt mit ihrer Abwechslung und insgesamt ist alles gelungen, nur eben technisch nicht rund.
  • Musik: Musik und Sound sind okay.

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