PAW Patrol: Mächtige Fellfreunde retten Abenteuer Bay (Xbox ) im Test

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Manchmal erwische ich mich immer wieder dabei, dass ich mir typische Lizenzspiele zurück wünsche. Ich hatte früher fast immer ziemlich viel Spaß mit Spielen, die zu Filmen oder Serien entwickelt wurden, weswegen ich mich nun Dank des Game Pass‘ Ultimate an PAW Patrol: Mächtige Fellfreunde retten Abenteuer Bay versucht habe, so heißt es zumindest im Game Pass, auf dem deutschen Cover prangt jedoch der Name Paw Patrol: Mighty Pups: Die Rettung der Abenteuerbucht. Offensichtlich ist man sich selbst nicht so ganz einig, wie der Titel nun heißt, auf jeden Fall habe ich wohl die Abenteuerbucht gerettet. Wie sich die Xbox One Version spielt, erfährst du in meiner Review. !B

Auf dem Bild ist ein Schäferhund in einer Polizistenuniform, der aus einem Rohr springt.

Als Hund die Welt retten oder so

Ich glaube, so ziemlich jedem – inklusive mir – ist klar, dass ich definitiv nicht mehr zur Zielgruppe von PAW Patrol: Mächtige Fellfreunde retten Abenteuer Bay gehöre und das ist auch in Ordnung. Dennoch kann ich mit solchen Spielen meinen Spaß haben, weil sie einfache Action Spiele mit leichten Aufgaben sind, die einem den Tag versüßen könnten. Könnten.

Ich habe so gar nichts am Hut mit Paw Patrol. Ich weiß, dass es Hunde sind und dass sie bei Kindern ziemlich beliebt sind, weil sie wohl immer irgendwas oder irgendwen retten, manchmal haben sie dabei Superkräfte. Diese erhalten sie im Spiel übrigen vollkommen unspektakulär am Ende der ersten Mission, als sie einen Meteoriten wegräumen, der den Strand verunreinigt. Anschließend gibt es in der jeder der Missionen einen Moment, in dem sich ein oder zwei Hunde in ihre Superheldenform verwandeln und irgendwas machen. Warum, wieso, weshalb und warum der Junge, der die Missionen anspricht, alle Superkräfte kennt, ist mir persönlich ein Rätsel. Aber da bin ich nicht im Metaverse von Paw Patrol drin. !B

Zwei Hunde stehen vor einem Rathaus. Es sieht aus, als würden beide Hunde mit den Augen rollen. Ein Junge sagt "Pfotenstark! Du hast alle gerettet. Jetzt ist es Zeit, Bertholds Roboter zu stoppen!"
Ich glaube, beide Hunde haben diesen Ryder genauso satt wie ich

Dieser Junge (er heißt wohl Ryder) wird im Spiel übrigens nicht vorgestellt und hat außerdem in der deutschen Übersetzung abgeschnittene Tonspuren – generell ging er mir auf den Keks. Denn er wiederholt JEDES VERDAMMTE MAL, dass ich die Leckerlies sammeln soll, dass in den Tüten gleich drei Leckerlies drin sind, dass ich in jeder Mission drei Wappen finden kann. Und Missionstexte wiederholt er auch dann nochmal, wenn die Mission mit einem immer gleichen Ablauf eben drei Stufen hat. JEDES MAL! Die Zielgruppe sind Kinder, nicht irgendwelche Wesen, denen man alle drei Minuten alles nochmal erklären muss. Das ist wirklich nervig und hat nach den ersten beiden Missionen dazu geführt, dass ich eine Pause brauchte.

Ansonsten sind die Missionen zusammenhangslos. Nach jeder Hauptmission lande ich im Startmenü, wo mir der Junge sagt, dass ich die Hauptmissionen wählen kann. Anschließend sitze ich in einem weiteren Menü und klicke mich bis zu der Mission durch, die ich noch nicht begonnen habe. Schade, dass ich hier nicht automatisch zur aktuellsten transportiert werde. Zu Beginn jeder Mission hält dieser Junge in abgehackten Tonspuren eine Rede, um alles zu erklären. Er stellt mir dann auch vor, welche Hunde ich für die Mission mitnehme – nur damit ich dann im Laufe der Mission plötzlich mit weiteren Hunden konfrontiert werden, die Null Zusammenhang zur Story der Mission haben. Nützlich sind die allemal, aber eben nicht angekündigt.

Die Missionen an sich stellen kaum Herausforderungen dar: Alle sonstigen Aktivitäten wie die kleinen Minispiele werden sowieso recht häufig erklärt, sodass auch jüngere Spielende problemlos zum Ziel kommen können und alle Leckerlies finden können sollten. Hier stellt PAW Patrol: Mächtige Fellfreunde retten Abenteuer Bay keine wirkliche Herausforderung dar. Mehr Spaß hatte ich allerdings übrigens mit den verschiedenen Minispielen – und wer für Trophäen oder Gamerscore spielt, ist hier sowieso auf der sicheren Seite. !B

Auf dem Bild ist ein Hund, der vor Lianen steht. Am unteren Bildschirmrand ist ein Balken, den man lenken muss, um die Lianen zu zerschneiden.

Die technische Seite

Ich nehme an, niemand erwartet von einem Budgettitel wie PAW Patrol: Mächtige Fellfreunde retten Abenteuer Bay, dass es technisch reibungslos läuft, dennoch hätte ich mir mehr als ein paar generische Level mit dem immer gleichen Ablauf gewünscht. Abwechslung versucht das entwickelnde Studio, in dem es vor manche Level Aufgaben mit Everest oder Skye einbaut, sodass man zur Mission fliegt oder Schnee wegräumen soll. Für alles gibt es Leckerlies, die am Ende weitere Bildchen oder Minispiele freischalten.

Doch nicht nur die Missionen wirken gleich, auch die Level sind alle irgendwie generisch und nicht sonderlich liebevoll gestaltet. Außerdem finde ich die Sprungmechaniken nicht gut, häufig funktioniert das Springen nicht so wie es soll – außerdem springen die Hunde ganz schön hoch, dafür dass alle Missionen eher für Charaktere ausgelegt sind, die nicht so hoch springen können. Und manchmal hänge ich an einer unsichtbaren Ecke fest und komme nicht weiter. Das sind Dinge, die für ein Spiel mit jüngerem Publikum nochmal angeschaut werden sollten, denn gerade entsteht bei vielen der Frust.

Ansonsten finde ich PAW Patrol: Mächtige Fellfreunde retten Abenteuer Bay ziemlich kurz. Im Grunde haben geübte Fans den Titel so in etwa drei Spielstunden durch, ungeübte könnten vielleicht eine Stunde länger dauern. Generell fehlt mir ein bisschen der Anspruch, es gibt keine Rätsel, die man lösen kann und alle Leckerlies findet man auch relativ schnell in jedem einzelnen Level. Hier hätte ein bisschen mehr Anspruch hineingebaut werden dürfen – auch wenn das Publikum eher zur jüngeren Generation gehört: Die Kids wachsen mit Smartphones auf und werden aktuell seit fast zwei Jahren digital unterrichtet. PAW Patrol: Mächtige Fellfreunde retten Abenteuer Bay sollte dabei ein Klacks für alle sein.

Außerdem finde ich es ein bisschen schwierig, wenn ich nichts aus einem Spiel lernen kann, vor allem, wenn das Spiel für ein junges Publikum gedacht ist. Über physikalische Dinge hat man sich in PAW Patrol: Mächtige Fellfreunde retten Abenteuer Bay allerdings keine Gedanken gemacht: Einmal schmelzen wir eine riesige Eiswand, aber hier verdampft einfach alles und es werden kaum Pfützen hinterlassen. Solche und andere Situationen lassen mich sehr am Gehalt des Spiels zweifeln. Außerdem finde ich die Verteilung der Helden auf vier Pfoten nicht gut, Chase (der vermutlich der Anführer ist) hat deutlich mehr Auftritte, während Zuma nur einen oder zwei innerhalb der Hauptmissionen hat – und das nur als Nebenfigursuperhund. Das ist schade und nicht sonderlich fair den kleinen Fellnasen gegenüber. !B

Fazit: Ich bin mir nicht sicher, ob die Abenteuerbucht gerettet wurde

PAW Patrol: Mächtige Fellfreunde retten Abenteuer Bay sieht mich definitiv nicht als seine Zielgruppe an und das ist auch in Ordnung. Das gesamte Spiel über merke ich, dass ich zu alt bin für das, was mir geboten wird, dass die einzelnen Hauptmissionen viel zu seicht sind, um sie als Abenteuer zu bezeichnen. Ein kleines bisschen Herausforderung hätte ich mir allerdings auch für die Zielgruppe gewünscht, denn ich bin der Meinung, dass man auch für heutige Kinder nicht mehr jede Anweisung tausendmal wiederholen muss – und ich bin mir sicher, dass den Kindern nach einer Mission klar ist, dass sie nebenbei die Leckerlies sammeln sollen. PAW Patrol: Mächtige Fellfreunde retten Abenteuer Bay ist für mich ein Spiel mit generischen Missionen und generischen Leveln, die alle nur bedingt irgendwie zusammenpassen, einen roten Faden gibt es nicht wirklich – und am Ende ist man nach drei oder vier Stunden fertig und wird als geübte/-r Spieler/-in mit Platin oder 1.000 Gamerscore belohnt. Mehr hat PAW Patrol: Mächtige Fellfreunde retten Abenteuer Bay allerdings nicht zu bieten, dafür hat es zu viele Unsinnigkeiten.

ProContra
+ Verschiedene Hunde mit verschiedenen Fähigkeiten– Generische Welten und Missionen ohne Zusammenhang
+ Einfache, verständliche Minispiele– Nicht alle Hunde haben gleich viele Missionen
+ Deutsche Synchronisation– Keine wirklichen Herausforderungen
– Tonspuren werden mitten drin abgehackt
– Sprungmechaniken zu unsauber
– Mighty Pups spielen so gut wie keine Rolle und werden nicht erklärt
Der Score zeigt eine 57 an.

Technik: 56
Grafik: 57
Sound: 58
Umfang: 40
Gameplay: 70

Spielspaß: 58

  • Story: Es sammeln sich ein paar Missionen und Minispiele an, die insgesamt keinen Zusammenhang haben.
  • Frustfaktor: Für mich ist es nicht herausfordernd genug.
  • Design/Stil: Der Stil ist generisch, sowohl von den Missionen als auch der Welt an sich.
  • Musik und Sound: Na ja, es ist ein Lizenzspiel mit deutschen Stimmen, deren Tonspuren abgehackt sind.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: 39,99 € ist für das, was man hier bekommt, deutlich zu hoch angesetzt. Für 19,99 € gehe ich absolut mit.

Offenlegung

Ich habe PAW Patrol: Mächtige Fellfreunde im Zuge des Game Pass auf der Xbox Series S gespielt, allerdings gibt es keine angepasst Version, sodass es sich dabei lediglich um die Xbox One Version handelt.

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Beatrice Vogt
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