Pro Gamer Manager (Steam) im Test – Ich will der Allerbeste sein!

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Es gibt einige Spiele bei der Onlineplattform Steam, die es euch ermöglichen, ein eigenes Videospielstudio zu leiten und somit eure eigenen virtuellen Spiele zu erschaffen und das beste Entwicklerstudio aller Zeiten zu erschaffen. Doch nur wenige Spiele bieten euch die Möglichkeit, einen anderen Weg in der Videospielbranche einzuschlagen. Wie wäre es, wenn ihr der beste Spieler aller Zeiten werden würdet? Das Spiel wählt ihr selbstverständlich selbst aus. Im Pro Gamer Manager habt ihr genau diese Möglichkeit und noch einiges mehr. Ob sich der Titel von Raptor Claw Games auch wirklich lohnt oder ob ihr es getrost abtun könnt, verraten wir euch in unserem Test.

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Irgendwas fehlt…

Bevor wir gleich auf zwei wichtige Punkte in Pro Gamer Manager eingehen, müssen wir euch erst einmal darauf hinweisen, dass es im Spiel keinerlei Tutorials gibt. Das bedeutet, dass ihr größtenteils auf euch allein gestellt seid – was zumindest am Anfang für ein wenig Stress und Frust sorgen kann. Das Spiel setzt im Grunde voraus, dass ihr die beiden angebotenen Spiele FOBA (ein MOBA) und FPS (einen Shooter) kennt und wisst, welche Rollen innerhalb der Spiele wie einzusetzen sind. Netterweise habt ihr bei der Wahl eures Champions, also der Spielfigur, die ihr ins Gefecht schickt, bereits diejenigen ausgewählt, die zu eurer Rolle passen. Ihr müsst also nicht groß überlegen, welche Figur ihr denn jetzt nehmen müsst. Die einzige Entscheidung ist, welche Art der Rolle ihr spielen wollt. Seid ihr beispielsweise ein Supporter, gibt es hier zum Beispiel die Möglichkeit, ein Healer zu sein oder Burst zu nutzen. Welche Möglichkeit euch eher liegt, werdet ihr vermutlich im Laufe des Spiels herausfinden.

Dennoch fehlen nicht nur Tutorials, die euch wenigstens einen kleinen Hinweis geben, sondern generell Hilfstexte, die euch mit kleinen Overlays verraten, was ihr eigentlich tun müsst. So gestalten sich die ersten paar Minuten in jedem neuen Spiel als recht spannend, bis man den Bogen raus hat und weiß, was seine Aufgabe ist. Im Spiel gibt es übrigens zwei verschiedene Modi, die wir euch gleich näher erklären möchten. Eines sei jedoch gesagt: Dass es keine Tutorials gibt, sollte euch nicht sonderlich abschrecken, denn vieles erklärt sich fast schon von allein – zumindest wenn man sich eine kleine Weile mit dem Spiel beschäftigt hat.

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Karriere oder Manager?

Beginnt ihr in Pro Gamer Manager ein neues Spiel, so werdet ihr zunächst vor die Wahl gestellt: Möchtet ihr dem Karrieremodus folgen und dabei selbst der allerbeste Gamer aller Zeiten werden oder möchtet ihr lieber dem Managermodus folgen und somit das allerbeste Esport-Team der Videospielgeschichte leiten? Da beide Modi vom Aufbau her doch recht unterschiedlich sind, gehen wir getrennt auf beide ein – noch einmal zur Erinnerung: Beide Modi verfügen über keinerlei Tutorials, ihr seid also auf euch allein gestellt.

Im Karrieremodus von Pro Gamer Manager seid ihr ein ganz kleiner Spieler und steht zunächst vor der Wahl, ob ihr lieber den Shooter oder das MOBA spielen möchtet. Anschließend geht es darum, dass ihr möglichst schnell im Rank aufsteigt und somit irgendwann in vorderster Front mitspielt. Die einfachste Möglichkeit, um im Rank aufzusteigen, ist an gerankten Spielen teilzunehmen: Gewinnt ihr, steigt ihr im Rank auf, verliert ihr, sinkt ihr im Rank. Eine einfache Logik. Eine andere Möglichkeit, aufzusteigen gibt es leider nicht. Dafür habt ihr aber die Möglichkeit, mehr Fans und Punkte für den Aufstieg zu erhalten. Die Punkte, in diesem EP genannt, benötigt ihr, um eure Champions zu verbessern und bestimmte Dinge wie beispielsweise Livestreams freizuschalten. Für jedes Spiel, an dem ihr übrigens teilnehmt, bekommt ihr Skillpunkte, die euch im oberen Abschnitt des Bildschirms angezeigt werden. Ab 10 gesammelten Skillpunkten für eine Strategie wandeln sich die Skillpunkte in Levelpunkte um, die ihr wiederum einsetzen könnt, um eure Fertigkeiten zu verbessern. Nebenbei könnt ihr auch noch Livestreams verfolgen, um mehr Wissen anzusammeln.

Ihr merkt schon, dass der Karrieremodus eine gewisse Tiefe aufweist, allerdings kann es hier sehr schnell eintönig werden, da es zwar zwischenzeitlich einige Events und auch Wettbewerbe gibt, aber im Grunde ist es – der netten KI sei Dank – fast schon sehr mühselig nach oben zu kommen. Aus diesem Grund finden wir, dass der Karrieremodus ganz schnell seinen Reiz verlieren kann, wenn man sich nicht selbst ein bestimmtes Ziel setzt.

Der Managermodus sieht dabei allerdings doch ein kleines bisschen anders aus. Wie gewohnt, wählt ihr zu Beginn das entsprechende Spiel aus, mit dem ihr den Esport revolutionieren möchtet. Doch dann entpuppt sich alles ein wenig anders als erwartet. Ihr wählt aus, welche Spieler ihr in eurem Team haben möchtet, denn eure Hauptaufgabe in diesem Modus besteht darin, ein erfolgreiches Esport-Team auf die Beine zu stellen und somit Ruhm und Reichtum zu sammeln. Hierbei habt ihr aber einen gewissen Einfluss auf beispielsweise eure Spieler oder eure Performance, in dem ihr zum Beispiel an die Presse geht oder aber mit euren Spielern sprecht, um deren Motivation zu steigern. Das Ganze vermag schon ein bisschen mehr Strategieempfinden als der Karrieremodus, bietet aber auch ein wenig mehr Abwechslung.

Während ihr nämlich im Karrieremodus so gut wie keinen Einfluss habt, könnt ihr im Managermodus immerhin bestimmen, wie eure Spieler spielen sollen. Also beispielsweise eher aggressiv oder offensiv und das macht schon gewaltig etwas aus. Der Managermodus ist aus diesem Grund etwas schwieriger zu meistern, bietet aber auch eine gewisse Abwechslung. Es liegt also ganz bei euch, welchen Weg ihr einschlagen wollt. Fakt ist jedoch eins: Ihr wollt hoch hinaus im Esportbereich!

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War das Zufall?

Etwas sauer stößt einem in Pro Gamer Manager auf, dass es mitunter nicht aufs Können des Spielers ankommt. Man wählt pro Runde seine Figur und das entsprechende Vorgehen aus, doch eine Möglichkeit, das Spiel wirklich zu beeinflussen, gibt es in keinem der beiden Modi. Somit unterliegt alles eher einem großen Zufallsfaktor denn wirklichem Geschick. Aber der Zufall spielt nicht nur wegen der Auswahl eine Rolle, sondern selbstverständlich auch beim Wählen der Gegner und eigenen Spieler: Hier wird kein gutes Matchmaking betrieben, sondern wild durcheinander geworfen – eben vermutlich wie beim großen Bruder. Und dann verliert man eben permanent oder man hat Glück und das Team ist gut, sodass man einen Gewinn einheimsen kann. Aber da man als Spieler darauf keinen wirklichen Einfluss hat, ist es ein wenig arg frustrierend, wenn man ziemlich häufig besiegt wird.

Dafür ist jedoch der Soundtrack recht schön und hält sich melodisch im Hintergrund. Und trotz allem Gemeckere, so ist Pro Gamer Manager auf jeden Fall ein schönes Spiel für zwischendurch, wenn man mal wieder in eine andere Welt abtauchen und dabei die Möglichkeit der Pro Gamer nutzen möchte. Im Grunde ist Pro Gamer Manager ein interessantes Casual Game für zwischendurch, das einen entweder gewinnen und somit ein Hochgefühl verschafft, oder das einen haushoch verlieren und sich dabei in die Ecke verkrümeln lässt. Eins ist jedoch sicher, es macht uns jede Menge Spaß, die einzelnen Modi zu erkunden und dabei der allerbeste zu werden – da verkraftet man sogar die kleineren Aussetzer, die das Spiel zwischendrin hat und bei denen es für ein paar Millisekündchen einfriert. Das ist verschmerzbar, ebenso wie die etwas langen Ladezeiten zu Beginn jeder Spielsitzung.

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Fazit: Einmal Profigamer sein, das wär’s!

Der Pro Gamer Manager ist ein Spiel, bei dem ihr selbst im Esportbereich tätig werden könnt: Ihr könnt euch entweder als Manager oder direkt als Gamer versuchen und dabei den Olymp der Esports erklimmen. Zur Wahl stehen euch dabei immer entweder ein Shooter oder ein MOBA, allerdings wird eine Art Vorwissen vorausgesetzt, sonst seht ihr generell ein wenig alt aus. Ebenso solltet ihr euch auf einen recht hohen Frustfaktor gefasst machen, da sich vieles an Gevatter Zufall orientiert: Die Ausgänge der einzelnen Runden sind so gut wie nicht beeinflussbar. Aber das macht nichts.

Pro Gamer Manager macht trotzdem Spaß. Einigen Spielern könnte der Spaß allerdings vergehen, da es keine Tutorials gibt und ihr somit ziemlich auf verlorenem Posten stehen könntet. Die Lösung für dieses Problem ist allerdings denkbar einfach: Klickt euch ein paar Minuten ins Spiel und erfreut euch einfach am Trial & Error Konzept, denn obwohl vieles am Anfang verwirrend erscheinen mag, ist es doch logisch aufgebaut und geht nach einigen Minuten Stöbern ziemlich gut von der Hand. Und schon seid ihr auf dem allerbesten Wege nach oben, um der beste Gamer aller Zeiten zu werden.

Pro Contra
+ Einfacher Aufbau, eingängige Steuerung – Fehlende Tutorials erschweren Spielstart
+ Zwei verschiedene Modi mit unterschiedlichen Herangehensweisen – Alles einem eher großen Zufall überlassen
+ Schöner Soundtrack – Kleinere Aussetzer
+ Sehr gut für zwischendurch geeignet – Recht lange Ladezeiten
+ Events sorgen für Abwechslung – Grundwissen vorausgesetzt

Technik: 68

  • Grafik: 81
  • Sound: 80
  • Umfang: 82
  • Gameplay: 56
  • KI: 37

Spielspaß: 74

  • Story: Ihr wollt der allerbeste Gamer aller Zeiten werden, bzw. das beste Team aller Zeiten trainieren und lenken. Mehr braucht man zur Story nicht zu sagen.
  • Frustfaktor: Da Pro Gamer Manager sehr stark auf Gevatter Zufall setzt, ist der Frustfaktor leider an einigen Stellen viel zu hoch, da offensichtlich Zufall vor Können kommt. Schade.
  • Wiederspielwert: Recht hoch, wenn man den Ehrgeiz verspürt, der Beste in jedem Modus zu werden.
  • Design/Stil: Der Stil ist recht schlicht gehalten, aber die einzelnen Figuren und auch das Zimmer des Gamers sind sehr schön und detailreich.
  • Musik: Die Musik hält sich ganz sanft im Hintergrund und passt gut zum Spiel, ohne irgendwie nervig zu werden.

Information: Vielen Dank für das Pressemuster von Pro Gamer Manager.

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Beatrice Eichhorn
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