Riptide GP2 (PS4) im Test – Modernes Wave Race für Konsolen

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Vector Unit lernten wir im Konsolenbereich erst vor einigen Wochen durch Beach Buggy Racing auf der PS4 und Xbox One kennen. Umso überraschter waren wir, dass diese Woche bereits der nächste Titel mit mobiler Herkunft ins Haus steht. Riptide GP2 ist bereits seit Januar für Xbox One erhältlich und verlegt nun auch auf PS4 die Action ins Wasser, statt Power-Ups gibt’s nun Stunts. Wir haben uns das 6,99€ teure Spiel angesehen und berichten euch, was euch erwartet.


Vorsicht, Wellengang!

Die Rennen mit dem Hydro Jet auf dem Wasser sind das Herzstück von Riptide GP2 und es gibt natürlich verschiedene Arten von Events: Neben normalen Rennen gegen sieben KI-Kontrahenten sind auch Zeitrennen, Eliminierungs-Rennen (alle 15 Sekunden wird der Letzte im Feld disqualifiziert) und FreeStyle-Rennen mit von der Partie: Hier geht es darum, innerhalb von 60 Sekunden möglichst viele Stunts auszuführen und mit ihnen Punkte zu sammeln.

Die Stunts sind die unverzichtbare Erweiterung der Rennen in Riptide GP2, denn sie sehen nicht nur cool aus, sondern verleihen euch je nach Stufe des Stunts mehr oder weniger Boost, den ihr in den Rennen sehr gut brauchen könnt. Stunts sind von Anfang an verfügbar, aber mit jedem Levelaufstieg, die jeweils Skillpunkte verleihen, können neue Tricks gelernt werden, sofern man sich nicht für andere Fähigkeiten entscheidet, beispielsweise dafür, dass jeder Stunt mehr Turbo bescheren soll.

Das Ausführen der Stunts ist nicht sonderlich komplex, da nur Gefahr besteht, vom Hydro Jet zu stürzen, wenn man den Trick zu spät startet. Dennoch muss man sich merken, wie’s geht: Sämtliche Stunts sind durch verschiedene Bewegungen und Bewegungskombinationen beider Analog Sticks des Dual Shock 4 Controllers auszuführen. Das funktioniert erfreulicherweise sehr präzise, aber dennoch muss man sich eben erstens merken, wie einzelne Stunts funktionieren, und zweitens, welchen man innerhalb des Rennens bereits ausgeführt hat. Denn je öfter man einen einzelnen Trick wiederholt, desto weniger Punkte (entscheidend für die FreeStyle-Events) bzw. Turbo (entscheidend für alle Events) gibt es als Belohnung.

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Viele Anpassungen, viele Belohnungen

Als netten Sidekick bietet Riptide GP2 auch das Gefühl, eine echte Karriere zu absolvieren. Das fängt an bei den optischen, also farblichen Anpassungsmöglichkeiten des Fahrers und des Hydrojets und führt über die neuen Fähigkeiten durch Levelaufstiege bis zu Upgrademöglichkeiten des Hydro Jets.

Jedes Fahrzeug kann in den Bereichen Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit, Handlung und Boost in mehreren Stufen aufgewertet werden. Darüber hinaus steht natürlich auch noch knapp ein Dutzend an weiteren Hydro Jets zur Verfügung, mit denen man seine Garage erweitern kann. Früher oder später sollte man den Sprung auf einen anderen Hydrojet auch wagen, denn dieser ist zumindest mit Upgrades sicher deutlich stärker als euer vorheriges Modell.

Natürlich muss man sich das Geld für Upgrades und für einen neuen Jet erstmal zusammensammeln, was de facto bedeutet, dass ihr einzelne Events ziemlich oft wiederholen werdet. Gerade normale Rennevents liefern aber saftige Belohnungen ab, wenn man sie als Erster und damit mit drei Sternen beendet. Auch jeder Levelaufstieg beschert darüber hinaus eine Bonuszahlung.

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Fahrer und Fahrzeug können optisch angepasst werden.

Fiese KI

Wenn man sich zu schnell in einer Linie an neue Events heranwagt, wird man sehr schnell kaum noch Land gegen die KI-Kontrahenten sehen. Das liegt in erster Linie daran, dass Riptide GP2 nicht nur eine ordentliche Herausforderung ist, sondern sich einer knallharten und teilweise übertrieben fiesen Gummiband-KI bedient, die das Frustpotential hin und wieder stark in die Höhe treibt.

Auch wenn ihr gerade euren vollen Turbo verprasst, kann es so passieren, dass euch ein KI-Jet mühelos überholt, obwohl er seinen Turbo bereit sichtbar vorher eingesetzt hat. Übrigens kann man einen aktivierten Turbo auch nicht abbrechen, um sich Reste aufzusparen, was teilweise ein wenig unpraktisch ist. Auf alle Fälle wirkt es teilweise so, als „beame“ das Spiel bestimmte Gegner mit Absicht immer wieder nach vorne, sodass man das Event nicht gewinnen kann. Die einzige Lösung für das spezielle Event ist dann, auf mehr Upgrades oder einen besseren Hydro Jet zu warten – Mit mehr Power unter der Haube gewinnt man das Event dann meist problemlos.

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Hat nichts mit der KI zu tun, aber hat Stil. (Die Trophäenaufgabe ist, den Jet Ski ohne Fahrer ins Ziel zu bugsieren)

Flüssig und schnell

Dass Riptide GP2 von Smartphones kommt, sieht man dem Spiel auf PS4 nur ansatzweise an, denn die optische und technische Leistung kann sich wirklich sehen lassen. Insbesondere die Wasserdarstellung überzeugt und auch die Strecken bieten einen ordentlichen Detailreichtum.

Schwächen liegen freilich in den Texturen in Umgebung und insbesondere bei den Fahrern und Jets, die nicht allzu detailliert sind. Als einziges echtes Ärgernis sehen wir aber Pop-Ups, die von Anfang an immer mal ganze Objekte etwas zu spät ins Bild ploppen lassen, die auf ein, zwei Strecken aber besonders stark ausfallen und die kompletten Umgebungstexturen betreffen.

Der Soundkulisse hört man die Mobile-Herkunft zwar durchaus an, aber dennoch passt insbesondere die Musikuntermalung sehr gut zum Geschehen und auch die Effekte sind in Ordnung, wenn auch etwas schwachbrüstig. Sie ergeben dennoch ein stimmiges Bild. Mehr Überarbeitung hätten wir uns an einer bestimmten Stelle noch für das User Interface von Riptide GP2 für die Konsolen gewünscht, denn Eventziele wie Zielzeiten oder zu erreichende Punkte in FreeStyle-Events lassen sich während des Events selbst nicht mehr einsehen, sondern nur im Auswahlbildschirm – Das ist ein wenig unpraktisch.

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Die Strecken bieten ordentliche Kulissen.

Und wie steht’s mit der Langzeitmotivation?

Für den niedrigen Preis von 6,99€ bietet Riptide GP2 einen Haufen Inhalte, denn die vielen Meisterschaften halten eine ganze Zeit lang bei Laune. Darüber hinaus gibt es noch die VR Challenges, in denen ihr eure Bestzeiten gegen Freunde aufstellen könnt und Belohnungen (Erfahrung und Geld) in Abhängigkeit von eurer Platzierung gewinnt. Wir konnten derzeit hier noch keinen Rang, aber dennoch Belohnungen erwerben, was möglicherweise damit zusammenhängt, dass sonst noch niemand aus der Freundesliste Riptide GP2 gespielt hat. Als Ergänzung dazu hätte sich noch ein System mit täglichen Herausforderungen angeboten, wie es in Beach Buggy Racing vertreten ist. Aufgrund der geringeren Spielmodi-Zahl hat man aber wohl in Riptide GP2 darauf verzichtet.

Über den Einzelspielermodus hinaus steht auch ein lokaler Koop für bis zu vier Spieler zur Verfügung, in denen man Rennen absolvieren kann, leider ohne die Möglichkeit, KI zuzuschalten, sodass man sich immer maximal zu viert auf der Strecke befindet. Davon abgesehen hat die PS4-Version auch die Funktion, über SharePlay mit einem weiteren Spieler online im Splitscreen zu spielen, was eine nette Ergänzung ist.

Fazit: Actionreicher Waveracer

Vector Unit tut es schon wieder und liefert einen kleinen und nur sieben Euro teuren Titel, mit dem Rennspielfreunde, die auch etwas mit Stunts anfangen können, eine ganze Weile Spaß haben werden. Inhaltlich und technisch gibt’s für diesen Preis rein gar nichts zu meckern, ganz im Gegenteil, Riptide GP2 bietet wirklich ausreichenden Inhalt, eine motivierende Karriere und schöne Belohnungen in Form neuer Fähigkeiten und Upgrades für den Hydro Jet. Die lokalen sowie online Mehrspielerfunktionen sind eine nette Ergänzung, insbesondere der Splitscreen hätte aber noch eine KI-Zuschaltung gut vertragen können. Wirklich verbessert werden müssen hätte auch bei dem geringen Preis noch die KI, die leider zur ganz fiesen Gummiband-Sorte gehört und hin und wieder für ordentlich Frust sorgt. Das Verbessern des Jets schafft Abhilfe – Ärgerlich ist’s trotzdem. Dennoch können wir Riptide GP2 bedenkenlos empfehlen, denn nicht vergessen: Rennspiele zu Wasser sehen wir nicht oft in letzter Zeit, schon gar nicht auf Konsolen!

Pro Contra
+ Gute Strecken – Schlimme Gummiband-KI mit Frustgefahr
+ Motivierendes Levelsystem – Mäßige bis mittelstarke Pop-Ups
+ Anpassungsmöglichkeiten und Upgrades – Eventziele während des Rennens nicht sichtbar
+ Gelungenes Stuntsystem + Vielfältige Tricks – Turbo nicht abbrechbar
+ Lokaler Splitscreen für bis zu vier Spieler + SharePlay Funktion
+ Gute Wasserdarstellung

Technik: 77

  • Grafik: 77
  • Sound: 83
  • Gameplay: 87
  • Umfang: 83
  • KI: 57

Spielspaß: 83

Einzelspieler/Mehrspieler:

  • Wiederspielwert: Recht hoch. Der Umfang ist ordentlich, die Trophäen gut machbar und das Spiel zudem für eine Runde zwischendurch geeignet.
  • Frustfaktor: Zwischenzeitlich sehr hoch – Die heftige Gummiband-KI ist bisweilen äußerst unfair!
  • Design/Stil: Deutlich futuristisch angehaucht und sehr cool. Auch die Technik geht in Ordnung, von einigen Pop-Ups abgesehen.
  • Musik/Sound: Die Musikuntermalung passt und die Soundeffekte sind ebenso in Ordnung.
  • Stabilität: Der Splitscreen-Modus läuft äußerst flüssig.

Danke an Vector Unit für die Bereitstellung des Reviewcodes zu Riptide GP2!

Informationen zum Testgerät
Plattform: PlayStation 4
Hardware: Standard, ohne ausgetauschte Hardware
Alter des Geräts zum Testzeitpunkt: 1 Jahr, 7 Monate (PS4 Launchkonsole)

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Manuel Eichhorn
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