Sakuna: Of Rice and Ruin (PS4) im Test – Die Ruhe liegt im Reis

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Götter, Reis und Hack & Slash klingt für mich nach einer spannenden Mischung für ein Spiel. Grund genug also, einen Blick in Sakuna: Of Rice and Ruin auf der PlayStation 4 zu werfen – und festzustellen, dass ich doch deutlich länger als diesen Augenblick verweilen werde. Wieso das so ist, warum Sakuna das perfekte Spiel für mich, aber nicht unbedingt für jeden ist, verrate ich euch in meiner Review zur PS4 Version.

Raus aus der schönen Götterwelt

Sakuna: Of Rice and Ruin beginnt mit der gleichnamigen Prinzessin, die im Reich der Götter ein bisschen über ihre Verhältnisse hinaus lebt. Sie ist eine schreckliche Person, die die Menschen, die sich in die Götterwelt geschlichen haben, verhöhnt – und ihnen damit Tür und Tor zur Götterwelt öffnet. Dumm nur, dass das die Götter gar nicht cool finden und sich Sakuna wie ein brat verhält.

Wenig später sitzen, Sakuna, die Menschen und ich auf der Insel der Dämonen fest und wurden verbannt. Großes Kino, klasse gemacht, Sakuna. Ganz klar: Sakuna: Of Rice and Ruin erfindet storymäßig absolut nicht neu und ist hinsichtlich der Charakterentwicklung auch ziemlich vorhersehbar. Jedoch spiele ich, für meinen Teil, Sakuna: Of Rice and Ruin nicht wegen der Story, sondern wegen des ganzen Drumherums.

Ich lebe mit meinen menschlichen Menschen auf der Insel der Dämonen, erkunde die einzelnen Höhlen und sammle Rohstoffe, um am Ende jeden Tages ein genussvolles Mahl zu servieren. Je weiter ich spiele, desto mehr schalte ich frei und kann mir sogar einen Schmied und eine Schneiderin leisten, die mir Waffen und Kleidung erstellen. Es ist eine schöne Mischung aus allem.

Ich liebe meine Freizeit

Im Grunde hat Sakuna: Of Rice and Ruin nur bedingt eine Story, die sich jedoch eher in Quests erstreckt. Das Spiel selbst erklärt mir, dass ich mich auf nichts konzentrieren muss und einfach nur die Insel erkunden darf. Im Grunde ist der Titel in Jahre unterteilt, die wiederum in Jahreszeiten mit je drei Tagen aufgeteilt sind. Das Jahr selbst orientiert sich dabei am Ernterhythmus des Reis‘, der eine große Rolle spielt, denn genau aus diesem Reise ziehe ich als Sakuna meine Kraft.

Im Frühjahr säe ich also den Reis aus, im Sommer wächst er, im Herbst ernte ich ihn und lass ihn trocknen, während im Winter neuer Reis heranwächst und ich das Feld vorbereiten sollte. Ich muss auch keinen Reis pflanzen, wenn ich das nicht möchte, dennoch ist das für mich eine sehr spannende Erfahrung. Theoretisch kann auch einer der Menschen alles übernehmen, doch ich habe bisher jedes Jahr selbst erledigt. Das Feld kultiviert. Den Reis ausgesät. Den Reis geerntet. Den Reis zum trocknen aufgehangen – und am Ende den Reis von den Ähren befreit und gestampft, damit schöner Reis daraus wird, den man auch essen kann. All das mache ich zum Großteil mit dem Stick und lenke ihn dabei in verschiedene Richtungen. Ein wenig ärgerlich sind dabei allerdings verschiedene Dinge.

So schön und entspannend das Pflanzen auch ist, nie bekomme ich hier die richtige Entfernung der Pflanzen hin. So ist es auch beim Kultivieren. Ich kann noch so oft über das Feld laufen, dennoch kultiviere ich nur 99 %. Das sind zwar Kleinigkeiten, sie stören mich dennoch.

Bin ich nicht auf dem Feld, untersuche ich die verschiedenen Höhlen und Gebiete außerhalb meines Lagers. Die Gebiete wirken nur auf den ersten Blick vielfältig, denn nach einigen Dungeons fällt auf, dass alle irgendwie ähnlich gestaltet und aufgebaut sind. Hier fehlt mir ein bisschen die Abwechslung. Zudem kommt jeder Dungeon mit verschiedenen Zielen daher – die zum Teil fordern, dass man die Dungeons so oft wiederholt, bis beispielsweise zufällig etwas Bestimmtes gedropt ist. Das ist nervig und schade.

Ein Kampfschal?

Ziemlich cool finde ich den Schal, den Sakuna um den Hals trägt, denn dieser hilft ihr in Kämpfen und bei den Dungeons, die mit Platformermentalität und in Sidescrollingmanier daherkommen. So kann ich mit dem Schal Ebenen erreichen, die ich mit einem einfachen Sprung nicht erreiche. Außerdem unterstützt er mich im Kampf, sodass ich zum Beispiel Barrieren von Gegnern einfach umrunden kann. Das ist schon ziemlich cool, wenn es auch richtig funktionieren würde.

In vielen Momenten springt der Schal in eine Richtung, die ich nicht will – und die mir auch nicht hilft. Eher führt es dazu, dass ich wieder herunterfalle und von vorne anfangen muss. Das ist frustrierend.

Dafür gefällt mir das Kampfsystem irgendwie. Sakuna: Of Rice and Ruin ist für mich wie ein Hack & Slash Spiel, denn ich kann mich durch ganze Gegnerhorden schlagen, ohne dass ich groß auf eine Taktik achten muss – lediglich bei den Endgegnern der Dungeons ist manchmal ein bisschen Kreativität gefordert. Doch sonst kaum. Für mich ist das auch nicht weiter dramatisch, denn mir gefällt das Kampfsystem sehr gut – ein bisschen mehr Präzision und Kontrolle über das, was ich tue, wäre noch ein kleines bisschen besser gewesen.

Zudem kommt Sakuna: Of Rice and Ruin mit einem sehr interessanten Grafikstil daher, der mir sehr gut gefällt – auch wenn er hier und da kleinere Macken hat, sodass beispielsweise Schatten spannende Spiele treiben. Doch auch der Soundtrack kann sich hören lassen und passt sehr gut zu jeder Szenerie im Spiel. Eine gute Wahl!

Fazit: Ich mag meinen Reis

Sakuna: Of Rice and Ruin erfindet das Geschichtenrad an keiner Stelle neu und auch die Charaktere nehmen nur vorhersehbare Entwicklungen an, und irgendwie ist mir das egal. Ich spiele Sakuna nicht wegen der Story oder den Charakteren, sondern tatsächlich wegen der Freiheiten, die ich im Gameplay habe. Ich kann das ganze Jahr über Reis pflanzen und mich darum kümmern oder ich erkunde die Insel oder ich mache beides. Das Spiel selbst schreibt mir hier nicht vor, was ich auf der Insel der Dämonen erledigen soll – und genau deswegen mag ich Sakuna so sehr.

Das Spiel punktet zudem mit einem recht guten Grafikstil und einem gelungenen Soundtrack, der wirklich hervorragend passt. Nur am Kampfsystem, bzw. dessen Präzision könnte noch etwas geschraubt werden, denn hier hapert er momentan noch sehr, was schade ist. Zudem wiederholt sich zu vieles, sodass ich manche Dungeons viel zu häufig besuchen muss, um die kleinen Zwischenziele zu erfüllen – wenn ich das denn tun möchte.

Sakuna: Of Rice and Ruin ist ein Spiel mit einem erfrischenden Konzept und leckerem Reis, den ich selbst anbauen, doch leider bleibt es auf technischer Seite ein wenig hinter den Erwartungen zurück.

ProContra
+ Klasse Soundtrack– Unpräzises Gameplay (Kampfsystem)
+ Interessantes Gameplay (Reis)– Dungeons wiederholen sich zu häufig
+ Gelungener Grafikstil…– … mit leichten Macken
+ Spaßiges Kampfsystem (trotz Fehler)– Keine spannende Story
+ Entspannende Spielmomente– Frustrierende Elemente beim Reisanbau (Präzision)
+ Viele Freiheiten zur individuellen Gestaltung des Spiels

Technik: 72
Grafik: 74
Sound: 90
Umfang: 66
Gameplay: 60
KI: 70

Spielspaß: 84

  • Story: Sakuna: Of Rice and Ruin erfindet das Storyrad nicht neu und kommt mit einer vorhersehbaren Geschichte daher.
  • Nachhaltigkeitswert: Es ist ein Spiel, bei dem man sich selbst motivieren sollte. Ich bin mir nicht sicher, ob das viele Spieler:innen können.
  • Frustpotential: Besonders durch die teilweise unpräzise Steuerung sowohl beim Reisanbau als auch beim Kämpfen vorhanden.
  • Design/Stil: Ein sehr interessanter und gut gelungener Grafikstil.
  • Musik und Sound: Klasse Soundtrack!
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: 39,99 € sind durchaus angemessen für das Spiel.

Offenlegung & Unterstützung

Ich habe mir Sakuna: Of Rice and Ruin selbst für die PlayStation 4 gekauft und auf der PlayStation 5 getestet.

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Beatrice Vogt
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