The Longest Road on Earth (Switch) im Test – Slow Gaming vom Feinsten

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Im Mai 2021 erschien für den PC ein für mich sehr interessantes Spiel namens The Longest Road on Earth, dem ich damals sehr viel Achtsamkeit zusagte. Nun, etwas mehr als ein halbes Jahr später ist das ruhige Abenteuer auch für die Konsolen erschienen. Da ich schon lange auf der Suche nach mobiler Entspannung war, habe ich mir den Titel der Brainwash Gang auf der Nintendo Switch zugelegt. Was ich darüber denke – und wie meine Erkenntnisse mittlerweile sind, erfährst du in der nachfolgenden Review zur Switch Version von The Longest Road on Earth. !B

Zu sehen ist eine Ampel, die auf "Walk", also "Grün" steht.

Slow Gaming

Letztes Jahr habe ich mich sehr mit Achtsamkeit beschäftigt, weil ich merkte, dass mir alles ein bisschen zu viel wird. Ich habe den Moment genossen, weswegen The Longest Road on Earth genau auf der richtigen Schiene für mich schwamm. Hier erwartet dich kein großartiges Gameplay, keine Schießeinlagen und auch kein taktisches Vorgehen. Hier erwartet dich lediglich das ganz normale Leben: Du gehst mit tierischen Charakteren dem schlichten Alltag nach, hängst Wäsche auf, kochst dir Kaffee, stellst dich in der Schlange vor der Fabrik an, hüpfst durch Pfützen und erlebst das Leben in seiner ganz klassischen, anmutigen Schlichtheit. Deswegen ist The Longest Road on Earth auch kein klassischer Standardtitel, der unheimlich viele anspricht. Mich spricht er nun jedoch auch aus einem anderen Grund an.

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit der Slow Bewegung, die unter anderem in Italien ihren Ursprung hat. Diese Bewegung möchte nicht mehr alles schnell erleben, sondern sich die Zeit dafür nehmen. Von Fast Food zum Slow Food, sozusagen. Und so ist für mich The Longest Road on Earth ein Slow Game, das mir mit ruhigen und langsamen Momenten die Liebe zum Detail und zur Entspannung zeigt. Ich muss hier nicht hetzen, das Spiel wartet auf mich. Die Wäsche muss nicht innerhalb von zwei Minuten aufgehangen sein, weil es ein verstecktes Minigame ist, ich habe alle Zeit der Welt und kann den fantastischen Soundtrack mit seinen meditativen Klängen auf mich wirken lassen.

Und wenn ich hier mit meinen Marley BT Vibration 2 On Ear Kopfhörern sitze und genau diesen Soundtrack auf mich wirken lasse, ergeben die Geschichten, die die einzelnen Charaktere mit sich bringen, noch einmal einen größeren Sinn als noch auf dem PC. Teilweise ertappe ich mich dabei, wie meine Augen feucht werden oder wie mein Herz lacht, wenn ich diese tollen Charaktere kennenlerne, die mir so viel mehr erzählen, weil sie nicht reden. Ich liebe The Longest Road on Earth einfach mit seiner Einfachheit, die so viel Tiefe hat wie das Leben selbst und dabei rein und ehrlich bleibt. Für mich ist es eine wunderbare Erfahrung. !B

Ruhige Technik auf der Switch

Schon bei der PC Version sind mir einige Dinge aufgefallen, die technischer Natur waren, jedoch haben sie meine Entscheidung, The Longest Road on Earth zu eines der besten Spiele 2021 zu ernennen, nicht geschmälert. Bei der Nintendo Switch Version sieht das ein ganz kleines bisschen anders aus. Der Titel lässt sich genauso gut steuern wie jeder andere Konsolentitel auch: Ich lenke meine Charaktere mit dem linken Stick und drücke immer mal wieder A, wenn mir ein schwarzes oder weißes Kästchen angezeigt wird.

Doch grafisch hat es ein paar mehr Macken. Besonders, wenn große Flächen dargestellt werden, wie beispielsweise Häuser, dann flimmert das ganze Bild ziemlich unschön. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass die Bäume, die in derselben Szene sind, Wind ausgesetzt sind, aber das Flimmern ist stellenweise wirklich nicht so hübsch. Vereinzelte Pixel sind noch immer teilweise ein wenig unschön verteilt, was mir auch schon bei der PC Version aufgefallen sind. Hin und wieder kann man das Aktionsviereck allerdings auch nicht erkennen, weil es sich farblich dann kaum vom grauen Hintergrund abhebt.

Dennoch ist die Umsetzung von The Longest Road on Earth auf der Nintendo Switch sehr gut gelungen. Die Handhabung ist einfach, das Spiel ist einfach zu verstehen. Das habe ich allerdings auch erwartet, denn auch die ursprüngliche PC Version verlangt jetzt keine ausgekochten Genies, um es zu verstehen.

The Longest Road on Earth ist und bleibt eine fantastische Erfahrung, die ich gerne immer wieder erleben möchte. Ich möchte nochmal laufen lernen, immer und immer wieder, ich möchte nochmal Wäsche aufhängen. Wenn ich ein Spiel aussuchen könnte, was ich nochmal ganz neu spielen möchte, dann wäre es genau dieses Spiel, denn das erste Mal alles Alltägliche aus meinen eigenen Augen erneut zu erleben, wäre ein absolutes Highlight für mich. Oder wann hast du das letzte Mal wirklich bewusst Wäsche aufgehangen? Wenn du noch mehr Schwärmerei für das Spiel lesen möchtest, schau gerne in meine Review zur PC Version. !B

Fazit: Das Leben ist liebenswert

The Longest Road on Earth hat mir auf der Nintendo Switch gezeigt, wie alltäglich und liebenswert unser Leben eigentlich ist. Es ist kein Spiel, bei dem du die Welt veränderst, aber durch das du deine vielleicht ein kleines Stückchen besser machst. Dieses Spiel ist eine meditative Erfahrung, die Achtsamkeit in den Vordergrund hebt und dir zeigt, wie viel Zauber in ganz normalen Dingen stecken kann. Außerdem ist The Longest Road on Earth durch seine Art der Inbegriff von Slow Gaming, da kann ich die kleineren grafischen Mängel und den fehlenden Song in den Credits auch gerne ignorieren.

ProContra
+ Fantastischer, meditativer Soundtrack– teilweise „unsaubere“ Pixel
+ Bewusst den Moment genießen– Teilweise heftiges Flimmern bei größeren Flächen
+ Slow Gaming– Keine Musik im Abspann
+ Emotionale Bindung zu den Charakteren– hin und wieder leichtere Grafikfehler
+ Geschichten werden nicht mit Worten erzählt
+ Mobile Entspannung auf der Switch

Technik: 82
Grafik: 73
Sound: 95
Umfang: 80
Gameplay: 80

Spielspaß: 93

  • Story: The Longest Road on Earth erzählt von der Alltäglichkeit des Lebens, von den Momenten selbst und den Themen, die uns unterschwellig beschäftigen.
  • Frustfaktor: Für mich nicht vorhanden.
  • Nachhaltigkeitswert: Mich hat es auf jeden Fall nachhaltig beeinflusst und ich hoffe, dass es vielen Spieler/-innen so ergeht.
  • Design/Stil: Monochrome Farbwelt mit Pixelartstil, der besonders mit großen Flächen nicht zurechtkommt und teilweise heftig flimmert.
  • Musik und Sound: Die Musik ist einfach nur der Hammer!

Offenlegung

Ich habe mir The Longest Road on Earth auf der Nintendo Switch selbst gekauft. Der Titel steht mittlerweile für den PC, die PlayStation, die Xbox und die Nintendo Switch zur Verfügung.

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Beatrice Eichhorn
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