Was mich an Final Fantasy XII fasziniert

Es ist nicht unbedingt einfach, eine gute Geschichte mit hervorragenden Charakteren zu schaffen. Ich habe in meiner Zeit als Gamerin viele verschiedene Spiele gespielt, die meisten davon von japanischen Entwicklerstudios, doch nicht viele sind dabei wirklich hängen geblieben. Immer wieder zogen mich meine Gedanken zu einem Spiel zurück, das ich nun auf drei verschiedenen Konsolen spielen und lieben konnte. Ich spreche von Final Fantasy XII, das ich seiner Zeit auf der PlayStation 2 das erste Mal spielte.

Damals kannte ich noch nicht sonderlich viele Final Fantasy Titel. Ich begann mit Final Fantasy X, weil es storymäßig unheimlich gut zu einer eigenen Geschichte, die ich zusammen mit einer Freundin schrieb, passte. Es war gut, die Liebesgeschichte hatte es in sich, doch wenn ich jetzt daran denke, fehlt mir die Motivation es noch einmal zu spielen. Für mich ist es mittlerweile zu altmodisch, allein durch das rundenbasierte Kämpfen, das selbste Square Enix danach nicht mehr in den Ring schickte. Doch Final Fantasy XII hat allein durch sein Kampfsystem den Wunsch in mir geweckt, es wieder und wieder zu spielen.

Aber nicht nur das. Ich liebe das Abenteuer, denn aus ihm wurde eine wahre Geschichte gesponnen, die Grundlage für Bücher ist. Vaan, der Protagonist, stolpert hier eher durch Zufall in das größte Abenteuer seines Lebens und ist dabei nur ein ganz gewöhnlicher Taschendieb, der nichts kann und auch keine besonderen Beziehungen zu irgendwem pflegt. Er stolpert einfach nur in diese Story, mit der er nur bedingt etwas zu tun hat. Und erlebt dabei Schrecken, die ihm nicht in seinen schlimmsten Träumen eingefallen wären.

So schleichen wir uns zum Beispiel durch die Kanalisation in den Palast, um eigentlich nur nach den Schätzen zu gucken und ob was Brauchbares dabei ist – treffen dabei natürlich auf Fran und Balthier, beide ihres Zeichens Luftpiraten, und stolpern von einer Misere in die andere. Ziemlich bald erkennen Vaan und ich die Abgründe der Welt: wir sitzen im Gefängnis in Nalbina fest, wachen neben einer längst vertrockneten Leiche auf und sehen zu, wie ein Häftling von zwei anderen Häftlingen zu Tode geprügelt wird. Vaan und ich sind zu schwach, um selbst einzuschreiten, sodass wir verprügelt werden und zunächst mit heiler Haut davon kommen, bis wir in einer Art Arena aufwachen und uns drei fiesen Häftlingen gegenüberstehen. Es scheint aussichtslos, doch glücklicherweise springt uns Balthier zu Hilfe.

Diese Szene gehört zu einer Vielzahl von Abschnitten und Passagen, die der Welt in Final Fantasy XII so viel Tiefgang geben. Die sie lebendig machen und ihr das Gefühl geben, dass sie irgendwo vielleicht doch existiert. Die Final Fantasy Reihe hat mich seit jeher mit ihren Charakteren mitfühlen lassen, doch besonders in Final Fantasy XII kommt es mir immer so vor, als wüsste ich unheimlich viel von allen Charakteren, als würde ich sie wirklich kennen, dabei lässt uns Square mit Sicherheit nur einen Bruchteil des kompletten Charakters erahnen. Doch nicht nur das.

Final Fantasy XII verfügt über einen ganz eigenen Humor, der durch die Charaktere und ihre unterschiedlichen Beziehungen zueinander entsteht. So haben wir Vaan, den Grünschnabel, der von nichts eine Ahnung hat – und der somit allein mit Fran von einem Fettnäpfchen zum nächsten tappt. Dann gibt es Balthier, der selbsternannte Held der Geschichte, der keine Sekunde zögert, das allen aufs Butterbrot zu schmieren. Durch seine arrogante, aber liebenswürdige Art hatte er mein Herz vom ersten Atemzug. Schade nur, dass man ihm keinen Nordenglischen Sprecher gegeben hat, das hätte seine Wesenszüge noch ein bisschen verstärkt, finde ich. Neben Balthier gibt es noch Fran, die Viera im Team – Halbmensch, Halbhase, um es ganz simpel auszudrücken. Sie gehört einer uralten Rasse an und ist selbst wahrscheinlich schon einige Jahre alt. Ihre Art ist manchmal so trocken, dass es unheimlich passt und sehr amüsant wirkt. Für weitere Charaktere würde ich jetzt spoilern, deswegen lass ich es, jedoch sollte klar sein, worauf ich hinaus möchte. Auch das gehört dazu, dass Final Fantasy XII für mich das beste Spiel der Reihe und mit Abstand auch das beste Spiel des Genres ist.

Während sich Kingdom Hearts beispielsweise bei mir aktuell ziemlich ausgelutscht hat, würde ich Final Fantasy XII weiterhin auf jeder Konsole kaufen, auf der es erscheint. Nennt mich verrückt, doch das ist wahre Liebe.

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