abzû (Switch) im Test – Eine geruhsame Erfahrung im Meer

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abzû, das Erstlingswerk vom Entwickler Studio Giant Squid, erschien bereits im November 2018 für die Nintendo Switch, doch wir haben bis heute gebraucht, uns das Spiel, dessen Geschichte in den Tiefen des Ozeans spielt, näher anzuschauen. Ob es uns auf der Nintendo Switch überzeugen konnte, verrate ich euch in meiner Review zum Spiel.

Der Ozean ruft

abzû ist ein friedliches Erkundungsspiel, das im Meer spielt. Ich selbst schlüpfe in die Rolle eines Tauchers, dessen Sinn zu Beginn nicht ganz klar ist. Aufgrund meiner Angst vor virtuellem Wasser und entsprechenden Gefahren, die dabei so auf mich warten können, saß Manuel die ganze Zeit neben mir. Hin und wieder warf ich ihm die Joy-Cons zu, damit er für mich beängstigende Strecken schwimmen konnte. Dennoch gibt es keine wirkliche Gefahr im Spiel, die einen verletzen oder gar töten könnte, was ich persönlich sehr gut finde.

Beim Spielen erkennt man deutlich, dass die Entwickler:innen bereits an Journey und flower gearbeitet haben und nun mit abzû ihren eigenen Erstling in diese Richtung entwickeln. Die Parallelen sind dabei mehr als deutlich und vor allem der Aufbau der Kapitel erinnert sehr stark an Journey. Unabhängig davon bietet abzû jedoch eine fantastische Welt mit bunten Fischen und Dingen zum Erkunden. Ein wenig schade finde ich, dass es auf der Switch keinerlei Errungenschaften gibt, sodass ich im Grunde nach dem einmaligen Durchspielen keinen Sinn sehe, abzû nochmal anzuschalten, was schade ist. abzû kommt übrigens mit einer Spielzeit von etwa zwei bis drei Stunden daher.

Wenn ich spielerisch keinen Sinn mehr sehe, so gibt es doch noch einen versteckten: abzû kommt mit einem eigenen Meditationsmodus daher, bei dem man das Leben im Meer beobachten und den Geräuschen lauschen kann, um abzuschalten. Das ist schon ziemlich cool und hebt sich auf diese Weise deutlich von den bereits benannten beiden Spielen ab.

Ein buntes Leben unter Wasser

abzû ist unheimlich hübsch: Jeder Fisch hat seinen Platz im Meer, die Farben sind frisch und einfach wunderschön, perfekt passend für einen solchen Titel. Man kann viele Arten in ihrem natürlichen Umfeld beobachten, doch wie diese Tiere heißen, wird erst im Meditationsmodus sichtbar – allerdings erhalte ich dort nur die Namen und keine weiteren Informationen dazu. Das ist in Beyond Blue beispielsweise ein bisschen anders gestaltet.

Interessant finde ich die Geschichte, denn wieder einmal geht es darum, dass der Mensch alles zerstört hat, dass er zu mächtig wurde, und nun die Natur zurückschlägt. Ein typisches Szenario für diese Art von Spielen. Und dennoch mag ich die Geschichte, denn sie ist immer wahr und führt uns vor Augen, was wir uns und unserem Planeten ständig und immer wieder antun. Es ist eine Geschichte, die so alt wie die Menschheit selbst ist und an die wir stetig erinnert werden müssen.

Und doch kann mich die Welt und auch die Geschichte nicht vollends packen. Es ist eine nette Erfahrung, mehr jedoch auch nicht. abzû verpasst es, den richtigen Flow aufzubauen, mich zu packen und in die Tiefe zu ziehen. Ich fiebere nur mit, weil ich Angst vor Wasser in Videospielen habe, aber einen richtigen Story-Arc kann ich nicht entdecken, dafür klammert es sich zu sehr an seine spirituellen Vorgänger und wagt nichts Eigenes.

Dafür kann es grafisch auf der Switch sehr gut überzeugen: Die Optimierung ist super, es kommt nur ganz selten zu leichten Einbrüchen der Framerate. Und auch so sieht es sehr gut auf der Switch aus. Ebenso wie die musikalische Untermalung, denn auch diese ist grandios und passt hervorragend zu dem wunderbaren Erlebnis, das man einmal mitgenommen haben sollte, das jedoch leider nicht wirklich in der Erinnerung bleiben wird.

Ich komme meistens mit der Steuerung unter Wasser nicht zurecht und hier hat mich auch abzû nicht enttäuscht, denn während Manuel ganz gut damit zurecht kam, war ich regelrecht überfordert und konnte mich bis zum Ende nicht an die seltsame und schwammige Steuerung unter Wasser gewöhnen.

Fazit: Ein nettes Abenteuer zur Wahrheit

abzû erzählt eine Geschichte über den Menschen und seine Gier nach Macht – und was er damit dem Planeten und sich selbst antut. So tiefgründig die Geschichte klingt, so wenig hat sie mich mitgenommen, so wenig hat sie mich packen können. Ich erkenne im Spiel deutlich die Ursprünge der beiden Vorgängerspiele und finde es schade, dass die Entwickler:innen nicht mutiger waren und mehr gewagt haben.

abzû spielt in einer wunderschönen Unterwasserwelt, die mir verschiedene Tierarten in ihrer natürlichen Umgebung zeigt. Ich kann mit Delfinen schwimmen und Urzeittiere beobachten. Diese Darstellung ist wunderschön, der Soundtrack überzeugt ebenfalls und der Meditationsmodus ist eine gelungene und passende Ergänzung, doch irgendwas fehlt der Geschichte und der Welt, sodass abzû eine nette Erfahrung bleibt, jedoch keine, an die wir noch in einigen Jahren zurückdenken werden.

ProContra
+ Wunderschöne Unterwasserwelt– Geschichte packt mich nicht
+ Gelungener Soundtrack– Steuerung sehr anstrengend
+ Geschichte so alt wie die Menschheit selbst– Kein Grund zum erneuten Spielen
+ Meditationsmodus– Parallelen zu stark zu Vorgängern
+ Gute Optimierung

Technik: 73
Grafik: 85
Sound: 90
Umfang: 50
Gameplay: 67

Spielspaß: 65

  • Story: abzû erzählt die Geschichte des Menschen, wie er den Planeten selbst zerstört. Gespielt wird unter Wasser.
  • Frustpotential: Für mich liegt das Frustpotential vor allem in der Steuerung.
  • Nachhaltigkeit: abzû erzählt zwar eine nette Geschichte, ist jedoch nur eine Erfahrung, die man mal mitnehmen sollte und keine, die man immer und immer wieder erlebt.
  • Design/Stil: Ein schöner, sanfter Stil, der vor allem die Tiere unter Wasser zur Geltung bringt.
  • Musik und Sound: Grandios und passend zu den einzelnen Abschnitten.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: abzû kostet auf der Switch 19,99 €, was ich jedoch zu hoch angesetzt finde. Ich habe es im Sale für 9,99 € gekauft. Diesen Preis finde ich angemessen.

Offenlegung

Ich habe mir abzû im Sale auf der Switch selbst gekauft.

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Beatrice Vogt
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