Bastion (PC) im Test – Ein kreatives Abenteuer

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Ich habe kürzlich Hades gespielt, welches mich wirklich begeistert hat – und ich gebe zu, dass es mein erstes Spiel von Supergiant Games war. Doch umso neugieriger war ich nun auf die vorherigen Spiele. Das erste, das ich ausprobiert habe, ist der Erstling: Bastion. Bereits 2011 erschienen, wurde das Spiel damals ziemlich gefeiert und hat es auf viele Plattformen gebracht. Ich habe es jetzt gespielt und verrate ich euch in der Review, wie mir die Reise gefallen hat.

Eine mysteriöse Bastion

Bastion erzählt deutlich nebulöser, als es Supergiant Games 2020 mit Hades getan hat – doch es präsentiert sich genau deshalb als ein sehr vielfältiges und kreatives Abenteuer, mit viel Abwechslung und vor allem einem kreativen Erzählungsansatz. Bastion verzichtet fast komplett auf schnöde Dialoge und Zwischensequenzen: Stattdessen wird der Erzähler einfach im Spielablauf aktiv und orientiert sich dabei an den Handlung, die du ausführst.

Ich hatte immer gedacht, die Erzählung wäre daher total verwirrend, aber nein, Bastion macht das gut. Ich würde jetzt zwar nicht sagen, dass der Erzähler jede meiner Bewegungen wirklich berücksichtigt, aber das ist ein frischer Ansatz, der über NPC Kommentare zu einer bestimmten Situation oder Kommentare des Protagonisten hinausgeht – gefällt mir gut. Und der Junge, genannt „Kid“, den man steuert, bleibt eh stumm.

Die Bastion dient als Basis für jede Mission, man darf nicht nur frei wählen, wie man sie ausbaut, sondern auch noch die Missionen frei wählen. Somit kann man sich seinen eigenen Weg durch Bastion bahnen – und egal wie, man wird immer von sehr kreativen und abwechslungsreichen Leveln begrüßt, die auch audiovisuell Lust auf mehr machen. Die Musikuntermalung von Bastion ist top gelungen und auch die optische Gestaltung der Level gefällt.

Der Erzähler erzählt live während des Geschehens.

Ein Arsenal von Unterstützern

Beim Gameplay stelle ich erfreut fest, dass Supergiant Games anscheinend eine Formel immer weiterentwickelt hat – denn einerseits fühlte sich Bastion spielerisch nun schon etwas vertraut an, andererseits nicht ganz so rund wie Hades. Das Gameplay ist etwas schwerfälliger, nicht ganz so präzise, und in den Kämpfen geht doch ganz gern mal die Übersicht verloren.

Doch wie gut du in den Kämpfen klarkommst, hängt auch davon ab, was aus dem Arsenal du mitnimmst: Zwei Waffen, eine Spezialfertigkeit und diverse passive Boni darfst du wählen. Auch hier lässt Bastion sehr viele Freiheiten – erstaunlich viele für das, was 2011 ein „kleines Indiegame“ wahr. Anders gesagt: Ich verstehe, dass Bastion so beliebt geworden ist. Und ja, ich bereue etwas, das Spiel nicht viel früher gespielt zu haben.

Insgesamt gehen die Kämpfe gut von der Hand, man findet einen Favoriten unter Waffen und Fertigkeiten und passt sich im besten Fall an die Feinde an. In den passenden Momenten sind Schmieden, die man dafür braucht, das Arsenal zu wechseln, auch in den Missionen vorhanden.

Dein Waffenarsenal darfst du selbst zusammenstellen.

Trainiere dein Können

Nicht alles in Bastion ist ein Spaziergang – die Missionen zum Finden der Kerne und Splitter, die man dafür benötigt, um die Bastion wieder aufzubauen, habe ich zumeist als gut schaffbar empfunden. Richtig in sich haben es aber die Trainingsgebiete, in denen man sein Können mit den einzelnen Waffen testen und Belohnungen für gute Leistungen einsacken kann – einige sind auch hier ziemlich einfach, doch manche der Prüfungen sind echt harte Brocken.

Ähnliches gilt für die Traumwelten, die mehr über die Geschichte des Protagonisten verraten – an manchen Stellen kann Bastion meiner Meinung nach also auch frustrierend sein. Vor allem, wenn man in der letzten Runde scheitert und dann alles nochmal spielen muss, ist das eher entmutigend – zum Glück kann man aber meist auf andere Aktivitäten ausweichen. Was Bastion übrigens genauso handhabt wie Hades: Gespeichert wird immer zum Beginn eines Gebiets, danach nicht mehr. Supergiant Games arbeitet hier erkennbar bereits mit Spielelementen, die sie heute noch verwenden. Das ist keine Kritik, sondern ein Lob!

Die technische Seite von Bastion gefällt mir sehr gut – auf meinem Rechner sieht das Spiel auch für heutige Verhältnisse noch hübsch aus. Vor allem beim gezeichneten Stil macht man natürlich nichts falsch, aber auch der kreative Stil sorgt ganz automatisch dafür, dass Bastion nicht so schnell altert. Coole Sache!

Manches Mal bekommt man auch anderweitig Unterstützung.

Fazit: Eine Reise, die ich zu spät gemacht haben

Ich weiß nicht, warum mich Supergiant Games bisher nicht mit seinen Spielen abholen konnte – doch nachdem mich Hades begeistern konnte, wollte ich Bastion unbedingt ausprobieren, und wurde nicht enttäuscht. Überlegt man sich, dass das der Erstling des Studios aus 2011 ist, ist das wirklich große Klasse: Bastion ist ein super kreatives Abenteuer mit viel Abwechslung. Aus heutiger Sicht ist das Gameplay noch nicht ganz so fein ausgearbeitet wie in Hades, die Übersicht in den Kämpfen geht gern mal verloren und manche Spielelemente sind durchaus etwas frustrierend, doch die kreative Gestaltung, der tolle Soundtrack und die Abwechslung in den Level motivieren dennoch zum Weiterspielen. Auch der Erzählstil gefällt mir und ist erstaunlich griffig. Auch Bastion spielte schon in einer ähnlichen Klasse wie Hades.

ProContra
+ Abwechslungsreiche Level– Stellenweise frustrierend
+ Kreativer Erzähltstil– Kämpfe nicht ganz präzise
+ Super Soundtrack– Übersicht geht manchmal verloren
+ Vielfältiges Waffenarsenal
+ Motivierende Spielstruktur

Technik: 84
Grafik: 85
Sound: 95
Umfang: 90
Gameplay: 81
KI: 69

Spielspaß: 84

  • Story: Bastion erzählt die Geschichte eines werdenden Helden – auf kreative und nicht immer offensichtliche Weise.
  • Frustfaktor: Stellenweise vorhanden.
  • Wiederspielwert: Vorhanden, um Herausforderungen abzuschließen oder für den Neues Spiel+ Modus.
  • Design/Stil: Sehr gelungen – kreativ und vielfältig.
  • Musik/Sound: Die Musik von Bastion ist sehr gut gelungen.
  • Preis/Leistung: Super, zumal man Bastion vor allem auf dem PC sehr oft im Angebot für unter 2€ bekommt.

Offenlegung

Wir haben Bastion selbst gekauft.

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Manuel Eichhorn
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