Counter Terrorist Agency (Steam) im Test – Keine Weltrettung in Sicht

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Ich liebe es, gegen Ungerechtigkeiten zu kämpfen und mich für andere stark zu machen. In Counter Terrorist Agency kämpfe ich auf Steam gegen den Terrorismus – doch mir werden genügend Steine in den Weg gelegt, dieses Spiel gut zu finden. Wieso das so ist, verrate ich in meiner Review zu Counter Terrorist Agency.

Gegen den Terrorismus

Ich bin in Counter Terrorist Agency ein Mitglied eben jener Agentur und kämpfe weltweit gegen den aufsteigenden Terror. Das bedeutet jedoch nicht, dass ich mich durch die Gegend schieße, sondern dass ich weltweit ein Auge auf alle verdächtigen Aktivitäten habe. Ich belausche also auffällige Telefongespräche, fange fragwürdige Emails ab und prüfe merkwürdige Überweisungen etwas genauer. Dabei schaue ich mir die dazu gehörigen Personen jedes Mal etwas genauer an und entscheide selbst, ob mir der Mensch verdächtig vorkommt oder nicht. Ich trage also die Verantwortung dafür, wenn es auf der Welt einen Anschlag gibt und ich vorher nicht verhindern konnte, weil ich nicht die richtigen Schritte eingeleitet habe.

Erschreckend ist, wie schnell ich durch die Counter Terrorist Agency anfange, Verdächtige zu belauschen, obwohl sie vielleicht gar nichts Böses im Schilde führen. So zum Beispiel habe ich zwei Männer auf dem Schirm. Einer war auffällig, weil er im Internet nach Waffen suchte. Später schreibt er mit seinem Kumpel und sagt, dass er jetzt Baupläne für eine AK47 habe und sie diese nachbauen können. Natürlich sind die beiden nur Cosplayer, doch abhören ließ ich sie trotzdem. Nur für alle Fälle. Man weiß ja nicht.

Dennoch fühle ich mich ein bisschen machtlos, denn diese ganze Geschichte wirkt wie etwas Aufgesetztes und nicht wie eine richtige Simulation, die gut sein könnte. Da bin ich vom Entwickler, der auch für 911 Operators verantwortlich ist, deutlich Besseres gewöhnt.

Das mühselige Rad der gleichen Tätigkeit

Obwohl Counter Terrorist Agency ganz gut klingt und nach viel Verantwortung klingt, so ertappe ich mich doch zwischendurch, dass ich mich langweile. Jedes Mal läuft alles in etwa gleich ab: Ich erhalte eine verdächtige Information, ich höre die Personen ab, ich hacke ihre Geräte und irgendwann führt der Verdächtige vielleicht ein Gespräch, das mich weiter bringt. Dabei verpasst es jedoch die Chance, mich wirklich zu catchen. Stattdessen stellt es mich vor die Herausforderungen, nicht nur diese Menschen zu überwachen und so vielleicht den einen oder anderen Anschlag zu verhindern, und diese Menschen dann auch noch ihren Aufgaben zuzuweisen. So entscheide ich, ob jemand der Schatzmeister oder der Anführer einer Organisation ist. Natürlich liege ich manchmal daneben, denn es ist für mich eher ein Ratespiel. Am Ende werde ich dafür bestraft, wenn ich eine Person nicht richtig analysieren konnte. Dann bekomme ich einfach nicht genügend Punkte und kann somit kein Upgrade kaufen, um besser zu werden.

Es fühlt sich mühselig und langatmig an. Counter Terrorist Agency spielt sich wie eine Mischung aus Plague Inc. und 911 Operators. Beides habe ich lange und gerne gespielt, doch der Counter Terrorist Agency fehlt einfach das gewisse Etwas. Ich fühle mich nicht so als würde ich die Welt wirklich zu einem sicheren Ort machen, ich fühle mich eher wie jemand, der kleinen Flugzeugen beim Fliegen zuguckt und wartet, dass irgendwas passiert. Und das ist ziemlich mau, denn versprochen wurde ein Spiel, in dem ich echte Entscheidungen über Leben und Tod treffen kann. Zwar kann ich solche Entscheidungen treffen, aber ich baue zu niemandem eine Bindung auf. Es ist mir total egal, ob ich diese Leute jetzt schnappe oder nicht. Es ist absolut belanglos. Und genau das darf bei einem Spiel, das den Terrorismus irgendwie in den Vordergrund heben möchte, bzw. dessen Bekämpfung absolut nicht passieren.

Ich sollte etwas fühlen. So wie ich mich in Plague Inc. gefreut habe, wenn mein Virus mutiert und noch mehr Menschen vernichtet. So wie ich in 911 Operators den Druck der Einsatzkräfte gespürt habe und immer wieder hoffte, noch rechtzeitig jemandem zu Hilfe eilen zu können. Doch bei Counter Terrorist Agency fühle ich nichts. Außer, dass ich unter Druck stehe und irgendwelche Menschen richtig in einer Organisation einordnen muss. Doch die anderen Aufgaben sind so mau und gleichbleibend, dass ich dann doch lieber wieder zu 911 Operators greife.

I just sent den Text zu dir

Ich war überrascht, als sich Counter Terrorist Agency heute auf Deutsch öffnete. Ich freue mich wirklich, wenn sich kleinere Entwickler die Mühe machen und ihr Spiel in mehrere Sprachen übersetzen. Das ist ziemlich cool. Was ich aber absolut nicht leiden kann, ist wenn die Übersetzung schlecht ist und noch weniger kann ich es leiden, wenn sich die Übersetzung dann mit der ursprünglichen Sprache mischt, so wie es in Counter Terrorist Agency der Fall ist. Immer wieder mischen sich hier englische Texte mit in die Inhalte ein: Ob das nun ganze Sätze in Gesprächen sind oder gar die englischen Namen der Länder und Städte, die eine Rolle spielen. Wenn es wenigstens so wäre, dass es dann durchgängig ist, aber nein, immer wieder sind es Fetzen, die sich reinschmuggeln. Das darf nicht sein, hier sollte man vorher überprüfen oder eben einfach bei der englischen Sprache bleiben, die jedoch auch hier mit Rechtschreibfehlern überhäuft ist. Ich weiß nicht, was sich die Entwickler hierbei gedacht haben. Sollte Counter Terrorist Agency erst im Early Access erscheinen und sie haben es falsch hinterlegt? Fast fühlt es sich so an und das ist wirklich schade.

Während die Technik zu wünschen übrig lässt und so zum Beispiel immer wieder Fenster überlappen oder ich nicht das richtige auswählen kann, weil es sich gegenseitig blockiert, hat jedoch auch kaum etwas eine wirkliche Auswirkung auf die Geschichte oder das Verhalten der Verdächtigen. Normalerweise ist es doch so – zumindest stelle ich es mir so vor – dass es eine Organisation spitz bekommt, wenn jemand hochgenommen wird. Doch nicht so in Counter Terrorist Agency. Wenn ich jemanden aus einer Gruppe festnehme, juckt das die Gruppe kein Stück, dann fehlt eben in der Unterhaltung einfach nur der Part derjenigen Person, die ich festgenommen habe. Ebenso lassen sich Personen offensichtlich auch nicht davon stören, dass ich sie versuche festzunehmen. Da steht zwar in meinem Infofeld dann, dass die Person flieht, aber wenige Minuten später telefoniert sie dann doch wieder munter mit ihren Komplizen. Wieso hat das keine Auswirkungen? Wieso fällt das den Entwicklern selbst nicht auf?

Und was noch ziemlich cool war: Mein Spielstand war nach erneutem Öffnen des Spiels verschwunden, sodass ich nochmal von vorne anfangen musste. Glücklicherweise kann man das Tutorial überspringen. Dennoch scheint jeder Spieldurchlauf identisch zu sein, lediglich Namen und Gesichter werden ausgetauscht. Das ist doof. In 911 Operators vom selben Entwickler hatte ich wenigstens das Gefühl, dass es zufällig generiert wird, doch hier scheint alles gleich zu sein. Das ist schade und nimmt mir wirklich den Reiz, es generell nochmal von vorne zu starten, sollte ich einmal durch sein. Es ist schön, dass die Entwickler schon jetzt eine große Roadmap für nächstes Jahr veröffentlicht haben, doch hätte ich mir das zum Launch gewünscht. Na ja, immerhin die Musik ist gut.

Fazit: Ich mache das dann doch lieber wieder allein

Counter Terrorist Agency verspricht, ein Spiel zu sein, bei dem man eine Antiterroreinheit leitet und weltweit für Schutz und Ordnung sorgt. Doch es ist ein Spiel, bei dem ich einfach nur auf eine Weltkarte starre, kleine Flugzeuge beobachte und darauf warte, dass etwas passiert. Mir fehlt zwischen den Anrufen und Chatverläufen meiner Verdächtigen irgendwie der Sinn, die Abwechslung. Ebenso wie mir die Abwechslung fehlt, wenn ich ein neues Spiel anfange, denn hier scheint alles fast identisch zu sein. Das ist schade. Dafür ist es umso erschreckender wie schnell man in den Fokus der Behörden kommen kann und wie schnell ich jemanden abhöre, nur weil er etwas Merkwürdiges gesagt hat. Diesen Impact sollte Counter Terrorist Agency generell haben, doch es verliert sich in seiner Belanglosigkeit. Counter Terrorist Agency fühlt sich an, als wollte es eigentlich im Early Access erscheinen und jemand habe aus Versehen auf Full Release geklickt. Zum aktuellen Zeitpunkt kann ich keine Empfehlung für Counter Terrorist Agency aussprechen, I’m sorry, but this ist nicht in Ordnung.

ProContra
+ Soundtrack ist gut– Übersetzungsfehler am laufenden Band
+ Versuch, gegen Terrorismus zu kämpfen– Aktionen im Spiel haben so gut wie keinen Impact auf andere NPC
+ Idee, wie schnell man in den Fokus geraten kann– Viel zu repetitiv
– Abwechslung fehlt, sogar bei Neustart der Story
– Spielstände werden nicht immer gespeichert
– Keine versprochenen Entscheidungen
– Dinge, die passieren, haben kaum Auswirkungen auf mich
– Keine Bindung zur Welt oder den Personen entsteht
– Inhalte überlappen sich häufig, technisch recht unrund

Technik: 50
Grafik: 67
Sound: 80
Umfang: 56
Gameplay: 41
KI: 5

Spielspaß: 42

  • Story: Du leitest eine Antiterroreinheit und sorgst für Schutz und Ordnung auf dem ganzen Planeten.
  • Frustfaktor: Vielleicht Langeweilefaktor, denn so wirklich was passiert leider nicht.
  • Nachhaltigkeitswert: Leider verpasst Counter Terrorist Agency die Chance, einen Impact zu haben und verliert sich in repetitiven Dingen, die mir keine Bindung bieten.
  • Design/Stil:  Kennst du Plague Inc.? Dann kennst du den Stil des Spiels.
  • Musik und Sound: Ganz nett.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Für 19,99 € ist es definitiv zum aktuellen Zeitpunkt zu viel, was man für Counter Terrorist Agency bezahlt. Zwar ist noch viel geplant, aber aktuell dürfte es nicht mal 10 € kosten.

Offenlegung

Wir haben uns Counter Terrorist Agency auf Steam selbst gekauft.

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Beatrice Vogt
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