The Rainsdowne Players (Switch) im Test – Von Fischen, Tomaten und leeren Flaschen

Stell dir vor, du spielst leidenschaftlich gern Theater, denkst dir selbst Stücke aus und präsentierst sie voller Stolz dem Publikum. Das Publikum liebt dich, dein Stück ist toll – und dann wirst du mit Flaschen beworfen, denen du ausweichen musst. Herzlich willkommen in The Rainsdowne Players! Ich habe mir das Spiel für euch auf der Switch angesehen und verrate euch im Test, ob es sich hierbei eher um einen Verriss oder um eine lobende Kritik handelt.

Theater spielen ist nicht schwer…

In The Rainsdowne Players spielt ihr eine klitzekleine Theatergruppe, die unbedingt zu den besten der Stadt gehören will. Die Truppe will das Publikum für sich gewinnen und geizt dabei nicht mit Ideen. Diese Ideen müssen jedoch zunächst einmal gefunden werden und hier liegt das spannende Übel: Das Publikum wirft natürlich mit dem, was es gerne sehen möchte, nicht unbedingt um sich, sodass es erst einmal eure Aufgabe ist, inspierende Theaterstücke aufzuführen und anschließend den Zuschauern ganz genau zuzuhören. Hat der eine Typ gesagt, dass er sehen möchte, wie der Bär die Hauptrolle spielt? Okay, dann probiert das doch mal aus und sprecht hinterher mit dem Typen. Er wird euch erzählen, wie toll es ist Bärenfleisch zu essen…

Allgemein ist The Rainsdowne Players ein ziemlich schräges Spiel, das mit typischem Indiehumor nur so um sich wirft. Da gibt es beispielsweise einen Oktopus, der eine Karaokebar betreibt, zu der ich mich später noch einmal im Detail äußern werde. Oder eine Katze, die euch von ihrem Leben erzählt. Das ist schon ziemlich cool. Am besten, und das gebe ich ehrlich zu, hat mir jedoch die Yoga Stunde gefallen. Hier hieß es einfach nur, dass ich so lange A drücken soll, bis die Trainerin Stop sagt. Nun, das habe ich getan, und das bedeutet, dass ich sehr lange A drücken musste. Vom restlichen Gameplay kann ich jedoch nicht behaupten, dass es mir in irgendeiner Weise gefallen hat.

… Flaschen werfen dagegen sehr

The Rainsdowne Players haben ein ganz spannendes Gameplay, denn es liegt nicht unbedingt an eurem Talent, wenn die Zuschauer euer Theaterstück doof fanden, sondern nur daran, dass ihr eventuell den Flaschen und Tomaten nicht ausgewichen seid. Während ihr euch also damit beschäftigt, welche Hauptrolle ihr nehmt und wie die Handlung verlaufen wird, ist das Publikum stets damit beschäftigt, euer Stück scheiße zu finden und euch mit Gegenständen zu bewerfen. Ich hatte jetzt noch kein Stück dabei, bei dem das nicht der Fall war. Und hier kommt der Knackpunkt: Beide Charaktere steuert ihr mit dem Steuerkreuz. Denjenigen auf der linken Seite mit dem linken Knopf, den auf der rechten Seite mit dem rechten. Logisch, ja? Hmhm. Hab ich auch gedacht. Bis ich mich immer wieder dabei erwischt habe, dass ich statt auf das Steuerkreuz auf die Schultertasten gedrückt habe. Warum, wo mir doch das Spiel erklärt hat, dass es per Steuerkreuz geht? Es hat sich einfach intuitiver und passender angefühlt.

Der Rest vom Gameplay war… Nun ja. Ich traf in der Karaokebar vom Oktopus auf die Möglichkeit, meine Gesangskünste unter Beweis zu stellen. So ganz ohne Tutorial. Da die Zuschauer immer weniger wurden, vermute ich, dass ich irgendwas falsch gemacht habe, allerdings kann ich euch beim besten Willen nicht sagen, was, da ich dann alles Mögliche probierte und kläglich scheiterte. Und dass passiert gänzlich häufig. An einigen Stellen in The Rainsdowne Players bekommt man eine Erklärung, an anderen wiederum nicht und man wird ziemlich allein gelassen.

Hals- und Beinbruch?

Was ich eine ziemlich coole Idee finde, ist die Möglichkeit, mit den NPC zu sprechen und sie nach ihren Wünschen und Ideen für die Theaterstücke zu fragen. Das ist etwas, was mir sonst ein wenig fehlt, denn hier habe ich die Möglichkeit, genau das zu spielen, was die Leute auch tatsächlich sehen möchten. Schade nur, dass ich eben immer mit Zeug beworfen werde, ganz egal, was ich mache. Das kränkt mich und führt nicht unbedingt dazu, dass ich mich in The Rainsdowne Players wirklich wohlfühle. Ebenso ist der grafische Stil nicht unbedingt meins: In vielen Pixelspielen ist es so, dass wenigstens die Modelle in den “Cutscenes” detailliert dargestellt werden, doch das ist hier der Fall. Die Figuren sind auch dann pixelig – und sogar durch die größere Größe ein bisschen unscharf und verpixelt. Das ist schade und bin ich von solchen Spielen auch nicht gewöhnt. Es ist eine nette Idee, mehr aber auch nicht.

Fazit: Nicht der große Wurf…

Ich habe The Rainsdowne Players im aktuellen Sale auf der Switch für knapp 2 € erworben, doch selbst dafür war es mir fast zu schade. Mir ist der Sinn des Spiels nicht begreiflich: Warum soll ich eine gute Theatergruppe aufbauen und mir Gedanken über das Stück machen, wenn ich am Ende ohnehin mit Flaschen, Tomaten und Papierfliegern beworfen werde? Das ergibt für mich keinen Sinn. Zudem ist das Gameplay auch nicht sonderlich intuitiv, denn man weicht mit dem Steuerkreuz aus. Vielleicht liegt es daran, dass ich Rechtshänderin bin und das Steuerkreuz nun mal auf der linken Seite liegt, jedoch war ich immer wieder versucht, eher mit den Schultertasten irgendwas zu machen. The Rainsdowne Players ist definitiv nicht mein Spiel, aber der Yoga Kurs war super.

Pro Contra
+ Nette Geschichte… – … die jedoch irgendwie absolut nicht passen will
+ Möglichkeiten, eigene Stories zu schreiben – Tutorials nicht immer vorhanden
+ Yoga Kurs – Man hat das Gefühl, ein Loser zu sein
– Pixelgrafik wird zu verpixelt
– Steuerung nicht intuitiv

Technik: 51
Grafik: 45
Sound: 57
Umfang: 65
Gameplay: 39

Spielspaß: 41

  • Story: Du willst eine erfolgreiche Theatergruppe schaffen, wirst dennoch mit Flaschen und Zeugs beworfen. Bemüh dich also gar nicht erst.
  • Frustfaktor: Hoch, dadurch dass man eh irgendwie immer das Gefühl hat, ein Loser zu sein.
  • Wiederspielwert: Verschwindend gering.
  • Design/Stil: Sehr pixelig, mir schon zu pixelig.
  • Musik: Ist auch da.

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