Deiland: Pocket Planet Edition (Switch) im Test

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Das spanische Entwickler:innenstudio Chibig brachte den ersten größeren Titel namens Deiland unter anderem auf den PC, doch der Wunsch war es, den Titel ebenfalls auf die Nintendo Switch zu bringen. Dafür gab es im letzten Jahr eine entsprechende Kickstarter Kampagne, die ich mit Freude unterstützte. Ich schaue mir das nun entstandene Deiland: Pocket Planet Edition in meiner Review etwas genauer an.

Mein eigener kleiner Planet

Deiland: Pocket Planet Edition lässt dich deinen eigenen kleinen Planeten haben, der auf den Namen Deiland hört, haben und führen. Das ist ziemlich cool: Ich kann Pflanzen anpflanzen, Bäume pflanzen oder in der Mine nach Metallen suchen. Es ist eine sehr entspannende Erfahrung für mich, denn im Gegensatz zu Summer in Mara muss ich meinen Planeten nicht verlassen. Ich kann mit meinem Arco einfach ganz entspannt auf meinem Planeten bleiben und hier im Grunde machen, was ich möchte.

Allerdings sind meine Möglichkeiten auch ziemlich beschränkt: Ich pflanze Pflanzen und warte, bis sie reif sind. Ich pflanze Bäume und fälle sie, wenn sie groß sind. Ich suche nach Steinen, um sie zu zerhacken. Manchmal laufe ich auch nur so herum, um nach Pilzen zu suchen. Manchmal werde ich besucht und erhalte dann eine Finde-und-Bringe-Quest. Manchmal besuchen mich Gegner, die ich besiegen soll. Manchmal fallen Meteoriten vom Himmel. Und dann bin ich bereits fertig mit den Dingen, die ich auf meinem Deiland machen kann. Das ist ein wenig sehr schade, denn die Aufgaben sind wirklich schnell an einer Hand abzuzählen – so etwas wie Anpassungen, sodass mein Planet auch mein Planet wird, gibt es leider nicht, um hier noch ein bisschen mehr Abwechslung zu bringen.

Ich schrieb bereits von verschiedenen Quests, die mir die unterschiedlichsten Besucher:innen auferlegen. Diese sind am Anfang relativ leicht zu erledigen, wodurch hier sehr schnell ein gutes Gefühl entsteht. Je weiter du jedoch in der Geschichte voranschreitest, desto herausfordernder werden die Aufgaben und die Dinge, die du den Questgeber:innen geben sollst. So musst du manchmal auf eine andere Jahreszeit warten, um etwas zu pflanzen, oder es wird etwas von einem Monster verlangt, das nur jeden dritten Monsterbesuch auf Deiland landet (so ungefähr). Andere Dinge findest du jedoch auch nicht auf Anhieb auf deinem eigenen Planeten, später im Spielverlauf kannst du auch auf andere Planeten reisen und dort weitere Rohstoffe finden.

Das ist schon ziemlich cool, doch ein bisschen mehr Abwechslung hätte ich mir dennoch gewünscht. Aktuell stellt sich bei mir teilweise ziemlich viel Frust ein, denn die ersten Aufgaben waren wirklich schnell zu erledigen. Jetzt dauert es deutlich länger, etwas zu erreichen. An vielen Momenten kann ich auch nichts tun, weil ich warte, dass irgendwas passiert. Auch hier hätte ich mir einen größeren Flow gewünscht. Häufig muss ich lange warten, bis überhaupt wieder etwas passiert.

Der literarische Hintergrund

Deiland: Pocket Planet Edition basiert lose auf der Erzählung Der kleine Prinz von Antoine de Saint-Exupéry, die bereits im Jahr 1943 erschien. Es erzählt die Geschichte eines kleinen Prinzen, der ganz ursprünglich auf einem winzig kleinen Asteroiden lebte, der kaum größer als ein Haus war. Dort reinigte der Prinz drei Vulkane und sorgte dafür, dass die Affenbrotbäume nicht den Planeten überwucherten und zerstörten. Doch er fühlte sich einsam und machte sich auf zu einer Reise, auf der er verschiedene Leute und Planeten kennenlernte.

Deiland greift diese Idee auf, nur dass der Prinz, also Arco, nicht unbedingt seinen Planeten verlassen muss und möchte, um andere Leute zu besuchen: Die meisten landen per Schiff bei ihm auf dem Kleinplaneten. Er kann zwar andere Planeten besuchen, doch kehrt er immer wieder nach Deiland zurück, denn dort ist sein Zuhause und er fühlt sich verloren, wenn er nicht zurückkehrt. Denn Arco und Deiland sind miteinander verbunden, wodurch er gar nicht wirklich reisen will.

Die Unterschiede und Umsetzung

Deiland: Pocket Planet Edition ist kein neues Spiel, sondern basiert lediglich auf dem Spiel Deiland, das unter anderem für den PC und mobile Endgeräte erschienen ist. Chibig, das Entwickler:innenstudio hinter dem Spiel, wollte jedoch, dass Deiland auch seinen Weg auf die Nintendo Switch findet, weswegen die Kickstarter Kampagne im letzten Jahr ins Leben gerufen wurde.

Unter anderem wurde Bram als Besucher hinzugefügt, der in Summer in Mara eingeführt wurde. Ich habe Deiland auf dem PC gespielt und finde die Überarbeitung für die Switch gut und gelungen, auch wenn ich mir trotzdem mehr Abwechslung gewünscht hätte.

Auch die technische Umsetzung ist gut und gelungen, auch wenn ich mir immer wieder ins Gedächtnis rufen muss, welcher Knopf wofür zuständig ist. Manches ist ein wenig verwirrend gestaltet, aber nach und nach gewöhnt man sich an die Tastenbelegungen. Dennoch kann ich bei der Umsetzung so gut wie nicht meckern: teilweise wurde auf eine ähnliche Tastenbelegung Wert gelegt wie auch schon bei Summer in Mara. Technisch ist es deutlich runder als der genannte andere Titel aus demselben Hause, dennoch gibt es hier und da Kleinigkeiten.

Immer wieder hänge ich an verschiedenen Ecken im Spiel fest, an denen ich gar nicht hängen bleiben sollte. Oder ich gehe in den Kampf mit einem Gegner: Dieser steht allerdings auf einer Anhöhe, sodass alle meine Angriffe ins Leere gehen, während die Gegner sehr fröhlich ihre Angriffe fortsetzen. So gibt es verschiedene Kleinigkeiten, die für ein bisschen Frust sorgen, meistens ist es jedoch technisch recht rund bei mir. Dafür gab es dieselben Übersetzungsfehler wie auch schon bei Summer in Mara, denn regelmäßig kann ich Bäume und Sträucher „schieben“, um Rohstoffe zu erhalten. Gemeint ist damit vermutlich schütteln, aber das sind wirklich nur Kleinigkeiten.

Wie auch schon in der PC Version gibt es auch Wettererscheinungen wie beispielsweise Regen, der über Deiland hinwegzieht. Außerdem wechseln auch die Jahreszeiten, was ich jedoch immer mal ein bisschen seltsam finde. Ich weiß selten, welcher Tag wirklich ist oder wie lange eine Jahreszeit andauert. Dafür wird irgendwann der Bildschirm schwarz und dann ist es eine andere Jahreszeit. Irgendwie hätte ich mir hier die Übergänge netter gewünscht.

Fazit: Entspannender Planet mit wenig Abwechslung

Die Deiland: Pocket Planet Edition für die Switch ist eine entspannende Erfahrung, die jedoch ziemlich schnell an Reiz verliert, denn wirklich viel zu tun auf dem Kleinplaneten gibt es nicht. Das ist sehr schade. Für die meisten neuen Aktivitäten muss ich warten, bis neue Besucher:innen auf meinem Planeten landen oder bis etwas anderes passiert, ansonsten kann ich dazwischen Steine sammeln, doch irgendwann habe ich davon einfach genug. Die Deiland: Pocket Planet Edition ist recht hübsch gestaltet und auch die Umsetzung auf der Switch ist gut gelungen, ebenso überzeugt der Soundtrack.

Wer auf der Suche nach einem ruhigen Spiel ist, in dem man nicht viel machen kann, der ist mit Deiland an der richtigen Adresse – und ein bisschen hilft das auch beim Entschleunigen und einfach mal innehalten, um den Moment zu genießen.

ProContra
+ Kleiner, entspannter Planet– Gameplay nach der Zeit sehr zäh
+ Interessante Geschichte, angelehnt an den Kleinen Prinzen– Kampfsequenzen nicht gut angepasst
+ Schöner, ruhiger Soundtrack– Bei späteren Quests ist nicht klar, woher Rohstoffe kommen sollen
+ Gute technische Umsetzung auf der Switch– Viel Wartezeit, bis es wieder was zu tun gibt
– Quests wenig abwechslungsreich
– Fehler in der deutschen Übersetzung
– Jahreszeiten merkwürdig

Technik: 65
Grafik: 80
Sound: 87
Umfang: 65
Gameplay: 43
KI: 51

Spielspaß: 62

  • Story: Du lebst mit Arco auf Deiland, bewirtschaftest deinen eigenen Planeten und erledigst jede Menge Quests.
  • Frustfaktor: Für mich ist dieser sehr hoch, da ich das Warten zwischen den Dingen, die man machen kann, sehr frustrierend finde.
  • Nachhaltigkeitswert: Deiland gibt es bereits seit einigen Jahren auf weiteren Plattformen. Es wird im Laufe der Zeit vermutlich immer mal wieder Fans haben, die auf das Spiel aufmerksam werden.
  • Design/Stil: Ganz passend, der Startbildschirm ist zudem immer an die aktuelle Jahreszeit angepasst.
  • Musik und Sound: Sehr ruhig und entspannend.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Für 19,99 € finde ich es fast ein bisschen happig. Knappe 15 € hätten es hier auch getan.

Offenlegung

Ich habe die Kickstarter Kampagne zu Deiland: Pocket Planet Edition unterstützt und ein Muster erhalten.

Deiland: Pocket Planet Edition ist für die Nintendo Switch verfügbar.

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Beatrice Vogt
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