Earthlings: The Beginning – Wenn sich die ganze Welt ändert

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Wenn ich nicht gerade spiele, dann lese ich und ich lese wirklich viel. Meistens jedoch im englischsprachigen Jugendbuchbereich, weil mich die Charaktere da einfach mehr ansprechen und die Geschichten so verschieden sind. Zwischenzeitlich verirrte ich mich mal in die „Erwachsenenliteratur für Frauen“ und wurde von Mittdreißigerinnen begleitet, die durch Zufall in Flugzeugen die ganze große Liebe treffen. Zufälligerweise alles nicht so divers und irgendwie alles vorhersehbar. Aus diesem Grund lande ich doch immer wieder in der Jugendliteratur.

Kürzlich bin ich somit auf Earthlings: The Beginning gestoßen, ein Werk, in dem es irgendwie Magie gibt und ein Junge vom Festland für Aufsehen sorgt. So ungefähr lässt sich der Klappentext zusammenfassen. So ganz anders ist das Buch und die beschriebene Welt. Geschrieben hat das Ganze übrigens ein Ray Star und der Titel ist, wie man es bereits vermuten könnte, der erste Band.

Die Welt in Earthlings hat mich direkt zum Nachdenken angeregt und ich denke nicht, dass ich spoilere, wenn ich davon schreibe. Vor einigen Jahren, so das Buch, gab es etwas, das sich The Changing nennt. Und bei diesem Changing haben die Tiere die Fähigkeit bekommen zu sprechen und sich gegen die Menschheit aufgelehnt. Soweit so gut. Angeführt wurde diese Revolution von Kühen und Hühnern, denn davon war die Welt sehr stark besiedelt – schließlich verzichten nur wenige Menschen auf Eier, Hühnchen und Rind-was-auch-immer. Und obwohl der Mensch immer wieder von mehr Tierwohl spricht, fanden das die Tiere in Earthlings jetzt nur semi-optimal. Weswegen sie den Spieß im wahrsten Sinne des Wortes umdrehten, als sie an die Macht kamen.

Menschen leben in Farmen, Frauen hängen an Melkmaschinen. Und wenn die Menschen nicht mehr brauchbar sind oder einfach nur so, dann kommen sie ins Schlachthaus, wo sie zu Nahrung für Hühner und alle anderen Tiere verarbeitet werden. Gefüttert wird den Menschen selbst klassisches nasses und trockenes Tierfutter. Die Protagonistin im Buch ist geschockt darüber, woraufhin ihr einige Tiere erklären, dass sie das nur machen, weil das die Menschen früher mit ihnen so gemacht haben. Und anstatt dass sich die Tiere etwas anderes ausdenken, um sich irgendwie bei den Menschen zu rächen, machen sie einfach exakt dasselbe und sind kein Stück besser als wir Menschen.

Ein kleines bisschen erinnert mich das Ganze an George Orwells Animal Farm, wo die Farmtiere auch an Macht kamen und dabei die ollen Schweine die Herrschaft an sich rissen – „Alle Tiere sind gleich. Einige sind gleicher“. Solche Parolen gibt es zum Glück in Earthlings: The Beginning noch nicht, aber die Hühner sind schon ziemlich nah dran.

Ich persönlich finde sowohl unsere Tierhaltung als auch die Menschenhaltung aus dem Buch nicht in Ordnung. In meiner idealen Welt gibt es Fleisch und Milch genau dann, wenn Tier X gestorben ist und wir dann aus den Resten etwas machen. Dieser übertriebene Konsum und dass es immer Fleisch in den Supermärkten zu kaufen gibt, hat uns erst in genau diese Lage gebracht, die wir gerade haben – und genauso wird es irgendwann auch den Hühnchen in Earthlings gehen. Nur vielleicht mit dem Unterschied, dass sie nicht vom Planeten, sondern vom nächst größeren Tier zerstört werden, denn glücklicherweise gilt in der Buchwelt noch immer das Gesetz des Stärkeren – oder desjenigen, der die größte Anzahl hat wie eben Hühner und Kühe.

Mich hat das Szenario in Earthlings nicht wirklich überrascht, es zeigt nur, wie es auch hätte aussehen können auf unserem Planeten. Wenn eben nicht die Menschen diejenigen wären, die die Macht besäßen, sondern vielleicht ein anderes Tier, das ganz bequem die Erde beherrschen würde. Vielleicht hätten wir dann auch keine Klimakrise. Und vielleicht wären wir dann keine Gefahr für den Planeten geworden.

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Beatrice Vogt
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