Final Fantasy XII: The Zodiac Age (Switch) im Test – Von wahren Abenteuern

Nicht jeder Held wird zu einem solchen geboren. Nicht jeder Held stammt aus einem Königshaus oder ist ein angesehener Blitzballspieler. Manche Helden stolpern einfach in eine Geschichte, die zu groß für sie zu sein scheint. So ergeht es auch Vaan in Final Fantasy XII: The Zodiac Age, das nun auch für die Nintendo Switch verfügbar ist. Ich habe mir den Titel einmal genauer angesehen und gehe – testmäßig – nur auf die technischen Änderungen ein. Ob ihr einen Blick riskieren solltet, verrate ich euch in meiner Review zu Final Fantasy XII: The Zodiac Age auf Nintendos Switch.

Vom Taschendieb zum wahren Helden

Ich bin ein wahrer Fan von Final Fantasy XII und habe es schon damals auf der PlayStation 2 gespielt, deswegen war es für mich naheliegend, den Titel auch auf meiner aktuellen Lieblingskonsole zu spielen. In Final Fantasy XII: The Zodiac Age landet ihr in einer Welt, die sich in einer Art Waffenstillstand befindet und die zuvor vom Krieg gebeutelt wurde. Wir erleben hierbei alles aus der Sicht von Vaan, dessen Bruder nach den Ereignissen des Krieges von ihm  ging. Er selbst ist ein kleiner Taschendieb, der sich mit kleinen Erledigungen für Migelo, einem ansässigen Händler in Rabanstre, über Wasser hält. Doch schon ziemlich bald, nämlich genau dann, als Vaan beschließt, sich in den Palast zu schleichen, wird sein Leben ordentlich auf den Kopf gestellt.

Hier geht die Geschichte erst richtig los. Neben Intrigen und Geheimnissen tauchen auch lang verschollene und verstorbene Charaktere wieder auf und schließen sich Vaans Truppe an, um gemeinsam wieder Frieden über die Welt zu bringen. Eine Welt, die so viel Grausames und Schönes zugleich präsentiert. Die Geschichte in Final Fantasy XII ist nicht mit einem anderen Final Fantasy gleichzusetzen. Ihr seid kein draufgängerischer Prinz, der mal eben einen Roadtrip durchs Land wagt. Kein Blitzballspieler, der die Welt retten möchte. Ihr seid ein ganz normaler Straßenjunge, der im Grunde nichts kann. Parallel dazu erlebt ihr eine Geschichte, in der es um Krieg, Verrat und Intrigen geht, um Macht und Tod.

Viele sagen, dass Final Fantasy XII zu politisch sei, doch für mich persönlich ist es eine Geschichte, die mir eine ganz andere Welt voller Fassetten und Tiefgang zeigt, die ich so nicht gesehen hätte.

Das ist neu!

Ich kenne das Hauptspiel und ich kenne Final Fantasy XII: The Zodiac Age auf der PlayStation 4. Für den Release der Switch und der Xbox One Version wurden jedoch zusätzlich noch einige Änderungen eingeführt. So kann man im Haus des Clans die Jobs direkt wechseln, wenn man mit der Wahl nicht zufrieden ist. Das bedeutet, dass die Lizenzbretter gereinigt und alle LP (Lizenzpunkte) zurückgesetzt werden, sodass man noch einmal neu beginnen kann. Bisher habe ich dieses Feature noch nicht ausprobiert, da ich mit der Wahl meiner Jobs ganz zufrieden bin. Es ist allerdings definitiv ein nettes Feature, wenn man sich wirklich einmal gründlich vertan hat und nicht zufrieden ist. Ebenso kann man mehrere Gambitsets erstellen und zwischen ihnen wechseln. Und wenn man Final Fantasy XII: The Zodiac Age durch gespielt hat, kann man Items und andere Dinge mit in das New Game Plus nehmen, was ein üblicher Schritt bei “aktuellen” japanischen Spielen ist.

Wer nur das Hauptspiel kennt: Es gibt unter anderem auch einen Modus, mit dem man schneller laufen kann, um quasi vorzuspulen, und das Jobsystem wurde dahingehend überarbeitet, dass nun direkte Jobs zugewiesen werden können. Außerdem wurde das Spiel an heutige technische Standards angepasst.

Butter bei die Fische: Wie ist die technische Umsetzung?

So sehr ich die Nintendo Switch wirklich mag, so sehr hatte ich doch meine Bedenken. Die PlayStation 4 (normale Standardkonsole) hatte damals keine Herausforderungen mit der Umsetzung von Final Fantasy XII: The Zodiac Age, doch die Switch ist – rein technisch gesehen – die schwachere Konsole, weswegen meine Bedenken vermutlich gerechtfertigt waren. Doch ich wurde nicht enttäuscht. Während die PlayStation 4 am westlichen Standard für die Belegung der Steuerungsknöpfe festhält, hat man dies bei der Switch Version bei den japanischen Standards belassen. Das bedeutet, dass A im Grunde der X Knopf von der PlayStation ist. Bei den japanischen Spielen ist es in der Regel so, dass A (Switch) und O (PlayStation) für die Bestätigung von Aktionen sind, während B (Switch) und X (PlayStation) für das Abbrechen von Aktionen stehen. Für den Westen wurden viele Spiele angepasst. Viele Spiele auf der Switch halten sich hierbei an das typische japanische Vorbild, doch es gibt auch Spiele wie Nights of Azure 2, die trotz Tasten zum üblichen westlichen Stil gewechselt sind.

Die erste Cutscene ist im Grunde eine Videoaufnahme, doch bereits hier konnte ich im Handheldmodus der Switch keine Schwächen erkennen. Die Szene läuft flüssig und gut, wie man es von einem guten Port erwarten sollte. Auch der Rest schließt sich hier an, sodass auch Kämpfe flüssig von der Hand gehen. Durch die Überarbeitung der einzelnen Modelle gibt es kaum Elemente, die seltsam wirken. Auch in der Nahaufnahme sind die einzelnen Gesichter und Kleidungen wunderschön anzusehen. Es ist eine schöne und gelungene Umsetzung, die zudem mit sehr kurzen Ladezeiten daherkommt.

Was ziemlich cool ist, ist dass man Final Fantasy XII: The Zodiac Age nun problemlos auch unterwegs spielen kann, jedoch muss man hierbei einige matschige Texturen in Kauf nehmen. Wechselt man zurück in den TV Modus (sowohl mit 1080p, als auch auf einem 4K Fernseher) wird das Spielerlebnis deutlich klarer und hübscher. Im Handheldmodus gibt es prinzipiell einen eher unschönen Schleier, der über allem liegt. Das ist ein wenig schade, sollte aber trotzdem nicht davon abschrecken, das Ganze auch unterwegs zu spielen – oder im Bett oder der Badewanne, wo auch immer ihr spielen wollt. Doch wirklich mehr finde ich nicht, was ich technisch am Spiel aussetzen kann.

Fazit: Auch für unterwegs ein wahres Meisterwerk

Schaue ich mir die technische Seite von Final Fantasy XII: The Zodiac Age auf der Nintendo Switch an, finde ich nicht wirklich viel zu meckern. Die Grafik wurde noch ein bisschen im Vergleich zur PlayStation 4 Version überarbeitet, die Ladezeiten verkürzt und das Jobsystem wurde ebenfalls angepasst. Nur, wer wirklich hinguckt, kann technische Mängel entdecken. So ist der Unterschied zwischen dem Handheld- und dem TV Modus wie fast immer recht groß, sodass die Texturen im Handheldmodus schon sehr matschig wirken und als wären sie mit einem Schleier übersehen. Im TV Modus – vor allem aber auf einem 4K Fernseher – sind die Texturen rein und klar und somit auch sehr schön anzusehen. Ich selbst spiele ohnehin lieber im Handheldmodus, also ist es mir – wie auch bei fast allen anderen Spielen – egal, ob es ein wenig matschig ist. Final Fantasy XII: The Zodiac Age bildet einen wunderschönen Einstieg in die Reihe auf Nintendos neuester Konsole und ist ein Must-Have für Fans der Reihe oder jenen, die noch nie die Möglichkeit hatten, diesen wunderbaren Titel spielen zu können. Megaklare Kaufempfehlung meinerseits.

Pro Contra
+ Schöne Überarbeitungm kurze Ladezeiten – Texturen sind manchmal matschig
+ Nette Neuerungen – Unterschied zwischen TV und Handheld Modus relativ groß
+ Gutes Debüt auf Nintendo Switch
+ Hervorragende Story

Technik: 92
Grafik: 85
Sound: 92
Umfang: 98
Gameplay: 94

Spielspaß: 97

  • Story: Eine Geschichte voller Intrigen und politischen Entscheidungen, in die ihr als Straßenjunge Vaan hineinstolpert und vom Taschendieb zum wahren Held werdet.
  • Frustfaktor: Es ist ein JRPG, wer also nicht trainiert, wird so oder so Herausforderungen haben.
  • Wiederspielwert: Mit sehr vielen Spielstunden vielleicht nicht unbedingt direkt gegeben.
  • Design/Stil: Man orientiert sich am menschlichen und teils realistischen Stil, punktet jedoch mit vielen Rassen, die von Tieren inspiriert sind.
  • Musik: Hervorragend!

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