Florence (Switch) im Test – Die Liebe ist eine zarte Blume

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Manche Videospiele sollten mehr wie Jugendromane sein und auch einmal Geschichten mit Herz erzählen. So wie es das Entwicklerteam Mountains mit Florence gemacht hat, das von der ersten großen Liebe erzählt. Ich habe mir den Titel für euch auf der Nintendo Switch angesehen und verrate euch, ob ich mein Herz daran verloren habe.

Die Einsamkeit der Erwachsenen

Jeder, der mit uns versucht, erwachsen zu werden, kennt das. Man ist 25, sollte eigentlich seinen Weg im Leben gefunden haben – zumindest wenn man das den älteren Erwachsenen so glauben möchte – und vor allem einen Partner. Bei Florence ist das allerdings anders, bzw. fast schon normal, wenn man sich die heutige Entwicklung anschaut. Sie ist 25, ihr Leben ist grau und trist, denn sie hat nicht das gefunden wonach sie gesucht hat, bis sie eines Tages Krish trifft. Krish ist ein Musiker und träumt davon, die ganz große Karriere zu machen, während Florence einfach nur aus ihrem Alltag möchte und ganz heimlich den Wunsch hegt, Malerin zu werden.

Ich folge in Florence den beiden. Erlebe, wie sich kennenlernen, verlieben, gemeinsame Wege gehen, getrennte Wege gehen und dabei sich selbst wiederfinden. Florence erzählt auf zauberhaft simple Weise eine Geschichte, die zwar kaum Tiefgang bereithält, dafür aber umso mehr ans Herz geht. Zum Ende hin habe ich hinter jedem neuen Bild gehofft, dass Krish wieder auftaucht, dass sie es noch einmal versuchen – wurde jedoch aufs Positive enttäuscht.

Die Geschichte wird in Florence ohne Stimmen oder Sprache erzählt, dafür aber durch Bilder und einen phänomenalen Soundtrack. Es gibt nicht unbedingt viel zu tun, um die Geschichte voranzutreiben, doch dazu erzähle ich euch gleich mehr. Da einzige, was ich wirklich als großen Negativpunkt ansehe, ist die Länge des Spiels. Ich war mit Florence nach etwa 40 Spielminuten durch, es gibt keine Entscheidungen, die ich treffen kann und keine Herausforderungen. Es ist zwar eine zauberhafte Geschichte, ich bin mir allerdings sehr sicher, dass dies nicht ausreicht. Dafür punktet Florence bei den Charakteren, denn obwohl nicht gesprochen wird und auch sonst keinerlei Erzählungen sichtbar sind, sind die beiden Hauptcharaktere wirklich greifbar und gut erklärt. Hervorragende Leistung.

Liebe finden und behalten

In Florence begleiten wir Florence und Krish während ihrer gesamten Beziehung, dabei steuere ich wichtige Dinge entweder per Touchsteuerung oder mit Stick und den restlichen Tasten. Hierbei muss ich mich nicht einmal entscheiden, sondern kann stets das wählen, was ich am liebsten benutzen möchte. Die Steuerung ist wirklich sehr intuitiv und hilft mir in vielen Situationen, alles ein kleines bisschen besser zu verstehen. Deswegen finde ich die Umsetzung auf der Switch sehr gelungen. Florence wurde ursprünglich für Smartphones entwickelt, das merkt man deutlich, passt allerdings hervorragend zur Switch. Es gab keinen Moment, in dem mich die Steuerung ärgern wollte.

Das Konzept von Florence ist frisch und abwechslungsreich. Zwar greifen die Entwickler auf dieselben Mechaniken zu, doch wirken sie zu jeder Zeit passend und nicht übertrieben. Ich hätte mir nur ein paar mehr Entscheidungen gewünscht, damit ich einen Grund habe, nochmal ins Spiel zurückzukehren. Dennoch ist Florence eine zauberhafte Idee, wunderbar inspiriert und hervorragend umgesetzt.

Fazit: Ich fühle mit dir, Florence!

Florence erzählt die zauberhafte Geschichte der ersten Liebe. Ich beobachte, wie die Liebe wächst und wächst, verblasst und verblasst und bin stets ein Teil dieser schönen und herzzerreißenden Geschichte. Ich habe mit Florence die ganze Zeit über gefühlt und stets gehofft, dass sich etwas ändert, weswegen es schade ist, dass ich keinen Einfluss auf die Geschichte habe – und dass Florence nach knapp 40 Minuten schon vorbei war. Ich wollte mehr von dieser Geschichte, mehr mit Florence erleben, von der ich nun glaube, alles zu wissen, da die Charakter wunderbar gemalt wurde. Florence ist eine wunderbare Geschichte für zwischendurch, die so zart wie eine Blume ist und doch so mächtig wie ein Orkan. Denn die erste Liebe vergisst man nie.

ProContra
+ Zauberhafte Geschichte– Knapp 40 Minuten kurz
+ Phänomenaler Soundtrack– Keine Entscheidungen
+ Young Adult Story
+ Gute Charaktere
+ Wunderbar eingängige Steuerung
+ Keine Einschränkungen in der Steuerung

Technik: 91
Grafik: 95
Sound: 98
Umfang: 82
Gameplay: 88

Spielspaß: 94

  • Story: Ihr erlebt die erste Liebe, von Anfang bis Ende.
  • Frustfaktor: Absolut nicht vorhanden.
  • Nachhaltigkeitswert: Ich hoffe, dass es nachhaltig bleibt, bin mir aber absolut nicht sicher. Bei mir wird Florence immer einen Platz in meinem Herzen haben.
  • Design/Stil: Zauberhafter Stil, der an Comicbücher erinnert.
  • Musik und Sound: Ein phänomenaler Soundtrack!
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: 5,49 € finde ich für die Länge des Spiels fast ein bisschen hoch angesetzt, vom Inhalt her an sich passt es jedoch.
  • Akkuverbrauch: Florence benötigt für einen Spieldurchlauf von 40 Minuten etwa 13 % einer Akkuladung.

Offenlegung

Wir haben uns Florence für die Switch selbst gekauft.

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Beatrice Vogt
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Pryja

Sehr schne Review. Ich selbst kenne es vom Handy schon und liebe Florence einfach. Die Geschichte ist so mitfühlend und einfühlsam, dass auch ich mir immer wieder wünsche, dass es länger geht.

Mit dem Punkt, dass man keine Entscheidungen treffen kann, gehe ich nicht ganz mit. Welche Entscheidungen sollen denn getroffen werden können? Dass Sie nicht mit Krish spricht? Aber das ist doch der Sinn der ganzen Story und würde auch alles ganz schön ändern, was dann auch nicht schön wäre.

Aber sonst sehr schön geschrieben.