Forgotten Fields (PC) im Test – Von Aufbruch, Inspiration & Erinnerung

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Mit Forgotten Fields veröffentlicht Armaan Sandhu mit seinem Studio Frostwood Interactive das zweite Spiel nach Rainswept. Während man im Erstling einen Kriminalfall aufklärte, folgst du diesmal dem Autoren Sid auf einer Reise – irgendwie muss er mit dieser seine Schreibblockade besiegen, die ihn beim gerade Mal zweiten Buch schon heimsucht. Ich habe den Titel gespielt und verrate dir in der Review, warum du diese Reise absolvieren solltest.

Zwischen Erinnerung und Aufbruch

Forgotten Fields erzählt eine Geschichte von Motivation und Inspiration – aber noch so viel mehr. Es erzählt auch davon, wie schwierig es manchmal ist, Dinge loszulassen – und wie nötig es doch ist. Vor allem aber beginnt alles mit einem Problem, das ich selbst nur zu gut kenne: Du sitzt am Rechner und zerbrichst dir den Kopf über eine Aufgabe oder über einen kreativen Erguss, den du noch zu Papier bringen musst – unter Zeitdruck.

Du kommst einfach nicht voran, die Deadline oder dein selbst gestecktes Ziel rückt immer näher, doch du schaffst es einfach nicht. Doch vielleicht wäre die Lösung einfach: Einfach mal raus gehen, einen Spaziergang machen oder doch Zeit mit Freunden zu verbringen.

Forgotten Fields inszeniert das gut: Der mittlerweile recht tageslichtscheu gewordene Sid muss erkennen, dass die Inspiration vielleicht da draußen wartet – und dass nach etwas Abwechslung die Ideen viel besser zu fließen beginnen als die Wochen und Monate zuvor im stillen Kämmerlein.

Der Anfang: Die Schreibblockade.

Spielerische Vielfalt

So kreativ wie die Ideen, die da draußen warten, ist auch das Gameplay: In die rund zweistündige Spielzeit hat Frostwood Interactive viele verschiedene Elemente gepackt. Man führt mit Sid recht viele Gespräche mit anderen Figuren, doch zwischendurch gibt es genügend Auflockerungen. Dabei warten auch klitzekleine Rätsel – doch in erster Linie ist es entscheidend, dass du die Dialoge in Forgotten Fields aufmerksam liest. Ansonsten musst du die nötigen Objekte in den (überschaubaren) Gebieten eben selbst suchen.

In den schön abwechslungsreichen und sehr atmosphärischen Schauplätzen verstecken sich auch manche Geheimnisse – zusätzliche Aktivitäten, die man machen kann, aber nicht muss. Auch ein paar Entscheidungen kann man zwischendurch treffen. Eine davon liefert zwei Steam Errungenschaften, was über alle Errungenschaften hinweg etwas inkonsequent ist – aber immerhin ist diese Entscheidung direkt am Anfang vom Spiel.

Doch was mich am meisten fasziniert: Forgotten Fields repräsentiert seine Botschaft über Inspiration und Motivation gleich auf doppelte Weise, denn nicht nur inhaltlich mit einer guten Geschichte, sondern es bietet sich auch selbst als Medium zum Entspannen an. In mehreren der Umgebungen kann man auch einfach mal Pause machen und entspannen – möglich wird das auch durch die großartige Musikuntermalung und die extrem passenden Soundeffekte. Vor allem eine Szene am Strand, über die Armaan schon vorher ausführlich berichtet hatte, hat es mir da angetan.

Im Übrigen verfolgst du in Forgotten Fields nicht nur Sids Reise, sondern auch die seiner Romanfigur. Du bekommst live mit, wie sich nach und nach in Sids Kopf die Geschichten spinnen – und woher die Inspirationen auch aus seinem echten Leben kommt. Ich glaube, das ist sehr gut dargestellt und macht super deutlich, wie die Ideenfindung bei Autor:innen funktioniert.

Manche Schritte sind holprig

Was mich immer wieder etwas auf dieser Faszination und der gelungenen Reise herausreißt: Technisch ist Forgotten Fields noch nicht ganz ausgereift. Die Steuerung zeigt sich grundsätzlich etwas schwammig, vor allem, was die teils automatische Steuerung der Kamera betrifft. Doch noch viel mehr gibt es ein paar ärgerliche Bugs: Die eigene Figur wie auch NPCs verfangen sich gerne an Objekte, was Dialoge manches Mal witzig bis skurril macht.

Manchmal funktioniert das Rennen nicht richtig, Forgotten Fields vergisst die richtige Beleuchtung und mit klaren Abgrenzungen von Objekten nimmt es die Engine ohnehin nicht so genau. Mir ist kein Bug begegnet, der einen am Fortschritt hindert, aber dennoch gibt es für die circa zwei Stunden Spielzeit, die übrigens völlig angemessen ist, etwas zu viele offensichtliche Fehler – die eigentlich auch dem Tester hätten auffallen müssen.

Die gute Nachricht: Ein Update für Forgotten Fields wurde bereits veröffentlicht, wenige Minuten, nachdem ich das Spiel abgeschlossen hatte. Die Fixes listen aber noch längst nicht alle Fehler, die mir im Spiel aufgefallen sind. Ich denke, dass sich da in Zukunft noch einiges tut, um die Reise nicht nur inspirierend, sondern auch noch etwas weniger hakelig zu machen.

Fazit: Eine inspirierende Reise

Forgotten Fields ist ein grandioses Feelgood Spiel für verregnete Tage: Nimm dir zwei Stunden Zeit, mach dir einen Tee, und begleite den Autor Sid auf seiner Reise zu neuer Inspiration. Dabei lernst du nicht nur ihn, sondern auch seine Romanfigur kennen – und Forgotten Fields erzählt gleichzeitig auch vom Loslassen und Erinnern. Gestützt wird diese Geschichte durch atmosphärische Schauplätze, die nicht nur optisch gut gestaltet, sondern auch von einer tollen Soundkulisse untermalt werden. Weniger überzeugend ist aktuell noch der technische Zustand: In den rund zwei Stunden Spielzeit gibt es einige skurrile bis ärgerliche Fehler und insgesamt fühlt sich auch die Steuerung nicht besonders rund an. Hier wünsche ich mir noch einige Verbesserungen – vor allem, wenn ich auch an mögliche künftige Versionen denke. Über eine Switch Version von Forgotten Fields würde ich mich super freuen.

ProContra
+ Inspirierende und vielfältige Geschichte– Steuerung sehr hakelig
+ Realistische Darstellung des (Autor:innen)Lebens– Einige ärgerliche Bugs
+ Großartige Soundkulisse
+ Grandiose Atmosphäre
+ Angemessene Spielzeit

Technik: 80
Grafik: 83
Sound: 95
Umfang: 84
Gameplay: 73
KI: 66

Spielspaß: 90

  • Story: Forgotten Fields erzählt gekonnt und vielfältig von der Schreibblockade eines Autors – doch letztlich von nichts anderem als dem Leben.
  • Frustfaktor: Grundsätzlich nicht vorhanden – entsteht teilweise durch die bockige Steuerung.
  • Nachhaltigkeitswert: Forgotten Fields ist ein Wohlfühlspiel – und wird mich vermutlich in einiger Zeit dazu motivieren, es nochmal zu spielen.
  • Design/Stil: Sehr gelungen.
  • Musik und Sound: Sound und Musik passen herausragend – nur der eine oder andere Soundeffekt tanzt etwas aus der Reihe.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Die 10,79€ ist Forgotten Fields für mich absolut wert.

Offenlegung

Ich habe Forgotten Fields bei Kickstarter unterstützt und habe im Rahmen dessen das Spiel erhalten.

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Manuel Eichhorn
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