Hyrule Warriors Definitive Edition (Switch) im Test – Das aktuell beste Warriors

Ich habe mich wirklich sehr gefreut, als Nintendo Hyrule Warriors Definitive Edition für die Nintendo Switch angekündigt hat. Der Titel ist aus Wii U- und sogar 3DS-Zeiten als starker Vertreter der Warriors Reihe in Erinnerung geblieben. Etwas Skepsis blieb nur wegen der technischen Seite – wie gut die mittlerweile dritte Auflage der ersten Kollaboration zwischen Omega Force und Nintendo jedoch wirklich ist, erfahrt ihr in unserem Test.

Die vollständige Erfahrung

Kein Geheimnis: Hyrule Warriors Definitive Edition ist die vollständigste Fassung des Titels, die man bekommen kann. Sie enthält alle jemals als DLCs und in der 3DS-exklusiven Version Hyrule Warriors Legends veröffentlichten Inhalte – neue gibt es dagegen nicht, mit Ausnahme zweier neuer Kostüme, denn Link und Zelda dürfen auch in ihren Klamotten aus The Legend of Zelda: Breath of the Wild gespielt werden.

Was ganz klar gesagt werden muss: Wenn einem die Massenschlachten nicht langweilig werden, ist man mit Hyrule Warriors Definitive Edition wirklich unzählige Stunden beschäftigt. Das liegt weniger am Legendenmodus, also dem Storymodus, sondern in erster Linie am Abenteuermodus, der gleich doppeltermaßen interessant ist.

Im Abenteuermodus in Hyrule Warriors Definitive Edition bewegt ihr euch mit Link oder einer anderen Figur über Karten, die optisch an die klassischen 2D-Zeldatitel angelehnt sind. Ganze neun solcher Karten gibt es – und jede davon bietet eine unheimlich große Auswahl an Schlachten. Spielerisch bietet der Abenteuermodus dabei viel Abwechslung, denn die Schlachten bieten verschiedene Aufgaben – Zeitschlachten, besondere Karten, auf denen man innerhalb kurzer Zeit nur Bossgegner erledigen muss oder auch “Rätsel”, das heißt es werden euch verschiedene Fragen gestellt und ihr müsst jeweils den richtigen Gegner angreifen oder die richtige Aktion ausführen – cool!

Durch den Abenteuermodus enthält Hyrule Warriors Definitive Edition auch Elemente, die man so nicht in anderen Warriors Titeln sieht, denn auch auf den 2D Karten an sich sind Interaktionen möglich. So sind zusätzliche Belohnungen versteckt, die man mittels Itemkarten aufdecken muss – erst kann man den Ort der Belohnung mit dem Kompass identifizieren, um dann beispielsweise mit einer Kerze den entsprechenden Baum abzubrennen, um eine Treppe freizulegen. Sehr cool und unter anderem dadurch bekommt Hyrule Warriors Definitive Edition einen Abenteueraspekt, der dem Spiel wirklich guttut. Außerdem sind die Karten von bisherigen Ablegern der Zelda Reihe inspiriert und warten mit entsprechenden Herausforderungen oder Gameplaykniffen auf.

Die Karten im Abenteuermodus beschäftigen eine ganze Weile – und bieten Abwechslung.

Massenschlachten – alles beim alten?

Auf dem Schlachtfeld an sich wartet Hyrule Warriors Definitive Edition natürlich nicht mit großen Überraschungen auf – vor allem, wenn man die bisherigen Fassungen des Titels schon kennt. Allerdings kommt auch hier der Abenteueraspekt immer wieder zum Tragen: Durch das direkte Aufleveln der Figuren und dadurch, dass immer mal wieder ganz im Stile von The Legend of Zelda Truhen inklusive Rendersequenz geöffnet werden, kommt immer wieder an wenig RPG Feeling auf – nur, dass die Anzahl der Gegner eben viel, viel höher ausfällt als in der eigentlichen Spielereihe.

Erfrischend sind bestimmte Elemente auf den Maps oder Gegnertypen, die sich einfach mit Draufkloppen besiegen lassen. Zwar funktionieren diese Gegner immer wieder gleich und lassen sich mit einem der Items wie Bogen, Bumerang oder Bomben lahmlegen, aber dadurch ist Hyrule Warriors Definitive Edition wesentlich weniger Buttonsmashing als andere Warriors Spiele.

Altbekannte Schwächen der bisherigen Fassungen bleiben natürlich auch erhalten: So geht der Überblick hin und wieder leicht verloren und es wird mitunter ganz schön stressig, wenn man alleine spielt. Tatsächlich habe ich auch in der Hyrule Warriors Definitive Edition öfter das Wörtchen “Niederlage” gesehen, als in anderen Warriors Spielen zusammen. Das liegt zwar auch daran, dass ich im Abenteuermodus ein wenig experimentiert habe und Maps gespielt habe, die einfach ein wenig zu schwer für mich waren, trotzdem ist Hyrule Warriors aber stellenweise etwas schwieriger als andere Spiele aus dem Hause Omega Force.

Jup, es gibt viele Gegner.

In voller Pracht – sogar im Koop!

Ganz ehrlich: Skeptisch war ich wirklich, was die technische Seite von Hyrule Warriors Definitive Edition angehen würde. Die Wii U Version war zwar im Einzelspielermodus recht beeindruckend, im Koopmodus sind Detailgrad oder Framerate aber so sehr in die Knie gegangen, dass es ganz schön nervte. Auf der Switch dagegen hatte sich Omega Force mit Fire Emblem Warriors jetzt auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert, vor allem durch den Koopmodus, in dem man mal eben kaum Gegner sieht.

Alle Sorgen umsonst, Hyrule Warriors Definitive Edition fetzt auf der Switch wirklich. Das ist ein großes Lob und ich wünsche mir, dass alle Spiele von Omega Force in Zukunft so gut optimiert werden. Optisch ist das Spiel wirklich nicht so schlecht, die Framerate ist auch im Koop in den meisten Situationen stabil und das Beste: Man sieht die Gegner! Pop-Ups in den Gegnermengen gibt es zwar, sie beeinflussen aber nicht das Gameplay und mit jedem Angriff kann man mehrere Gegner treffen. Auch im Koop ist es kein Problem, nach einer Sitzung ein paar Tausend KOs auf dem Counter zu haben. Gut gemacht!

Im Detail fallen teils einige unschöne Pop-Ups in der Umgebung in der Ferne auf, aber dieses Problem kennt man auch aus allen Omega Force Spielen. Insgesamt ist Hyrule Warriors Definitive Edition aber das technische stärkste Warriors Spiel, das man derzeit bekommen kann.

Der Koop-Modus an sich ist somit auch rundum gelungen und wurde gegenüber des Originals auf Wii U wesentlich aufgewertet. Kleiner Punktabzug: Spieler 2 bleibt nicht dauerhaft im Spiel, sondern muss nach jeder Schlacht neu eingeladen werden. Ob das praktisch oder nicht, muss jeder für sich entscheiden, wir finden es eher nervig.

Sogar der Koopmodus macht eine richtig gute Figur auf der Switch.

Fazit: Ein gelungener Auftritt

Hyrule Warriors Definitive Edition ist für mich der in diesem Jahr bislang stärkste Nintendo Switch Exklusivtitel – ich habe einfach unheimlich viel Spaß an den Massenschlachten, die in diesem Fall nicht nur technisch äußerst rund umgesetzt sind, sondern auch einen echten Abenteueraspekt aufweisen und durch viele Dinge aufgelockert werden und über die übliche Kost hinausgehen. Der Abenteuermodus ist gut gelungen und erstaunlich umfangreich. Und ja, diese Definitive Edition ist auch eine, die ihren Namen verdient. Man enthält nicht nur die mit Abstand beste Version von Hyrule Warriors, sondern auch den besten Warriors Titel derzeit am Markt.

Wertung

Technik: 85
Grafik: 83
Sound: 85
Umfang: 100
Gameplay: 85
KI: 71

Spielspaß: 85
Einzelspieler/Koop

  • Story: Die Geschichte rund um die Rettung Hyrules und der Einbezug der verschiedenen Helden wird in synchronisierten Zwischensequenzen erzählt. Für Fans der Reihe interessant, für ausschließliche Massenschlachtenfans kann sie auch in den Hintergrund treten.
  • Frustfaktor: Stellenweise vorhanden – das Spiel ist stellenweise auf jeden Fall schwieriger als andere Warriors Titel, auch, weil von den Aufgaben her viel abverlangt wird.
  • Wiederspielwert: Das Spiel unterhält wirklich lang und man kann unzählige Stunden investieren – genügend Abwechslung ist auch vorhanden, das es nicht immer nur um das Schnetzeln vieler Gegner geht.
  • Design/Stil: Die Maps sind recht gut gelungen und stimmungsvoll. Die Schauplätze erkennt man wieder. Auch innerhalb des Spieles, weil sie sich doch häufiger wiederholen, v.a. abseits des Legendenmodus.
  • Musik: Der Soundtrack ist gut gelungen, bietet aus The Legend of Zelda bekannte Soundeffekte und untermalt das Geschehen gut.
ProContra
+ riesiger Umfang- Mitspieler nicht dauerhaft eingeladen
+ motivierender Abenteuermodus- Stellenweise unübersichtlich
+ viele verschiedene Kämpfer- Ab und zu unschöne Pop-Ups
+ gelungenes Aufleveln der Figuren- Alleine teils recht chaotisch
+ Technisch weitestgehend rund- Maps wiederholen sich
+ Gelungener Soundtrack
+ Gegner/Objekte mit Schwächen

Screenshots

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