Lifeless Planet: Premier Edition (Xbox One) im Test – Alleine auf einem fernen Planeten

Stage 2 Studios schickt, ein knappes Jahr nach dem PC-Release, nun auch Spieler auf Xbox One auf eine einsame Mission auf einem fremden Planeten. Entstanden ist Lifeless Planet größtenteils unter der Regie eines einzelnen Entwicklers, nämlich David Board. Die Xbox One Fassung erscheint mit dem Zusatz Premier Edition – Ob der Ausflug ins All überzeugt, verrät unser Test.

Allein, allein…?

Irgendetwas geht bei dieser Mission mächtig schief: Im Vorfeld des Aufbruchs waren sich die Forscher sicher, einen Planeten voller Leben vorzufinden… Doch es gibt: Nichts. Nach einer Weile: Spuren menschlichen Lebens, vernichtet von einer Macht, die offenbar unter der Planetenoberfläche lebt. Zusätzlich entdeckt ihr grüne Spuren, die offenbar zu einem Lebewesen gehören – Und den Weg durch die unwirtliche Gegend weisen. Mit der Zeit deckt ihr auf, um wen es sich bei diesem Lebewesen handelt.

Lifeless Planet: Premier Edition schickt euch ausnahmslos durch ziemlich lineare Levels, die aber dennoch groß genug sind, damit es etwas zum Erkunden gibt. Je nach Vorgehensweise kann man sich durchaus auch mal verlaufen. Verteilt über die Levels sind natürlich obligatorische Sammelobjekte, sodass man vom Umschauen auch etwas hat. Eine besondere spielerische oder inhaltliche Relevanz haben die Sammelobjekte aber nicht, sehr wohl erklären sie aber Details über den Planeten, die interessant sein können.

Den Weg zu finden ist in Lifeless Planet: Premier Edition prinzipiell kein Problem, denn zur Not gibt es ja die grünen Spuren, denen man folgen kann. Hin und wieder ist man aber doch überrascht, wie verwirrend einige Orte sein können. Dass sich Vieles mitunter ähnlich sieht, ist kein Mangel am Spiel, sondern nun mal Tatsache auf so einer Planetenoberfläche. Man findet aber dennoch schnell heraus, wenn man falsch gelaufen ist, denn sieht man eine Stelle zum zweiten Mal, sollte man wohl lieber umkehren.

Bild

Grüne Spuren weisen auch in der Dunkelheit den Weg.

Dichte Atmosphäre, geringe Glaubwürdigkeit

Lifeless Planet: Premier Edition kommt vollkommen ohne Kämpfe aus – Den wesentlichen Teil bilden Erkundungsaspekte, durch die man interessante Details zur Story und damit über die gescheiterte Expansion der Menschen auf den Planeten erfährt, viele Jump’n’Run-Einlagen und einige sehr leichte Rätselpassagen, die ruhig zahlreicher und auch ein wenig anspruchsvoller hätten ausfallen dürfen.

Lifeless Planet: Premier Edition leistet eine sehr gute Arbeit darin, eine tolle Atmosphäre aufzubauen. In erster Linie ist dafür die starke Musikuntermalung zuständig, die an den richtigen Stellen greift, zudem vermitteln die Schauplätze sowohl Vertrautheit, da der Planet bereits von Menschen besiedelt war, als auch Ungewissheit und das Gefühl von Gefahr, da wohl etwas Großes unter der Oberfläche lauert.

Leider wird nicht viel in Lifeless Planet: Premier Edition dafür getan, die Umgebung auch glaubwürdig zu gestalten: Zum einen wird man von der ach so mächtigen, unter der Oberfläche lebenden Macht nie überrascht, sondern sie ragt nur an deutlich erkennbaren Stellen aus dem Boden, während einem gleichzeitig vermittelt werden soll, dass die zuvor dagewesenen Menschen von dem unberechenbaren Wesen zugrunde gerichtet wurden. Zum anderen gibt es auch die Notwendigkeit Sauerstoff zu sammeln, aber nur an Stellen, an denen das Spiel das gerade vorsieht, nämlich in genau drei Levels. Abseits dieser Passagen kann man beliebig viel Zeit verbringen, ohne dass einem der Sauerstoff ausgehen würde. Genau so findet man an ebenso vielen Stellen zusätzlichen „Treibstoff“ für das Jetpack, um höher und weiter springen zu können – Sind die entsprechenden Sprungpassagen geschafft, geht dieser Treibstoff wie durch ein Wunder sofort aus und es ist wieder nur der normale Sprung möglich.

Bild

Endlich! Da vorne gibt’s Sauerstoff. Leider sind solche Dinge immer gescriptet.

Technische Ärgernisse

Zu den inhaltlichen Unzulänglichkeiten in Lifeless Planet: Premier Edition gesellen sich auch einige technische Ärgernisse, die kleine Spielspaßeinbußen bescheren. So ist die Framerate an einigen Stellen sehr instabil, was glücklicherweise nie wirklich störend ist. Schwerwiegender ist die teilweise sehr hakelige Steuerung, die das Vorankommen in manchen Situationen nicht gerade erleichtert. Zusätzlich kann es durchaus mal vorkommen, dass man in eine Felsspalte stürzt, aus der man sich nicht mehr befreien kann – Da hilft nur das Zurücksetzen zum letzten Checkpoint.

Grafisch macht Lifeless Planet: Premier Edition nicht unbedingt was her, überzeugt aber mit seinem sehr stimmigen Stil, die den Charakter des Planeten und die dichte Atmosphäre sehr gut unterstreicht. Die schon erwähnte sehr gute Musik rundet das Ganze ab.

Wer sich für Lifeless Planet: Premier Edition Zeit lässt, wird ungefähr fünf bis sechs Stunden mit dem ersten Durchgang beschäftigt sein. Wenn man nur zielgerichtet den grünen Hinweisen nachläuft, ist das Abenteuer schon in knapp unter vier Stunden vorbei, aber man hat auf dem Weg nicht nur interessante Details zur Story, sondern auch die meisten der recht leichten Erfolge verpasst, die sich hauptsächlich aufs Sammeln beziehen – Inklusive aller möglicher Todesarten.

Bild

Technisch eher Einheitsbrei.

Fazit: Gelungene Erkundungsmission mit Abstrichen

Lifeless Planet: Premier Edition ist eine insgesamt sehr stimmige Erkundungsmission, die mit viel Atmosphäre und einer interessanten Story punktet, die man sich selbst zusammensammeln muss, die aber gleichzeitig keine großen Highlights bietet und deren Spielwelt ebenso atmosphärisch wie leider auch unglaubwürdig ist. Dass man Sauerstoff nur an fest vorgegebenen und gescripteten Stellen sammeln muss und die angeblich gefährlich vernichtende Macht auf dem Planeten eben überhaupt nicht gefährlich ist, gehört zu den enttäuschenden Aspekten von Lifeless Planet: Premier Edition.

Dennoch – oder gerade deshalb – schlägt man sich aber bis zum Ende der Mission durch und genießt dabei die positiven Seiten des Spieles, zu denen auch die gute Musikuntermalung gehört. Lifeless Planet geht es eben nicht um großartiges Gameplay, sondern das Erzählen einer guten Geschichte, und das macht es gut. Der Preis von 19,99€ für Lifeless Planet: Premier Edition ist durch die fehlenden Highlights aber ziemlich grenzwertig – Und während wir das Spiel durchaus empfehlen, würden wir gleichzeitig dazu raten, auf das erste Sonderangebot im Xbox Store zu warten.

Pro Contra
+ Interessante Geschichte – Insgesamt eher unglaubwürdige Spielwelt
+ Sehr dichte Atmosphäre – Einige Mängel bei der Steuerung
+ Geniale Musikuntermalung – Probleme mit der Framerate
+ Gute Umgebungen und überzeugender Stil – Insgesamt zu wenige Highlights

Technik: 68

  • Grafik: 60
  • Sound: 93
  • Umfang: 60
  • Gameplay: 58

Spielspaß: 72

Einzelspieler

  • Story: Eine interessante Geschicht rund um größenwahnsinnige und gescheiterte Pläne der Menschheit, die man sich großteils über Logs und Audiodaten selbst sammeln muss.
  • Wiederspielwert: Mäßig. Die einmalige Erkundung ist in rund fünf Stunden abgeschlossen. Wer sämtliche Erfolge haben will, muss Lifeless Planet maximal drei Mal durchspielen.
  • Frustfaktor: Sehr gering, stellenweise aber durch Steuerungsmängel vorhanden.
  • Design/Stil: Der Stil ist insgesamt sehr stimmig und unterstreicht die gute Atmosphäre. Technisch bestenfalls Mittelmaß.
  • Musik/Sound: Die Musikuntermalung ist großartig und sorgt für die gute Atmosphäre.

Information: Lifeless Planet: Premier Edition wurde uns freundlicherweise von Stage 2 Studios zur Verfügung gestellt.

Wie gut hat dir der Beitrag gefallen?

Klicke auf einen der Daumen.

Durchschnittsdaumen: / 5. Bisher abgegebene Daumen:

Du findest uns nützlich?

Dann folge uns doch in den sozialen Netzwerken!

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei