MeiQ: Labyrinth of Death (PS Vita) im Test – Einmal Weltrettung, bitte?

Das mit der Weltrettung ist ja immer mal so eine Sache. Meistens gibt es seltsamerweise genau einen Auserwählten, der eigentlich zu Beginn nichts auf dem Kasten hat, der aber aus irgendeinem Grund eben auserwählt wurde, um die Welt vor dem drohenden Untergang zu retten. Wenn man dann auch noch den Weltuntergang, bzw. die Weltrettung in einem Dungeon Crawler verpackt, dann hat man MeiQ: Labyrinth of Death für die PlayStation Vita. Wir verraten euch in unserem Test, ob sich der Titel lohnt oder ob ihr lieber die Finger davon lassen solltet.

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Turmbesteigung

MeiQ: Labyrinth of Death gehört zu einer neuen Projektreihe vom japanischen Entwickler Compile Heart, in der es im Grunde darum geht, die Welt mithilfe von schmucken jungen Damen zu retten. Nachdem wir schon unsere Freude mit Trillion: God of Destruction hatten und die Weltrettung zum Greifen nah war, stürzen wir uns also in MeiQ: Labyrinth of Death, um erneut unser Glück zu versuchen.

Ihr spielt in MeiQ: Labyrinth of Death eine Handvoll junger Damen, die in der Lage sind, sogenannte Wächter zu befehligen. Diese Wächter erinnern an Mechas, können jedoch sehr stark angepasst werden, doch dazu später mehr. Ihr selbst seid natürlich die Hauptfigur namens Estra, die auserwählt wurde, um die Welt zu retten. Doch ganz so einfach ist das selbstverständlich nicht. Um die Welt zu retten, nehmt ihr nämlich an eine Art Wettbewerb teil: Wer zuerst die Wächter der vier Türme besiegt hat, kann das magische Ritual durchführen und so wieder Frieden bringen. Zur Seite, bzw. als Rivalen habt ihr die magischen Priesterinnen der vier Türme, die speziell von anderen Dörfern der Region geschickt wurden, um ebenfalls die Welt zu retten. Nach und nach schließen sich die anderen Mädchen euch an, sodass ihr ein kleines Heer an Damen mit unterschiedlichen Fähigkeiten zur Verfügung habt.

Während ihr die Türme in typischer Dungeon Crawler Manier erkundet, werdet ihr selbstverständlich auch diverse Rätsel lösen müssen, die mal einfacher, mal etwas komplexerer Natur sind. Hier können wir euch jedoch eins ans Herz legen: Lest aufmerksam durch, was von euch verlangt wird, und merkt euch das Ganze auch. Denn MeiQ: Labyrinth of Deathhat einen großen Makel – Wenn ihr den Faden verloren habt, habt ihr so was von den Faden verloren und kommt unter Umständen überhaupt nicht wieder rein. Ihr findet nämlich nirgendwo auch nur einen Hinweis darauf, was ihr tun müsst. Wenn ihr also zum Beispiel eine längere Spielpause macht, solltet ihr euch bestenfalls irgendwo niederschreiben, was ihr als nächstes tun müsst.

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Die grafischen Aspekte

Spiele von Compile Heart bestechen meistens durch ein ganz besonderes Design. Auch MeiQ: Labyrinth of Death weist eine gewisse Niedlichkeit auf, jedoch sind die Charaktere sehr interessant gehalten und erinnern eher ein wenig an ältere Manga- oder Animecharaktere, statt an den aktuellen Trend. Estra zum Beispiel hat ein verhältnismäßig rundes Gesicht und hat uns ganz spontan an Bunny aus Sailor Moon denken lassen – was vielleicht auch an ihrer Art liegt. Das ist sehr interessant, aber fast schon ein wenig untypisch für Compile Heart, zumal man dieses Mal auch nicht gleich unbedingt am Aussehen auf den Charakter schließen kann. Zum Beispiel das Mädchen der Weißen Magie sieht kühl aus, ist aber eigentlich ganz locker drauf. Aber dafür bleibt sich Compile Heart treu und bringt wie immer dieselben Charaktertypen zum Vorschein. Da haben wir Estra, die doch sehr stark an Neptune erinnert und auch die anderen Figuren können direkt 1 zu 1 in das Neptunia-Universum transferiert werden. Aber das macht nichts, denn Charme haben sie allemal.

Was uns besonders gut an MeiQ: Labyrinth of Death gefallen hat, waren die verschiedenen Kostüme, die man im Verlauf des Spiels freischalten kann. Hierbei handelt es sich aber nicht nur um einfache Kostüme, sondern jedes neue Outfit hat unterschiedliche Auswirkungen und kann individuell gelevelt werden. So verstärkt ihr beispielsweise bestimmte Attackentypen eurer Wächter oder erhöht eure HP. Das ist ziemlich cool – und sieht auch noch nett aus. Auf diese Weise könnt ihr sogar eure Charaktere so anpassen, wie ihr sie braucht.

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So viele Möglichkeiten

Doch ihr könnt nicht nur eure Charaktere anpassen, sondern auch die Wächter, von denen wir bereits im Vorfeld schrieben. Mit jedem erledigten Turm erhaltet ihr einen neuen Wächter, der von Haus aus schon eine bestimmte Ausrüstung mit bringt – im Verlauf eures Abenteuers findet ihr noch mehr Teile, um eure Wächter weiter anzupassen. Wichtig sind hierbei in erster Linie die Arme, da diese für die Angriffe zuständig sind. So könnt ihr beispielsweise Schwerter oder Flammenwerfer an eure Wächter packen und sie so anpassen, wie ihr sie braucht, um gegen die Monster in den Türmen zu bestehen. Und wenn ihr nicht genügend Teile gefunden habt, könnt ihr sie euch in der Stadt selbstverständlich mit den richtigen Rezepten und Bestandteilen selbst zusammenbauen oder sogar kaufen.

MeiQ: Labyrinth of Death bietet euch wirklich viele Möglichkeiten zur Individualisierung eurer Figuren und Wächter, um euch das Spielerlebnis zu bieten, das ihr braucht. Hin und wieder hätten wir uns jedoch etwas mehr Abwechslung im Spiel selbst gewünscht. So gibt es zum Beispiel Quests, die ihr annehmen könnt, doch hier sind es wirklich nur „Hol mir das“ und „Töte dies“. Und da man eh die meiste Zeit in den Türmen verbringt, kann man oft alles nebenbei einfach mit erledigen. Häufig hat man sogar schon das geforderte Item dabei, sodass man die Quest nur noch annehmen und abschließen muss. Das stellt leider keine besondere Herausforderung dar, was sehr schade ist. Generell ist der Schwierigkeitsgrad von MeiQ: Labyrinth of Death doch sehr gering gehalten, sodass man doch recht einfach durch alle möglichen Kämpfe durchkommt – man muss nur wissen, was seine Figuren alle so können. Estra punktet da zum Beispiel mit einem Pfeilangriff, der alle Gegner trifft.

Richtig, richtig gut gefällt uns in MeiQ: Labyrinth of Death das Kampfsystem selbst. Während das Wandern durch die Gänge fast schon langweilig ist, punktet Compile Heart mit einem Kampfsystem, das man von der Art her aus anderen JRPGs kennt, aber was selten in Dungeon Crawlern Einsatz findet. Anders als in anderen Dungeon Crawlern wird in MeiQ: Labyrinth of Death in einer richtigen Arena gekämpft, sodass ihr eure Figuren sogar in Action sehen könnt. So stehen sich die Gegner und eure Wächter im Kampf gegenüber, während ihr über ein Quick Menü zwischen den aktiven Figuren wechseln könnt. Auf diese Weise könnt ihr auswählen, ob euer Wächter oder eure Figur Schaden erleiden und angreifen soll. Das ist ziemlich cool und macht unheimlich Spaß. Vor allem da sich auf diese Weise auch viele Möglichkeiten im Kampf bieten. Hier ist nur Vorsicht geboten: Habt ihr eure Figur ausgewählt, erhält diese selbstverständlich auch Schaden, wenn sie getroffen wird. Also, aufpassen.

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Fazit: Retten wir mit Estra die Welt?

MeiQ: Labyrinth of Death ist ein Dungeon Crawler, der das Rad zwar nicht gänzlich neu erfindet, aber mit einigen Punkten aufwartet, die man in anderen Spielen des Genres doch schmerzlich vermisst. So ist die Individualisierung richtig gut, da man sowohl Figur als auch Wächter so anpassen kann, wie man sie gerade braucht. Auch das Kampfsystem kann sich sehen lassen und bietet einige spannende Tiefen, die man nicht unbedingt von Beginn an erahnen könnte. Das ist ziemlich cool und macht auch Spaß zu entdecken. Zusätzlich ist das Charaktersystem interessant, da die Figuren einen eigenen Stil aufweisen, allerdings kennen wir die Charaktere alle von der Art her bereits aus der Neptunia-Reihe, hier hätten wir uns mehr erhofft.

Außerdem ist leider das Gameplay an sich, also der Spielfluss eher mau, die Story fesselt nicht unbedingt und wenn man nicht richtig mitliest, steht man auf verlorenem Posten, weil einem das Spiel keinerlei Hinweise liefert, was man nun eigentlich genau tun muss. Das ist ärgerlich und lässt ziemlich schnell die Lust am Ganzen verlieren. Leider ist MeiQ: Labyrinth of Death kein Spiel, das irgendeinen sonderlich bleibenden Eindruck hinterlässt, was ebenfalls schade ist. Aber so ist es leider nur ein japanisches Rollenspiel, das es in den Westen geschafft hat, was aber leider keine sonderliche Relevanz in der Entwicklung der Videospiele hat. Schade, denn Ansätze sind in gewissen Punkten erkennbar.

Pro Contra
+ Gelungene Charaktere – Eintöniges Gameplay
+ Viele Individualisierungsmöglichkeiten – Recht einfache Schwierigkeit
+ Sehr gelungenes Kampfsystem – Bekanntes Charakterschema
+ Schöner Soundtrack – Keine spannende Story
– Man verliert sehr schnell den Faden

Technik: 69

  • Grafik: 82
  • Sound: 80
  • Umfang: 56
  • Gameplay: 62
  • KI: 64

Spielspaß: 65

  • Story: Die Story von MeiQ: Labyrinth of Death ist leider nichts Besonderes. Wir retten mal wieder die Welt mit einem Mädchen, das auserwählt und stark ist. Zudem verliert man verdammt schnell den Faden und weiß dann einfach nicht mehr, wo man eigentlich hin muss. Sehr schade.
  • Frustfaktor: Nur dann gegeben, wenn man den Faden verloren hat, da die Schwierigkeit an sich sehr einfach ist.
  • Wiederspielwert: Eher gering.
  • Design/Stil: Vom Stil her versucht Compile Heart einmal etwas Neues, allerdings ähneln die Charaktere viel zu sehr denen aus der Neptunia-Reihe.
  • Musik: Ein schönes Soundtrack.

Information: Vielen Dank an idea Factory für das Pressemuster von MeiQ: Labyrinth of Death.

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