The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel (PSVita) im Test – Class VII, antreten!

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Hin und wieder lassen wir uns von japanischen Spielen verleiten, die den Ruf großer JRPGs tragen und die es endlich auch in den Westen auf die PlayStation Vita schaffen. Manches Mal sind wir dann aber doch recht enttäuscht darüber, was uns auf der PlayStation Vita präsentiert wird. So erging es uns beim Testen von The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel, das uns an vielen Stellen eher langweilte als anfixte. Warum wir vom japanischen Spiel nicht sonderlich begeistert waren und eher davon abraten würden, verraten wir euch in unserer Review zu The Legend of Heros: Trails of Cold Steel.

BildSie hat definitiv den Längsten.

Moment, das kennen wir doch…!

The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel für die PlayStation Vita beginnt so wie es vor einigen Jahren bei japanischen Rollenspielen fast schon zum guten Ton gehörte: Wir befinden uns weit fortgeschritten in der Geschichte und kämpfen gegen einen großen und starken Gegner. Natürlich sind wir hierbei fast übermächtig, springen allerdings kurz vor dem Kampf doch noch in der Zeit zurück und beobachten, wie wir überhaupt zu diesen starken Kämpfern werden konnten. Aber selbstverständlich waren wir auch schon immer etwas Besonderes: Die Charaktere aus The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel stammen alle aus ganz bestimmten Verhältnissen und verfügen über ganz bestimmte Fertigkeiten, die ihnen im Kampf von Vorteil sind. Zudem gehören sie einer legendären Klasse mit der Nummer VII an, die auf einer ganz besonderen Mission ist, um für Frieden zu sorgen.

Moment mal… Eine besondere Klasse mit ganz speziellen Fähigkeiten und einen Kampf, der doch ziemlich politisch anmutet, das Ganze verpackt als japanisches Rollenspiel? Das kommt uns ungemein bekannt vor und wenn man sich dann noch ein wenig mehr ins Spiel einarbeitet, fallen gleich noch einige Parallelen zu Square Enix‘ Final Fantasy Type-0 HD für die großen Konsolen auf. Der größte Unterschied zwischen beiden Spielen besteht jedoch darin, dass die Geschichte von Type-0 HD spannend erzählt wurde, während wir uns in The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel immer noch nach der Relevanz umsehen. Sehr schade ist das, denn die Idee an sich ist ja nicht verkehrt, nur wirkt alles unheimlich belanglos: Die Geschichte ist belanglos und auch teilweise sehr zusammenhangslos und die Charaktere weisen diverse Charakterzüge auf, die sie eine ganze Ecke unsympathischer machen. Doch wie auch in Type-0 HD hat jeder spielbare Charakter eine ganze eigene Waffe und besondere Fertigkeiten, sodass ihr euch euer Squad im Grunde sehr schön selbst zusammenstellen könnt.

Wer den Einstieg von The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel möglicherweise schon verwirrend fand, der wird auch mit den restlichen ersten Spielstunden nicht sonderlich warm werden: Nach einigen Einführungssequenzen und seltsamen Prüfungen werdet ihr nahezu mit diversen Tutorials überschüttet, der Relevanz ebenfalls nicht unbedingt deutlich wird. Man fühlt sich recht schnell überfordert ob der vielen Anweisungen und Tutorials, die doch irgendwie keinen Sinn ergeben. Wie in Lost Dimension könnt ihr eine Beziehung zu den verschiedenen Charakteren aufbauen, um so bestimmte Werte zu steigern, aber im Unterschied zu Lost Dimension müsst ihr nicht herausfinden, wer der Verräter ist, sondern baut eben durch dieses Feature irgendwie belanglos eine Beziehung auf.

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Was noch?

Zugutehalten kann man The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel immerhin dass man neben der normalen Story auch an einigen anderen Aktivitäten teilhaben kann: Jeden Morgen bekommt man eine Liste mit verschiedenen Quests, die man absolvieren kann, wenn man denn möchte. Wir scheiterten allerdings beim Erfüllen der verschiedenen Aufgaben und sind uns bis heute nicht sicher, ob das an unserer Unfähigkeit oder am Spiel selbst lag. Wir mussten verschiedene Dinge finden, die andere Schüler verloren hatten, doch so viel wir das beschriebene Gebiet auch abliefen, konnten wir beim besten Willen nicht das Item finden, dass die Schüler verloren hatten. Auch andere Quests stellten sich als komplexer heraus als sie zuvor beschrieben worden, weswegen wir kaum eine lösen konnten. Möglicherweise war unser Spiel an der Stelle einfach defekt und unbrauchbar.

Zusätzlich gibt es noch einige andere Dinge, an denen ihr teilnehmen könnt. Beispielsweise nehmt ihr auch in regelmäßigen Abständen am Unterricht der Klasse VII teil, bei dem ihr tatsächlich selbst antworten müsst. Hierbei wird euch zunächst der Schulstoff übermittelt und anschließend müsst ihr darauf antworten. Je nachdem ob ihr richtig liegt oder nicht, erhaltet ihr Punkte. Vermutlich versucht man mit diesem Konzept doch einen Unterschied zu Final Fantasy Type-0 HD zu schaffen, denn dort nahm man zwar hin und wieder auch am Unterricht teil, musste jedoch nicht auf diese Fragen antworten.

Dafür können wir aber ein dickes Lob für das Kampfsysten aussprechen. Wir erwähnten bereits, dass ihr verschiedene Kämpfer wählen könnt. Uns hat unheimlich gut gefallen, dass jede Figur seinen ganz eigenen Waffenstil hat. Auf diese Weise habt ihr beispielsweise Nah- und Fernkämpfer, die ihr ins Gefecht schicken könnt. Das Kampfsystem selbst funktioniert ganz klassisch, nämlich rundenbasiert und sogar mit Flächenschaden, wenn ihr eure Angriffe gezielt einsetzt. Das ist richtig cool und es macht auch Spaß, die unterschiedlichen Charaktere auszutesten und zu sehen, wie sie einsetzbar sind und sich entwickeln. Besonders in den ersten Spielstunden seid ihr sogar gezwungen, euch auf verschiedene Charaktere einzustellen, um so einen Überblick zu erhalten.

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Und dann gibt es da noch die Technik

Wenn wir schon kaum ein gutes Haar am Spiel an sich lassen können, können wir immerhin einen Blick auf die Technik werfen, die auf der PlayStation Vita erstaunlich gut ist. Klar, der grafische Stil erinnert ziemlich stark an ein Spiel, da ursprünglich für die PlayStation 2 erschaffen wurde, aber daran gewöhnt man sich. Schade ist das natürlich schon, da die PlayStation Vita doch in der Lage ist, eine bessere Grafik anzudeuten. Aber gut, dafür kann das Design der Figuren doch durchweg überzeugen: Bei den einzelnen Charakteren wurden sogar auf kleinere Details geachtet, so haben beispielsweise die Mädchen unterschiede Röcke, Schuhe und Strumpfhosen, bzw. Strümpfe an. Das sind viele kleine Details, die wirklich sehr schön gesetzt wurden und so die verschiedenen Figuren ein bisschen lebendiger gestalten.

Auch der Soundtrack und die gelungene englische Synchronisation können sich sehen lassen, denn hier waren wirklich Profis am Werk, die genau wussten, wie man mit Tonspuren umgehen muss. Allerdings neigt sich die Liste der positiven Dinge schon fast dem Ende entgegen. Während die Charaktere sehr detailreich sind, so leiden doch die Umgebungen darunter. Diese bestehen im Großen und Ganzen aus den immer gleichen Texturen, die so auch in PlayStation 1 Spielen zu finden waren. Zusätzlich zu der eher geringen Detailliertheit gesellen sich sogar Kanten- und Ebenenflimmern, sodass die meisten Dinge auch noch unschön flackern. Das ist wirklich sehr schade und muss nicht sein. Und weil das noch nicht schlimm genug ist, bricht in Kämpfen auch mal ganz gern die Framerate ein und es kommt zu einigen Rucklern. Schade! Dafür, dass die Entwickler schon so lange im Videospielbereich tätig sind, hätten wir in diesem Bereich wirklich wesentlich mehr erwartet.

Ansonsten nutzt The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel so gut wie nicht die Möglichkeiten der PlayStation Vita aus: Die Touchsteuerung wird nicht genutzt, was mitunter nicht unbedingt schlecht sein muss, aber wenn man schon einmal für ein solches Gerät entwickelt, sollten auch die Features des Gerätes eingebunden werden. Aber gut, hierbei handelt es sich definitiv um einen Ansichtspunkt. Übrigens steht The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel nur auf Englisch zur Verfügung, allerdings ist das Englisch recht einfach zu verstehen, ihr werdet also nur geringfügig ins Straucheln kommen, wenn ihr mit dem Englischen nicht ganz so bewandert seid.

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Fazit: Es war einen Versuch wert

The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel für die PlayStation Vita ist in unserem Test nicht wirklich gut weggekommen, was in erster Linie daran liegt, dass uns die Story keineswegs angefixt, sondern permanent gelangweilt hat und wir uns die ganze Zeit an ein ähnliches Spiel aus dem Hause Square Enix erinnert fühlten. Und sobald die Story langweilt und irrelevant ist, dann fehlt häufig auch die Relevanz im gesamten Spiel. Wer jedoch auf eine solche Geschichte steht, bei dem ihr in die Rolle einer ganz besonderen Gruppe schlüpft, der ist mit dem japanischen Rollenspiel The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel auf jeden Fall bestens beraten. Wir würden allerdings keine Kaufempfehlung aussprechen, dafür war besonders der Anfang des Spiels viel zu überladen mit scheinbar unnützen Tutorials, Einleitungen und Hilfestellungen.

Auch auf der technischen Seite kann der Titel leider nur bedingt überzeugen, da zwar der Detailgrad der Charaktere und auch der Soundtrack gut waren, aber die restliche technische Umsetzung leider ziemlich mau war. So flimmern hier nicht nur die Kanten, sondern auch die Ebenen und es kommt hin und wieder zu Einbrüchen der Framerate. Die PlayStation Vita kann das doch wesentlich besser, da sind wir uns sicher. Sehr schade, aber von uns gibt es keine wirkliche Spielempfehlung.

Pro Contra
+ Viele verschiedene Charaktere – Belanglose und vor allem langweilige Story
+ Viel zu tun… – … was einen ganz schön verwirren kann
+ Gelungener und passender Soundtrack – Schlimmes Kantenflimmern
+ Gutes Kampfsystem – Alles wirkt belanglos
– Umgebungen nicht sonderlich detailliert, eher mit Copy & Paste
– Hin und wieder kommt es zu Einbrüchen der Framerate
– Einstieg viel zu überfordernd

Technik: 74

  • Grafik: 68
  • Sound: 84
  • Umfang: 90
  • Gameplay: 67
  • KI: 62

Spielspaß: 43

  • Story: Die Story könnte belangloser nicht sein. Ihr seid selbstverständlich Mitglied einer Klasse, die eine besondere Aufgabe hat und die mal wieder die Welt retten soll. Moment, das kennen wir doch schon aus einem ganz ähnlichen Spiel aus dem Hause Square Enix, oder?
  • Frustfaktor: Eher ein Langeweilefaktor…
  • Wiederspielwert: Bei uns hält sich der Wiederspielwert doch verdammt gering.
  • Design/Stil: Hmm, ein gutes und überarbeitetes PS2-Spiel, mit dem die PlayStation Vita kaum Probleme hat. Schade nur, dass die Kanten trotzdem heftig flimmern.
  • Musik: Der Soundtrack passt in jeder Gelegenheit.

Information: Vielen Dank an NIS America für das Pressemuster von The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel.

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Beatrice Vogt
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