Overwatch 2 und Steam – 9 % der Reviews sind positiv

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Es ist noch nicht mal ein Jahr her, da wanderte an ein recht gelungenes Multiplayerspiel eine 2 und alles sollte sich ändern. Overwatch 2 startete am 4. Oktober 2022 in den Early Access auf so gut wie allen Plattformen und hatte Großes vor. PVE Missionen sollten kommen, ein echter Fortschritt bei den Charakteren inklusive eigene Fähigkeiten, die man anpassen kann. Mittlerweile ist es auf einem guten Weg im Free-to-Play-Nirvana zu verpuffen.

Steam, Overwatch 2 und „PVE“

Vor wenigen Wochen gab das entwickelnde Studio bekannt, dass es PVE – also Kampagnen, in denen die Spieler:innen nicht gegen andere Spieler:innen, sondern gegen die KI spielen – in dem Ausmaß, wie es einst versprochen war, nicht geben wird. Stattdessen probiert man mit der neuesten Erweiterung Overwatch: Invasion eine Handvoll Kampagnen gegen die KI aus, die gegen einen Aufpreis von rund 15 € (oder 40 €, wenn man auch gleich noch den Battle Pass und ein bisschen teure Cosmetics haben möchte) erworben werden kann.

Zum Start gibt es drei PVE Kampagnen. Der Erwerb soll jedoch aktuell sicherstellen, dass man auf alle kommenden PVE Kampagnen Zugriff hat. Wir werden sehen, schließlich trafen solche Entscheidungen auch in der Vergangenheit nicht ein. Besonders PVE war ein Aspekt, warum sich viele auf Overwatch 2 gefreut haben und somit auch die 2 im Namen gerechtfertigt sahen. Im gleichen Atemzug strich Activision Blizzard auch noch den angekündigten Fähigkeitenbaum für die Held:innen im Spiel.

Viele der Fans sind wirklich enttäuscht und haben das Spiel aufgehört zu spielen, teilweise auch wir – obwohl ich mir in den nächsten Tagen einen Eindruck von den PVE Kampagnen machen möchte, doch wirklich motivierend ist es nicht. Overwatch 2 bringt seit jeher einen Battle Pass mit sich, der mit einem Stufenfortschritten arbeitet und in der Regel weitere Cosmetics freischaltet. Doch auch im Laufe der Zeit verschob sich das Ganze immer weiter in Richtung Premium Battle Pass, für den Geld gezahlt werden sollte. Nur noch wenige Dinge sind wirklich im kostenlosen Battle Pass freischaltbar. !B

Auf dem Bild steht "Overwatch 2 ist ein gefeierter teambasierter Shooter in einer optimistischen Zukunft..." "9% der 119.748 Nutzerrezensionen für dieses Spiel sind positiv." "Alle Rezensionen: Äußerst negativ."

Oblivious gegenüber der Aussagen der Fans wagte Activision Blizzard einen Vorstoß: Das Unternehmen will alle Spiele auch zu Steam bringen, um eine größere Zielgruppe anzusprechen. Zusammen mit der Invasion Erweiterung am 10. August 2023 erschien nun also Overwatch 2 bei Steam und verzeichnet mittlerweile mehr als 120.000 Reviews von Spieler:innen, von denen lediglich 9 % positiv sind. Unabhängig davon, wie man persönlich ein Spiel oder ein Unternehmen findet, ist es nie eine gute Entscheidung, ein Game zu reviewbomben. Dennoch sind einige der Aspekte, die angebracht werden durchaus nachvollziehbar.

Betrachtet man sich die aktuelle Version von Overwatch 2, fühlt man sich schon wie in einem klassischen Free-2-Play Spiel mit jeder Menge Sachen im Hauptmenü. Ich weiß gar nicht, wohin ich wirklich zu erst klicken soll und gleichzeitig bedient der Titel nun noch mehr als in den anderen Seasons das kleine Wesen, in unserem Kopf, das Glückshormone ausschüttet, sobald wir mit irgendwas belohnt werden: Für so ziemlich alles bekommt man in Overwatch 2 irgendwas, mal ein Titel, mal ein Kostüm, Hauptsache ich bleibe am Ball.

Spielerzahlen und Höchstwerte

Ich habe mir einmal die aktuellen Zahlen angeschaut, die Overwatch 2 bei Steam generiert und dafür, dass das Spiel erst am 10.08.2023 überhaupt auf Valves Plattform wechselte, wirken die Zahlen recht niedrig. Immerhin: Dank der rund 120.000 Reviews scheint das Spiel doch recht häufig heruntergeladen worden zu sein, denn eine Review lässt sich nur mit Spiel in der Bibliothek verfassen.

Das aktuelle All-Time-Peak, also die absolute Spitze, wie viele Accounts gleichzeitig im Spiel eingeloggt waren, liegt derzeit bei 75.608 Accounts, während aktuell rund 34.000 Accounts eingeloggt sind. Mit diesen Zahlen wird Overwatch 2 schon jetzt auf 28 der Steam Charts geworfen. Im Gegensatz dazu spielen das einige Jahre ältere Counter Strike: Global Offensive rund 990.000 Accounts. Auch das schon deutlich ältere Grand Theft Auto V, das es ebenfalls auf vielen verschiedenen Plattformen gibt, verzeichnet derzeit rund 120.000 eingeloggte Accounts. Es bleibt also eine Frage der Zeit, wie viele dauerhaft über Steam eingeloggt bleiben – viele bleiben sicherlich auch im Battle.net oder auf anderen Plattformen. !B

Zu sehen ist eine Übersicht von Overwatch 2, die zeigt, dass das Spiel kostenlos spielbar ist, dass gerade rund 34.000 Leute im Spiel sind und heute insgesamt fast 62.000 Menschen eingeloggt waren.

Das sagen die Reviews

Werfen wir einmal zusammengefasst einen Blick auf die negativen Reviews auf Steam, die Overwatch 2 momentan den Status „äußerst negativ“ geben. Sicherlich sind die meisten einfach nur dafür da, um den Wert zu drücken – allein die Reviews, die einfach nur Rezepte für Mürbeteige darstellen zum Beispiel – doch einige haben schon einen nachvollziehbaren Kern. Dennoch ist es definitiv nicht in Ordner zu reviewbomben. Zusammengefasst schreiben die Spieler:innen:

  • Der Verlust von Overwatch: Ursprünglich sollten beide Titel eine Weile getrennt verfügbar sein, da sie sich vom Gameplay und der Idee auch unterscheiden. Doch im Zuge der Entwicklung von Overwatch 2 entschied man sich, beide Spiele miteinander zu verschmelzen und aus Overwatch einfach Overwatch 2 zu machen
  • Der Verlust von der angekündigten PVE Kampagne: Es sollte groß werden, so damals die Ankündigung von Overwatch 2 mit vielen verschiedenen PVE Kampagnen
  • Der Verlust des Heldenfortschritts: Jede:r Held:in sollte eigene Fähigkeiten haben, die man individuell anpassen kann, um einen ganz eigenen Charakter (quasi) zu schaffen. Nun gibt es einfach nur Kostüme für Individualität
  • Mikrotransaktionen everywhere: Overwatch hatte Lootboxen, das war auch nicht fein, doch nun gibt es an jeder Ecke überteuerte Mikrotransaktionen, mit denen man wiederum Zugang zu anderen Mikrotransaktionen erhält
  • Der Verlust des Vertrauens: Overwatch 2 wurde episch angekündigt, es sollte die 2 im Namen rechtfertigen, da es mit neuen und frischen Ideen glänzte, jetzt ist es nur noch Overwatch aber voller gebrochener Versprechen und verlorenem Vertrauen
  • Der Verlust des Geldes: Viele Spieler:innen kauften damals Overwatch und erhalten nun eher ein Overwatch 0.5
  • Die toxische Community

Die Frage ist, wie viele Spielerinnen und Spieler überhaupt diese Reviews lesen und wie viele trotz allem ihren Spaß mit dem Spiel haben. Man kann die Entwicklung des Spiels ein bisschen so sehen, wie man möchte. Ich denke, es war schlichtweg an der Zeit, die Zielgruppe zu ändern. Manu und ich haben uns auch sehr auf Overwatch 2 gefreut, doch nun, nach nicht einmal einem Jahr, ist das Interesse auch für uns verflogen. Wir haben uns jeden Abend immer nur eingeloggt, um die täglichen Aufgaben zu erledigen und so möglichst viele Erfahrungspunkte mitzunehmen. Meistens auch nur, um überhaupt Stufe 80 vom Battle Pass zu erreichen und einen anpassbaren Skin zu ergattern. Die PVE Kampagnen werde ich mir allerdings alleine anschauen.

„The Healer sucks“

Unabhängig davon wird auch immer wieder in den Reviews von der toxischen Community gesprochen, die ich auch immer mal erleben durfte. In der Regel stehe ich über solchen Aussagen, aber dennoch können sie dafür sorgen, dass Leute keine Lust mehr auf etwas haben. Ich selbst spiele in der Regel einen Support-Charakter, bin also im Grunde dafür verantwortlich, mein Team zu unterstützen und heilende Hilfe zu geben. Je nach Charakter klappt das an sich ganz gut, jedoch ist es auch immer abhängig davon, wie dein Team spielt und welche Leute da mit mischen. Ich kann mittlerweile vier Supporter ganz gut spielen, sodass ich gegebenenfalls wechseln kann, um die richtige Heilung zu finden.

Dennoch gibt es immer mal wieder Charaktere, die wild auf der Map rumlaufen oder ständig in die Gegner hineinlaufen und sterben. Schuld ist dann natürlich immer der Heiler. Das kenn ich ja schon aus anderen MMOs, aber hier fiel es mir besonders auf. Und da kannst du noch so gut heilen, wenn du aber einen herumspringenden Helden nicht rechtzeitig heilst, bist du eben schuld und das bekommst du dann häufig im großen Chat zu spüren, sodass es alle lesen können. Das ist nicht sonderlich cool und gibt einem so auch fast schon ein bisschen das Gefühl, dass man in Overwatch 2 auch bloß keinen Charakter mal ausprobieren darf. Entweder du kannst den Charakter spielen oder du lässt es – und dann kannst du ihn einfach nie.

Overwatch 2 hat viele Schwächen, definitiv. Und ich gehöre auch zu der Fraktion, die lieber einen Vollpreistitel gekauft und dann immer mal wieder Geld bei Events in Lootboxen investiert hätte. Doch dieses Overwatch gibt es nicht mehr. Nun gibt es nur noch überteuerte Skins ohne Nutzen und jede Menge Zeug, das ich nicht brauche. Mal sehen, ich bin gespannt, wie sich die PVE Quests spielen werden, denke aber, dass es auf Dauer keine Motivation für mich ist und dann verschwende verwende ich meine Zeit lieber mit sinnvolleren Dingen.

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Beatrice Eichhorn
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