Ratchet & Clank: Rift Apart (PS5) im Test – Ein Duo in der neuen Generation

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Ratchet & Clank ist eins meiner Lieblings-Heldenduos. Ich bin ehrlich: Jak & Daxter mochte ich noch etwas lieber, aber die Reihe wurde ja leider nicht fortgesetzt. Umso froher war ich aber, dass Ratchet & Clank zum Start der PS5-Ära ein neues Abenteuer spendiert bekommen, was in dieser Zeit auch eins der wenigen nativen PS5-Spiele darstellt. Ich habe mir Ratchet & Clank: Rift Apart ausführlich angeschaut und verrate dir in der Review, wie gut der neue Titel geworden ist.

Hallo, Action!

Wer hätte es gedacht: Ratchet & Clank: Rift Apart ist ein actionreiches Spiel. Es ist ein Platformer mit (sehr) moderater Schwierigkeit, doch ebenso bei den vorherigen Spielen stehen die actiongeladenen Schießereien mit den Widersachern rund um Dr. Nefarious im Mittelpunkt. Auf der PS5 mehr als zuvor, denn Insomniac Games kann nun ein echtes Actionfeuerwerk zünden.

Ich muss auch sagen: Ratchet & Clank: Rift Apart erzählt eine interessante Geschichte. Natürlich ist diese nicht tiefgründig oder so, aber die Figuren sind sympathisch oder unsympathisch, zwar recht offensichtlich „gut“ oder „böse“, aber nicht zu platt und auch die gewohnte Portion Witz kommt nicht zu kurz. Und diesmal spielen wir nicht nur Ratchet, sondern auch einen weiblichen Lombax – Rivet. Und sie verbringt sogar die größte Zeit mit Clank, während Ratchet noch den einen oder anderen weiteren Gefährten trifft.

Ratchet und Rivet verleihen auch nur der Story Tiefe und Abwechslung, da so quasi zwei Handlungsstränge mit ähnlichen Zielen erzählt werden – spielerisch macht es keinen Unterschied, wen man gerade steuert. Die beiden teilen sich ein Waffenarsenal, ein Konto und ein Fortschritt. Hätte man das anders gebraucht? Nee, eher nicht. Ich denke, das hätte Ratchet & Clank: Rift Apart eher überladen.

Egal, wie viel los ist: Rift Apart bleibt flüssig!

Tschüssi, Ladezeiten!

Nicht überladen: Irgendwelche Ablenkungen von der Action. Für mich ist Ratchet & Clank: Rift Apart das erste „reine“ PS5 Spiel und das habe ich gemerkt. Ladezeiten? Gibt es nicht. Und irgendwie war ich beim dritten Spielstart oder so doch sehr beeindruckt, wie schnell man im Spiel ist. Ratchet & Clank: Rift Apart verzichtet dann sogar auf irgenwelche Logoeinblendungen und startet direkt das Hauptmenü – und nach dem Drücken auf Spiel fortsetzen ist man sofort im Geschehen.

Das ist ein cooles Gefühl und auch während des Spieles gibt es keinerlei Ladezeiten oder Unterbrechungen. Ein Aufzug im Spiel, mit dem man wirklich lang unterwegs ist, wirkt wie höchste Ironie – nur, dass der Aufzug hier einfach mit spielerischer bzw. erzählerischer Absicht eingefügt wurde und nicht, um im Hintergrund irgendetwas zu laden.

Was auch cool ist: Ratchet & Clank: Rift Apart läuft butterweich auf der PS5. Ich habe mich für den Modus mit 60 Bildern pro Sekunde inkl. Ray-Tracing entschieden. Das fetzt und sieht auch verdammt gut aus, wobei Rift Apart natürlich auch keine offene Welt bietet und abgesehen von den effektreichen Schlachten auch nicht viel Dynamik, da erwarte ich das nun auch. Der Modus mit 30 Bildern hat mir irgendwie verdächtig stark gezittert, das war bei mir nicht angenehm für die Augen. Ich weiß nicht, ob das an einer Einstellung lag – spielen wollen hätte ich so dauerhaft jedenfalls nicht.

Auch der Wechsel auf die Planeten funktioniert super schnell.

Für jede*n was dabei

Die Technik ist nun auch so das, wo man merkt, dass Ratchet & Clank: Rift Apart eine Generation weiter gehüpft ist: Es sieht richtig gut aus, läuft immer flüssig, lädt unglaublich schnell. Die restliche Ratchet & Clank Formel hat sich nicht besonders viel weiter entwickelt – was sie auch gar nicht muss, aber da ist so ein Spiel wie dieses nicht unbedingt das, wo man noch weitere Fortschritte wirklich gut sichtbar machen kann.

Ich bin ehrlich: Spielerisch fühlt sich Ratchet & Clank: Rift Apart für mich genauso an wie die Teile davor auch, besonders das PS4-Remake des Erstlings. Der DualSense macht natürlich auch eine gute Figur und wird meisterhaft eingesetzt, ich persönlich blende die Vibrationen etc. aber meistens aus, die Schultertasten sind cool und machen das Erlebnis noch immersiver, sind aber für mich auch kein Muss.

Was die Ratchet & Clank Formel so cool macht: Die riesige Waffenauswahl und dass man trotz recht beschränkter und sehr linearer Level seinen eigenen Spielstil finden kann. Aus dem ganzen Waffenarsenal haben sich bei mir so 4-5 Waffen rauskristallisiert, die ich am liebsten verwendet habe, für vier gibt es auch eine Schnellwahl. Doch auch abgesehen davon macht es einfach riesigen Spaß, den Gegnern mit den verschiedenen Kanonen den Garaus zu machen – egal ob man sie einfriert, mit Blitzen betäubt oder von Lakaien erledigen lässt. Und da jetzt mit der PS5 die Effekte noch mehr & hübscher geworden sind, macht es sogar noch etwas mehr Spaß.

Was mir an Ratchet & Clank: Rift Apart gut gefällt: Es gibt genügend Abwechslung. Die Planeten, die man besucht, sind recht vielfältig und es wird immer wieder mit neuen Aspekten gespielt. Ich hab somit das Spiel auch viele Stunden am Stück gespielt. Es gibt optische Abwechslung und auch spielerische, so, wie es sein soll. Was fehlt: So ein richtiger Wow-Effekt zwischendurch. Stattdessen war ich manches Mal doch genervt von den recht häufigen Bosskämpfen, die recht oft gleich ablaufen und auch nicht besonders anspruchsvoll sind. Bosse sind oft nur Gegner mit längeren Energiebalken.

Zwischendurch kann man auch mal entspannen.

Für alle gemacht

Was generell auffällig ist: Ratchet & Clank: Rift Apart ist sehr zugänglich. Sogar auf dem normalen Schwierigkeitsgrad stellt das Spiel so gut wie nie eine Herausforderung dar. Vor allem die Waffenupgrades kann man sich, wenn man die Level etwas erkundet und das Raritanium sammelt, sehr schnell leisten. So wird man teils sogar etwas übermächtig.

Egal ob Platforming oder Kämpfe: Es geht alles sehr gut und auch sehr leicht von der Hand, doch auf den höheren Schwierigkeitsgraden können wohl auch erfahrene Spieler eine kleine Herausforderung finden. Checkpoints sind übrigens auch sehr fair gesetzt.

Mit dem Umfang von Ratchet & Clank: Rift Apart bin ich sehr zufrieden: Es ist kein 40-Stunden-Epos geworden, was es aber bitte auch niemals sein soll. Je nach Erkundung und wenn man die teils gut versteckten optionalen Aufgaben noch erledigt, kommt man dennoch auf eine sehr ordentliche Spielzeit, die ich vollkommen angemessen und ausreichend finde. Ich finde, hier hat Insomniac Games ein gutes Maß gefunden.

Die restlichen Elemente, die Ratchet & Clank: Rift Apart zusammenfügen sind davon abgesehen sehr gelungen: Die Technik wird so durch eine gute Soundkulisse mit überzeugenden Effekten abgerundet. Außerdem gibt es, wie von Sony Spielen gewohnt, eine sehr gute deutsche Synchro mit gut besetzten Sprechern.

Es macht Spaß, durch diese Kulissen zu gleiten – die Passagen waren aber auch schon mal anspruchsvoller.

Fazit: Hallo, PS5.

Ratchet & Clank: Rift Apart war für mich das erste PS5 only Spiel und das habe ich gemerkt. Technisch sorgte das Spiel für den einen oder anderen Wow-Effekt: Die abwesenden Ladezeiten tun ebenso gut wie die gute Optik und das Actionfeuerwerk, das dich hier erwartet. Zudem läuft Ratchet & Clank: Rift Apart im 60 FPS Modus mit Raytracing butterweich. Wo der *wahre* Wow-Effekt fehlt: Beim Gameplay. Keine Frage, in Ratchet & Clank: Rift Apart geht alles butterweich von der Hand und mit den verschiedenen Waffen kommt unheimlich viel Individualität ins Spiel. Doch es ist auch relativ einfach und die Bosse können das nicht so richtig durchbrechen, manches Mal nerven die häufigen Bosskämpfe eher, als dass sie das Spiel bereichern. Doch dafür gibt es genügend Abwechslung bei den Welten und Spielelemente, umfangreichen Waffenupgrades (die man sich schnell leisten kann) und genügend Vielfalt, und auch die zwei Erzählstränge durch die zwei Lombax-Hauptfiguren gefallen mir. Dem ersten PS5 Ausflug von Ratchet, Rivet und Clank ist so ein überaus spaßiges, technisch überzeugendes Spiel, das mich gespannt auf die Zukunft blicken lässt.

ProContra
+ Technisch beeindruckend– Insgesamt fast zu einfach
+ Butterweiche Darstellung– Bosskämpfe teils eher nervig als spektakulär
+ Erzählstränge überzeugen– Kein echter spielerischer Wow-Effekt
+ Viel Individualität durch verschiedene Waffen
+ Abwechslungsreiche Welten
+ Immer wieder neue spielerische Elemente

Technik: 89
Grafik: 93
Sound: 93
Umfang: 88
Gameplay: 85
KI: 85

Spielspaß: 84

  • Story: Ratchet & Clank: Rift Apart bietet zwei Erzählstränge. Das macht die Handlung interessant und vieläfltig.
  • Frustfaktor: Kaum vorhanden.
  • Design/Stil: Eine tolle, abwechslungsreiche Spielwelt mit konsequentem Stil.
  • Musik und Sound: Tolle Soundkulisse und gelungene deutsche Synchro.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Der Vollpreis ist angemessen, auch wenn man sich vielleicht noch an die 79,99€ gewöhnen muss. Auch wenn das Spiel im Handel* natürlich schon günstiger zu haben ist.

Offenlegung

Wir haben einen Reviewkey zu Ratchet & Clank: Rift Apart erhalten.

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Manuel Eichhorn
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