The Outrage von William Hussey – Wo die Welt sich hinbewegt

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Momentan ist bei mir eine starke Lesezeit – nicht nur lese ich wieder deutlich mehr als noch im letzten Jahr, sondern ich lese auch wirklich starke Bücher und wurde schon länger nicht mehr enttäuscht. Doch eines, das mich besonders viel beschäftigt hat, möchte ich dir etwas genauer vorstellen. Es handelt sich um The Outrage von William Hussey. Es beschreibt beängstigend eine Welt, die in diesen Tagen nicht mehr auszuschließen zu sein scheint.

Die Regierung in England wurde vom Protektorat abgelöst – ein Protektorat, das sich natürlich um das „öffentliche Wohl“ kümmert – und gegen alles gnadenlos vorgeht, das nicht seinen Idealen entspricht. Doch es gibt noch Überreste der „alten“ Welt, und das sind die, an denen sich der Protagonist Gabriel und seine Freund*innen entlanghangeln. Gabriel gilt als Regelbrecher. Sein größter Regelbruch: Schwul zu sein.

Das ändert sich möglicherweise noch, denn Gabriel und eine Freundin kommen Geheimnissen des Protektorats auf die Spur. Doch was mich an The Outrage vor allem fasziniert hat, ist die Nachvollziehbarkeit, mit der die Entstehung des Protektorats beschrieben wird und wie es an die Macht gekommen ist.

Ich möchte eine Textstelle mit dir teilen:

Terrorist attacks, economies crashing, environmental catastrophes, global pandemics, families going hungry. People started looking around for something to blame, but most of them weren’t interested in the true, complex answers to their questions. They wanted someone strong to take charge, to explain it all to them in a few easy words. It really is amazing how people will surrender their minds, just to feel secure.

William Hussey: The Outrage

Das ist etwas, das wir auch heute sehen – wer Dinge einfach ausdrückt und möglichst wenig Handlung einfordert, gewinnt. Bequem, sicher, „mir“ geht es gut – das ist eine Einstellung, die ich auch in unserer Gesellschaft sehe.

The Outrage ist keine klassische Dystopie, die in einen riesigen Umbruch darstellt, der so erst mal irgendwie kommen müsste, sondern das Buch beschreibt eine Gesellschaft, deren Grundlagen in unserer aktuellen Gesellschaft liegen. Das hat mich am Buch fasziniert, von den großartigen Figuren und ihrer Diversität ganz abgesehen. Ich kann dir auf jeden Fall ans Herz legen, The Outrage zu lesen. Eine deutsche Ausgabe gibt es noch nicht, aber das Buch ist im englischen Original* verfügbar.

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Manuel Eichhorn
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