Tidal Tribe (Steam) im Test – Von Ebbe und Flut

Göttersimulationen sind aktuell wieder voll im Trend – oder waren sie jemals aus der Mode? Nicht nur die Jungs von Abbey Games versuchen sich gerade an einer, sondern auch ein einzelner Entwickler aus Luxemburg. Ich habe mir Tidal Tribe auf Steam angesehen und verrate euch, warum es eine der schönsten und entspannendsten Spiele ist, die ich in letzter Zeit gespielt habe.

Die Flut kommt!

Kürzlich überprüfte ich unser Emailpostfach und fand eine sehr charmante Email von Pit dort. Er stellte uns seine Göttersimulation Tidal Tribe vor und bat uns darum, dass wir – wenn wir die Zeit finden – uns das Ganze doch einmal etwas genauer ansehen können, wenn wir möchten. Ich war sofort vom Konzept fasziniert und nun, hier ist sie, meine Review.

Tidal Tribe ist ein ganz spannendes Konzept: Als Spieler muss ich die Welt so verändern, dass die Wellen, die regelmäßig vom Meer angerollt kommen, mein Dorf und somit meine Bevölkerung nicht zerstören, dafür aber dafür sorgen, dass eine blühende Landschaft entsteht, sodass das Volk auch Nahrung und Rohstoffe findet. Das ist ziemlich cool, lasst euch jedoch nicht vom natürlichen Reiz des Terraforming ablenken: Nein, es ist nicht gut, erst einmal das Dorf mit einer Sandmauer zu umgeben. Das habe ich auch gemacht, obwohl das Tutorial was ganz anderes erzählt hat. Ich fuhr viel besser, wenn ich erst einmal geschaut habe, wie sich die Welle bewegt, wo sie sich schon von alleine bricht und wie ich das Wasser sinnvoll nutzen kann. Das hat auch ziemlich gut funktioniert.

Die Welle lenkt sich…

Ganz ehrlich: Ich war ein bisschen zu doof für die Steuerung von Tidal Tribe. Als ich auf meinem Laptop gespielt habe, war alles halbwegs in Ordnung, nur das fehlende Mausrad hat ein wenig das Tutorial verlangsamt, ebenso die Tastenbelegungen. Also habe ich zum großen Rechner gewechselt, an dem es immerhin ein Mausrad gab, aber irgendwie kam ich da gleich einmal gar nicht über das Tutorial hinaus. So schloss ich einen Controller an. Hier ging es etwas besser, ich fiel jedoch in mehrere meiner Seen und kam nicht wirklich wieder hinaus. Bis ich mich ein wenig mit der Controller Steuerung beschäftigt habe und erfuhr, dass es wohl einen Sammelmodus und einen “Bau”-Modus gibt. Im See steckte ich im Sammelmodus fest, weswegen ich nicht mehr springen konnte. Da ich schlecht mit der vorgegebenen Steuerung zurechtkam, kam ich leider im Storymodus nicht sonderlich weit, obwohl der Einstieg wirklich hervorragend ist und allein der Charme der “Strichmenschen” ein ganz Besonderer ist.

Besonders bei der Steuerung wünsche ich mir etwas Eingängiges. Ich bin zum Beispiel jemand, der erst einmal alle möglichen Knöpfe an einem Controller drückt, bevor er sich aufs Tutorial konzentriert. Das hat dann bei Tidal Tribe dazu geführt, dass ich mehrfach den Sammelmodus aktiviert hatte, obwohl ich ihn gar nicht brauchte. Vielleicht könnte der Moduswechsel auf die beiden anderen Knöpfe des Steuerkreuz gelegt werden, dann wäre es vielleicht ganz sinnvoll. Ich habe jedoch im Zuge des Tutorials wirklich keinen sinnvollen Weg gefunden, das zu tun, was das Tutorial von mir möchte. Vielleicht bin ich wirklich zu doof dafür. Schade ist allerdings, dass Tidal Tribe von den Anforderungen her zwar problemlos auf einem Laptop läuft, jedoch nicht wirklich für ein Touchpad ausgelegt ist und ich quasi gezwungen bin, mit einer externen Maus zu spielen. Das ist schade und schränkt mich beim Spielen ein.

Glücklicherweise gibt es noch den Freien Modus, mit dem ich weitaus besser zurechtkam und sogar ein ganz florierendes Dorf ins Leben rufen konnte. Ein Dorf, in dem man sich wohl fühlt und in dem Vieles passt, in dem man vielleicht wirklich leben möchte. Ich zumindest. Das Gute am Freien Modus ist, dass man die Welt im Grunde selbst einstellen kann. Wie häufig zum Beispiel die Wellen auf die Landmassen prallen sollen. Es macht Spaß und entspannt gleichermaßen, zuzusehen, wie sich das Volk entwickelt, wo etwas gedeiht. Das gefällt mir und hat mir bisher schon viele schöne Stunden in Tidal Tribe beschert, allein dafür lohnt es sich.

Die Affen müssen verrückt sein…

Neben dem Freien Modus und dem Storymodus gibt es im Übrigen auch einen Challenge Modus, der verschiedene Herausforderungen bereithält. So zum Beispiel einen, in dem man nur Bananen anpflanzen kann: Man hat eine bestimmte Zeit zur Verfügung und sollte dafür sorgen, dass die Häuser und die Umgebung wachsen, sodass man Punkte sammelt und einen neuen Highscore aufstellt. Das macht ziemlich viel Spaß und untermalt das entspannte Gefühl aus dem Freien Modus. Ihr merkt schon, dass Tidal Tribe jede Menge Abwechslung bietet – und wenn ihr es ganz wild wollt, könnt ihr sogar noch ein paar Dinge freischalten. Je mehr Früchte euer Volk sammelt, desto mehr könnt ihr gesondert freischalten, so zum Beispiel, dass alle Einwohner rosa Röcke tragen. Aber, apropos Einwohner… Was mir sehr gut gefallen hat, ist das Namensmodell in Tidal Tribe. Denn hier geben sich nicht Müller, Mayer, Schulze die Klinke in die Hand, sondern so coole Leute wie “Ava OMG Barber”. Wie cool ist das denn bitte?

Auf diese Weise verstecken sich viele ziemlich coole Elemente in Tidal Tribe, die man abseits des Storymodus’ machen kann. Das finde ich wirklich gut durchdacht. Generell finde ich das Spiel gut durchdacht und wenn man bedenkt, dass Tidal Tribe fünf Jahre in Entwicklung war und nur von einem Entwickler geschaffen wurde, so ist hier jede Menge Potential, das auch wirklich genutzt wird. Tidal Tribe ist ein ganz besonderes Spiel, das einen charmanten Stil und eine schöne musikalische Untermalung hat. Generell fühle ich mich relativ entspannt, wenn ich eine Runde spiele. Ich fühle mich wohl, wenn ich Tidal Tribe spiele und das ist ein großer Pluspunkt. Allerdings würde ich mir für die  Zukunft einen 3rd Person Modus wünschen, da Tidal Tribe derzeit nur als 1st Person Spiel verfügbar ist und das nicht so ganz meine Art von Spiel ist.

Fazit: Gute Ebbe, böse Flut?

Tidal Tribe ist eine ganz interessante und zudem entspannende Göttersimulation, die innerhalb der letzten fünf Jahre durch einen einzigen Entwickler geschaffen wurde. Es ist ein unheimlich schönes Spiel, das durch einen hervorragenden Soundtrack untermalt wird, der gleichermaßen entspannend und auch poppig ist. Mich hat die Steuerung ein wenig sehr verwirrt, sodass ich vom Laptop auf den großen Rechner und dann nochmal zum Controller wechseln musste. Das ist schade, denn ich mag es nicht unbedingt, so beim Spielen eingeschränkt zu sein. Dennoch war das nur wirklich für den Storymodus relevant, wenn ich mich dem Tutorial hingegeben hätte. Es gibt eine Möglichkeit, das Tutorial zu skippen, was ziemlich praktisch ist und mir ein ganzes Stück weitergeholfen hat. Die Steuerung hat mich zudem auch ein wenig verwirrt und vor jede Menge Herausforderungen gestellt, dennoch hatte ich meinen Spaß und kann jedem Tidal Tribe ans Herz legen, der eine schöne, entspannende und andere Göttersimulation für den PC sucht.

Pro Contra
+ Interessante Göttersimulation – Steuerung nicht für Laptops optimiert
+ Entspannend – Tutorial leider nicht vollständig durchführbar (aufgrund der Steuerung)
+ Sehr schöner Soundtrack, der entspannend und poppig ist – Sammelmodus und Baumodus werden häufig unbeabsichtigt ausgelöst
+ Coole Strichmännchen
+ Viele verschiedene Modi

Technik: 75
Grafik: 78
Sound: 90
Umfang: 82
Gameplay: 49

Spielspaß: 84

  • Story: Du bist ein Gott und musst dafür sorgen, dass es deinem Volk gut geht. Kannst du es vor den Wellen schützen?
  • Frustfaktor: Eigentlich fast nur durch die Steuerung gegeben.
  • Wiederspielwert: Sehr hoch.
  • Design/Stil: Wunderschöner Stil, der in 3D ist mir neuartigen Strichmännchen.
  • Musik: Ich höre selten die Musik eines Spiels, aber bei Tidal Tribe geht sie mir ins Blut über. Sehr gelungen, sehr passend.

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