Undead’s Building (Switch) im Test – Wenn der Fahrstuhl die einzige Rettung ist…

Um dich herum herrscht Dunkelheit, doch du kannst sie hören. Ihr Füße, die über den Boden schleifen, kommen deutlich näher. Du kannst ihren fauligen Atem bereits in deinem Nacken spüren. Du weißt, dass du nicht mehr viel Zeit hast, dass es bald vorbei ist. Doch da, mitten in der Dunkelheit öffnet sich eine Tür. Es ist der Fahrstuhl! Du läufst los, die Tür steht offen, du springst hinein. Du bist gerettet. Was nach einem seltsamen Film klingt, ist in Wahrheit ein Spiel mit dem Namen Undead’s Building auf der Nintendo Switch. Ich habe mich einmal als Fahrstuhlmeister versucht und verrate euch im Test, ob es sich lohnt.

Ich muss sie alle retten!

Ich habe Undead’s Building im Zuge der aktuellen Angebote für etwa drei Euro im eShop erworben, weil ich dachte, dass es für das Geld doch mal eine interessante Abwechslung ist. Und ich wurde nicht enttäuscht. In Undead’s Building macht ihr nichts weiter, als einen Fahrstuhl zu lenken und Überlebende in der Zombieapokalypse zu retten. Und ja, ihr steuert wirklich nur den Fahrstuhl, sonst nichts. Das bedeutet, das einzige, auf das ihr wirklich die Kontrolle habt, ist das Stockwerk, in dem ihr anhaltet und Überlebende einsammelt. Doch genau hier hat mich Undead’s Building gepackt, denn es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, ihr benötigt das richtige Timing, um alle zu retten.

Zu Beginn eines jeden Levels erhaltet ihr mit den Überwachungskameras einen Überblick über die Etagen des Gebäudes, sodass ihr schon einmal einen Überblick habt, in welcher Etage schon jetzt Überlebende auf den rettenden Fahrstuhl warten. Und dann geht das Rennen gegen die Zeit los, denn natürlich wollt ihr alle Überlebenden vor den Zombies retten. Während das erste Level noch relativ leicht erscheint, entpuppt es sich doch als recht schwierig, da ihr ohne Tutorial in Undead’s Building geschmissen werdet. Das heißt, ihr müsst euch erstmal mit der Steuerung beschäftigen, bevor ihr wirklich alle retten könnt.

Es ist reiner Nervenkitzel: Der Fahrstuhl kann maximal neun Menschen tragen. Das bedeutet, ihr müsst entscheiden, wen ihr rettet, ob ihr jemanden rettet oder ob ihr zunächst einmal die Überlebenden zum Ausgang bringt. Und das ist eine denkbar schwierige Entscheidung, die mir Kopf zerbrechen bereitet. Denn ich möchte alle retten, doch nicht immer geht das. Manchmal bin ich auch zu langsam und sehe nur noch wie die Überlebenden zu Boden gehen und sich die Zombies an ihnen laben. Das macht mich traurig, stachelt mich jedoch an, dass Level noch einmal zu probieren und einen anderen Weg zu finden.

Nervenkitzel vs. Vielfalt?

Undead’s Building ist ein kleines und feines Spiel, dem es jedoch ein wenig an Vielfalt mangelt. In jedem Level ist der Fahrstuhl identisch, obwohl es unterschiedliche Gebäude sind. Jeder Fahrstuhl fährt genau gleich schnell, in jedem Fahrstuhl haben genau neun Leute Platz. Es gibt viele Dinge, die jedoch für mehr Abwechslung und eine gesunde Vielfalt im Gameplay gesorgt hätten. So zum Beispiel Abnutzungen an den Fahrstühlen. Oder dass man Verbesserungen vornehmen kann. All das wurde jedoch nicht berücksichtigt, kommt auch nicht im Spiel vor. Das ist schade, denn so ist man ziemlich schnell durch die Handvoll Level durch.

Andererseits führt das dazu, dass man sich wirklich nur auf seine Fähigkeiten, sein Zeitmanagement und sein Gespür verlassen kann, um wirklich alle Überlebenden zu retten. Das ist eine Kunst, die man erst nach einigen Leveln wirklich beherrscht – und dennoch hätte ich mir eine Einführung gewünscht oder einen größeren Umfang oder mehr Vielfalt. So bleibt es einfach nur ein kleines Spiel, das man sich am besten bei einem Sale kauft, um ein paar Minuten Spielspaß zu haben.

Technisch ist es dabei relativ rund, vermutlich weil es so ein kleines Spiel mit wenigen Leveln und kaum spielerischen Tiefgang ist. Undead’s Building hakt und ruckelt nicht, die Zombies bewegen sich auch so relativ glaubwürdig, die einen kriechen auf dem Boden, die anderen laufen. Dennoch wäre auch hier bestimmt mehr drin gewesen. Dafür hat es soundtechnisch ein paar Lücken und auch von den Charaktermodellen der Menschen hätte es noch ein Tacken mehr Vielfalt gefordert, damit es wirklich ein rundes kleines Spiel ist, das jeder auf seiner Switch haben sollte.

Fazit: Ich mag’s, auch wenn die Vielfalt fehlt.

Undead’s Building ist für mich wirklich ein kleines und ganz nettes Spiel für zwischendurch. Die Level sind kurzweilig, die Spielmechanik einfach. Und im ganz eigentlichen Sinn ist es nur ein Zeitmanagementspiel, in dem das Timing stimmen muss. Es ist ein Spiel, das einen jedoch auch in eine ganz interessante Stimmung setzt, da es mich zum Beispiel fertig macht, wenn ich nicht rechtzeitig auf einer Etage ankomme und die Menschen retten kann. Es macht mich traurig, wenn ich mit meinem vollen Fahrstuhl an Überlebenden vorbei fahren muss und weiß, dass sie dann vielleicht nicht mehr da sind, wenn ich zurück bin. All das sind Emotionen, die mir bei anderen Spielen häufig fehlen und da kann an über die fehlende Vielfalt und die wirklich kurze Spieldauer fast schon hinwegsehen. Ich spreche gerne eine Kaufempfehlung aus, auch wenn das Ergebnis dieser Review eine andere Sprache spricht.

Pro Contra
+ Interessante Idee – Fehlendes Tutorial
+ Einfache Steuerung – Kein Tiefgang im Gameplay
+ Kurzweilige Unterhaltung – Kaum Vielfalt (Design der NPC, der Fahrstühle etc.)
– Sehr kurze Spieldauer

Technik: 52
Grafik: 58
Sound: 62
Umfang: 38
Gameplay: 50

Spielspaß: 75

  • Story: Du steuerst einen Fahrstuhl und musst Überlebende retten. Eine interessante Idee im Zombiewahn.
  • Frustfaktor: Der besteht eigentlich nur dann, wenn man an Menschen vorbei fährt, weil der Fahrstuhl voll ist oder man wieder eine Sekunde zu spät war.
  • Wiederspielwert: Hervorragend für zwischendurch geeignet.
  • Design/Stil: Ganz okay, man verzichtet auf zu viel Realismus und somit auch auf Blut.
  • Musik: Brauchen wir nicht unbedingt drüber sprechen.

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