Wie ich gegen das Gift in The Wandering Village kämpfte

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Das Leben in The Wandering Village ist nicht immer einfach: Direkt zu Beginn lerne ich mehr über die Welt kennen. Vieles an der Oberwelt ist vergiftet, das Überleben wird von Tag zu Tag schwieriger, vor allem, wenn man als Nomadentrupe nur am Boden unterwegs sein kann. Zum Glück treffe ich direkt am Anfang auf einen freundlichen Onbu, der es mir erlaubt, auf seinem Rücken mein eigenes Dorf zu gründen. Und somit beginnt die Suche nach einer neuen Heimat, bei der ich meinen Onbu jedoch nicht außer Acht lassen darf.

Aller Anfang ist leicht

Zu Beginn ist in The Wandering Village alles noch recht einfach. Das Tutorial ist liebevoll ins Spiel eingebunden und bringt mir immer zu den richtigen Momenten die passenden Aufgaben, sodass mein Volk nicht gleich zu Beginn verhungert. In den ersten paar Minuten habe ich noch nicht den Eindruck, einer sterbenden Welt gegenüber zu stehen, doch der Eindruck wandelt sich spätestens nach den ersten 500 zurückgelegten Kilometern.

Während es am Anfang noch wirklich einfach ist, immer wieder auch Nahrung für Onbu zu finden und sich die vergifteten Bereiche doch zurückhielten, wird es später immer schwieriger. Nahrung gibt es kaum noch zu finden, sodass ich meine eigenen Ressourcen nutzen muss, um ein bisschen was zu essen für meinen Onbu herstellen zu können. Die vergifteten Bereiche werden immer schwieriger und so freue ich mich nach einige schrecklichen Kilometern im Dschungel, der früher dafür sorgte, dass ich glücklich bin, endlich darauf, in die Wüste zu kommen. Hier ist es zwar deutlich schwieriger für mein Volk Nahrung auf den Bauernhöfen anzubauen, dafür lässt mich das Gift in Ruhe. Größtenteils zumindest.

In The Wandering Village gibt es ganz verschiedene Gebiete, sogenannte Biome, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Am Anfang meiner Reise fand ich die Wüste schwierig, da es dort kein Wasser gibt und ich erst Kakteen erforschen musste, um hier wirklich voranzukommen. Dafür war der Wald recht einfach. Hier ist von den Temperaturen und der Feuchtigkeit her recht gut, um wirklich was aufzubauen. Dann gibt es noch eine Art Schneegebiet, das irgendwie weder gut noch schlecht ist, mir aber an sich keinen Spaß macht. Im Laufe des Spiels ändern sich dann jedoch die einzelnen Bedingungen, sodass ein Biom, das du vorher toll fandest, plötzlich mies und fürs Überleben ungeeignet ist.

Mir macht es Spaß, diese Unterschiede feststellen zu können. So weiß ich nie, was mich gerade wirklich im Gebiet erwartet. Vielleicht freue ich mich auch auf den Dschungel, damit meine Pflanzen besser wachsen, laufe dann jedoch direkt in einen Giftnebel und bin erstmal das halbe Biom damit beschäftigt, die vergifteten Stellen aus meinem Dorf zu verbannen. !B

Auf dem Bild ist eine Landkarte, die zeigt, wo der Onbu aus dem Spiel langläuft.
Das ist ein Ausschnitt der Landkarte im späteren Spielverlauf. Die grünen/türkisfarbenen Objekte sind allesamt vergiftet und gefährlich.

Ein bisschen Kolonie hier und da

Ich habe The Wandering Village bereits während der früheren Entwicklung begleitet und auch am Playtest durch die Kickstarter Kampagne teilgenommen. Im Vergleich zur Early Access Version hat sich für mich bereits viel getan, sodass es sich schon jetzt deutlich leichter und smoother spielt als noch zu Beginn. Für die Zukunft sind auch noch weitere Erweiterungen und Verbesserungen geplant.

Für den Beginn des Early Access kann ich sagen: Mir macht es sehr viel Spaß, mein Volk auf dem Onbu zu betreuen und zu schauen, was ich als nächstes bauen kann, wie ich weiter vorgehe. Allerdings kann mich aktuell der Forschungsbaum noch nicht wirklich begeistern. Er erweckt den Eindruck, ich könnte mich für bestimmte Technologiezweige entscheiden, doch aktuell deutet alles eher daraufhin, dass ich ohnehin nur alles freischalten kann, ohne wirklich Entscheidungen treffen zu können. Lediglich bei dem Weg mit dem Blut fühle ich mich, als könnte ich entscheiden: Zapfe ich das Blut von meinem Onbu ab, leidet er und vertraut mir nicht mehr so doll wie vorher.

So habe ich kaum wirkliche Entscheidungen, mein Volk auf bestimmte Weise zu entwickeln. Zwar gibt es unterschiedliche Pflanzen, die ich auf meinen Feldern anbauen kann, doch im Endeffekt wünscht sich mein Volk auch eine Nahrungsvielfalt, sodass ich am Ende eben doch gezwungen bin, alles so zu bauen, wie es mir vorgegeben ist. Das finde ich ein bisschen sehr schade und nimmt auf Dauer auch den Spielspaß. Laut Roadmap für den Early Access ist jedoch noch einiges geplant, um weitere Inhalte hinzuzufügen. Ich bleibe gespannt.

Ansonsten ist mein Volk momentan noch relativ schnell glücklich zu machen: Haben sie Nahrung und ein Bett, geht es ihnen gut. Sind sie vergiftet, soll ich sie heilen, dann geht’s ihnen wieder gut. Zumindest wenn ich genügend Kräuter habe, habe ich das nicht, sehe ich zu, wie mein Volk langsam vor sich hin stirbt. Das ist dahingehend ein wenig frustrierend, da sich die Dudes offensichtlich nicht selber fortpflanzen können und ich nur mit Glück andere Nomaden finde, die bei mir leben wollen. Glücklicherweise dauert es jedoch, bis dieser Zeitpunkt erreicht ist und je nach Schwierigkeitsgrad lässt sich da sogar noch ein bisschen mehr Zeit herausschlagen. Ich persönlich brauche ja auch nicht mehr Koloniezeugs, da ich ohnehin immer irgendwie Herausforderungen damit habe, die normalerweise alle glücklich zu halten. !B

Auf einer grünen und braunen Fläche stehen verschiedene Häuser aus Stein. Drum herum laufen kleine Männchen in blauer Nomadenkleidung.

Das Leben auf dem Onbu

Der Anspruch in The Wandering Village liegt dabei jedoch nicht nur darin, dass ich mein Volk am Leben erhalte, sondern dass ich mich auch um meinen Onbu kümmere. Dieser benötigt Nahrung, die ich später im Spiel auch selbst herstellen kann, wenn ich genügend Pilze anpflanze. Wenn er müde ist, legt er sich hin – unabhängig davon, ob das vielleicht gerade in einer Giftwolke ist. Das finde ich noch ein wenig ungünstig, da auch dieses große Wesen vom Gift betroffen ist und es doch sicherlich auch einen Überlebenswillen hat und sicherlich nicht in dieser Wolke schlafen würde. Ich zumindest würde dann noch diesen einen Schritt weitergehen, um nicht selbst zu sterben.

Weil Onbu tatsächlich auch anfällig für das Gift der Welt ist, kann ich später mit einem Onbu Doktor und bereits erwähnten Kräutern dafür sorgen, dass es ihm wieder besser geht. Das steigert nicht nur seine Gesundheit, sondern senkt auch die Vergiftung und steigert angeblich das Vertrauen in mich. Allerdings habe ich keinen Überblick darüber, wie sehr mir mein Onbu schon vertraut, und so ignoriert er auch nach über 1.000 Kilometern noch immer meine Vorschläge an Kreuzungen. Das finde ich schade. Hoffentlich wird hier in Zukunft noch ein bisschen dran geschraubt.

Was ich ziemlich gut finde, ist jedoch wie sehr der Onbu doch einen Einfluss auf mein Volk hat. Wenn er sich hinlegt, stürzen beispielsweise ein paar der Gebäude ein, die ich gebaut habe. Diese müssen dann wieder aufgebaut werden, um genutzt werden zu können. Ein bisschen schade ist nur auch hier, dass das besonders zu Beginn fast immer passiert und ich keine richtige Lösung hatte. Die Zelte, die man zu Beginn bauen kann, stürzen zum Beispiel immer ein, während die späteren Steinhütten schon ein bisschen besser standhalten, doch ich hätte gerne eine Versicherung, dass ich irgendwie die Bauweise stärken könnte oder so, damit ich nicht immer wieder Ressourcen dafür verwenden muss. Und mit Ressourcen meine ich hier die Menschen, die auf meinem Onbu leben. !B

Zu sehen ist eine Art gigantische Dinoschildkröte mit sechs Beinen, auf deren Rücken ein Volk sein Dorf aufgeschlagen ist. Die Dinoschildkröte heißt Onbu und wandert gerade durch die Wüste.

Early Access Fazit: Definitiv einen Blick wert

Von den Demos über den Playtest bis hin zum Early Access hat sich The Wandering Village schon sehr stark weiterentwickelt und ich freue mich sehr auf das, was da noch kommen wird. Bisher fehlt es noch an einigen Inhalten, die vor allem mehreren Spieldurchläufe unterhaltsam machen, doch laut Road Map ist das alles noch in der Entwicklung und wird nach und nach hinzugefügt. Für das, was The Wandering Village derzeit ist, macht es unheimlich Spaß. Jedes Mal, wenn ich sage „Ich schaue nur nochmal kurz rein“, vergeht irgendwie sehr schnell ziemlich viel Zeit, das finde ich großartig und zeigt, wie süchtig machend und unterhaltsam zumindest für mich diese kleine Koloniesimulation auf dem Rücken eines Onbus ist.

Momentan kann man sich sicherlich über den Preis von 24,99 € streiten, doch das Spiel ist erst am Anfang des Early Access‘. So wie ich das Studio bisher kennengelernt habe, wird noch vieles hinzugefügt werden und darauf freue ich mich schon sehr.

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Beatrice Eichhorn
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