13 Sentinels: Aegis Rim (PS4) im Test – Weltrettung einmal anders

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Eine Welt, die angegriffen wird. Kinder, die in großen Robotern für den Weltfrieden kämpfen. Und ein Schicksal, das unausweichlich wirkt. All das sind Motive, die mir in 13 Sentinels: Aegis Rim auf der PlayStation 4 begegnen. Ich wusste nicht, was mich mit dem neuesten Werk von Vanillaware wirklich erwartet und erhielt ein umfassende Sci-Fi-Werk. Ob mir der Titel gefallen hat, verrate ich euch zu meiner Review zu 13 Sentinels: Aegis Rim.

Roboter also

Die Spiele, in denen man nicht wirklich weiß, worum es geht, sind am besten zum Testen. Man ist unvoreingenommen und ärgert sich vielleicht, dass man nicht schon eher ins Pressemuster geschaut hat. Genauso erging es mir mit 13 Sentinels: Aegis Rim. Erst hatte ich kaum Lust und Zeit mich mit dem Titel zu befassen – und dann habe ich auf einen Schlag sechs Stunden am Stück gespielt, was ich auch wirklich selten habe.

Eigentlich würde ich euch sehr gerne so viel mehr über die Story erzählen, doch kommt 13 Sentinels: Aegis Rim für mich mit einigen Auflagen daher, sodass ich meine liebste Zusammenfassung zum Spiel nicht schreiben darf, dafür aber eine abgespeckte Version, die der Hauptgeschichte des Spiels nicht einmal ansatzweise gerecht wird und aus meinem Mund wieder einmal sehr langweilig klingt. Andererseits brauche ich eigentlich nicht viel zu sagen außer, dass es ein typisches Vanillaware Spiel ist, aber damit können die wenigsten etwas anfangen. Dennoch darf ich diesen Satz sagen: 13 Sentinels: Aegis Rim fühlt sich ein bisschen wie Krieg der Welten mit gigantischen Kampfrobotern an.

Dann ein bisschen erklärreicher: Das Spiel selbst unterteilt sich die in die Gebiete “Kampf”, “Abenteuer” und “Archiv”. Während sich im Bereich “Abenteuer” die ganze Geschichte abspielt und man auf diese Weise viel mehr über die 13 Hauptfiguren, ihre Beziehungen und ihre Rollen im ganzen Konstrukt erfährt. Hier wird definitiv nicht gekämpft, außer im Grunde noch im zweistündigen Tutorialbereich, in dem man in alles eingeführt wird, doch danach nicht mehr. Zum kämpfen gibt es, wie es der Name schon sagt, “Kampf”. Hier steige ich mit meinen 13 Hauptfiguren in große Kampfroboter und verteidige die Stadt in einem rundenbasierten Kampfsystem. Das “Archiv” wiederum hat keinen großen Nutzen, außer dass dort die gesammelten Artefakten und Hinweise zu finden sind.

Mir war übrigens nicht klar, dass ich ein Spiel gesucht habe, das in Japan spielt und in dem ich in gigantische Kampfroboter steige. Doch jetzt, mit 13 Sentinels: Aegis Rim fühle ich mich irgendwie vollständiger – und ich habe mich dabei ertappt, wie ich nur noch an die Story gedacht habe und wollte, dass sie weitergeht. Gepaart wird die äußerst interessante Story, über die ich nicht wirklich sprechen darf, mit relativ kurzen und abwechslungsreichen Storyabschnitten, sodass ich mich schnell dabei ertappt habe, wie ich immer nur noch die nächste kurze Szene sehen wollte. Absolutes Suchtpotential.

Eine kleine Detektivin

Im Gegensatz zu Dragons Crown und Odinsphere hat sich Vanillaware mit 13 Sentinels: Aegis Rim wirklich weiterentwickelt. Während man in Odinsphere nur verschiedene Stories beobachtet hat, ist man nun fast ein Detektiv und muss verschiedene Situationen auslösen: Mal muss ich erst mit jemandem reden, mal nutze ich einen Gegenstand, damit die Story weitergeht und mir immer mehr und mehr der wirklich komplexen Story offenbart wird.

Zugegeben: Auch nach 8 Stunden hatte ich nur ein Konstrukt der Story im Kopf, das sich mit jeder weiteren Szene veränderte. Es ist wirklich nicht leicht, alles in Zusammenhang zu bringen und die im Kopf die Puzzlestücke an ihre richtige Stelle zu setzen. Dafür macht es Spaß, die einzelnen Elemente zu suchen und irgendwie miteinander zu kombinieren.

Ebenso liebe ich die Kampfmomente. Natürlich spiele ich auf leicht, wo die Gegner häufig mit wenigen Treffern bereits K.O. gehe. Aber ich mag es, die Punkte zu sammeln, um meine Sentinels – so heißen die Roboter – weiter ausbauen zu können, um noch stärker zu sein – obwohl das eigentlich kaum notwendig ist. Die Kämpfe selbst laufen rundenbasiert ab, während meine Kämpfer einen ATB haben, der sich unterschiedlich schnell füllt. Ein typisches Kampfsystem für ein japanisches Spiel.

Zauberhafter Stil

Ich erkenne in 13 Sentinels: Aegis Rim ganz klar den klassischen Vanillaware Grafikstil wieder, denn die Charakter folgen demselben Muster wie auch schon in Odinsphere und da ich letzten Titel über alles liebe, bin ich ein bisschen voreingenommen. Dennoch haben die Charaktere einen typisch japanischen Stil und erinnern zum Teil sehr an Schönlinge aus Anime, was ich persönlich nicht sonderlich verkehrt finde. Auch die Städte in den Kämpfen sind ganz nett, auch wenn ich mir hier ein bisschen mehr Detailreichtum gewünscht hätte.

Doch nicht nur die Charaktere sind toll, auch der generelle Grafikstil, vor allem das Essen, was es ins Spiel geschafft hat, sieht köstlich aus und vielleicht präsentieren wir euch demnächst ein Rezept zu Yakisoba Pan, mal sehen! Wie auch schon in den Spielen davor punktet 13 Sentinels: Aegis Rim mit einem tollen Soundtrack und sogar eine japanischen Synchronisation, die ich nicht nervig fand. Übrigens: Mit dem Day-One Patch wird es auch eine englische Sprachausgabe geben, während das Spiel selbst bereits mit deutschen Texten ausgestattet ist.

Ein bisschen schade ist manchmal, dass das Auswählen von Charakteren, um mit ihnen in den Abenteuerleveln zu interagieren, nicht immer einfach ist und man manchmal auch was Falsches auswählt. Doch das sind für mich wirklich Kleinigkeiten. Man merkt dem Spiel einfach an, dass es mehrere Preise bekommen hat – und das tatsächlich auch verdient!

Fazit: Wo ist mein Sentinel?

Bis ich 13 Sentinels: Aegis Rim gespielt habe, war mir nicht klar, dass mir ein solches Spiel in meiner Sammlung fehlt – und, dass ich es lieben und suchten würde. Wer bereits Spiele von Vanillaware gespielt hat, wird dieses Gefühl kennen, dann mir ging es auch schon bei Odinsphere Leifthrasir so. Vanillaware erzählt eine komplexe Geschichte, die um so viele Ecken denkt, dass sie den einen oder anderen Spielenden auf dem Weg zum Ziel möglicherweise verlieren wird. Doch wer durchhält, erlebt eine fantastische Geschichte, wie sie nur aus einem japanischen Actionfilm stammen kann.

Die gesunde Mischung aus Kampf und Story ist hervorragend umgesetzt und bietet mir dennoch die Freiheit, dass ich machen kann, was ich will – ohne dass ich das Gefühl habe, dass mich das Spiel wirklich zu etwas zwingt. 13 Sentinels: Aegis Rim macht so vieles richtig, dass ich irgendwie das erste Mal wirklich traurig war, als die Credits über die Bildschirme flackerten. Sci-Fi-Fans kommen hier allemal auf ihre Kosten, ebenso wie all jene, die eine verzwickte Story suchen, die man nicht gleich auf den ersten Blick versteht. Definitiv eines meiner Highlights 2020. Und jetzt nochmal: Wann bekomme ich meinen Sentinel?

ProContra
+ Absolut komplexe Story mit vielen Twists– Anvisieren der richtigen Charaktere nicht immer möglich
+ Kampfroboter!– Story könnte für einige zu komplex sein
+ Klasse Soundtrack– Stadt im Kampf fehlt es an Details
+ Tolle japanische Synchronsprecher– Steuerung manchmal nicht einwandfrei
+ Freiheit im Spiel, quasi das zu tun, was ich will

Technik: 89
Grafik: 86
Sound: 92
Umfang: 100
Gameplay: 83
KI: 85

Spielspaß: 93

  • Story: So viel: Gigantische Kampfroboter werden im Krieg der Welten von Teenagern gesteuert. Mehr sprengt den Rahmen, ist aber definitiv im Konzept versteckt.
  • Nachhaltigkeitswert: 13 Sentinels: Aegis Rim wird bei mir auf jeden Fall im Kopf bleiben, so wie es auch schon die anderen Vanillaware Spiele taten.
  • Frustpotential: Nope.
  • Design/Stil: Grafisch passt es und erzählt die Story im sidescrolling Stil mit wunderschönen Charakteren. Lediglich die Stadt im Kampf könnte mehr Details haben.
  • Musik und Sound: Wunderbare Sounduntermalung. Hier mag ich sogar mal die japanischen Synchronsprecher.
  • Preis-Leistungsverhältnis: Für knapp 60 € bekommt man eine komplexe und umfangreiche Story mit vielen, vielen Spielstunden geboten.

Offenlegung & Unterstützung

Wir haben einen Reviewkey zu 13 Sentinels: Aegis Rim vom Koch Media erhalten.

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Beatrice Vogt
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VanillaHare

Ich bin VanillaWare Fan seitdem ich Muramasa: Demon Blade gespielt habe, später habe ich Odin Sphere auf der PS4 nachgeholt und es ist eins meiner absoluten Lieblingsspiele geworden.

Bei Aigis Rim muss ich zugeben das ich wegen der Taktikkämpfe sehr verunsichert war, dieser Test macht mich aber in der Tat wirklich sehr sehr neugierig.

Ich werde es mir definitiv Ende Oktober zulegen. 😀