Bus Driver Simulator (PS4) im Test – Trainiere dein Geschick

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Der Bus Driver Simulator hat mich vor ein paar Tagen im PlayStation Store auf der PS4 überrascht, denn ich hatte bisher noch nichts von dem Spiel gehört – obwohl es seit dem letzten Jahr vom gleichen Team Kishmish Games schon eine Version für den PC gibt. Ich habe einige Routen auf der PS4 absolviert und verrate euch in der Review zum Bus Driver Simulator, ob sich’s lohnt.

Alle Augen auf die Straße

Im Bus Driver Simulator geht es tatsächlich nur um das Busfahren – na ja, fast. Gefühlt spielt der Aufbau eines eigenen Unternehmens eine weniger große Rolle, zumindest stellt man hier kein Personal ein und hat auch keine wirklichen Ausgaben. Ab und zu muss man den Bus mal tanken, alles andere, was man abgesehen von weiteren Bussen kaufen kann, ist aber kosmetischer Natur und damit optional.

Bis man sich neue Busse kaufen kann, vergeht aber einige Zeit: Die realistisch angesetzten Preise für die Busse lassen sich auch trotz utopisch hoher Fahrpreise (eine Einzelfahrt in Köln kostet demnach ca. 32€) nur langsam finanzieren. Pro Tour kann man aber etwa 1.000 bis 2.000 Euro einnehmen, wenn man sich keine Strafen erlaubt: Wer im Bus Driver Simulator rote Ampeln überfährt oder Unfälle baut, muss Bußgeld bezahlen.

Sein Geschick als Busfahrer austesten darf man in Köln oder Serpuchow, und zwar im Szenarien oder Karrieremodus: In der Karriere darf man nicht nur vorgegebene Routen abfahren, sondern auch eigene basteln, während die Szenarien nach und nach freigegeben werden und teilweise besonders lange Routen sind. In Serpuchow darf man auch im Winter fahren, was aber nur einen optischen Unterschied macht – die grundsätzliche Atmosphäre der beiden Städte in Deutschland und Russland hat man dabei versucht, einigermaßen einzufangen.

Im Bus wird’s auch mal voll.

Kurz vorm Totalschaden

Technisch ist der Bus Driver Simulator wirklich kein Vorzeigeprodukt – grafisch erinnert das Ganze an frühe PS3 Zeiten, und zwar rundherum: Details, Texturen … irgendwie ist einfach alles sehr veraltet. Immerhin läuft der Bus Driver Simulator auf der PS4 Pro einigermaßen flüssig, aber grafisch lässt einen nichts daran glauben, dass man es mit einem Spiel aus dem Jahr 2020 zu tun hat. Erstaunlich viel Mühe hat man sich da dann doch bei den Passanten gegeben: Auch wenn es viele geklonte Menschen auf den Straßen gibt, legen sie ein einigermaßen unterschiedliches Verhalten an den Tag und man hat immerhin mehrere verschiedene Typen geschaffen. Auf Gespräche von ihnen muss man aber verzichten.

Einen gewissen Charme strahlt der Bus Driver Simulator ja irgendwie trotz allem aus, und spielbar ist das Ganze dann doch – während ich in den ersten Minuten dachte, es bald allein wegen der Grafik auszumachen. Doch eine Sache werde ich dem Team nicht verzeihen: Die Steuerung. Anscheinend hat das Team sich noch nie wirklich mit einem PS4 Controller beschäftigt und zum anderen hat es offenbar eine links-rechts Schwäche.

Das Lenken liegt im Bus Driver Simulator allen Ernstes auf dem rechten Stick, während auf dem linken die Kamerasteuerung liegt. Nein, ändern kann man das nicht, man kann den rechten Stick und damit die Lenkung höchstens invertieren. Glückwunsch! Damit wird die Verwirrung dann perfekt. Ganz ehrlich: Nach einiger Spielzeit gewöhnt man sich schon irgendwie daran, dass die Sticks “vertauscht” sind, aber: Immer wieder in hektischen Situationen bewege ich einfach nur die Kamera und baue einen Unfall oder lenke aus Versehen, obwohl ich woanders hinschauen möchte.

Hier gab’s einen Unfall.

Auf den Bus angewiesen

Eigentlich spricht viel dafür, den Bus Driver Simulator als Totalausfall abzustempeln. Und wenn ihr noch auf der Suche nach einem PS4 Bus Simulator seid, ist der Bus Simulator (ha!) wirklich das bessere Spiel (zum Test). Doch irgendetwas hat mich dann dennoch eine ganze Weile an den Bus Driver Simulator gefesselt.

Augen auf die Uhr – Pünktlichkeit zählt!

Ich denke nicht, dass es jemals mehr Inhalte geben wird für diese PS4 Version oder eine bessere Technik – doch ich habe die Hoffnung, dass es einen Patch geben wird, der die Steuerung fixt. Denn sonst spielt sich der Bus Driver Simulator ganz angenehm. Die Schultertasten sind gut integriert und auch das zunächst umständliche Blinkersetzen geht ganz gut von der Hand. Auch die unterschiedlichen Busmodelle können letztlich überzeugen.

Und irgendwo macht der Bus Driver Simulator auch seine Kerndisziplin ganz gut, denn das Fahren macht durchaus Spaß – und man ist an einen Zeitplan gebunden. Intervalle und Wartezeiten darf man auch selbst bestimmen, und da gehört es auch mal dazu, fünf Minuten irgendwo rumzustehen. Schade, dass es wenig Feedback von den Fahrgästen gibt, doch die Zeiten einzuhalten, macht mir dann doch irgendwo Spaß.

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Fazit: Zwischen Pflicht und Frust – wie im echten ÖPNV

In den ersten Minuten strahlt der Bus Driver Simulator die Vibes einer Vollgurke aus, die man gleich wieder deinstalliert. Technisch ist das Ganze nicht mal auf dem Stand eines Konsolenspieles von vor zehn Jahren und irgendjemand hat auch noch den linken und rechten Analogstick verwechselt, sodass die Steuerung ein reines Abenteuer ist. Doch hat man sich daran halbwegs gewöhnt, hat der Bus Driver Simulator doch noch so etwas wie einen eigenen Charme: Die Kerndisziplin schafft es dennoch, Spaß zu machen, und zu motivieren, die Zeiten auf den Straßen der beiden Städte einzuhalten. Wirklich gar nichts am Bus Driver Simulator ist irgendwie großartig und ich würde euch wirklich eher den Bus Simulator empfehlen, aber irgendwie – am Ende hat das Spiel dann doch etwas, wird aber immer noch problemlos von der überschaubaren Konkurrenz überrollt.

ProContra
+ Busfahren macht durchaus Spaß– Furchtbar verwirrende Steuerung (L + R vertauscht)
+ Atmosphäre der Städte einigermaßen eingefangen– Grafisch von vorgestern
+ Passanten halbwegs realistisch– Keine Dialoge der Passanten
+ Handling grundsätzlich in Ordnung– Niedriger Detailgrad
+ Lange Routen
+ Realistisches Zeitmanagement

Technik: 54
Grafik: 18
Sound: 49
Umfang: 70
Gameplay: 62
KI: 70

Spielspaß: 50

  • Story: Der Bus Driver Simulator erzählt eine Geschichte davon, wie man die Steuerung eines Spieles möglichst verwirrend machen kann.
  • Nachhaltigkeitswert: Eine Weile beschäftigen kann der Bus Driver Simulator durchaus. Leider würde ich persönlich nicht wirklich mit Updates rechnen.
  • Frustpotential: Wenn du das x-te Mal mit dem linken Stick lenken willst…
  • Design/Stil: Insgesamt passt es irgendwie, auch wenn es technisch höchstens 2005 noch beeindruckend gewesen wäre.
  • Musik und Sound: Na ja.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Die abgerufenen 19,99€ gehen in Ordnung.

Offenlegung & Unterstützung

Wir haben den Bus Driver Simulator selbst gekauft.

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Manuel Eichhorn
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