Bus Simulator: City Ride (Switch) im Test – Mit Tempo durch Havensburg

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Mit Bus Simulator: City Ride interpretiert stillalive studios seine Simulationsreihe für mobile Plattformen und Nintendo Switch neu. Die Verwandtschaft zu den großen Geschwistern, u.a. zum Bus Simulator 21 ist durchaus zu erkennen, doch vor allem bei den Simulations-Aspekten muss man auf der Switch Abstriche machen. Busfahrer:in in Havensburg zu sein ist dennoch unterhaltsam – unsere Review zur Switch Version verrät mehr.

Ab auf die Straße

Bei meiner Vorschau der beiden Bus Simulatoren des Monats für die Switch schrieb ich noch, dass ich Routen- und Unternehmensverwaltung gar nicht unbedingt auf der Switch brauche. Dennoch kann ich nun sagen, dass sie dem Bus Simulator: City Ride guttun und gleichzeitig auch gar nicht so spektakulär sind. Mit seiner Liste an Features möchte Bus Simulator: City Ride den größeren Ablegern für PC und die anderen Konsolen entsprechen, dabei sind die Themen aber deutlich eingekürzt.

Routenverwaltung bedeutet nämlich hier einfach nur, dass man nach und nach neue Routen freischaltet, durch das Erreichen einer bestimmten Fahrerstufe und durch das Erfüllen der Missionen, die im Spiel vorgegeben sind. Erfüllt man diese Missionen, nimmt einen Bus Simulator: City Ride ziemlich stark an die Hand und wirklich viel Freiraum zur individuellen Gestaltung bleibt nicht. Auch Personal stellt man nicht ein, mit dem Kauf von Bussen können diese ohne Weiteres bestimmten Strecken zugeordnet werden.

Es ist also im Bus Simulator: City Ride alles da, man verdient Geld, kann dieses investieren, aber ohne sich um irgendetwas große Sorgen machen zu brauchen. Laufende Kosten oder Ähnliches gibt es nämlich auch keine – du führst hier ein ziemlich sicheres Unternehmen. Der Fokus liegt also in Bus Simulator: City Ride auf dem eigentlichen Busfahren, und auch hier wurde das Spiel im Vergleich zum Bus Simulator 21 etwas eingekürzt.

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Fest auf dem Fahrer:innensitz

In Bus Simulator: City Ride verlässt du deinen Sitz nicht – und um ehrlich zu sein finde ich das sogar etwas realistischer als es in den anderen Bus Simulatoren von stillalive studios ist. Die Events, die während der Fahrt auftreten können, lassen sich alle auf Knopfdruck während der Fahrt oder an der Haltestelle lösen. Mein Favorit ist ja das „Insektengeschmier“ – ein Insekt fliegt gegen die Windschutzscheibe, mit einer Betätigung des Scheibenwischers wird es wieder weggewischt, fertig. Die Scheibenwischer braucht man übrigens nur dafür, denn auf Wettereffekte musst du in Bus Simulator: City Ride verzichten, du kannst lediglich bei Morgen, am Nachmittag oder am Abend fahren, aber nicht bei Regen oder Sturm.

Die anderen Events im Spiel sind Fahrgäste, die die Türen blockieren oder Autos, die die Bushaltestelle zuparken – typische Sachen also. Ist alles mit Hupen oder einem Türsignal auf Knopfdruck gelöst. Mit dabei ist neben eingeschlafenen Fahrgästen ansonsten der Fahrkartenverkauf, doch dieses winzige Minispiel besteht nur daraus, die richtige Fahrkarte auszuwählen – hier brauchst du kein Wechselgeld geben oder Ähnliches. Ein bisschen doof: Dein Erfolg auf der Strecke und die Bewertung hängt in erster Linie von diesen Events ab, die das Spiel aber zufällig platziert. Allein durch gutes Fahren, was nicht besonders schwer ist, lassen sich kaum fünf Sterne auf einer Route verdienen.

Die Fahrgäste sind ansonsten recht passiv, ab und zu werden ein paar Sätze von ihnen eingespielt, zum Beispiel über All Directions, eine Band, die wirklich der letzte Trend in Havensburg zu sein scheint. Das ist ganz nett, nichts Weltbewegendes, aber geht auch nicht auf die Nerven, auch wenn man einige Sätze natürlich öfter hört. Was ansonsten bei den Fahrgästen in Bus Simulator: City Ride auffällig ist: Beim Ein- und Ausstieg scheinen sie eine unsichtbare Treppe unter das Fahrzeug zu verwenden und sich gar nicht so richtig in den Bus zu bewegen, sondern eher darunter. Alles ein wenig seltsam in dieser Stadt. !B

Bus Simulator in der Cockpitansicht, auf der Scheibe des Busses ist Schmutz, der mit den Scheibenwischern beseitigt werden muss.
Das „Insektengeschmier“ auf der Windschutzscheibe

Wie viel Simulation steckt wirklich drin?

Was sich auf den Straßen aber auch zeigt: So richtig viel Simulation steckt im Bus Simulator: City Ride gar nicht. Das Handling der Busse ist wirklich sehr, sehr einfach. Ich fühle mich nicht wirklich so, als ob ich einen Bus steuere. Die Busse beschleunigen schnell und bremsen noch schneller, die meisten Kurven können mit hohen Geschwindigkeiten genommen werden. Es ist nicht besonders realistisch.

Im Vergleich habe ich nach ein paar Stunden mit Bus Simulator: City Ride nochmal den Bus Driving Simulator 22 auf der Switch gestartet und dort einige Routen absolviert – das ist wirklich viel, viel realistischer, vor allem beim Bremsen musste ich mich da wirklich ins Zeug legen, da die Busse dort einen richtigen Bremsweg mitbringen. Es lässt sich kaum miteinander vergleichen, doch zurück zum Bus Driving Simulator 22: Die Steuerung fühlt sich fast wie in einem schnellen Arcade-Rennspiel an, mit dem Unterschied, dass man hier am besten in der Cockpit-Perspektive unterwegs ist.

Zehn lizenzierte Busmodelle gibt es und die sehen natürlich auch aus wie die Originale, wobei ich die Umsetzung der Busse hier dennoch nur „okay“ finde, vor allem die Soundkulisse ist was die Motorengeräusche angeht nun nicht so gut wie in anderen Spielen, die Fahrtgeräusche im Bus sind dagegen halbwegs realistisch. Mein Favorit im Spiel ist der Bus von BYD, der sich durch den Elektroantrieb sehr futuristisch anhört. Die anderen Busse stecke ich einfach so auf die Routen, außer, wenn ich sie für eine Mission mal fahren muss. !B

Gelnkbus während der Fahrt in der Außensicht, Pfeile auf der Straße zeigen die Route an, es steht eine Linkskurve bevor.

Feinschliff hätte gut getan

Bus Simulator: City Ride ist ein sehr unterhaltsames Spiel für mich und ich muss zugeben, dass ich sogar etwas mehr Spaß damit habe als mit dem Bus Simulator auf PS4, auch wenn hier vielleicht der Name Bus Driver: City Ride besser gepasst hätte. Doch noch eine andere Sache würde das Spielerlebnis bereichern: Bugfixing und Feinschliff ist noch dringend nötig.

Es kommt immer wieder zu Abstürzen von Bus Simulator: City Ride auf der Nintendo Switch, nicht während der Fahrt, aber während des Ladens und in den Menüs. Das ist nervig, auch wenn zum Glück nie Fortschritt verloren geht. Doch auch die Missionen sind teilweise verbuggt, was auch mit fehlerhaften Beschreibungen schon losgeht: „Weise einer beliebigen Route vier Busse zu“ habe ich am Anfang so verstanden, dass vier Busse auf einer Route fahren sollen, die ich mir aussuchen kann, doch ich hatte gar keine Route, auf die vier Busse gleichzeitig können. Gemeint ist nur, dass vier Busse generell Routen zugewiesen sein müssen, doch das löste die Mission zunächst auch nicht aus, was dann wieder meine ursprüngliche Vermutung bestärkte. Nach erneutem Zuweisen von Bussen auf vier beliebige Routen ging es dann.

Bei jedem Spielstart von Bus Simulator: City Ride werden dieselben Busse und Routen als neu freigeschaltet aufgelistet, zudem bekommt man regelmäßig diese Meldung für Routen, die man de facto noch gar nicht nutzen kann – weil zum Beispiel der zugehörige Stadtteil noch gesperrt ist. Es sind viele kleine ärgerliche Fehler, die sich durch Bus Simulator: City Ride ziehen und die sicher mit mehr Entwicklungszeit vermeidbar gewesen wären. Hoffentlich bekommt das Spiel noch ein paar Updates, um diese Dinge zu lösen.

Was die technische Seite ansonsten angeht, ist Bus Simulator: City Ride ganz solide, auch wenn man keine Wunder erwarten braucht. Havensburg ist eine hübsche und vielfältige Kulisse, die aber nicht besonders lebendig ist. Fußgänger benutzen nur die Fußwege, aber keine Überwege oder Ampeln, Autos sind in moderater Menge unterwegs und legen manchmal seltsame Tanzeinlagen auf der Straße hin oder schweben in der Luft. Das bestätigt nur nochmal: Feinschliff hätte Bus Simulator: City Ride auf jeden Fall gutgetan! !B

Ein Fahrzeug schwebt vor dem Bus an der Haltestelle in der Luft.
Vielleicht ein Protoyp für ein Flugtaxi.

Fazit: Unkompliziertes Busfahren

Bus Simulator: City Ride macht Spaß, keine Frage. Für mich persönlich kann ich sagen, dass mir die Karriere in Havensburg sogar ein bisschen mehr Spaß macht als mit den „großen“ Bus Simulatoren auf den anderen Konsolen. Doch in Havensburg gibt es noch einige Baustellen, die noch abgeschlossen werden müssen: Verschiedene Bugs und Fehler auf der Straße und in den Menüs bestimmen den Fahrer:innenalltag recht deutlich. Und ganz grundsätzlich muss man sagen, dass der Bus Simulator: City Ride durch sein sehr, sehr unkompliziertes Handling der Busse den Titel Simulator nur noch eingeschränkt verdient hat. Verschiedene Events inklusive die Türen blockierender Fahrgäste lockern den Alltag aber immer wieder auf und es macht immer wieder Spaß, neue Stufen freizufahren und weitere Routen in Havensburg zu gewinnen. Bus Simulator: City Ride ist alles in einem eine solide Umsetzung der Reihe auf die Switch geworden, auch wenn das Team dahinter wirklich noch einige Fehler beseitigen sollte.

ProContra
+ Havensburg als hübsche Kulisse– Abstürze des Spieles
+ Routenverwaltung da, aber angenehm reduziert– Verschiedene Bugs, sowohl in Menüs als auch auf der Straße
+ Verschiedene Events lockern den Alltag auf– Stadt nicht besonders lebendig
+ Zehn verschiedene Busmodelle– Nicht besonders viel „Simulation“
+ Insgesamt unkomplizierter Spielspaß

Offenlegung

Wir haben einen Reviewkey zu Bus Simulator: City Ride erhalten.

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Manuel Eichhorn
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