Sadey’s Sail (PC) im Test – Ein bisschen Piratin spielen

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Einfach mal den Boden unter den Füßen verlieren und mit einem Schiff auf die große Reise gehen, vielleicht einfach mal mein Glück als Piratin versuchen und das ganz große Ding drehen. So was Ähnliches kann ich im Prototypen Sadey’s Sail machen, das Anfang des Monats auf itch.io erschien. Ich habe mich mit Captain Sadey also auf die Reise begeben und lasse dich in meiner Review zum Spiel an meinen Erfahrungen als alte Seebärin teilhaben. !B

Zu sehen ist ein Schiff mit großen, blauen Segeln, das auf hoher See fährt.

Segel setzen!

Die Geschichte von Sadey’s Sail ist relativ schnell zusammengefasst und birgt auch wenig Tiefgang: Ich spiele Captain Sadey, die ein kleines Schiff besitzt, auf das es zu Beginn keine Crew gibt. Sobald ich diese angeheuert habe, mache ich mich auf die Suche nach einem ersten Auftrag – relativ schnell finde ich am schwarzen Brett etwas Spannendes. Ich soll für eine Handvoll Münzen ein paar Kisten innerhalb weniger Tage zu einem entfernten Hafen liefern. Easy peasy. Also belade ich mein Schiff und lege ab. Und das ist im Grunde die ganze Geschichte: Das Ziel ist es, möglichst viel Geld zu ersammeln, um mir immer größere und bessere Schiffe leisten zu können, doch nach einer Dreiviertelstunde habe ich das höchste Schiff gekauft. Ein Ziel habe ich danach nicht mehr.

An sich ist das aber gar nicht mal so dramatisch, denn dadurch, dass Sadey’s Sail derzeit nicht viel Inhalt bietet, ist die Zeit, die ich im Spiel verbracht habe, genau richtig bemessen. Es liegt genau an der Grenze, nicht langweilig zu werden, dafür aber unheimlich erholsam, denn jede Seereise ist ruhig und gelassen. Da ich relativ wenig Einfluss auf die Reise auf See habe, außer mal eine Insel zu erkunden, wenn wir zufällig an einer vorbeikommen, kann ich hier in Ruhe dem Wind und dem Meer lauschen und einfach mal abschalten. Irgendwie kam ich auf See immer sehr zur Ruhe, was ich genossen habe. Doch nicht nur das habe ich genossen.

Im Grunde ist auch das ganze Gameplay irgendwie süchtig machend, sodass ich fast in einer Spielsitzung alles erledigt hatte, weil ich immer wieder gucken wolle, was nach dem nächsten Schiffsupdate kommt. Hat sich für mich voll gelohnt. Ebenso finde ich auch den Soundtrack gelungen, er ist einfach und schlicht, passt aber hervorragend zum ganzen Setting und untermalt die Atmosphäre gut. Vor allem das Rauschen des Meeres auf hoher See mochte ich sehr, ebenso wie den Pixelartstil, der ebenso gut zur Thematik passt. Eine gute Wahl. !B

Auf dem Bild ist ein Schiff mit weißen Segeln und einer Piratenflagge, das auf hoher See fährt. Oben ist mit weißer Schrift auf schwarzem Untergrund die Rede davon, dass einige Crewmitglieder an Skorbut gestorben und nun auf dem Weg zu Davy Jones sind.

Leinen los!

Etwas sehr schade finde ich hingegen, dass das dargestellte Potential nicht genutzt wird und sich vieles recht häufig wiederholt. Zumindest im Prototypen, den ich getestet habe, fehlt mir noch ein bisschen was. Das entwickelnde Studio sagte jedoch, dass der Titel innerhalb von 2 Tagen in einer Game Jam entstanden ist und dass sie es vielleicht später noch erweitern. Ich spreche von den üblichen Optionen wie beispielsweise Medizin oder Obst, das ich auf meine Reisen mitnehmen kann und was beides vermutlich auch hilfreich wäre.

Auf hoher See gibt es manchmal zufällige Meldungen, die besagen, dass jemand an Skorbut gestorben ist. Dagegen könnte man vorgehen, in dem man einfach vom Obststand in jedem Ort ein bisschen Obst mitnimmt, um den Vitamin C Mangel auszugleichen. Ebenso könnte man auch Medizin dafür kaufen. Beides Optionen, die wohl bedacht wurden, die es aber nicht in den Prototypen geschafft haben, was ich schade finde. Sie hätten das Ganze noch ein bisschen aufgelockert. Ebenso wie Unterschiede in den einzelnen Ortschaften, aber vermutlich war auch hierfür nicht wirklich die Zeit gewesen. Sehr schade.

Ich mag die Animationen auf hoher See sehr, mit all der Gischt, die am Bug hochschlägt. Das macht schon was her. Untermalt wird jede Reise auf hoher See übrigens mit verschiedenen zufälligen Sprüchen, mal sieht man eine Delfinfamilie, mal genießt man den Tag und mal wird sich über den Kompass aufgeregt. Alles Sprüche, die das Ganze auflockern und die auch beim ersten Mal ganz amüsant sind, doch sie tauchen viel zu häufig auf und sind dann in der Häufigkeit wenig abwechslungsreich, was ich auch schade finde. Zusätzlich wiederholen sich die Namen der Crewmitglieder zu häufig, ich weiß gar nicht, wie oft Gerard Lincoln angeheuert hat, um dann an Skorbut zu sterben. Ein bisschen mehr hätte die gute Atmosphäre von Sadey’s Sail vermutlich noch besser gestaltet und das Ganze lebendiger gemacht. Ich habe ja große Hoffnungen, dass sich das entwickelnde Studio dem Titel später noch annimmt und noch ein paar weitere Inhalte einfügt, Potential ist auf jeden Fall da. !B

Zu sehen ist ein Hafenstadt: Oben ankert mein Schiff vor einem bunten Obststand, daneben ist das schwarze Brett mit den Aufträgen. Unten ist die Kneipe, in der ich Crewmitglieder finden kann. Mit weißer Schrift auf schwarzen Grund erklärt mir gerade Gerard Lincoln, den ich angeheuert habe, dass er schon von mir gehört habe.

Fazit: Wo kann ich denn anheuern?

Zu sehen ist ein Score von 73 von 100 Punkten.

Sadey’s Sail ist ein Prototyp, der innerhalb von 48 Stunden bei einer Game Jam entstanden ist, doch dafür hatte ich bereits einige spaßige und entspannende Momente mit Captain Sadey auf hoher See. Klar, am Ende kann man sagen, dass es dem Titel noch an Tiefgang und Inhalten fehlt, dass es zu repetitiv ist, aber ich für meinen Teil finde, dass es für etwa 45 Minuten Spielspaß einiges bietet. Es hat mir zudem geholfen, ein bisschen entschleunigt zu werden und die Zeit auf hoher See zu genießen. Dennoch wünsche ich mir ein wenig mehr, und wenn es nur Obst ist, mit dem ich gegen Skorbut vorgehen kann. Oder Rum, Rum fehlt auf jeden Fall. Sadey’s Sail ist für eine kurzweilige Unterhaltung ganz gut und für alles andere hoffe ich auf mehr vom entwickelnden Studio, es hat auf jeden Fall viel Potential.

ProContra
+ Entspannendes und spaßiges Gameplay– Es fehlen Obst und Rum
+ Aufheiternde Texte…– … die sich zu schnell wiederholen
+ Schöner Pixelartstil (vor allem auf hoher See)– Kann repetitiv werden
+ Entspannende Soundkulisse– Ein bisschen mehr Gameplay wäre schön

Offenlegung

Ich habe Sadey’s Sail durch das Indie Bundle for Abortion Funds erhalten. Andernfalls kostet der Titel mindestens einen kanadischen Dollar auf itch.io (ca. 0,76 € (Stand 11.07.2022)).

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Beatrice Eichhorn
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