Castaway Paradise (Switch) im Test – Meine eigene kleine Insel

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Castaway Paradise mögen manche von euch bereits kennen: Auf dem PC gibt es den Titel schon seit 2015, für die Xbox One ist er auch erschienen. Doch die größere Gruppe von euch kennt das Spiel vermutlich nicht – warum es auf der Switch aber super aufgehoben ist und warum ich den Inselausflug sehr genieße, verrate ich euch in der Review zur Switch Version, die am 29. April 2021 erscheint.

Es ist deine Insel – mach was draus!

Wenn ich Castaway Paradise ganz schnell erklären soll für jemanden, der es noch nicht kennt, beschreibe ich es als eine Mischung aus Animal Crossing und den modernen Farminggames, und ich denke genau deshalb, dass das Studio Stolen Couch Games und rokapublish gut daran tun, das Spiel jetzt auf die Switch zu bringen. Warum? Weil Castaway Paradise jede Menge Freiheiten liefert.

Castaway Paradise stellt dir keine übergeordneten Ziele, sondern lässt dich deine eigenen setzen – genügend Auswahl gibt es. Du musst aber auch nichts machen, was du nicht machen willst. Keine Lust, Gemüse anzubauen? Okay, musst du nicht. Angeln ist nicht so dein Ding? Musst du auch nicht unbedingt. Theoretisch kannst du nämlich auch die ganze Zeit Aktienkurse beobachten und im richtigen Moment kaufen und verkaufen, um Vermögen aufzubauen.

Das Setting: Eine von einem Sturm stark mitgenommene Insel, die du hilfst, wieder aufzubauen. Die Bewohner sind auch deine Hilfe und Botengänge angewiesen und belohnen dich reichlich für die Erfüllung ihrer Aufgaben. Von der Versorgung abgeschnitten ist die Insel jedenfalls nicht – und für jeden Levelaufstieg deiner Figur kannst du in Castaway Paradise neue Belohnungen und Objekte freischalten.

Kreativität ist gefragt

Die Insel(n) in Castaway Paradise kann man genauso gestalten, wie es einem gefällt: Es gibt unzählige Dekoelemente, die im Haus oder draußen platziert werden können, Möbel, Sonnenschirme und Lagerfeuer, oder aber auch einfach nur Bäume und Blumen. Bäume sind sehr nachhaltig, weil sie dauerhaft, wenn du sie nur ordentlich gießt, immer wieder Früchte produzieren, die man für einen guten Preis verkaufen kann.

Zeit ist ein wichtiges Thema in Castaway Paradise, denn alles was man baut und anpflanzt wird in Echtzeit fertiggestellt. Manches Gemüse braucht so auch gut und gerne acht Stunden und mehr, doch vieles reift auch schneller, Gebäude sind meist in wenigen Minuten abgeschlossen. Auch wenn es vielleicht so klingt, wirkt Castaway Paradise nicht wie ein Premium-Mobilespiel: Denn hier gibt es quasi fast immer etwas zu tun, man kann an einer anderen Stelle weitermachen oder einfach nur aufräumen. In neu freigeschalteten Gebieten gibt es Müll und an den Stränden werden immer wieder neue Dinge angespült.

Du kannst selbst entscheiden, wo du Deko hinstellst oder vielleicht auch einen Wald oder einfach nur eine Blumenwiese heranwachsen lässt – die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten der Insel haben mir wirklich sehr gut gefallen. Geld kann man quasi mit allem verdienen – die Händler:innen auf der Insel scheinen einwandfrei zu wirtschaften und man schaltet immer so viel Neues frei, dass man das Geld über ein langes Stück hinweg auch immer wieder neu anlegen kann.

Der Inselalltag

Die Bewohner:innen in Castaway Paradise bleiben dabei leider relativ passiv – lediglich zu erzählen haben sie viel. Doch auch, wenn sie etwas gebaut haben wollen, interagieren sie am Ende nicht damit. Für Geplauder ist immer Zeit und regelmäßig generiert Castaway Paradise neue Aufgaben. Dabei handelt es sich größtenteils um „hole und bringe“ Quests – manchmal etwas seltsam, wenn zwei Figuren direkt nebeneinander stehen und wir dann etwas von der einen zur anderen bringen sollen.

Doch auch die Aufgaben sind quasi komplett optional, wenngleich man sinnvolle Dinge damit freischaltet, wie zum Beispiel auch die Puzzleteile, die man benötigt, um die neuen Gebiete freizuschalten. Wenn nicht über die Quests, dann kann man sie nur für recht viel Geld im Laden kaufen.

Um das eigene Engagement für die Insel in Castaway Paradise noch etwas zu steigern, hätte die eine oder andere Quest gutgetan, die etwas umfassender ist und direkt auf das Weiterentwickeln der Insel abzielt. Vielleicht hätte das aber auch dem freien Ansatz von Castaway Paradise geschadet, denn so entscheidest du einfach selbst, wo und wann du etwas baust.

Alle Levelaufstiege werden belohnt.

Leichtes Technikstolpern

Mir haben in Castaway Paradise im Grunde alle Aktivitäten viel Spaß gemacht – und es war toll, so viel freischalten zu können und sich einfach mal kreativ auszutoben. Hier und da gibt es aber kleine Probleme mit der Technik. So ist die Steuerung teilweise nicht allzu präzise: Die Auswahl eines bestimmten Felds beim Gießen oder Säen kann ziemlich nervig sein, ebenso wie das Betreten von Gebäuden. Vor allem beim großen Laden musste ich immer mal wieder von der Tür weg und wieder darauf zugehen, damit ich ihn betreten konnte.

Beim Angeln verhakt sich die Steuerung manchmal komplett, sodass ich in den Platzieren Modus und wieder heraus gehen musste, damit ich weitermachen konnte – ich hoffe, dass es da noch einen Patch gibt. Die gelegentlichen Ruckler von Castaway Paradise dürfen gern auch noch gelöst werden.

Ansonsten empfinde ich die Umsetzung von Castaway Paradise auf die Switch einwandfrei. Sowohl im Handheld als auch im TV Modus macht das Spiel eine wunderbare Figur. Beim Soundtrack handelt es sich im Prinzip um eine längere Dauerschleife – dennoch hat es die Musik in meiner Spielzeit nicht geschafft, mir auf die Nerven zu gehen. Ebenso wie das gesamte Spielerlebnis empfand ich sie sogar als sehr angenehm – Castaway Paradise ist einfach super zum Entspannen!

Das Bepflanzen ist manchmal nicht besonders präzise.

Fazit: Ein ruhiges Inselabenteuer

Castaway Paradise ist ein gewaltfreies und absolut entspannendes Inselabenteuer, in dem man sich über viele Stunden hinweg kreativ austoben kann. Auf der Insel gibt es viele verschiedene Aktivitäten: Obst und Gemüse anbauen, Bäume pflegen, Angeln – oder aber auch in Aktien investieren. Es gibt quasi immer was zu tun und ständig schaltet man neue Dinge frei, sodass man die Insel ganz nach eigenen Wünschen gestalten kann. Die kleinen technischen Macken, vor allem bei der Steuerung, können einen dabei hin und wieder etwas aus der Reihe bringen, außerdem dürften die Inselbewohner:innen ruhig noch etwas aktiver sein oder etwas abwechslungsreichere Quests liefern – doch das lenkt nicht davon ab, dass Castaway Paradise über viele Stunden hinweg gut unterhält – und dabei kreativ wie entspannend ist.

ProContra
+ Viel Freiheit– Macken bei der Steuerung
+ Viele Aktivitäten– Quests nicht besonders vielfältig und anspruchsvoll
+ Investieren und Aktienhandel vorhanden– Bewohner:innen bleiben passiv
+ Jede Menge freischaltbare Objekte
+ Es gibt immer was zu tun

Technik: 82
Grafik: 83
Sound: 83
Umfang: 89
Gameplay: 83
KI: 70

Spielspaß: 90

  • Story: Du sollst dabei helfen, eine vom Sturm schwer gezeichnete Insel wieder aufzubauen. Den Rest überlässt Castaway Paradise größtenteils dir.
  • Frustfaktor: Kaum vorhanden, nur manchmal können Macken bei der Steuerung nerven.
  • Nachhaltigkeitswert: Castaway Paradise beschäftigt recht lange und motiviert auch für einen zusätzlichen Besuch – und wenn du nur die Insel neu gestaltest.
  • Design/Stil: Sehr gelungen.
  • Musik und Sound: Eine Dauerschleife, aber gelungen. Die Effekte sind recht einfach.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Ich finde die 19,99€ für das Spiel sehr angemessen, im Angebot lohnt es sich dann auf jeden Fall!

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Manuel Eichhorn
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