Citizens of Space (PS4) im Test – Nur mal kurz die Erde finden

Vor vier Jahren bescherte uns Eden Industries bereits ein ziemlich interessantes und witziges Spiel, zudem es nun den Nachfolger gibt: Dieses Mal geht es jedoch darum, dass die Erde verschwunden es ist und es unsere Aufgabe ist, diese wieder zu finden. Was nach einer seltsamen Science Fiction Story klingt, gehört tatsächlich zum Plot in Citizens of Space, das ich für euch auf der PlayStation 4 und dem PC getestet habe. Der Test zur PC Version folgt dann in den nächsten Tagen.

Nur mal kurz die Erde finden

Wir kommen als frisch gebackener Botschafter der Erde im Intergalaktischen Rat an und wollen uns nur mal kurz vorstellen. Nachdem wir geklärt haben, dass unsere Erde weder Örde noch Örds heißt und ich kein Ördling bin, sondern ein Erdling, wird jedoch ziemlich schnell klar: Das Objekt das mein Botschafter (thomary) und ich bebotschaften sollen, ist verschwundem. Im Spiel selbst nennt man es Erf, weil die Tonspuren Englisch sind und sich dort noch mehr Wortspielereien ergeben. Also, haben mein Botschafter und ich nun erst einmal die spannende und wichtige Aufgabe, unseren Planeten wiederzufinden, sonst haben wir schließlich nichts, wofür wir Botschafter sein können.

Und schon geht das Abenteuer los: Wir treffen auf Bekannte, treffen jede Menge neue Charaktere und entdecken den Weltraum einmal ganz anders als wir ihn bisher so kennen. Citizens of Space folgt hierbei dem bekannten Humor, der uns auch schon in Citizens of Earth vor einigen Jahren verzauberte und der einfach nur hervorragend zu diesem arroganten und vor Selbstwertgefühl tropfendem Botschafter passt. So viel Ego habe ich noch nie bei einer Spielfigur gesehen, theoretisch braucht sie dafür ein ganz eigenes Raumschiff.

Zur Seite stehen uns dafür 40 verschiedene Charaktere, die uns unterschiedlich unterstützen können. So gibt es Kämpfer, Unterstützer und so noch ein paar, die uns auch helfen können. Das ist ziemlich cool und vor allem das Rekrutieren der unterschiedlichen Figuren macht jede Menge Spaß: Mit dem einen muss ich singen, für den anderen Pizza ausliefern und für einen Roboter muss ich 800 Zeilen Gespräche sammeln, damit sie sich mir anschließt. Das macht viel Spaß und bietet auch sehr viel Abwechslung. Ein gelungener Schritt, den es, wenn ich mich richtig erinnere, auch schon in Citizens of Earth gab. Allerdings fühlt es sich irgendwann eher so an, als müsste ich alle Bürger rekrutieren, anstatt wirklich die Erde zu finden, da ich an bestimmten Stellen im Spiel nur weiterkomme, wenn ich jemanden rekrutiert habe. Das ist schade, denn irgendwie wirkt es so, als würde meine Hauptquest zur Nebenquest avancieren.

Ziemlich cool ist dafür, dass man den Weltraum erkunden kann und somit jede Menge spannende Planeten findet. Auf einigen kann man landen, für andere muss man erst sein Schiff noch aufrüsten, um dort Fuß fassen zu können. Das ist cool und macht ziemlich viel Spaß. Zusätzlich gibt es noch Tageszeiten und verschiedenes Wetter, das nur bedingt einen Einfluss auf die Welt an sich hat.

Die Leiden mit der PlayStation 4

In diesem Test habe ich Citizens of Space auf der PlayStation 4 getestet und konnte somit einige unschöne Dinge feststellen, die eventuell auch wieder meiner Standard PS4 geschuldet sind, die allerdings durchaus auch von der Programmierung herkommen. Wenn ich mit meinem Botschafter durch die Gegend laufe, kommt es hin und wieder vor, dass wir an Dingen hängen bleiben, die mich eigentlich vorbei lassen sollten, das ist frustrierend, da ich bei manchen Aufgaben auf diese Weise sinnlos Zeit verschwende. Tatsächlich ist es mir auch schon passiert, dass sich Citizens of Space innerhalb des Kampfes komplett aufgehangen hat. Glücklicherweise kam das nicht so häufig vor, aber nervig ist es trotzdem. Zum Glück verfügt Citizens of Space über eine automatische Speicherfunktion, sodass ich dann nicht ganz so viel nochmal spielen musste.

Zusätzlich fiel mir leider verstärkt Kantenflimmern auf, was hier und da von Einbrüchen der Framerate begleitet wurde. Besonders auf dem Mond, wenn man über das Feld läuft, ist die Framerate irgendwo im Keller, sodass es auch schwierig wird beim Beobachen, wo ich denn nun hinlaufe. Neben den Dingen, die die PS4 so mit sich bringt, sind mir aber leider noch andere Dinge aufgefallen. So ist die Musik eher looplastig und somit häufig sehr gleich. Ja, es gibt einen Komponisten, den man im Spiel treffen kann, der die Musik für einen ändert, aber immerzu wollte ich das nun auch nicht unbedingt tun. Und dann ist da noch was, was mein Germanistikherz zum Weinen bringt: Es gibt Rechtschreibfehler. So lautet eine Aufgabe zum Beispiel “Gehe zur Busbahnhof”, so in der Art sind mir noch einige Fehler aufgefallen, was nicht sein muss. Es ist schön, dass Citizens of Space mit deutschen Texten daherkommt, aber es ist sehr schade, wenn diese dann Fehler beinhalten.

Und hier kommt das Kampfsystem!

Das Kampfsystem in Citizens of Space kann Segen und Fluch gleichermaßen sein. Doch erstmal von Anfang an. Das Kampfsystem in Citizens of Space ist rundenbasiert, im oberen Bildschirm seht ihr so, welcher Charakter als nächstes an der Reihe ist. Sobald ihr dran seid, habt ihr dann die Wahl, welchen Angriff ihr wählt, doch Achtung. Ihr entscheidet euch nicht einfach nur für einen Angriff und das war’s dann, sondern ihr müsst für jeden Angriff ein kleines Minispiel durchführen. Das ist Mal einfach nur einen Knopf ganz oft hintereinander drücken, manchmal auch nur einen Knopf überhaupt in einer bestimmten Zeit drücken. Einige davon sind recht einfach zu erklären, andere wiederum wollen dann nicht immer so wie es die Erklärung von einem verlangt. Das ist frustrierend und ärgerlich. Ähnlich ist es bei der Verteidigung: Mit einem jeweils angezeigten Knopf verteidigt man sich und je nachdem, kann es sein, dass ihr trotzdem Schaden nehmt oder sich euer Charakter vielleicht wegduckt.

Ich finde die Minispiele gut eingesetzt, auch wenn sie nicht immer selbst erklärend sind. Doch genauso erinnert es an eines, was Spieler auf den Tod nicht ausstehen können: Quick Time Events. Ja, ich finde es gut, dass auf diese das Kampfsystem aufgelockert wird, andererseits muss ich somit aber auch immer konzentriert bleiben, wenn ich mich verteidigen muss oder einen richtigen Angriff starten will.  Das ist stellenweise schon ein wenig nervig und ich hätte es ganz nett gefunden, wenn zumindest die Verteidigung nicht aus Quick Time Events bestehen würde. Klar, ich kann mich auch einfach treffen lassen, aber dann bin ich halt auch viel schneller tot. Will ich ja auch nicht.

Dennoch finde ich es, glaube ich, in den meisten Momenten ganz in Ordnung, so bleibt es eben auch ein wenig abwechslungsreich. Dennoch würde ich  mir auch mal die Zeit zwischendrin gönnen wollen, da sich rundenbasierte Kämpfe auch immer wieder ganz nett für kleinere Trinkpausen zwischendurch eignen.

Fazit: Erdenfindung mit Schwächen

Citizens of Space ist ein ziemlich schräges Spiel, das vor allem beim Witz jede Menge Spaß versteht. Ihr spielt den Botschafter der Erde, der irgendwie seine Erde verloren hat und sie nun wieder finden muss, damit er überhaupt etwas hat, um Botschafter zu sein. Allein diese Idee zeichnet den Humor des Spiels hervorragend aus. Auch zu sehen, was bekannte Charaktere aus Citizens of Earth so machen, ist wirklich spannend. Damals ist beispielsweise das Café Moonbucks zu den Sternen aufgebrochen – und nun haben sie mehrere Filialen im All. Um die Erde zu finden, benötige ich die Hilfe von verschiedenen Bürgern, die ich rekrutieren kann, leider tritt auf diese Weise die Hauptaufgabe fast ein wenig in den Hintergrund, da es wichtiger scheint, die Leute zu rekrutieren, statt die Erde zu finden.

Zudem kommt Citizens of Space mit einem ganz interessanten Kampfsystem daher, das manchmal nervig sein kann, weil es aus vielen quasi Quick Time Events besteht und man ziemlich viel Schaden einstecken kann, wenn man mal nicht hinguckt. Andererseits macht es auch jede Menge Spaß, wodurch es Segen und Fluch gleichermaßen sein kann. Ansonsten hat Citizens of Space auf der PlayStation 4 so ein paar Macken: Man hängt beim Laufen gerne mal wo fest, die Framerate verabschiedet sich hin und wieder und einige Male ist uns das ganze Spiel abgestürzt (zum Glück speichert es automatisch). Das sind leider alles Aspekte die für mich hier keinen wirklich hervorragenden Meistertitel hergeben, da kann auch der Humor und die schräge Geschichte leider nicht so wirklich etwas dran ändern. Wer Citizens of Earth gut fand, sollte selbstverständlich dennoch einen Blick auf Citizens of Space werfen, denn es hat definitiv seine hervorragenden Momente, auch wenn die Technik auf der PlayStation 4 nicht immer Lust darauf hat.

Pro Contra
+ Verschiedene Charaktere und abwechslungsreiche Quests zum Rekrutieren – Steuerung zum Teil sehr hakelig, sodass ich immer wieder hängen bleibe
+ Unheimlich schräger Humor – Musik sehr looplastig und immer gleich
+ Spannendes Kampfsystem… – … das auch sehr frustrierend sein kann
+ Bekannte Charaktere aus dem Vorgänger – Kleinere Rechtschreibfehler
+ Inspirierendes Setting – Hängt sich gelegentlich auf
+ Passender Grafikstil – Leichtes Kantenflimmern, Einbrüche der Framerate
+ Sehr treffende Synchronsprecher – Hauptstory wirkt nebensächlich

Technik: 74
Grafik: 66
Sound: 79
Umfang: 86
Gameplay: 64

Spielspaß: 84

  • Story: Die Erde ist verschwunden und es ist deine Aufgabe als Botschafter, diese wiederzufinden, um etwas zu haben, wofür man Botschafter sein kann.
  • Frustfaktor: Besonders im Kampf sehr hoch aufgrund des Kampfsystems, das mit vielen Quick Time Events verbunden ist.
  • Wiederspielwert: Aufgrund des Humors recht hoch.
  • Design/Stil: Eine gelungene Weiterentwicklung von Citizens of Earth, weiterhin eher so in Richtung Comic.
  • Musik: Recht looplastig und somit immer gleich.

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