Super Neptunia RPG (Switch) im Test – Es muss nicht immer alles auf die Switch

Ich war die ganze Zeit schon immer etwas misstrauisch, wenn es um das neueste Werk aus dem Hause Idea Factory ging. Super Neptunia RPG bricht nämlich ein wenig mit der Art der Reihe und wurde ein 2D-Sidescrolling RPG Adventure, deswegen war ich bereits ein wenig skeptisch. Dennoch freute ich mich, als das Pressemuster bei uns eintrudelte. Mein erster Eindruck wurde leider bestätigt, doch mehr verrate ich euch in der Review zu Super Neptunia RPG.

Ich hab’s vergessen

Super Neptunia RPG gehört zu einer bereits zu PlayStation 3 Zeiten gegründeten Videospielreihe, die in Gamindustri spielt, das wiederum in vier große Gebiete aufgeteilt ist, die jeweils von einer “Göttin” regiert werden. So haben wir Lastation, Lowee, Leanbox und Neptune. Alle vier stellen die großen Plattformen der Videospielindustrie dar und jedes Mal geschehen ganz spannende Dinge. In Super Neptunia RPG nun spielen wir Neptune, deren Gedächtnis komplett verschwunden ist. Sie weiß nicht, was sie in der Spielwelt macht und wer sie ist, sie kennt lediglich noch ihren Namen. Im Laufe des Spiels treffen wir auch auf die anderen bekannten Charaktere aus den anderen Reichen: Blanc (Lowee), Noire (Lastation) und Vert (Leanbox), die ebenfalls nur noch ihren Namen wissen.

Während ich mich als mit Neptune im Schlepptau auf den Weg durch die Reiche mache, um herauszufinden, was wirklich passiert ist, erfahre ich immer mehr über die Welt. Demnach scheint es gerade ganz neu zu sein, Cartridges zu benutzen, um Spiele zu speichern, was auch Neptune ein wenig spanisch vorkommt.

Allen in allem hat Super Neptunia RPG schon den typischen Gaminghumor, den Neptune immer mal so im Laufe ihrer Spielkarriere von sich gibt, dennoch fehlt es ein wenig, sodass sich das Spiel nicht ganz wie ein waschechtes Neptunia Spiel anfühlt. An den grafischen Stil und die neue Perspektive kann man sich gewöhnen, doch was mich eher gestört hat, ist die grafische Umsetzung auf der Nintendo Switch.

Nicht ganz rund

Ich liebe die Neptunia Spiele, da beißt die Maus keinen Faden ab, und ich habe schon fast alle Titel der gesamten Reihe getestet, doch so wirklich technische Schwächen konnte ich bislang noch nicht ausmachen. Bis zu Super Neptunia RPG auf der Switch, denn manche Spiele sind einfach nicht für diese Konsole gemacht – Sie hat nun einmal nicht ganz die Power. Ja, viele Entwickler bekommen das hin, dass die Titel flüssig laufen, doch hier scheint das nicht der Fall gewesen zu sein.

Schon beim Start von Super Neptunia RPG auf de Switch wunderte ich mich, da sich das Logo des Spiels so richtig krass reinruckelt. Ich dachte noch, dass es vielleicht nur die Animation ist, die nicht ganz sauber ist – beim nächsten Mal ruckelte es sich wieder unschön ins Bild. Wenn die ruckelnde Animation das einzige wäre, wäre es fast schon erträglich, doch leider bricht die Framerate auch immer wieder bei den Kämpfen ein, vor allem, wenn man nicht nur Neptune ins Geschehen schickt, sondern auch noch zum Beispiel Blanc und Noire dabei hat. Immer wieder laggt es hier, sodass es fast schon albern ist, dem Kampf zu zuschauen, weil ich viele Kämpfe hinter mir habe, die einfach irgendwann vorbei waren, ohne dass ich wirklich was mitbekommen habe, weil die Framerate so kaputt war. Dafür, dass Compile Heart in Zusammenhang mit Idea Factory auch schon Spiele für die PlayStation Vita entwickelt hat, ist das doch sehr mau. Der Switch fehlt hierfür einfach die Leistung – oder die Optimierung ist nicht das Wahre.

Zudem ist die Steuerung nicht unbedingt gelungen. Es gibt viele Passagen – auch, die man im Zuge der Story besuchen muss – die man nur durch einen sehr gut getimeten Sprung erreichen kann. Einen SEHR gut getimten Sprung. Das Blöde hierbei ist, dass Neptune nicht immer im Laufen springt und schon gar nicht dabei darauf hört, was ihr so drückt. Es gibt Stellen in der Story, da muss man wirklich weit springen, um weiter zu kommen, doch dass ist so eine Weite, dass man es jedes Mal nur durch gut Glück schafft und das ist mega frustrierend. Und wenn ich einmal dabei bin: Das Menü ist nicht sonderlich intuitiv. Man öffnet es mit dem Plus auf der Switch (normal für JRPGs ist X) und lenkt dann mit dem Steuerkreuz zu dem Menüpunkt, den man will. Auch hier ist die nomale Steuerung eigentlich über die Schultertasten geregelt, doch offensichtlich wollte man bei Super Neptunia RPG mal was anders machen, was nicht intuitiv ist.

Was vermutlich ebenfalls der Switch geschuldet ist, sind die langen Ladezeiten. Besonders nachdem man das Spiel startet, um zu den Spielständen zu kommen, vor Cutscenes oder direkt vor Kämpfen lädt Super Neptunia RPG doch recht lange, was auch nicht sein muss und was bei mir immer wieder dazu führt, dass ich mich frage, ob ich denn nun wirklich gedrückt habe, ob sich das Spiel aufgehangen hat oder ob meine Switch eventuell kaputt gegangen ist.

Und das Kampfsystem so?

Was man in Super Neptunia RPG wirklich sowohl als Segen als auch als Fluch bezeichnen kann, ist definitiv dass Kampfsystem. Im Grunde steuert ihr alle Teilnehmer eures Teams im Kampf mit den Aktionstasten. Der Charakter vorne wird mit Y kontrolliert, sodass es egal ist, wer an welcher Stelle steht. Jeder Charakter kann zudem mit jeder Waffe, die er bekommt, unterschiedliche Skills. Es ist also immer ratsam zu schauen, was die neue Waffe so kann – und dann geht es erstmal an die Skillverteilung. Das ist schon recht cool und auch ganz schön ausgetüftelt, jedoch muss man darauf achten, dass man auf jede Gegnerart vorbereitet ist, sodass man eben nicht gleich den Game Over Bildschirm sieht, der einen übrigens immer wieder zum letzten Spielstand zurückbringt. Sehr oldschool.

Glücklicherweise kann man für jede Position im Kampf einen Angriff wählen, sodass man für jede Eventualität etwas aussuchen kann. Das ist ganz cool und lockert das Ganze wirklich auf, doch bei mir führte das das eine Mal dazu, dass ich die Waffe von Noire austauschte, weil die neue Waffe eben stärker war – und dann in einen Kampf lief, in dem ich Feuer gebrauchen konnte, da alle anderen Angriffe, die ich hatte, absorbiert wurden… Da habe ich mich doch sehr geärgert darüber. Was ebenfalls bei den Kämpfen nervt, sind die ständigen Wiederholungen. Pro Angriff hat jeder Charakter natürlich genau einen Spruch zur Hand. Yeah. Ebenso für Dinge, bei denen die Gegner resistent sind oder die Angriffe absorbieren. Das nervt gewaltig, sodass ich den Ton einfach stellenweise ausgestellt habe.

Was gibt’s sonst noch?

An sich ist Super Neptunia RPG ein ganz nettes Spiel, auch wenn ich bereits wesentlich bessere Spiele dieser Art wie beispielsweise Odin Sphere gespielt habe, doch es ist ganz nett. Für den Anfang. Die üblichen Synchronsprecher sind wieder am Start, sodass man gleich mit bekannten Stimmen arbeitet und auch sonst ist der Zeichenstil ganz nett anzusehen. Auch wenn es manchmal zu Eintönigkeit kommt, das viele Häuser in den Ortschaften von innen auch exakt gleich aussehen, hier bin ich auch schon ein bisschen was Besseres gewöhnt. Ziemlich cool ist, dass man im Laufe des Spiels einen Pudding bekommt, mit dem man noch höher springen kann und wodurch dann die Ungenauigkeit bei den normalen Sprüngen nicht mehr ganz so belastend ist. Dennoch hat Super Neptunia RPG so viele Schwächen, das es fast schon nicht mehr feierlich ist.

Fazit: Für mich dann doch lieber was “Klassisches”

Super Neptunia RPG ist einmal etwas Neues im Neptunia Universum, passt aber für mich nicht auf die Nintendo Switch, da entweder die Umsetzung nicht gelungen ist oder die Konsole nicht genügend Power hat, um wirklich die Leistung zu bringen, die erforderlich ist. Zu oft bricht die Framerate ein, zu lange sind die Ladezeiten zwischendrin, zu unintuitiv sind die Menüs. Für mich hat es einfach zu viele Schwächen, um wirklich gut zu sein. Da kann auch das spannende Kampfsystem nicht viel dazu beitragen, wenn sich alle immer wieder an ihre Plätze ruckeln oder die Kämpfe urplötzlich vorbei sind, weil wohl irgendwas zwischen den Rucklern geschehen ist. Die Geschichte hingegen ist ganz nett, doch der typische Neptunia Charme will einfach nicht ganz rüberspringen, von den Sprüchen in den Kämpfen einmal abgesehen.

Wenn das nächste Mal Idea Factory vor hat, ein Neptunia Spiel auf die Switch zu bringen, so wünsche ich mir, dass es angepasster ist, dass auf die Framerate und die Leistung der Konsole geachtet wird. Sehr gerne freue ich mich dann über das nächste Spiel aus der Reihe, da ich prinzipiell angetan von Neptunai und ihren Freunden bin, doch Super Neptunia RPG hat, zumindest für mich, nicht so richtig was auf der Switch verloren.

Pro Contra
+ Spannende Story – Ziemlich heftige Einbrüche der Framerate
+ Interessantes Kampfsystem – Nerviges Kampfsystem
+ Bekannte Synchronsprecher der Reihe – Zum Teil recht lange Ladezeiten
+ Schöne grafische Darstellung… – … die manchmal leider detailarm und langweilig ist
– Die immer gleichen Sprüche bei den Kämpfen
– Das Hauptmenü ist absolut nicht intuitiv
– Sprungmechanik ist unausgereift
– Recht hoher Frustfaktor
– Es fehlt ein wenig der typische Neptunia Charme

Technik: 60
Grafik: 42
Sound: 74
Umfang: 80
Gameplay: 45

Spielspaß: 55

  • Story: Neptune hat ihr Gedächtnis verloren und macht sich auf die Suche nach Antworten.
  • Frustfaktor: Hoch, aufgrund des Kampfsystems. Man hat unterschiedliche Fähigkeiten, die an Waffen gekoppelt sind. Ebenso aufgrund der Steuerung.
  • Wiederspielwert: Eher niedrig, da die Leistung der Switch nicht unbedingt ausreichend ist.
  • Design/Stil: Ganz okay und passend zu 2D Sidescrolling Spielen dieser Art. Ein wenig mehr Details wären schön gewesen.
  • Musik: Typischer Stil der Neptunia Reihe, stets passend, stets im Hintergrund.

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