Cloud Gardens (Xbox) im Test – Ein bisschen Ruhe und Gelassenheit

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Im September 2020 ging bei Steam ein spannendes Puzzlespiel voller Gelassenheit in den Early Access. Nun findet eben dieser Titel seinen Weg auch auf die Konsolen und erscheint für die Xbox Familie. Ich habe mir Cloud Gardens für dich schon einmal auf der Xbox One X angeschaut und verrate dir, ob das Spiel auch auf der Konsole eine gute Figur macht. Meine Review zur PC Version folgt dann in den nächsten Tagen noch nach. !B

Auf dem Bild ist ein Parkplatz, der von grünen Pflanzen überwachsen ist. Im Hintergrund ist ein rotes Auto zu sehen, im Vordergrund stehen mehrere Einkaufswagen.

Ein Garten im Müll

In Cloud Gardens hast du eine spannende Aufgabe: Du willst der Natur ihren natürlichen Lebensraum wiedergeben und ihr dabei helfen, sich voll zu entfalten und wieder zu erblühen. Und damit die Samen, die du in die zugemüllte Wildnis setzt, auch genügend Kraft zum Wachsen bekommen, baust du weiteren Müll um die Pflanzen drum herum. Der Müll spornt quasi die Pflanzen dazu an, ihre innere Kraft zu aktivieren und weiter zu wachsen. Ein bisschen seltsam ist das Konzept schon, allerdings passt es irgendwie ins Gesamtbild der Welt.

Je mehr wir versuchen, unseren Planeten zu reinigen, desto mehr Müll entsteht an einer anderen Ecke und desto mehr Macht benötigt die Natur, um sich zu erholen und ihren Lebensraum zurückzuerhalten. Und desto kniffliger können manchmal die einzelnen Gebiete sein: Wenn ich meinen Unrat auf die Pflanzen setze oder ein Stück Müll über eine Pflanze kullert, so wird die Pflanze zerstört. Im schlimmsten Fall wird sie wieder zu einem Samen und ich muss sie neu pflanzen.

Das Ziel jedes einzelnen Levels besteht darin, 100 % der Umgebung mit verschiedenen Pflanzen zu bestücken und somit genügend neuen Lebensraum zu schaffen. Auf der linken Seite des Bildschirms wird angezeigt, wie viel Prozent du bereits erreicht hast oder anders: Wie viel noch vor dir liegt. Manchmal komme ich auf diese Weise ganz schön ins Schwitzen und muss manche Level mehrmals anfangen, um wirklich die 100 % zu erreichen. Nicht immer ist das leicht. !B

Dargestellt wird ein Teil einer Straße: Ein kaputter Wohnwagen steht in der Mitte. Er ist von Weizen überwuchert.

Ich bin… entspannt. Also, gleich.

Ich habe damals schon in meiner Preview geschrieben, dass Cloud Gardens ein sehr entspannendes Spiel ist, wenn man sich die Zeit dafür lässt, damit es auch wirklich entspannend ist. Auch auf der Xbox One X ist das noch so: Die ersten paar Level setze ich mich selbst unter Druck und möchte möglichst schnell weiter – erst nach einigen Leveln werde ich ruhiger und nehme mir die Zeit. Erst dann lasse ich es für mich selbst zu, dass ich die Landschaft auf mich wirken lasse.

Das entspannende Cloud Gardens stellt erst nach einigen Leveln einen Entspannungsaspekt dar und auch nur dann, wenn man sich generell drauf einlässt. Ich schrieb weiter oben bereits, dass es manchmal auch frustrierend sein kann, weil das Level möglicherweise zu klein scheint und man nicht direkt die 100 % erreicht. Dennoch ist Cloud Gardens nun mal auch ein Puzzlespiel, da sind Herausforderungen vorprogrammiert. Doch später, wenn man den Zustand der Ruhe erreicht hat, ist es ganz angenehm und schön. Man setzt sich nicht mehr selbst unter Druck, sondern lässt sich einfach auf die Ruhe und die Gelassenheit ein, denn das Spiel setzt einen unter keinen Umständen unter Druck. Das kommt, wenn, dann alles nur von innen heraus. Aus dir.

Doch nicht nur Cloud Gardens selbst sorgt dafür, dass sich die Entspannung erst später einstellt, sondern teilweise auch die Umsetzung auf der Xbox One X selbst. Mich persönlich hat die Steuerung teilweise sehr irritiert. Gesteuert wird mit dem linken Controller, während die Kamera ganz klassisch mit dem rechten Stick kontrolliert wird. An sich eine klassische Steuerung, dennoch kam ich vor allem mit der Kamerasteuerung nicht zurecht und war größtenteils damit beschäftigt, mein Straßendiorama – kleine Ausschnitte bestimmter Umgebungen – so zu drehen, dass ich Pflanzen und Unrat sinnvoll platzieren kann. Doch einfach ist das nicht gerade und hat bei mir auch zu ein bisschen Frust geführt.

Dafür sorgt die Musik und auch das Design dafür, dass sich immerhin eine entspannte Atmosphäre entwickeln kann. Genutzt wird hierbei ein leicht pixeliger Grafikstil, der jedoch seinen ganz eigenen Reiz mit sich bringt und sehr gut zum Genre passt – auch wenn einiges teilweise sehr stark verpixelt aussieht. Beide Elemente tragen in Cloud Gardens auch dazu bei, dass man irgendwann ganz automatisch anfängt, sich zu entspannen. Eine gute Mischung, die das ganze Setting hervorragend untermalen. !B

Ein Stück Straße wird gezeigt, der von Weizen überwuchert ist. Rechts steht ein Auto, das ebenfalls bewachsen ist.

Fazit: Es braucht einen Moment

Cloud Gardens ist ein nettes kleines Puzzlespiel, das dich verschiedene Gebiete, die die Menschheit verunreinigt hat, in wahre Naturoasen verwandeln lässt. Das wahre Potential des Spiels entfaltet sich allerdings erst dann, wenn du dich ganz darauf einlässt und dir gestattest, dich zu entspannen. Cloud Gardens gibt dir kein Zeitlimit oder setzt dich in irgendeiner Weise unter Druck. Bei mir kam der Druck von innen, ich wollte gewinnen und hastig zum nächsten Level wechseln – es dauerte, bis ich erkannte, dass ich nicht hetzen muss. Cloud Gardens ist ein wunderbares Puzzlespiel, das dich zwar entspannen lässt, dich aber manchmal trotzdem frustriert zurücklässt, wenn die Level nicht groß genug sind, um deine Natur Realität werden zu lassen, oder wenn die Steuerung mit dem Controller ein bisschen hartnäckig ist. Trotzdem ist es eine wunderbare entspannende Erfahrung, wenn du dich darauf einlässt.

ProContra
+ Entspannendes Spielkonzept…– … das sich erst nach einigen Runden vollends entfaltet
+ Schöner, leichte Pixelartstil– Controllersteuerung ist teilweise verwirrend
+ Teilweise herausfordernde Level, ohne wirklich stressig zu sein (Kein Zeitlimit)– Level teilweise zu klein, um alle Ideen umzusetzen
+ Passender, ruhiger Soundtrack– Manchmal sind einige Elemente zu pixelig

Technik:
Grafik: 78
Sound: 87
Umfang: 87
Gameplay: 75

Spielspaß: 84

  • Story: Cloud Gardens lässt dich eine ruhige Welt erleben, die vom Menschen eingenommen wurde. Deine Aufgabe ist es, der Natur ihren Lebensraum zurückzuholen.
  • Frustfaktor: Stellenweise vorhanden, besonders, wenn die Level nicht sonderlich groß und man ganz schön mit den Elementen jongliert.
  • Design/Stil: Ein einfacher und schöner Pixelartstil, der jedoch teilweise zu pixelig und unklar ist.
  • Musik und Sound: Der Soundtrack ist sanft im Hintergrund und passt sehr gut zur generellen Szenerie.

Offenlegung

Ich habe einen Review Key zu Cloud Gardens auf der Xbox One vom Publisher kostenfrei erhalten.

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Beatrice Vogt
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