Deck of Ashes (PC) im Test – Wunderschönes Kartenspiel mit Tiefgang

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Für Sammelkartenspiele bin ich bekanntermaßen immer zu haben. In den letzten Wochen und Monaten sind wieder viele Vertreter aus dem Bereich erschienen, größtenteils aus dem Indie-Bereich – und leider auch nicht immer mit besonders viel Aufmerksamkeit. Dabei können viele von ihnen mit toller Gestaltung und gutem Balancing überzeugen. Deck of Ashes ist das jüngste Beispiel dafür. Unser Test verrät mehr.

Feingeschliffen in die finale Version

Deck of Ashes befand sich ein knappes halbes Jahr im Early Access – davor gab es aber schon andere Testphasen. Ich hatte bisher schon knapp zwei Wochen Zeit, das Spiel auszuprobieren, bevor passend zum heutigen 09. Juni der finale Patch für das Spiel kam. Ich hatte somit zuvor schon einen guten Eindruck von Deck of Ashes gesammelt und war vom Spiel ziemlich angetan – etwas gestört hat mich aber die hier und da hakelige Bedienung und einige UI Elemente, die einfach nicht so richtig überzeugen wollten.

Ich hatte befürchtet, auch im finalen Test zu Deck of Ashes müsste ich das ankreiden, doch weit gefehlt: Mit dem heutigen Patch kam nicht nur die vierte und noch fehlende Spielfigur ins Spiel, sondern das Interface hat auch noch einmal eine komplette Überholung erhalten. Es sieht nun größtenteils sauberer aus und auch die Bedienung geht wesentlich flüssiger von der Hand – perfekt abgerundet sind nun die wunderschönen und toll gezeichneten Hintergründe, die Deck of Ashes schon die ganze Zeit bereichern und das Kartenspiel noch angenehmer machen.

Deck of Ashes ist auf Deutsch spielbar und sie Übersetzung kann sich sehen lassen – „Speichern“ wurde zwar mit „Sparen“ übersetzt und hier und da sind einige Wörter zu lang für ihren vorgesehenen Platz, doch insgesamt kann die Arbeit der Übersetzer wirklich überzeugen. Einzelne UI Elemente sind noch immer etwas ungeschickt und fügen sich nicht ganz so gut in das künstlerisch hochwertige Gesamte ein – doch damit kann ich jetzt leben.

Im Early Access sah das Interface noch anders aus – doch das Zurücklegen-Feld mag sich immer noch nicht gut einfügen.

Spielerisch nicht viel Neues?

Vom grundsätzlichen Spielprinzip her erfindet Deck of Ashes das Rad natürlich nicht neu: Ja, es handelt sich um ein Roguelike und ja, mit diesem Konzept kann ich normalerweise nicht viel anfangen. Doch bei einem Sammelkartenspiel passt es schon mal besser als bei einem normalen RPG, das mir ja auch eine Geschichte erzählen und eine Welt darstellen will, was mit ständig neuen Zufällen einfach nicht gelingen mag. Deck of Ashes setzt das Konzept ganz gut um, ein Sammelkartenspiel lebt immerhin von immer neuen Abläufen, und was mir besonders gut gefällt, ist die Anpassbarkeit.

Die Kampagne des Spieles – vier davon gibt es, für jede spielbare Figur eine – lässt sich nämlich im einfachsten Schwierigkeitsgrad auch ohne Roguelike spielen – bei einem Tod wird man einfach im Lager wiederbelebt, in den höheren Modi ist das ein gesondertes Ritual, das ordentlich ins digitale Geld geht. Außerdem darf man sich direkt ab dem ersten Kampagnendurchgang entscheiden, ob man mit einem vorgegebenen Deck spielt oder sich lieber selbst eins zusammenstellt, indem man aus drei Alternativen jeweils eine Karte wählt. Daumen hoch – so kann sich jeder Deck of Ashes zusammenstellen, wie er es gern möchte.

Spielwelten, Ereignisse und Kämpfe werden zufällig generiert, mit gesammelten Punkten aus Spieldurchgängen lassen sich weitere Karten und Gegenstände freischalten, die dann prinzipiell für folgende Durchgänge zur Verfügung stehen -soweit nichts Neues. Abseits der Kampagne gibt es auch den Ödland Modus, in dem die Spielwelt in Ebenen aufgeteilt wird und möglichst weit erkundet werden muss. Deck of Ashes vermag so lang zu motivieren und auch geübte Spieler mit der höchsten Schwierigkeit zu fordern und bei Laune zu halten.

Die Spielwelt wartet auf vielen Feldern mit Überraschungen.

Tolle Figuren, tolles Design

Auch wenn erst einmal nichts Revolutionäres mit Deck of Ashes auf euch wartet, so leben die wenigsten Spiele der heutigen Zeit von echten Innovationen – viel mehr geht es um die Umsetzung des Gebotenen. Und hier kann mich Deck of Ashes einfach voll und ganz überzeugen. Erzählung, Figuren, die Hintergründe, die die Spielwelt darstellen und vor denen gespielt wird: Deck of Ashes ist kreativ, witzig und einfach wunderschön. Die gezeichneten und leicht animierten Hintergründe gefallen und werden auch bei Wiederholungen nicht langweilig.

Auch Magnus ist eine tolle Figur.

Die vier Hauptfiguren sind echte Persönlichkeiten und unterscheiden sich nicht nur in ihren Geschichten, sondern natürlich auch in ihren Kartendecks – und zwar so, dass es absolut passt. Auch Magnus, die neu eingeführte Spielfigur, ein Hofnarr, ergänzt das Spiel wunderbar und kommt mit einem Kartendeck daher, das nicht nur zu ihm passt, sondern ebenso spielerisch fordert. Gefühlt ist man damit aber etwas stärker als beispielsweise mit Slys Deck.

Vor allem langfristig entfalten alle Decks Tiefgang und es gibt jede Menge Wechselwirkungen: Das Kartenspiel in Deck of Ashes ist anspruchsvoll und durchdacht. Und da jede Karte individuell mit Upgrades versehen werden kann, sogar so anspruchsvoll, dass man, um alle Vorteile auszunutzen, sich am besten wirklich immer überlegt, welche Karte jetzt sinnvoll zum Spielen ist, auch wenn es sich grundsätzlich um dieselbe handelt – doch selbst solche Kartenupgrades unterscheiden sich in Nuancen so, dass der richtige Moment entscheidend ist.

Die Gestaltung der Spielwelt überzeugt absolut!

Nicht nur das Kartenspiel fordert

Tatsächlich hält einen nicht nur das Kartenspiel an sich bei Laune – im Spielverlauf darf jede Figur mit verschiedenen Upgrades versehen werden, die einem weiterhelfen können. Dazu verwendet man verschiedene Ressourcen, die man in der Spielwelt findet. Beim Händler tauschen darf man sich die Ressourcen auch noch – und mitunter überlegt man so, was nun am sinnvollsten ist: Die freischaltbaren Vorteile reichen von Vorteilen im Kampf bis hin zu passiven Boni.

Doch auch grundsätzlich ist immer wieder taktisches Geschick gefragt: Genutzte Karten aus dem Kampfdeck landen im Aschedeck und müssen regeneriert werden, außer sie haben die „Phönix“ Eigenschaft und landen direkt wieder im Kampfdeck. Regeneration geht entweder im Kampf auf Kosten der Gesundheit, oder aber danach: Doch hier kann man beim Meditieren nicht nur die Karten wiederherstellen, sondern auch Gesundheit der Spielfigur, doch die verfügbaren Ruhepunkte sind begrenzt. Auch hier muss man abwägen, was nun sinnvoll ist – am besten mit Blick auf die Karte, was einem noch bevorsteht.

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Fazit: Kartenspiel, wie es sein soll

Mit der Gesamtheit seiner fordernden Spielelemente und durch seine wunderschöne Gestaltung ist Deck of Ashes das fesselndste Sammelkartenspiel, das ich seit einer ganzen Weile spielen durfte. Das grundsätzliche Spielsystem vereint tolle Figuren mit eigenen Geschichten, großartige Decks mit taktisch nutzbaren Wechselwirkungen bei ihren Karten und viele andere Elemente, die fordern und genutzt werden wollen. Bei Deck of Ashes überzeugt mich auch das Roguelike-System, nicht nur, weil das Sammelkartenspiel zu gewissem Grad von dem Prinzip lebt, sondern auch, weil das Spielsystem sogar inhaltlich dadurch, dass Karten und alles ohnehin zu Asche werden, gut verpackt ist. Einige kleine Mängel bei der UI Gestaltung bleiben, da sich manche Elemente einfach nicht nahtlos ins kreative Ganze fügen wollen – doch Deck of Ashes ist eine klare Empfehlung für euch, wenn ihr auf der Suche nach einem lange fordernden, strategischen Titel seid.

ProContra
+ Wunderbare Gestaltung der Spielwelt– Einige UI Elemente passen nicht so recht
+ Tolle Karten & Decks– Deutsche Übersetzung nicht perfekt
+ Viele taktische Elemente– Teilweise Frustgefahr (liegt fast in der Natur der Sache)
+ Figuren mit Persönlichkeit
+ Gute Animationen
+ Hohe Anpassbarkeit des Spieles

Technik: 91
Grafik: 93
Sound: 94
Umfang: 90
Gameplay: 92
KI: 85

Spielspaß: 95

  • Story: Deck of Ashes erzählt gleich vier Geschichten – die vielleicht nicht der Hauptaspekt für das Spiel sind, aber wunderbar zu den Figuren passen und überzeugen.
  • Frustfaktor: Stellenweise durchaus vorhanden, aber das liegt hier fast in der Natur der Sache: Das Balancing wirkt trotzdem fein.
  • Nachhaltigkeitswert: Deck of Ashes kann schon jetzt lange beschäftigen und wird vermutlich auch noch eine ganze Weile mit Updates versorgt.
  • Design/Stil: Einfach wunderbar! Der Stil ist (fast) aus einem Guss und die gezeichneten Hintergründe der Spielwelt einfach wunderschön.
  • Musik und Sound: Runden das Erlebnis gut ab.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Die abgerufenen 19,99€ ist das Spiel allemal wert.

Offenlegung & Unterstützung

Wir haben einen Reviewkey zu Deck of Ashes vom Publisher erhalten.

Gespielt haben wir Deck of Ashes auf einem Shadow Boost mit höchsten Einstellungen. Hier erfährst du mehr zum Cloud-PC Shadow und wenn du monatlich Geld sparen möchtest, so löse einfach den folgenden Code beim Bestellen von Shadow ein und tu auch mir etwas Gutes (ich bekomme 1€ Rabatt): MANWE34F.

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Manuel Eichhorn
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