Dune Sea (Steam) im Test – Von einem, der auszog, den Himmel zu ergründen

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Der Himmel, unendliche Weiten. Du bist mit deinem Vogelschwarm unterwegs, überquerst eine Wüste, und dann passiert das Unvorhergesehene. Dune Sea versetzt dich in genau diese Situation. Warum es sich dann aber doch als etwas Anderes entpuppt, verrate ich euch in meinem Test zu Dune Sea.

Dann gründe ich eben meinen eigenen Schwarm

Dune Sea beginnt mit einem recht hübsch gemachten Intro: Du bist mit deinem Schwarm unterwegs und plötzlich fällt ein Meteor auf die Erde, sodass du von deinem Schwarm getrennt wirst und nun ganz alleine auf deine Gansinstinkte gestellt bist. Denn in Dune Sea ist du eine Gans, die auf der Suche nach einer neuen Heimat ist. Nein, du wirst in diesem Spiel keinen Schabernack mit deinen Gansfähigkeiten betreiben, so wie in Untitled Goose Game, du wirst viel eher durch trockene Gebiete fliegen und dabei versuchen, dir deinen eigenen Schwarm wieder aufzubauen, damit du nicht vollends alleine in der Wüste unterwegs bist.

Mich interessierte die Geschichte sehr, da die Beschreibungen sehr viel versprechend waren. Leider entpuppte sich Dune Sea dann als ein ganz anderes Spiel. Ich dachte, man fliegt mit anderen Vögeln, sucht nach einer neuen Heimat und überlebt gemeinsam mit den neuen Vögeln im Schwarm. Stattdessen ist Dune Sea eher ein fliegender Puzzle-Platformer, der seinen ganz eigenen Reiz hatte. Dennoch wurde ich mit der Idee nicht so ganz warm, was wohl auch daran liegt, dass Dune Sea in Kapitel unterteilt ist und ich in jedem Kapitel erneut von vorne beginne, Vögel für meinen Schwarm zu sammeln. Ich behalte die anderen Tiere also nicht, sondern fange immer wieder von vorne an. Davon einmal abgesehen, ist es ein entspannender Sidescroller, doch dazu gleich mehr.

Das Spiel weist allerdings keine wirkliche erzählerische Tiefe auf. So weiß ich im Grunde nur durch die Beschreibung bei Steam, worum es geht. Die Anfangssequenz zeigt nur, dass ich vom Schwarm getrennt wurde, nicht jedoch, was ich wirklich will. So gehe ich schlichtweg davon aus, dass ich meinen Schwarm suche, aber ich weiß es nicht. In der Steam Beschreibung geht es auch darum, dass ich einen neuen Schwarm baue, aber das wird im Spiel selbst leider nicht deutlich.

Fliegen lernen ist schwer

Ihr könnt Dune Sea sowohl mit einem Controller spielen als auch mit der Tastatur. Beides spielt sich ungefähr gleich, sodass ihr hier wirklich auf eure persönlichen Präferenzen achten solltet. Dennoch braucht es mit beiden Steuerungsmöglichkeiten seine Zeit, bis ihr sie wirklich verstanden habt. Ihr glaubt gar nicht, wie oft ich am Anfang mit meiner Gans gegen Felsen geflogen bin und dann beim letzten Checkpoint wieder anfangen musste. Das war zwar witzig, aber auch ein bisschen nervig. Glücklicherweise sind die meisten Checkpoints wirklich sehr fair gesetzt, sodass ihr nicht nochmal das komplette Level durchfliegen müsst.

Das wichtigste in Dune Sea ist ohnehin, dass ihr eure Flugfertigkeiten beherrscht, denn der Rest ist eigentlich ziemlich leicht und einfach zu absolvieren. Und selbst, wenn ihr immer wieder scheitert, so versucht es einfach weiter, denn die Level sind recht überschaubar – was auch wiederum ein Nachteil ist. So wirklich spannend sind die unterschiedlichen Level leider nicht. Die Umgebungen sind – was auch dem Wüstensetting geschuldet ist – zum Teil alle sehr ähnlich und heben sich zum Teil nur durch Kleinigkeiten ab. Das ist schade, denn die Level an sich regen nicht unbedingt dazu an, erkundet zu werden, auch wenn sie kleinere Details haben, die sie unterscheiden. Es gibt zwar Sammelobjekte innerhalb der Level, doch sind das simple Sammelobjekte, die keine Bedeutung im Spiel selbst haben, was auch sehr schade ist.

Überleben in der Wüste

Und so fliege ich über die Wüste, auf der Suche nach einer neuen Heimat und einer neuen Familie, und versuche irgendwie nicht jeden Felsen mitzunehmen, der auf meinem Weg ist. Ein bisschen wurde bei Dune Sea darauf geachtet, dass es auch einen Überlebenscharakter hat. So erwarten euch nicht nur Pflanzen, die nach eurem Leben trachten, sondern auch der Hunger nagt an euch. Aus diesem Grund könnt ihr überall in den Level Pollen, Blüten oder Früchte finden, um nicht vor Hunger zu sterben. Andernfalls stürzt ihr kraftlos zu Boden und dürft beim letzten Checkpoint wieder anfangen. Ansonsten erwarten euch jedoch kaum Herausforderungen bei eurer Reise durch die Wüste.

Dafür – und das ist wirklich gelungen – greift Dune Sea auf einen sehr schönen und sehr entspannenden, bzw. passenden Soundtrack zurück. Die Melodien passen zu den Situationen, werden gefährlicher, wenn es die Situation erfordert, und bleiben ruhig, wenn ich einfach nur über die Wüste gleite. Das ist wirklich schön, ebenso wie die passenden Lichteffekte, die wirklich so aussehen, als würde ich zum Beispiel in der Mittagshitze fliegen oder in den Sonnenuntergang schweben. Beide Elemente sind wirklich sehr stark und gefallen mir sehr gut, da sie zur Atmosphäre von Dune Sea sehr gut beisteuern. Dune Sea ist das erste, komplett eigene Spiel des kanadischen Studios Frolic Labs und macht dafür einen ganz soliden Eindruck.

Fazit: Solides Vogelerlebnis in der Wüste

Dune Sea schickt euch, im wahrsten Sinne des Wortes, in die Wüste, denn in dieser trockenen Welt ist es eure Aufgabe, zu überleben und einen neuen Schwarm zu finden. Dabei wird es euch jedoch vor keine wirklichen Herausforderungen stellen, denn es ist eher eine entspannende Sidescrolling Erfahrung, bei der ihr durch Höhen und Tiefen fliegen werdet. Ein wenig schade finde ich, dass die Welten zwar optisch unterschiedlich gestaltet sind und traumhafte Lichteffekte mit sich bringen, dennoch jedoch irgendwie sehr monoton wirken. Hier hätte ich mir mehr Abwechslung in der Spielmechanik gewünscht. Dafür kommt Dune Sea mit einem passenden und wunderschönen Soundtrack daher, der das fast wieder wettmacht. Der Titel ist ein guter Einstieg und eine nette, solide Erfahrung, es fehlt jedoch ein kleines bisschen an erzählerischer Tiefe.

Pro Contra
+ Traumhafter Soundtrack – Verwendete Mechaniken jedoch zu eintönig
+ Wunderschöne und passende Lichteffekte – Monotones Spielerlebnis
+ Guter Start… – … doch keine erzählerische Tiefe
+ Faire Checkpoints – Bedeutungslose Sammelobjekte

Technik: 76
Grafik: 86
Sound: 87
Umfang: 62
Gameplay: 67

Spielspaß: 73

  • Story: Du fliegst mit deinem Schwarm über die Wüste und plötzlich passiert ein Unglück, sodass du vom Schwarm getrennt wirst und nun selbst in der Wüste überleben musst.
  • Frustfaktor: Nur dann vorhanden, weil ich selbst so dumm war und am Anfang jeden Felsen mitgenommen habe, der so auf meinem Weg lag. Ansonsten so gut wie gar nicht vorhanden.
  • Nachhaltigkeitswert: Dune Sea ist leider kein Spiel, über das ich noch lange nachdenken werde. Es eignet sich für immer mal wieder eine kleine Runde in den Leveln, aber wird kein dauerhafter Begleiter.
  • Design/Stil: Der Stil der einzelnen Level wandelt sich zwar, bleibt aber mechanisch etwas langweilig, dafür gibt es einen traumhaften Lichteffekt.
  • Musik und Sound: Die Melodien im Hintergrund sind wunderschön und passen hervorragend zu den entsprechenden Situationen.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Für 13,99 € fast ein bisschen teuer, da es keine wirklichen Tiefen aufweist, warum an es spielen sollte. Ich denke, 12 € hätten hier auch gewirkt.

Offenlegung

Wir haben Dune für Steam kostenlos von Frolic Labds erhalten.

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